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MeS: Welche Kamerasysteme und -sensoren gibt es? – Meine erste Systemkamera

MeS: Welche Kamerasysteme und -sensoren gibt es? – Meine erste Systemkamera

Die große Vielfalt an Funktionen und Parametern, die ein Foto mit einer aktuellen Systemkamera beeinflussen, haben wir ja schon umfänglich in unserer MeS-Tutorialreihe betrachtet. In diesem Teil wollen wir noch einmal zusammenfassen, welche Kamerasysteme es aktuell gibt und welchen Einfluss der Aufbau und die Größe der Bildsensoren in diesen Systemen haben.

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Spiegelreflex und Spiegellos

Grundsätzlich unterscheidet man diese beiden Kamerasysteme dadurch, ob es sich um Spiegelreflexsysteme mit optischem Sucher und einem feststehenden oder teildurchlässigen Spiegel mit optionalem, elektronischem Sucher oder um ein spiegelloses System, bei dem das Objektivbajonet direkt vor dem Bildsensor angeordnet ist. Spiegellose Kameras gibt es ebenfalls mit optionalem optischen oder elektronischen Sucher.

Alle hochwertigen analogen Kamerasysteme aus der Filmzeit basierten auf dem oben beschriebenen Prinzip einer Spiegelreflexkamera. Entsprechend bauten auch die ersten digitalen Kamerasysteme auf dieser Technik auf. Ein sehr großer Vorteil war dabei, dass aufgrund der unveränderten Auflagemaße die bereits vorhandenen Objektive der Analogsysteme auch an den neuen Digitalkameras genutzt werden konnten. Mechanisch gilt dies auch heute noch, grundsätzlich können nach wie vor alle Objektive besonders der langjährig etablierten Hersteller wie Canon, Nikon, Pentax oder Sony (Minolta) an eine aktuelle Systemkamera angeschlossen werden, egal wie alt sie sind. Natürlich hat sich dabei sehr viel in der technischen Ausstattung der Objektive verändert und auch die optische Qualität ist um einiges besser geworden, da neue Objektive an die aktuellen Sensoren und Kamerasysteme angepasst sind, sollte man also von einem Objektiv vom Flohmarkt nicht die gleichen Abbildungsleistungen erwarten, wie von einem aktuell für die digitale Anwendung speziell entwickeltem Objektiv.

Spiegellose Systeme erobern den Markt seit ungefähr 10 Jahren. Die ersten Modelle wurden von Panasonic und Olympus damals auf den Markt gebracht. Dabei waren aber besonders die ersten elektronischen Sucher noch absolut keine Konkurrenz zu einer Spiegelreflexkamera. Weder die Helligkeit noch die Auflösung oder Reaktionszeit waren hier vergleichbar mit einem optischen Sucher, auch die Autofokussysteme waren längst nicht vergleichbar. Das hat sich gerade in den letzten 1-2 Jahren massiv geändert. Sodass diese Punkte kaum noch ein Argument für das ein oder andere System darstellen. Entsprechend rückten Auflösung und Qualität der eigentlichen Kamerasensoren wieder mehr in den Fokus.

Aufnahmeformate

Da Aufnahmeformat, Bildwinkel und Brennweite über den Strahlensatz zusammenhängen, kann der daraus ergebende Formatfaktor genutzt werden, um zu berechnen, welche Brennweite ein Objektiv haben muss, um bei einem anderen Aufnahme- / Sensorformat mit gleicher Brennweite und identischer Entfernung zum Motiv auch den identischen Bildausschnitt zu zeigen. Dieser Formatfaktor wird in der Praxis oft als „Coop-Faktor“ bezeichnet. Als Basiswert für die Berechnung dieses Faktors wird das Original Kleinbildformat aus der Zeit des Films mit seinen 24 mm x 36 mm verwendet. Wenn in der digitalen Fotografie also von einem Vollformatsensor gesprochen wird, so hat dieser in der Regel genau die oben beschriebenen Abmessungen mit einer Bilddiagonale von 43 mm eines klassischen Kleinbildfilms. Es hat sich bei der Objektivbezeichnung heute etabliert die Brennweite eines Objektives, egal an welchem System es genutzt wird, oft zusätzlich noch auf die Kleinbildäquivalente Brennweite umgerechnet anzugeben. Einfaches Beispiel hierzu: Die APS-C Formate der großen Hersteller haben alle im Vergleich zum Vollformat einen Crop-Faktor von ungefähr 1,5. Das heißt ein 50 mm Normalobjektiv im Voll-/Kleinbildformat würde an so einem System rein rechnerisch einer Brennweite von 50 x 1,5 = 75 mm, also einem leichten Teleobjektiv entsprechen. Dies bedeutet weiter, das die Diagonale eines solchen Sensors nur 43 / 1,5 = 29 mm entspricht und dieser entsprechend kleiner ist. Ganz aktuell gibt es auch im Bereich der spiegellosen Kamerasysteme erste Anbieter, denen es gelungen ist größere digitale Sensoren wie das Vollformat anzubieten. In Zeiten des Films wurde in der hochwertigen Studio- und Produktfotografie fast ausschließlich im Mittelformat mit 4,5 x 6 cm oder im ganz klassischen 6 x 6 cm Format gearbeitet. Herstellern wie Fuji mit der Fujifilm GFX 50S oder Hasselblad mit der H6D 100c ist gerade erst im letzten Jahr gelungen erste einigermaßen bezahlbare Systeme im digitalen Mittelformat zu etablieren. Hintergrund hier sind die nach vor immens hohen Ausschussraten bei der Produktion von digitalen Sensoren. Diese Quote steigt massiv, je größer die Sensorfläche wird. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum der Siegeszug der digitalen Consumerfotografie mit den Kompaktkameras und ihren sehr kleinen Sensoren begonnen hat.

Gängige Sensorformate

Welche Sensorformate haben sich aktuell durchgesetzt bzw. etabliert? Eine immer größere Rolle für die meisten Fotos spielen heute die Kameras in den Smartphones. Ein iPhone hat hier z. B. eine Sensorgröße von ⅓ Zoll. Für die Bildqualität gerade bei diesen Geräten spielt der nachgeschaltete Bildprozessor und die Berechnungen und Optimierungen per Software eine immer wichtigere Rolle. Nicht mehr die Größe des Sensors ist hier also der ausschlaggebende Faktor für die finale Qualität eines Fotos, wie die Hersteller aktuell mit fast jedem neuen Modell eindrucksvoll beweisen.

Über einen längeren Zeitraum standen Sensoren mit einer Größe von ca. 1 Zoll (13,2 x 8,8 mm) in vielen Kamerasystemen für die obere Klasse in den Produktlinien. Diese finden auch heute noch ihren Platz in wenigen hochpreisigen Bridgekameras, wie sie z. B. Sony oder Panasonic im Angebot haben.

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Micro-Four-Thirds

Das kleinste Sensorformat, das sich heute in Systemkameras mit Wechselobjektiven findet, ist das Micro-Four-Thirds Format, welches gemeinsam von Olympus und Panasonic entwickelt wurde. Diese Sensoren haben eine Größe von 17,3 x 13 mm und erreichen in den Spitzenmodellen der beiden Hersteller eine Auflösung von 20 Megapixeln. Waren hier anfänglich noch klare Qualitätsunterschiede insbesondere beim Rauschverhalten und in der Bildschärfe zu erkennen, sorgt auch hier die Elektronik in den aktuellen Kameramodellen mittlerweile für hervorragende Bildergebnisse. Wir selber haben ja in der Redaktion mit der Panasonic Lumix DMC-GX80 ein entsprechendes Modell im Einsatz, das wir euch ja schon ausführlich vorgestellt haben. Im Vergleich zum Kleinbildformat hat ein Micro-Four-Third Sensor einen Crop-Faktor von 2, das bedeutet alle Brennweitenangaben auf einem Micro-Four-Third Objektiv müssen schlicht verdoppelt werden, um diese im Verhältnis zum KB-Format zu bewerten. In der Praxis entspricht also z.B. ein 300 mm Teleobjektiv einem 600 mm äquivalent im Vollformat (KB-Format). Grundsätzlich sind Micro-Four-Third Systeme sehr klein und kompakt (was auch für die Objektive gilt) und verfügen in der Regel über hervorragende Bildstabilisierungssysteme.

APS-C Format

Der Klassiker bei den digitalen Systemkameras ist das APS-C Sensorformat mit einer Sensorgröße von ca. 23 x 15 mm (variiert geringfügig je nach Hersteller). Auf diesen Sensoren platzieren die Hersteller heute Auflösungen bis zu 24 Megapixeln. Seit vielen Jahren ist das APS-C Format der perfekte Preis / Leistung Kompromiss für viele ambitioniertere Amateur-Fotografen. Nahezu alle digitalen Spiegelreflexsyteme der großen Hersteller setzen seit Langem auf dieses Format, aber auch diverse erfolgreiche spiegellose Systemkameras von Sony, Canon oder Fujifilm nutzen weiterhin dieses Sensorformat. Wie oben beschrieben reduziert sich der tatsächliche Qualitätsunterschied bei den Bildergebnissen zwischen den Formaten aber immer mehr durch die immer besser werdende Technik der Bildprozessoren in den Kameras.

Vollformat

Trotz immer besserer Technik, wenn es um absolute Bildqualität mit optimalen Reserven für die nachträgliche Bildbearbeitung geht, dann ist eine Kamera mit einem sogenannten Vollformatsensor immer noch das Nonplusultra. Ein Vollformatsensor entspricht in seinen Abmessungen wie beschrieben dem klassischen KB-Formt mit 36 x 24 mm aus der analogen Fotografie. Aus diesen Sensoren erzeugen die Hersteller heute Auflösungen bis zu 51 Megapixeln. Werte, die für den privaten Nutzer in der Regel für die Nutzung von Bildern in sozialen Netzwerken, Präsentationen oder in Fotobüchern, eigentlich keinen wirklichen Nutzen mehr erzeugen. Im professionellen Bereich sind damit in Bildgröße und Präsentation nahezu keine Grenzen mehr gesetzt. Dieses Sensorformat war lange Jahre Domäne der beiden großen Anbieter Canon und Nikon mit ihren digitalen Spiegelreflexsystemen. Seit einiger Zeit mischt Sony hier aber mit seinen spiegellosen Systemen den Markt gewaltig auf und auch andere Anbieter wie Pentax-Ricoh versuchen sich hier zu etablieren.

Fazit

Für den privaten Nutzer, der sich seine erste Systemkamera zulegen möchte, gibt es heute in allen aktuellen Systemen keines mehr, von dem man grundsätzlich abraten kann. Die verschiedenen Systeme mit ihren unterschiedlichen Techniken (Spiegelreflex / Spiegellos) und verschiedenen Bildsensoren liefern Ergebnisse, die für die private Nutzung und darüber hinaus mehr als ausreichend sind. Wer sich eine neue Kamera anschaffen möchte, der sollte neben dem Budget für die Neuanschaffung also darüber nachdenken, wofür er seine neue Kamera nutzen möchte. Ist man viel unterwegs und will seine Kamera überall dabei haben, dann sollte man einmal einen Blick auf ein Modell der Micro-Four-Third Anbieter werfen.

Einen Klassiker und Allrounder stellen nach wie vor die APS-C Systeme der großen Hersteller insbesondere von Canon und Nikon dar. Hier gibt es definitiv die größte Auswahl an Zubehör und Objektiven, egal ob neu oder gebraucht. Das gleiche Argument gilt natürlich auch für ein Vollformatsystem der genannten Hersteller. Die Preise für Kameras, Zubehör und Objektive sind dabei natürlich in einer ganz anderen Liga angesiedelt. Bei aller Qualität und Technik, wer sich beispielsweise mit Sport-, Tier- oder Actionfotografie versuchen möchte, der ist sicherlich mit einem der anderen beschriebenen Systeme besser bedient, außer man verfügt über ein sehr großes Budget.

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