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UGREEN NAS: WD Red Plus vs. Seagate IronWolf (DH4300 Plus) – Tutorial

UGREEN NAS: WD Red Plus vs. Seagate IronWolf (DH4300 Plus) – Tutorial

Für die laufende Tutorial-Reihe setzt das NAS-Team auf aktuelle Modelle von UGREEN und arbeitet dabei mit den Systemen DXP4800 Plus (Review), DXP 4800 Pro (Review) und DH4300 Plus.(Review) sowie dem KI-NAS iDX6011 Pro (Review) Als Speichermedien kommen Festplatten aus den Serien Seagate IronWolf sowie Western Digital Red Plus zum Einsatz, die sich im bisherigen Einsatz als zuverlässige Wahl erwiesen haben und bereits vorab empfohlen werden können.

Wer ein neues NAS einrichtet, steht früher oder später vor der Frage, welche Festplatten da rein sollen. Bei UGREEN-Geräten tauchen in der Community regelmäßig zwei Namen auf: WD Red Plus und Seagate IronWolf. Für den NAS-Dauerbetrieb sind beide ausgelegt, beide richten sich an denselben NAS-Einsatzbereich, und der DH4300 Plus unterstützt beide problemlos.

Was sie im tatsächlichen Betrieb unterscheidet, lässt sich aus Datenblättern kaum ablesen. Deshalb wurden beide Modelle direkt im DH4300 Plus unter identischen Bedingungen getestet: im RAID-5-Verbund mit je vier Platten, über 2,5-GbE-LAN, mit realen Kopiervorgängen und synthetischen Benchmarks. Dieser erste Teil konzentriert sich auf die HDD-Leistung unter LAN-Bedingungen. Der Einfluss des Netzwerkstandards (WLAN gegen 2,5-GbE-LAN) folgt in Teil 2.

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Ziel des Tutorials

Dieser Vergleich zeigt, wie sich WD Red Plus (WDC WD40EFPX) und Seagate IronWolf (ST4000VN006) im tatsächlichen NAS-Betrieb verhalten: gemessen an sequenziellem Durchsatz, Alltagstransfers und Stromverbrauch. Das Ergebnis liefert eine belastbare Grundlage für alle, die den DH4300 Plus mit 4-TB-Platten bestücken wollen.

Voraussetzungen

Die Testergebnisse gelten unter folgenden Bedingungen und sind auf vergleichbare Setups übertragbar:

  • UGREEN NASync DH4300 Plus mit UGOS Pro, vollbestückt mit vier identischen Platten
  • RAID-5-Konfiguration als Speicherpool
  • SMB-Freigabe als Zugriffsprotokoll
  • 2,5-GbE-LAN-Anbindung im selben Netzwerksegment, kein VLAN-Routing dazwischen
  • Lokale SSD am Testrechner als Datenquelle, nicht die Testplatten selbst
  • Abgeschlossene RAID-Initialisierung vor Testbeginn

Wer NAS und Clients über verschiedene VLANs verbindet, sollte den Hinweis zur Netzwerkkonfiguration am Ende des Artikels lesen.

Testumgebung

Eingesetzt wurden:

  • 4× WD Red Plus 4 TB (WDC WD40EFPX-68C6CN0) und 4× Seagate IronWolf 4 TB (ST4000VN006-3CW104)
  • Beelink SER5 MAX als Testrechner mit lokaler NVMe-SSD als Datenquelle
  • CrystalDiskMark 9 (3 Durchläufe, 8 GiB, Profil „All“, MB/s)
  • Eve Energy für Stromverbrauchsmessung
  • Prometheus mit Node Exporter und Grafana-Dashboard zur Lastverlaufsaufzeichnung

Die Testplatten im Überblick

Auf dem Papier liegen die Modelle nah beieinander: 5.400 RPM, CMR-Aufzeichnung, 256 MB Cache, SATA 6 Gb/s. Workload-Rate 180 TB/Jahr, MTBF 1 Million Stunden, Garantie 3 Jahre. Ein Detail fällt auf: Seagate gibt für die IronWolf eine maximale sequenzielle Transferrate von 202 MB/s an, Western Digital für die Red Plus 180 MB/s. Ob das in der Praxis eine Rolle spielt, zeigen die Messungen.

Die IronWolf-Platten kamen als Neuware von UGREEN und trugen beim Einstieg in den Test zwei Betriebsstunden. Die WD-Red-Plus-Platten stammen aus dem laufenden Review-Betrieb am DH4300 Plus. 1.761 Betriebsstunden, 12 Einschaltvorgänge. S.M.A.R.T. zeigte bei beiden Modellen keine Auffälligkeiten, alle Werte im grünen Bereich.


CrystalDiskInfos der WD Red Plus (WDC WD40EFPX-68C6CN0) |→ 5.400 RPM, UASP-Anbindung, 1.761 Betriebsstunden, S.M.A.R.T. unauffällig.   |→ Seagate IronWolf (ST4000VN006-3CW104): 5.400 RPM, UASP-Anbindung, fabrikneu.

Testaufbau und Methodik

Getestet wurde mit je vier Platten desselben Modells im RAID-5-Verbund des DH4300 Plus: die typische Vollbestückung eines 4-Bay-NAS. Alle Übertragungen liefen per SMB-Freigabe, gemessen wurde mit CrystalDiskMark 9 sowie zwei realen Kopiertests: ein 21-GB-Film als Einzeldatei und ein Ordner mit 6.528 kleineren Dateien (7,57 GB Gesamtgröße). Als Quelle diente immer die lokale NVMe-SSD des Testrechners, nie die Testplatten selbst.

Der Stromverbrauch wurde über eine Eve Energy erfasst: als Momentanleistung in Watt während des aktiven Transfers und als Energieverbrauch in Wh über einen gemittelten 10-Minuten-Block. Der 10-Minuten-Wert umfasst auch kurze Ruhephasen vor und nach dem Transfer und dient deshalb als Praxisvergleich zwischen den Setups, nicht als direkter Ersatz für die Momentanleistung. Beide Angaben werden im entsprechenden Abschnitt ausgewiesen.

Lautstärke wurde bewusst nicht gemessen. Die Homelab-Umgebung mit laufender Klimaanlage und Serverlüftern lässt keine isolierten dB(A)-Werte zu, die belastbar wären.

Ein Hinweis zur Interpretation der Kopiertests: Die gemessenen Transferraten spiegeln das Praxisverhalten inklusive SMB-Stack, NAS-seitigem Betriebssystemcache und Windows-Dateisystem-Overhead wider, keine rohe Plattenmechanik. Das entspricht dem, was im tatsächlichen Alltagsbetrieb ankommt.

USB-Benchmark: Isolierte Plattenleistung

Bevor die Platten ins NAS kamen, wurde jede Platte einzeln über einen IcyBox IB-1232CL-U3 per USB 3.2 an den Testrechner angeschlossen. CrystalDiskMark misst so die Platte isoliert, ohne NAS-Controller, RAID-Overhead oder Netzwerkeinfluss.


WD Red Plus, USB 3.2: SEQ1M Q8T1 ~230/226 MB/s, Q1T1 ~233/229 MB/s.   |   Seagate IronWolf, USB 3.2: SEQ1M Q8T1 ~184/184 MB/s, Q1T1 ~184/184 MB/s.

In dieser Testkonstellation lieferte die WD Red Plus mit ~230 MB/s sequenziell mehr als die IronWolf mit ~184 MB/s, obwohl Seagate im Datenblatt die höhere Maximalrate angibt. Datenblätter beschreiben Spitzenwerte unter Laborbedingungen; was eine Platte im Sustained-Betrieb über 8 GiB leistet, hängt von Firmware, Puffer-Management und Plattengeometrie ab.

Das Verhalten bei unterschiedlichen Queue-Tiefen ist bei beiden Modellen erwartbar: Q8T1 und Q1T1 liefern nahezu identische Werte, weil bei HDDs die Plattengeometrie den Durchsatz bestimmt, nicht die Warteschlangenlänge. Die 4K-Random-Werte liegen in dem Bereich, den mechanische Platten nun mal haben: unter 2 MB/s. Für Backup, Streaming und sequenzielle Transfers spielt das keine Rolle.

RAID-5-Verbund: Praxistest im NAS

Vier Platten, RAID 5, 10,8 TB nutzbarer Speicher. Das ist die Konfiguration, in der die meisten DH4300-Plus-Nutzer tatsächlich arbeiten.

CrystalDiskMark via SMB, 2,5-GbE-LAN

Über das Netzwerk verändert sich das Bild gegenüber dem USB-Test grundlegend. Das NAS fügt RAID-5-Paritätsberechnungen und SMB-Overhead hinzu, und das Netzwerk setzt die eigentliche Grenze.

WD Red Plus, 2,5-GbE-LAN: SEQ1M Q8T1 ~296/293 MB/s → nahe am Interface-Limit.   |   Seagate IronWolf, 2,5-GbE-LAN: SEQ1M Q8T1 ~296/293 MB/s → nahezu identisch.

Über 2,5-GbE-LAN verschwinden die Unterschiede aus dem USB-Test vollständig. Der RAID-5-Verbund erreicht mit beiden Plattenmodellen ~296 MB/s beim sequenziellen Lesen und Schreiben mit Q8T1. Für sequenzielle Transfers begrenzt hier zuerst das Netzwerk, nicht die Platten.

Reale Kopiertests, 2,5-GbE-LAN

Synthetische Benchmarks messen unter optimalen Bedingungen. Die folgenden Tests zeigen, was beim alltäglichen Dateiaustausch tatsächlich ankommt.

Film (~21 GB, Einzeldatei), PC → NAS


WD Red Plus, Film PC → NAS, 2,5-GbE-LAN: Netzwerkdurchsatz ~285-295 MB/s → nahe am 2,5-GbE-Limit. CPU-Last max. 40,2 %, SoC-Temperatur max. 45,3 °C.


Seagate IronWolf, Film PC → NAS, 2,5-GbE-LAN: Netzwerkdurchsatz ~260-280 MB/s. CPU-Last max. 41,7 %, SoC-Temperatur max. 42,5 °C.

Ein 21-GB-Film landet in rund anderthalb Minuten auf dem NAS. Der Unterschied zwischen den Modellen liegt im Bereich der Messtoleranz. Auffällig ist die CPU-Last: Die RAID-5-Paritätsberechnung bringt den RK3588-Prozessor auf ~40 %. Thermisch entspannt, da die SoC-Temperatur unter beiden Verbünden unter 46 °C bleibt.

Film (~21 GB, Einzeldatei), NAS → PC


WD Red Plus, Film NAS → PC, 2,5-GbE-LAN: Netzwerkdurchsatz peak ~285 MB/s, Gesamt-Lese-I/O ~260-270 MB/s. CPU-Last max. 25,0 %, SoC-Temperatur max. 45,3 °C.


Seagate IronWolf, Film NAS → PC, 2,5-GbE-LAN: Netzwerkdurchsatz peak ~280 MB/s, Gesamt-Lese-I/O ~255-265 MB/s. CPU-Last max. 25,0 %, SoC-Temperatur max. 41,6 °C.

Beim Lesen eines großen Films ist das 2,5-GbE-Interface voll ausgelastet. Beide Verbünde schöpfen die Bandbreite nahezu aus. Kein messbarer Unterschied zwischen den Modellen.

Kleine Dateien (6.528 Dateien, 7,57 GB), PC → NAS


WD Red Plus, kleine Dateien PC → NAS, 2,5-GbE-LAN: Netzwerkdurchsatz ~85-90 MB/s, Gesamt-Schreib-I/O ~105-110 MB/s. CPU-Last max. 28,4 %, SoC-Temperatur max. 43,5 °C.


Seagate IronWolf, kleine Dateien PC → NAS, 2,5-GbE-LAN: Netzwerkdurchsatz ~90 MB/s, Gesamt-Schreib-I/O ~110-115 MB/s. CPU-Last max. 30,2 %, SoC-Temperatur max. 41,6 °C.

Beim Schreiben vieler kleiner Dateien sinkt der Durchsatz deutlich gegenüber dem Film-Test. Das RAID-5-System berechnet für jeden Schreibvorgang Parität, und die Seek-Zeiten der mechanischen Köpfe addieren sich. Das ist eine Eigenschaft des Speichertyps. An diesem Punkt zeigen beide Verbünde dasselbe Verhalten.

Kleine Dateien (6.528 Dateien, 7,57 GB), NAS → PC


WD Red Plus, kleine Dateien NAS → PC, 2,5-GbE-LAN: Netzwerkdurchsatz peak ~70 MB/s. CPU-Last max. 11,3 %, SoC-Temperatur max. 44,4 °C.


Seagate IronWolf, kleine Dateien NAS → PC, 2,5-GbE-LAN: Netzwerkdurchsatz peak ~56 MB/s. CPU-Last max. 11,7 %, SoC-Temperatur max. 40,7 °C.

Beim Lesen vieler kleiner Dateien zeigt sich der einzige messbare Unterschied zwischen den Modellen im NAS-Betrieb: Die WD Red Plus erreicht ~70 MB/s, die Seagate IronWolf ~56 MB/s. Das entspricht einem Vorsprung von rund 25 %. Für Szenarien mit häufigem Lesezugriff auf viele Einzeldateien – etwa Foto-Bibliotheken oder Archivzugriffe – kann sich das bemerkbar machen.

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Was diese Werte im Alltag bedeuten

Streaming ist der genügsamste Anwendungsfall überhaupt. Ein 4K-Film in HEVC belegt etwa 6-12 MB/s; selbst mehrere gleichzeitige Streams kommen zusammen kaum über 60 MB/s. In einem stabilen Netzwerk wird Streaming in der Regel nicht durch die HDD begrenzt.

Backup entspricht dem Kleindatei-Schreibtest: 6.528 Dateien in knapp 8 GB sind ein realistischer Abend-Backup vom Smartphone. Die Übertragungsdauer hängt bei diesem Szenario mehr vom Netzwerkstandard ab als vom Plattenmodell.

Videobearbeitung direkt vom NAS setzt sequenziellen Lesedurchsatz voraus. Komprimierte Formate wie H.264 oder H.265 mit 50-80 MB/s sind kein Problem. Bei sehr hochwertigen, unkomprimierten 4K-Formaten mit ~150 MB/s und mehr nähert man sich der Grenze. Das betrifft beide Modelle gleichermaßen und wäre eher ein Argument für 10-GbE oder NAS-SSDs.

Foto-Bibliotheken und Lightroom-Kataloge, bei denen viele Dateien gelesen werden, wie etwa Thumbnails, Previews, Einzelzugriffe, entsprechen dem Kleindatei-Lesetest. Dort liegt die WD Red Plus rund 25 % vor der IronWolf, was sich bei intensivem Lesebetrieb auf viele Einzeldateien bemerkbar machen kann.

Multi-User-Zugriff und Nextcloud mit vielen gleichzeitigen Nutzern stoßen an die strukturelle Grenze mechanischer Festplatten. Der Random-4K-Durchsatz liegt bei beiden Modellen im einstelligen MB/s-Bereich, wie die RND4K-Werte im USB-Benchmark zeigen. Das ist keine Schwäche eines bestimmten Modells, sondern das physikalische Limit rotierender Platten.

Stromverbrauch

Im Leerlauf zieht der DH4300 Plus mit WD-Verbund 20 W (Momentanleistung), mit Seagate-Verbund 19 W. Während der Transfers pendelt die WD Red Plus auf 22-23 W, die Seagate IronWolf bleibt gleichmäßiger bei 21 W. Als Extrempunkt im CrystalDiskMark-Test erreichte die WD Red Plus kurzzeitig 24 W, die Seagate 22-23 W.

Der Unterschied ist mit 1 W gering, aber konsistent und reproduzierbar. Auf ein Jahr Dauerbetrieb hochgerechnet ergibt sich im Leerlauf eine Differenz von etwa 8-9 kWh. Bei einem Strompreis von 30 Cent rund 2,50 bis 3 Euro pro Jahr. Kein ausschlaggebendes Kaufargument, aber ein messbarer Unterschied.

Geräusch und Vibration

Lautstärke wurde in diesem Test nicht mit Messwerten erfasst. Die Homelab-Umgebung mit laufender Klimaanlage erlaubt keine isolierten dB(A)-Werte, die eine seriöse Aussage erlauben würden. Herstellerangaben nennen für beide Modelle in der 4-TB-Klasse ähnliche Bereiche; in der Community gelten beide als unauffällig.

Im Betrieb fiel allerdings auf, dass die Seagate IronWolf beim Übergang aus dem Idle in aktive Schreibvorgänge spürbare Vibrationen erzeugt. Ein kurzes mechanisches Anlaufruckeln, das sich auf die Stellfläche überträgt. Die WD Red Plus zeigte dieses Verhalten unter identischen Bedingungen praktisch nicht.

Das ist keine Fehlfunktion. Es handelt sich um ein mechanisches Charakteristikum der Kopfpositionierung beim Anlaufen aus dem Ruhezustand. Bei offener Aufstellung in der Nähe des Arbeitsplatzes kann das relevant sein; im geschlossenen Schrank oder Rack ist es kaum wahrnehmbar.

Die IronWolf verfügt über einen integrierten RV-Sensor (Rotational Vibration), der Schwingungen im Verbund elektronisch kompensieren soll. Das Anlaufruckeln entsteht unabhängig davon. Es ist ein mechanisches Ereignis bei der Kopfpositionierung, das der Sensor nicht beeinflusst. Für typische 4-Bay-Setups mit 5.400-RPM-Platten ist der RV-Sensor-Vorteil der IronWolf nach aktuellem Konsens vernachlässigbar.

Hinweis zur Netzwerkkonfiguration

Wer NAS und PC in verschiedenen VLANs betreibt, sollte eine Besonderheit kennen: Sobald SMB-Traffic über das Gateway geroutet wird, bricht der Durchsatz ein. Im Test zeigte sich dieser Effekt auch bei durchgehend 2,5-GbE-Hardware: statt der erwarteten ~280 MB/s lagen die Transfers bei 34-56 MB/s. Das liegt nicht an den Platten oder dem NAS, sondern am Routing-Overhead des Gateways beim Inter-VLAN-Verkehr. Für valide Benchmarks und maximale Alltagsperformance sollten NAS und Clients im selben Netzwerksegment liegen.

Fazit

Im RAID-5-Verbund über 2,5-GbE-LAN liefern beide Plattenmodelle beim sequenziellen Durchsatz dasselbe Ergebnis: Das Netzwerk-Interface wird voll ausgelastet, die Plattenperformance spielt keine Rolle mehr. Das gilt für den Film-Schreibtest ebenso wie für den Film-Lesetest.

Beim Lesen vieler kleiner Dateien zeigt sich der praktisch einzige Leistungsunterschied im NAS-Verbund: ~70 MB/s für die WD Red Plus, ~56 MB/s für die IronWolf. Für Foto-Bibliotheken und häufige Archivzugriffe kann das spürbar werden.

Als Einzelplatte am USB-Adapter liefert die WD Red Plus in dieser Testkonstellation mit ~230 MB/s sequenziell mehr als die IronWolf mit ~184 MB/s. Im Systemverbrauch liegt die Seagate um etwa 1 W niedriger, ihr Anlaufverhalten fällt mechanisch etwas ruppiger aus als das der WD.

Der greifbarste Vorteil der IronWolf liegt woanders: Der Rescue Data Recovery Service ist drei Jahre im Kaufpreis enthalten. Im Schadensfall kann das erhebliche Kosten sparen. Die WD Red Plus bietet diesen Service nicht.

Für den reinen Alltagsbetrieb am DH4300 Plus ist die Wahl zwischen den Modellen keine reine Performancefrage. Die Entscheidung fällt an den Randbedingungen: Anlaufverhalten, Stromverbrauch auf lange Sicht, Leseverhalten bei kleinen Dateien und die Frage, ob ein integrierter Datenrettungsservice einen Mehrwert darstellt.

Tutorial-Abschluss

Dieser Vergleich zeigt, dass im DH4300 Plus nicht die einzelne HDD, sondern Netzwerkstandard und RAID-Verbund den praktischen Rahmen setzen. Bei sequenziellen Transfers egalisiert das 2,5-GbE-Interface die Unterschiede zwischen den Modellen vollständig. Sichtbar bleibt ein Vorsprung der WD Red Plus beim Lesen vieler kleiner Dateien sowie das ruhigere Anlaufverhalten.

Teil 2 dieser Serie beleuchtet den Netzwerkeinfluss systematisch: WLAN gegen 2,5-GbE-LAN im direkten Vergleich, mit beiden Plattenmodellen als Basis.


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