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UGREEN NAS: Versionierung und Schutz vor versehentlichem Löschen – Tutorial




NAS-Team









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8 Min. Lesezeit

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Tutorial-Reihe

Für diese Tutorial-Reihe setzt das NAS-Team auf aktuelle Modelle von UGREEN. Alle Anleitungen entstehen im praktischen Einsatz mit den folgenden Systemen.

Eingesetzte NAS-Systeme

Speicher im Dauereinsatz

Als Speichermedien kommen Festplatten aus den Serien Seagate IronWolf und Western Digital Red Plus zum Einsatz. Beide Reihen haben sich im bisherigen Dauerbetrieb als zuverlässig und leistungsstabil erwiesen.

Festplattenvergleich

Eine Datei fehlt plötzlich im Ordner. Oder sie liegt noch da, der Inhalt passt aber nicht mehr, weil versehentlich überschrieben wurde. Beides wirkt im Alltag gleich bedrohlich, landet auf dem NAS aber in verschiedenen Schubladen. Gelöscht und überschrieben sind nicht dasselbe Problem. Die Versionierung des NAS, also [Papierkorb] und [Dateiversionen], fängt solche Fehlklicks auf dem Gerät ab, ersetzt aber kein Backup. Beides wirkt nur ab dem Moment, in dem es aktiv ist. Wer jetzt eine Datei vermisst, bekommt durch nachträgliches Einschalten keine Historie von gestern zurück.

Dieses Tutorial ordnet die beiden Alltagshelfer in UGOS Pro ein: den [Papierkorb] in [Dateien] und die App [Dateiversionen]. Es klärt, welcher Fehler welches Werkzeug trifft und wo beide aufhören.

Ziel des Tutorials

Am Ende lässt sich einschätzen, wofür Papierkorb und Dateiversionen auf dem NAS taugen und wo sie enden. Im Fokus stehen versehentlich gelöschte oder überschriebene Dateien auf dem NAS. Snapshots und die Wiederherstellung aus einem Backup sind nicht Thema.

Was ein Backup ist und was nicht, steht in den Backup-Grundlagen für NAS-Systeme. Hier geht es um Schutz auf demselben Gerät gegen Bedienfehler, nicht um eine Kopie außerhalb des Hauses.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt wird ein laufendes UGREEN-NAS mit UGOS Pro und Administratorzugriff für [Versionsaufbewahrung] und [Papierkorb verwalten]. Das mentale Modell aus den Backup-Grundlagen sollte sitzen: Wiederherstellen aus Papierkorb oder Versionen fühlt sich wie Retten an, ist aber kein Backup-Job.

Wer den Papierkorb als Speicherfresser kennt, findet Aufräumen und [Bereinigungsplan] in Datenorganisation & Aufräumen im NAS-Alltag. Hier geht es um den Schutz, nicht um Pflege.

Wo Versionen und Papierkorb in UGOS liegen

Der [Papierkorb] gehört zur App [Dateien]. Unter [Persönlicher Ordner] erscheint er als erster Eintrag in der Dateiliste, nicht in der linken Navigationsleiste. Verwaltung und Schalter sitzen in [Dateien] über [Papierkorb verwalten]. Ein eigenes Symbol auf dem UGOS-Desktop öffnet den Papierkorb außerdem direkt, unabhängig vom Eintrag in der Dateiliste.

Der Papierkorb ist der erste Eintrag in der Dateiliste unter Persönlicher Ordner.

[Dateiversionen] ist eine eigene App im [App Center] und muss ggf. erst installiert werden. Wie [Dateien] und [Papierkorb] liegt auch sie als eigenes Symbol auf dem UGOS-Desktop, allerdings erst nach der Installation. Ohne App und ohne [Versionsaufbewahrung] gibt es weder ältere Stände noch [Gelöschte Objekte anzeigen]. Die Schalter liegen in den [Einstellungen] der App (Zahnrad).

Papierkorb und Dateiversionen liegen zusätzlich als eigene Symbole auf dem UGOS-Desktop.

Papierkorb: was er fängt und was nicht

Der Papierkorb des NAS fängt Löschen, solange er für den Bereich aktiv ist und der Inhalt nicht geleert wurde. Überschreiben fängt er nicht; dafür braucht es [Dateiversionen] oder Snapshots. Eine Tabelle, die zu früh gespeichert wurde, liegt nicht im Papierkorb.

Der Papierkorb ist nicht global. In [Dateien] den Eintrag [Papierkorb] öffnen, unten links das Zahnrad, dann [Papierkorb verwalten]. Dort lassen sich Freigaben und Benutzerordner getrennt prüfen.

Papierkorb öffnen, unten links Zahnrad: Papierkorb verwalten.

Unter [Freigegebene Ordner] steht pro Freigabe, ob der Papierkorb an ist. Im Beispiel ist bei docker noch [Papierkorb aktivieren] sichtbar; bei aktiven Freigaben erscheinen Symbole zum Leeren, Deaktivieren und für Einstellungen. Für [Benutzerordner] gilt dasselbe Prinzip auf der Registerkarte [Benutzerordner] in derselben Verwaltung.

Pro Freigabe eigene Steuerung des Papierkorbs.

Gelöschtes aus [Dateien] erscheint unter [Papierkorb], getrennt nach [Persönlich], [Freigegeben] und für Admins unter [Benutzer]. Wer den Eintrag in der Dateiliste nicht sieht, öffnet den Papierkorb stattdessen über das Symbol auf dem UGOS-Desktop und prüft dort im Zahnrad [Papierkorb verwalten], ob der Korb für den Bereich aktiv ist. Der [Bereinigungsplan] räumt den Papierkorb nach Frist auf; Details stehen im Aufräum-Tutorial. Ist der Korb für ein Verzeichnis nicht aktiv, warnt UGOS beim Löschen in [Dateien] direkt: „Der Papierkorb für dieses Verzeichnis ist nicht aktiviert. Die Datei wird daher dauerhaft gelöscht und kann nicht wiederhergestellt werden.“ Das Ergebnis ist unabhängig vom Weg: Ist der Korb aus, ist auch eine per Finder gelöschte Datei dauerhaft weg.

Löschen: macOS-Finder (SMB) und [Dateien]

Getestet wurde der persönliche Ordner per macOS-Finder über SMB sowie [Dateien] in UGOS Pro; Windows Explorer nicht geprüft. Am Beispiel Testordner und Beispiel-Datei 1.docx:

Finder-Warnung beim Löschen von Beispiel-Datei 1.docx auf der SMB-Freigabe.

Die macOS-Warnung („sofort gelöscht“) täuscht: Sie erscheint im Finder unabhängig davon, ob der Papierkorb für das Verzeichnis aktiv ist, und sagt damit nichts darüber aus, was auf dem NAS wirklich passiert. Maßgeblich sind der Weg (Finder oder [Dateien]) und ob der Ordner leer ist.

Datei: Im macOS-Finder gelöscht, erscheint Beispiel-Datei 1.docx im UGOS-[Papierkorb]. In [Dateien] gelöscht ebenfalls, solange [Nicht in den Papierkorb verschieben, dauerhaft löschen] nicht angehakt ist. Im Test ließ sich die Datei aus dem Papierkorb wiederherstellen.

Löschen in Dateien: Beispiel-Datei 1.docx wandert standardmäßig in den Papierkorb.

Ordner mit Dateien (Testordner mit Dateien) und leerer Ordner (Testordner ohne Dateien) zeigen in [Dateien] gelöscht beide dasselbe Bild: Beide landen im [Papierkorb] unter Persönlich > Testordner.

Papierkorb Persönlich > Testordner nach Löschungen in [Dateien] und im Finder

Im macOS-Finder gelöscht, läuft es anders: Der volle Ordner landet im Papierkorb, der leere nicht. Dessen Eintrag fehlt dort komplett, während Datei und voller Testordner sichtbar bleiben.

Leerer Ordner nach Finder-Löschung nicht im Papierkorb; Datei und voller Ordner schon.

Gelöschte Dateien holt man zuerst aus dem [Papierkorb] zurück: Eintrag markieren, Kontextmenü, [Wiederherstellen]. War [Versionsaufbewahrung] vor dem Löschen aktiv, zusätzlich [Dateiversionen] mit [Gelöschte Objekte anzeigen], dann [Auf Computer herunterladen] oder [Kopieren nach]. Endgültig weg ist eine Datei zum Beispiel mit gesetztem Haken [Nicht in den Papierkorb verschieben, dauerhaft löschen], nach dem Leeren des Papierkorbs, bei nicht aktivem Korb oder nach dem Bereinigungsplan. Ist der Korb geleert, ist der schnelle Weg weg. Über die Versionen bleibt eine Rettung möglich, wenn die Aufbewahrung vorher lief.

Dateiversionen: wann sie helfen

[Dateiversionen] sichern ältere Stände einzelner Dateien, nachdem [Versionsaufbewahrung] für den Bereich aktiv war und die Datei danach erneut gespeichert wurde. Sie ersetzen den Papierkorb bei Überschreiben. Mit [Gelöschte Objekte anzeigen] lassen sich auch gelöschte Objekte finden, sofern die Aufbewahrung vor dem Löschen an war. Gemeint ist hier immer die UGOS-App [Dateiversionen] mit den Schaltern für [Versionsaufbewahrung], nicht der Windows-Dateiversionsverlauf auf dem PC.

Dateiversionen sind keine Snapshots. Snapshots sichern einen Zustand einer Freigabe zu einem Zeitpunkt; das ist Thema eines eigenen Tutorials dieser Reihe. Versionen laufen über die App [Dateiversionen] und [Versionsaufbewahrung].

App [Dateiversionen] installieren

Fehlt die App, erscheinen weder Einstellungen noch ältere Stände. Im [App Center] nach „Dateiversionen“ suchen oder unter [Dienstprogramm] die Kachel wählen, dann [Installieren]. Installiert verwaltet die App [Versionsaufbewahrung] für Benutzerordner und Freigaben. Nach Abschluss steht [Öffnen] bereit. Die Installation kann einen Moment dauern. Beim Deinstallieren können laut Hinweis im App Center auch gespeicherte Versionen mit entfernt werden.

Im App Center Dateiversionen installieren, wenn die App noch fehlt.

[Versionsaufbewahrung] einschalten

Nur Administratoren schalten [Versionsaufbewahrung] ein. In [Dateiversionen] das Zahnrad [Einstellungen] öffnen, Register [Lokaler Benutzer] oder [Freigegebener Ordner]. Pro Eintrag in der ersten Ebene ein Schalter; Unterordner erben die Einstellung, bekommen keinen eigenen Schalter. Standard sind 8 Versionen. Zum Ändern mit der Maus über die Zahl in der Spalte [Anzahl der Versionen] fahren, das eingeblendete Stift-Symbol anklicken und im Feld [Anzahl der Versionen einstellen] einen Wert zwischen 1 und 32 eintragen. Wird das Limit überschritten, fallen älteste Versionen weg.

Schalter aus: UGOS warnt beim Deaktivieren ausdrücklich: „Nach dem Deaktivieren dieser Funktion wird das System keine Versionsverläufe dieses Ordners mehr speichern, und versehentlich gelöschte Dateien können nicht wiederhergestellt werden. Die vorhandenen Versionsverläufe der Dateien werden ebenfalls gelöscht.“ Deshalb lohnt es sich nicht, die Aufbewahrung kurz zum Testen auszustellen: Die bisherige Historie ist damit weg, nicht nur pausiert.

Versionsaufbewahrung pro Benutzerordner oder Freigabe in den Einstellungen der App Dateiversionen.

[Synchronisieren & Sichern] kann [Versionsaufbewahrung] beim Anlegen von Sync-Aufgaben automatisch einschalten. Wer das nicht will, prüft vor neuen Aufgaben die Einstellungen in [Synchronisieren & Sichern] und in [Dateiversionen].

[Gelöschte Objekte anzeigen]

In [Dateiversionen] unten [Gelöschte Objekte anzeigen] aktivieren. Gelöschte Einträge erscheinen mit rotem Minus. Oben legen Datum und Uhrzeit den Zeitpunkt fest, zu dem der Ordnerinhalt angezeigt wird (nicht einen Zeitraum).

Gelöschte Objekte anzeigen: Beispiel-Datei 1.docx und Testordner mit Dateien mit rotem Minus.

Ist der [Papierkorb] geleert, bleiben gelöschte Objekte hier sichtbar, solange [Versionsaufbewahrung] vor dem Löschen an war. Im Test lag der Papierkorb leer, während [Dateiversionen] mit gesetztem Schalter weiterhin gelöschte Dateien und Ordner zum gewählten Zeitpunkt zeigte:

Papierkorb leer, gelöschte Objekte weiterhin in Dateiversionen sichtbar.

Grenzen

Papierkorb und Versionen liegen auf demselben Volume wie die Nutzdaten. Brand, Diebstahl oder defektes NAS treffen beides. Sie fangen Fehlklicks im Alltag, nicht den Ausfall des gesamten Geräts. Ein leerer Papierkorb ist dabei nicht automatisch das Ende: Lief die Versionsaufbewahrung vorher, bleibt der Weg über [Gelöschte Objekte anzeigen] offen, wie oben gezeigt. Erst wenn keine passende Version mehr vorhanden ist, etwa weil die Aufbewahrung nie aktiv war oder weil das Versionslimit einen überschriebenen Stand bereits verdrängt hat, bleiben nur noch Snapshots oder Backup.

Zwei Wege zu älteren Versionen

Weg 1: App [Dateiversionen] direkt öffnen, Ordner wählen, Datei markieren, ältere Stände ansehen oder [Auf Computer herunterladen] bzw. [Kopieren nach] nutzen.

Weg 2: In [Dateien] Rechtsklick auf eine Datei, [Ältere Versionen] öffnet drei Optionen:

  • eine Datum/Uhrzeit-Zeile mit dem jeweiligen Stand,
  • [Weitere Versionen anzeigen] für ein Overlay in [Dateien],
  • [Dateiversionen] zum Öffnen der App genau an diesem Pfad.

Das Overlay listet pro Stand Dateiname, Änderungszeit, Erstellungszeit und Größe.

Weitere Versionen anzeigen: mehrere Stände nach Speichern; ältester Eintrag heißt noch new(2).docx, danach umbenannt.

Umbenennungen landen als eigener Versionsstand in der Liste, nicht nur Inhaltsänderungen: Im Test erzeugte das Umbenennen von new(2).docx zu Beispiel-Datei 1.docx einen zusätzlichen Stand, wobei die Oberfläche den Namen ohne Leerzeichen als Beispiel-Datei1.docx anzeigt. Der umbenannte Stand trägt als Änderungszeit noch den älteren Stempel, als Erstellungszeit den Zeitpunkt der Umbenennung.

[Auf Computer herunterladen] und [Kopieren nach] legen den gewählten Stand als separate Datei ab, nicht als Ersatz am Originalort. Dasselbe gilt für den direkten Klick auf eine Datum/Uhrzeit-Zeile: UGOS legt eine Kopie mit Zeitstempel im Dateinamen an (im Test Beispiel-Datei 3(2026-09-30_191808).docx), der Originalstand bleibt am Platz unverändert.

Typische Fehlannahmen

„Papierkorb plus Versionen gleich Backup.“ Beides lebt auf dem NAS; beim Geräteverlust ist beides weg. Konsequenz: Backup bleibt eine getrennte Kopie, wie in den Backup-Grundlagen beschrieben.

„Papierkorb rettet die überschriebene Datei.“ Löschen und Speichern sind verschiedene Vorgänge. Konsequenz: Wer eine Datei versehentlich überschrieben hat, braucht [Dateiversionen] oder Snapshots.

„Dateiversionen sind Snapshots.“ Versionen halten einzelne Dateiverläufe mit Limit; Snapshots den Zustand einer Freigabe. Andere App, andere Logik. Konsequenz: Allein die Versionsaufbewahrung reicht nicht für einen Freigabe-weiten Rettungspunkt; dafür braucht es die separate Snapshot-Funktion, Thema eines eigenen Tutorials dieser Reihe.

„Papierkorb aktiv, also sicher per Finder.“ Die Finder-Warnung ist kein Maßstab, weder für noch gegen den Papierkorb: Ob eine Datei im Papierkorb landet, zeigt nur der Papierkorb selbst. Leere Ordner waren im Test per Finder dort nicht auffindbar. Konsequenz: Die Warnung sagt nichts über den Papierkorb. Vertraut man ihr blind, bleibt die Suche dort womöglich aus. Im Zweifel zuerst den Papierkorb prüfen und wichtige Ordnerstrukturen in [Dateien] löschen.

Tutorial-Abschluss

Zuerst klären: gelöscht oder überschrieben, Ordner oder Datei? Dann [Papierkorb] prüfen, danach bei Bedarf [Dateiversionen] mit [Gelöschte Objekte anzeigen]. Beim Löschen hilft meist der Papierkorb zuerst, beim Überschreiben führt der Weg direkt zu den Versionen.

Als nächster Schritt auf dem NAS lohnen sich Snapshots (eigenes Tutorial dieser Reihe): Sie sichern einen Freigabe-Zustand zu einem Zeitpunkt und ergänzen die Datei-für-Datei-Versionierung. Beim Totalausfall des Geräts helfen weder Korb noch Versionen noch Snapshot, dafür bleiben externe Backup-Kopien Pflicht, wie in den Backup-Grundlagen für NAS-Systeme beschrieben.

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