REVIEW: UGREEN NASync DXP4800 GT – Dual-10GbE-NAS mit AMD Ryzen im Test
95%
AUSFÜHRLICHER TEST
Mit dem UGREEN NASync DXP4800 GT steht innerhalb der 4-Bay-Reihe nicht einfach die nächste Ausbaustufe bereit, sondern ein klar anders gewichtetes Modell. Zwei 10-Gigabit-Ports, ein AMD Ryzen Embedded R2514 und die Option auf U.2-SSDs in Schacht 1 und 2 zeigen die Richtung: große Transfers, schnelle Clients und Reserven für ein Netz, das über klassisches Heim-Gigabit hinausgeht. In dieser Testumgebung lässt sich davon der Alltag bis 2,5 GbE belegen, die volle 10G-Strecke und der SSD-Ausbau bleiben ohne eigene Messung.
Gerade dieser Ausschnitt zeigt, ob die UGREEN GT auch ohne 10G-Show im Alltag trägt. Freigaben standen schnell bereit, längere Kopierläufe ließen sich reproduzierbar wiederholen und die Oberfläche blieb trotz Docker und Monitoring im Hintergrund benutzbar. Wichtig ist das nicht nur als Komfortnote: Wenn ein NAS schon bei normalen Dateioperationen träge wird, helfen auch schnelle Ports auf dem Datenblatt wenig. Genau diesen Eindruck hinterließ die GT hier nicht. Sie arbeitete wie ein System, das den normalen Dauerbetrieb beherrscht.
Dieses Review konzentriert sich entsprechend auf das, was belegt ist: Alltag über WLAN und 2,5 GbE, Systemlast unter realen Transfers, Docker im Hintergrund und ein Sonderlauf mit kombinierter Last. Dual-10G, U.2 und Cache bleiben Ausstattung mit offener Messkante, nicht Marketing-Versprechen – wofür die GT gebaut ist, lässt sich trotzdem einordnen, auch ohne dass ihr eigentlicher 10GbE-Mehrwert hier ausgereizt wird.
Lieferumfang & Eindruck – UGREEN NASync DXP4800 GT
Inhalt
- NASync DXP4800 GT
- externes Netzteil mit rund 150 W
- zwei Netzwerkkabel
- HDMI-Kabel
- zwei Kühlkörper für M.2-SSDs
- Schrauben und Schraubendreher
- Schlüssel für die Laufwerksschächte
- Kurzanleitung
Material
Das NASync DXP4800 GT vermittelt beim Auspacken einen wertigen und funktionalen Eindruck. Wichtiger als eine reine Werkstoffliste ist hier die Materialwirkung im Alltag: Nichts wirkt dünnwandig, der magnetische Staubfilter sitzt sauber und auch die Laufwerkseinschübe geben keinen billigen Eindruck ab.
UGREEN setzt bei der GT sichtbar auf ein solides Desktop-NAS-Gehäuse statt auf Show-Hardware. Auffälliger als ein einzelnes Materialdetail ist die robuste Gesamtanmutung: stabile Flächen, saubere Passungen und ein Aufbau, der klar für längeren Dauerbetrieb gedacht wirkt.
Verarbeitung
Die Detailverarbeitung hinterlässt einen stimmigen Eindruck. Übergänge wirken sauber, nichts klappert und die werkzeuglosen Laufwerksschächte sitzen stabil in ihrer Führung. Gerade bei einem NAS für Dauerbetrieb ist das wichtiger als ein Datenblattpunkt, weil genau hier einfache Gehäuse schnell Spiel oder ein schwammiges Handling zeigen.
Auch die Frontanschlüsse wirken nicht wie eine Alibi-Zugabe. USB-C, USB-A und SD-Slot sitzen sinnvoll erreichbar, sodass sich Fotos, Videomaterial oder größere Projektordner schnell einspielen lassen, ohne hinter das Gehäuse greifen zu müssen.
Anschlüsse:
- 2x 10-Gigabit-Ethernet (10GbE)
- 1x USB-C mit 10 Gbit/s an der Front
- 1x USB-A mit 10 Gbit/s an der Front
- 1x USB-A mit 10 Gbit/s an der Rückseite
- 2x USB-A 2.0 an der Rückseite
- 1x HDMI-Ausgang mit 4K-Unterstützung
- 4x SATA-Bays für 3,5- oder 2,5-Zoll-Laufwerke
- 2x M.2-Steckplätze
- U.2-Unterstützung in Schacht 1 und 2
- 1x SD-Kartenleser
- DC-Eingang für das externe Netzteil
Design
Die GT übernimmt die bekannte DXP-Silhouette, setzt sich aber über die Akzentfarbe und den magnetischen Staubfilter sichtbar von Plus und Pro ab. Das wirkt nicht verspielt, sondern wie die technisch betonte Variante innerhalb derselben 4-Bay-Familie.
Im Regal bleibt das Gerät insgesamt unaufdringlich. Formgebung und Front wirken klar und funktional, sodass die GT eher in Arbeitszimmer oder Wohnraum passt als in eine auffällig inszenierte Gaming-Ecke.
Info
- 4x SATA-Bays für 3,5- oder 2,5-Zoll-Laufwerke
- 2x M.2-SSD-Steckplätze (PCIe Gen3 x2)
- U.2-Unterstützung in Schacht 1 und 2
- RAID Basic, JBOD, RAID 0, 1, 5, 6 und 10
Spezielle Features:
- 2x 10-GbE für schnelle Clients, Redundanz oder spätere 10G-Infrastruktur
- AMD Ryzen Embedded R2514 mit 4 Kernen, 8 Threads und Vega8-Grafik
- 8 GB DDR4 ab Werk, ausbaubar bis 64 GB, ECC nach Modul-Tausch möglich
- 64 GB eMMC als Systemlaufwerk
- UGOS Pro mit Docker-Unterstützung
- maximal 144 TB Rohkapazität laut Hersteller
Abmessungen:
- ca. 257 x 178 x 178 mm (L x B x H)
- kompaktes 4-Bay-Desktop-Format
Weitere Informationen:
- externes Netzteil mit rund 150 W
- HDMI-Ausgabe laut Hersteller bis 4K
- SD-3.0-Kartenleser an der Front
- Betrieb mit UGOS Pro
Features & Specials – UGREEN NASync DXP4800 GT
Laut Hersteller
Mit dem NASync DXP4800 GT präsentiert UGREEN einen Netzwerkspeicher für die zentrale Ablage von Fotos, Videos und Dokumenten. Das NAS bietet vier SATA-Laufwerkseinschübe und zwei zusätzliche M.2-Steckplätze für NVMe-SSDs. Die ersten beiden Laufwerkseinschübe unterstützen außerdem U.2-NVMe-SSDs. UGREEN nennt eine maximale Gesamtkapazität von 144 Terabyte. Der tatsächlich nutzbare Speicher hängt von der Laufwerksbestückung und dem gewählten RAID-Verbund ab. Festplatten und SSDs sind separat erhältlich.
Im Inneren arbeitet ein AMD Ryzen Embedded R2514 mit vier Kernen und acht Threads. Die acht Gigabyte DDR4-Arbeitsspeicher lassen sich auf bis zu 64 Gigabyte erweitern. Zwei Ethernet-Anschlüsse mit jeweils zehn Gigabit pro Sekunde ermöglichen schnelle Übertragungen, sofern die übrige Netzwerktechnik dafür ausgelegt ist. USB-C und USB-A mit bis zu zehn Gigabit pro Sekunde sowie ein SD-Kartenleser erleichtern den Anschluss externer Speicher und den Import von Aufnahmen.
Das Betriebssystem UGOS Pro umfasst Dateiverwaltung, Datensicherung und Medienbereitstellung. Hinzu kommen die Unterstützung für Docker-Container und virtuelle Maschinen sowie eine Fotoverwaltung mit automatischer Personen- und Objekterkennung. Über den integrierten Dienst UGREENlink ist auch ein Fernzugriff auf Dateien möglich. Damit reicht der Funktionsumfang über eine gemeinsame Dateiablage hinaus und schließt zusätzliche Serveranwendungen ein.
UGREEN NASync DXP4800 GT – Bilder-Galerie
Im Test – UGREEN NASync DXP4800 GT
Pro
- Wertig verarbeitetes DXP-Gehäuse mit stabilen, werkzeuglosen Laufwerksschächten
- Wohnraumtaugliches Design mit GT-Akzent und magnetischem Staubfilter
- Frontanschlüsse mit USB-C, USB-A und SD-Slot erleichtern schnellen Medienimport
- Zwei 10-GbE-Ports, U.2 in Schacht 1 und 2 sowie M.2-Steckplätze bieten viel Ausbaupotenzial
- HDMI-Kabel und zwei M.2-Kühlkörper liegen direkt im Karton
- Einfache Ersteinrichtung über Web oder App
- Flüssige Bedienung im Alltag
- UGOS blieb auch während aktiver Dateiübertragungen reaktionsfähig
- Sehr gute Alltagsperformance bis zur Grenze der 2,5-GbE-Testumgebung
- Der 2,5-GbE-Pfad wird im Netzwerkbenchmark fast vollständig genutzt
- RAID-5 mit vier HDDs bleibt im geprüften Bereich klar oberhalb von Gigabit-Tempo
- Docker läuft stabil parallel und eignet sich für kleinere Container- und Self-Hosting-Aufgaben
- Niedrige Grundlast trotz Docker und Monitoring im Hintergrund
- Moderater Stromverbrauch im 24/7-Betrieb
- Unkritisches Temperaturverhalten auch ohne SSD-Ausbau
- Im Testzeitraum keine Abstürze, keine unerwarteten Neustarts, Speicherpool blieb gesund
Contra
- System auf eMMC statt auf austauschbarer System-SSD
- Eine echte Volume- oder Laufwerksverschlüsselung fehlt weiterhin; die Ordnerverschlüsselung aus UGOS Pro 1.18.1.0098 ist ein Fortschritt, ersetzt das aber nicht
- Das integrierte Monitoring bleibt bei historischen Systemdaten ausbaufähig
- Mehrere parallele 4K-Transcodes bringen das aktuelle HDD-Setup sichtbar an seine Grenze
- Vega8 unterstützt Hardware-Transkodierung, ersetzt unter Multilast aber kein Intel Quick Sync

UGREEN NASync DXP4800 GT – Einrichtung
Die Inbetriebnahme verläuft wie bei den Schwestermodellen über Browser oder mobile App. Für den eigentlichen Erststart muss das Rad nicht neu erfunden werden. Die Schritte stehen bereits im Basistutorial „UGREEN NAS: Ersteinrichtung & Grundkonfiguration“. Parallel dazu deckt „Ersteinrichtung per mobiler App“ den Einstieg über das Smartphone ab.
In der Testumgebung lief die GT mit einem RAID-5 über vier WD Red Plus und einem Btrfs-Volume. Gemessen wurde erst nach abgeschlossenem Resync. Genau das ist für die späteren Zahlen wichtig, weil ein laufender Rebuild jede Alltagsmessung entwerten würde.

UGREEN NASync DXP4800 GT – Software & App
UGOS Pro fühlt sich auf der GT nicht anders an als auf den übrigen aktuellen NASync-Systemen. Desktop, [App Center], [Dateien], [Fotos], [Sync & Backup] und [Docker] folgen derselben Logik. Gerade deshalb ist die GT kein exotisches Sondermodell, sondern ein vertrautes System mit anderer Hardware-Ausrichtung.
Entscheidend war hier weniger die Optik als das Verhalten unter Last. Während aktiver Dateiübertragungen blieb UGOS bedienbar, Menüs öffneten ohne merkliche Wartezeit, und auch der Wechsel in [Docker] oder die Speicheransicht fühlte sich nicht nach Warten an. Das ist deshalb relevant, weil im Alltag selten nur eine Sache passiert: Eine Kopie läuft, parallel wird kurz in Freigaben geschaut, ein Container kontrolliert oder der Speicherpool geprüft. Genau in solchen Situationen zeigte die GT keine Nervosität.
Unterschiede zur Serie liegen damit weniger in Menüs oder Buttons, sondern in der Frage, wie weit der Netzwerk- und Speicherpfad später ausgereizt werden kann. Die App selbst bleibt funktional dieselbe mobile Klammer für Fotos, Uploads und Fernzugriff. Die eigentliche Qualität des Systems zeigte sich im Test aber am festen Platz im Netz, also dann, wenn Transfers, Sicherungen und Hintergrunddienste gleichzeitig laufen und das NAS trotzdem nicht ständig nach Aufmerksamkeit verlangt.
Der rote Faden der Systemlogik steht im Tutorial „UGOS Pro im Alltag“.

UGREEN NASync DXP4800 GT – Fotos, Videos & Medien
Für Fotos, Serien und klassische Medienablage passt die GT im Alltag gut ins Bild. Direkt wiedergegebene Streams auf mobilen Clients liefen im Test stabil, und auch die übrige Oberfläche blieb bei parallelen Zugriffen benutzbar. Als zentrale Ablage für Familienfotos, Serienbibliotheken, Musik oder typische Videoarchive wirkt das System deshalb unkritisch, solange nicht jede Wiedergabe erst noch in ein anderes Format umgerechnet werden muss.
Gerade für den normalen Heimgebrauch ist das die wichtigere Nachricht. Im Heimnetz mit vorbereiteten Dateien wirkt die GT nicht wie ein wackeliger Medienserver, sondern wie ein ruhiges und im Alltag gut nutzbares NAS. Fotos laden zügig, Bibliotheken bleiben erreichbar und auch nebenbei laufende Dienste kippen die Mediennutzung nicht sofort aus der Spur.
Der Unterschied beginnt beim Transcoding. Die Vega8 unterstützt Hardware-Transkodierung, ist aber kein Freifahrtschein für mehrere parallele 4K-Umwandlungen. Im Sonderlauf mit vier gleichzeitigen Transcodings traten Abbrüche auf, während Direktwiedergabe stabil blieb. Das heißt nicht, dass die GT für Medien untauglich wäre, sondern dass sie im hier getesteten HDD-Ausbau eher für saubere Direktwiedergabe und gelegentliche Umwandlung taugt als für einen aggressiv genutzten Multi-Client-Medienserver.
Für sauberes Speichern, Direktstreaming und eine verlässliche Medienablage im Haushalt oder kleinen Arbeitsumfeld bleibt die GT damit im grünen Bereich. Bei regelmäßig mehreren parallelen Transcodes sollte sie eher mit SSD-Ausbau gedacht werden oder gar nicht erst als eigentlicher Transcoding-Schwerpunkt eingeplant sein.

UGREEN NASync DXP4800 GT – Netzwerk- & Alltags-Performance
Die Messreihe kombiniert Windows, macOS, SMB-Transfers und iPerf3. Damit wird nicht nur ein synthetischer Spitzenwert gezeigt, sondern der Unterschied zwischen Funkstrecke, Dateisystempfad und reinem Netzwerkdurchsatz sichtbar. Das NAS hing im Kabeltest an [LAN2] mit 2,5 Gbps Vollduplex. Das ist im vorliegenden Review die klare Obergrenze.
Messergebnisse im Standard-Haushalt: WLAN statt Multi-Gig
Im WLAN-Szenario zeigen die Werte vor allem die Begrenzung des Funkpfads. Das NAS ist hier nicht gefordert, sondern wartet auf den Client und das Funknetz.
- WLAN – Windows Lesen (~86 MB/s) 29%
- WLAN – Windows Schreiben (~103 MB/s) 34%
- WLAN – Blackmagic Lesen (~77,1 MB/s) 25%
- WLAN – Blackmagic Schreiben (~74,6 MB/s) 24%
- Referenz: 2,5 GbE SMB nahe 300 MB/s 100%
Für Fotoablage, Medien und Time Machine reicht das problemlos. Die Balken zeigen aber auch klar, warum Dual-10G im WLAN-Haushalt noch keine Rolle spielt. Nicht das NAS bremst zuerst, sondern die Funkstrecke.
Im Wohnungsalltag ist das der wichtigere Befund als jede 10G-Ankündigung. Ein Mac-Backup, eine Fotosammlung, Serien im Heimnetz oder ein Ordner mit typischen Alltagsdateien geraten über WLAN nicht an die eigentliche Gerätegrenze. Bei fast ausschließlich drahtloser Nutzung ist die GT deshalb kein langsames NAS, liefert aber auch noch keinen echten Gegenwert für die doppelten 10G-Ports im täglichen Einzelnutzerbetrieb.
Messergebnisse kabelgebunden mit 2,5 GbE
Hier wird sichtbar, was im GT-Aufbau heute schon belegt ist: Die 2,5-GbE-Verbindung wird sauber genutzt, ohne dass CPU oder Temperatur sofort in kritische Bereiche laufen.
- 2,5 GbE – Windows SMB Lesen (~296 MB/s) 95%
- 2,5 GbE – Windows SMB Schreiben (~296 MB/s) 95%
- 2,5 GbE – Blackmagic Schreiben (~251,0 MB/s) 80%
- 2,5 GbE – Blackmagic Lesen (~208,7 MB/s) 67%
- Referenz: 2,5 GbE theoretisch (312 MB/s) 100%
Die Windows-SMB-Werte fallen bereits sehr hoch aus, der reine Netzwerkpfad aus iPerf3 liegt aber noch näher an der 2,5-GbE-Grenze. Genau diese Lücke zeigt den normalen Overhead aus SMB, Dateisystem und HDD-RAID. Blackmagic bestätigt dasselbe Bild auf macOS aus einer zweiten Richtung.
Im Alltag ist der Sprung von WLAN auf 2,5 GbE deutlich spürbar. Große Dateien laufen eher in einem Zug durch, und auch Ordner mit vielen kleineren Dateien fühlen sich weniger zäh an als im Funkbetrieb. Die GT macht daraus kein SSD-Erlebnis, nutzt die Multi-Gig-Verbindung aber sauber genug, dass sich ein kabelgebundener Arbeitsplatz oder ein kleiner Schnittplatz am NAS tatsächlich lohnt.
Messergebnisse iPerf3: reiner Netzwerkpfad
- Client zum NAS – iPerf3 (~2,31 Gbit/s) 92%
- NAS zum Client – iPerf3 (~1,92 Gbit/s) 77%
- Referenz: 2,5 Gbit/s = Obergrenze der Testumgebung 100%
Damit ist der Unterschied klar: Das Netzwerk selbst liefert mehr als die Dateisystemtests zeigen. Die verbleibende Lücke ist kein Defekt, sondern normaler Overhead aus SMB und HDD-RAID.
Netzwerk-Benchmark
Dual 10GbE in der Einordnung
Die beiden 10G-Ports sind das eigentliche Unterscheidungsmerkmal der GT. Im vorliegenden Aufbau endet die messbare Strecke aber bei 2,5 GbE. Auto-Negotiation und die Netzwerkansicht zeigen diese Grenze der Testumgebung klar, deshalb steht hier bewusst keine 10G-Spitzenzahl, die im Testaufbau gar nicht belegt wäre. Genau darin liegt die ehrliche Einordnung dieses Modells: Sein 10GbE-Mehrwert braucht passende Infrastruktur.
Lohnend ist die GT vor allem für Nutzer, die ihr NAS nicht nur als zentrale Ablage sehen. Zwei schnelle Arbeitsplätze, ein Videoschnitt-Rechner plus Backup-Client, große Foto- oder Projektarchive und generell ein Netz, das in Richtung 10G wachsen soll, passen gut zu diesem Modell. Dann sind die beiden 10G-Ports kein Luxus, sondern ein Ausbaupfad, der im Alltag tatsächlich genutzt werden kann.
Wenig sinnvoll ist die GT dagegen für ein typisches Heimnetz mit einem einzelnen Notebook, etwas Medienstreaming, Time Machine und gelegentlichen Dateiablagen über WLAN oder 1 bis 2,5 GbE. In so einem Setup bleibt das Gerät zwar gut nutzbar, aber ein Teil des Aufpreises arbeitet nicht sichtbar mit. Dann bezahlt man vor allem für Reserven, die im eigenen Alltag womöglich nie abgerufen werden.

UGREEN NASync DXP4800 GT – Systemlast & Temperatur
Parallel zu den Kopierläufen lief Monitoring über Node Exporter und Grafana. So wird sichtbar, ob eine gute Transferrate aus CPU-Reserve, aus Netzlimit oder aus Glück entsteht. Im Idle lagen die vier WD Red Plus zwischen 28 und 32 °C, nach der Messnacht zwischen 30 und 34 °C. Bereits das spricht gegen ein thermisch nervöses Setup.
Messergebnisse – Grundlast und Auslastung im Alltag
- Langzeit-Idle CPU im Mittel (~1,36 %) 1%
- IO-Wait im 2,5-GbE-Fenster (max. ~9,27 %) 9%
- RAID Busy beim sequenziellen Schreiblauf (~89 %) 89%
- Referenz: 100 % = klare Dauer-Vollsaturierung 100%
Beim sequenziellen Schreiben einer großen zusammenhängenden Datei läuft zuerst die 2,5-GbE-Strecke ins Limit. Bei vielen kleinen Dateien sinkt der Netzdurchsatz, während das RAID weiter deutlich beschäftigt bleibt. Die Zahlen sind damit plausibel und nicht künstlich glatt.
Der niedrige Idle-Wert ist dabei mehr als nur eine hübsche Zahl. Er zeigt, dass Docker und Monitoring das System nicht schon im Leerlauf unnötig unter Spannung halten und die GT nicht permanent gegen ihre eigene Hintergrundlast arbeitet. Für ein NAS im Heim- oder Arbeitszimmer ist das relevant, weil genau daraus der Eindruck eines ruhigen Dauerläufers entsteht: nicht spektakulär im Leerlauf, sondern unauffällig verfügbar, bis tatsächlich Arbeit anliegt.
Messergebnisse – Thermik im GT-Setup
- CPU / iGPU im 2,5-GbE-Lauf (~45-52 °C) 58%
- CPU / iGPU im Multilast-Sonderlauf (~72 °C) 80%
- HDDs nach der Messnacht (bis ~34 °C) 62%
- Referenz: CPU ~90 °C / HDD >50 °C dauerhaft = kritisch 100%
Gerade bei der GT ist die Thermik interessant, weil das Modell neben den zwei 10G-Ports auch Optionen für schnellen SSD-Ausbau mitbringt. Ohne eingebaute SSDs zeigt dieser Block den Grundzustand der Plattform mit vier HDDs, also ohne zusätzliche Wärmequellen durch Cache oder SSD-Volumes.
Relevant ist das deshalb, weil sich so sauber ablesen lässt, ob Gehäuse, Kühlung und AMD-Plattform schon im Basisausbau unter längerer Last warm oder unruhig werden. Genau das war hier nicht zu sehen. Auch ohne SSD-Ausbau zeigte die GT unter längerer Last kein auffälliges Temperaturverhalten.
Für die Praxis heißt das: Im normalen Datei-Alltag bleibt genug Reserve, solange nicht mehrere schwere Aufgaben gleichzeitig um dieselben HDDs konkurrieren. Einzelne große Kopien, kleinere Ordnerläufe und die übliche Verwaltungsarbeit bringen das Gerät nicht sofort aus dem Tritt. Die Grenze liegt später und in diesem Aufbau klar beim Datenträgerpfad.
Multilast-Sonderlauf: die andere Grenze des Systems
- IO-Wait unter kombinierter Last (bis ~33,3 %) 33%
- CPU-Spitzen im Sonderlauf (unter ~70 %) 70%
- RAM-Nutzung (~1,5 GiB sichtbar belegt) 19%
- Datenträger-Warteschlange (Queue bis ~14) 88%
- Referenz: RAID-Pfad am Limit, nicht CPU oder RAM 100%
Im Sonderlauf liefen vier parallele Transcodings, Time Machine, Blackmagic und mehrere Container gleichzeitig. Genau hier kippt das Bild: nicht wegen CPU-Mangel, sondern weil der Festplattenverbund unter kombinierter Last in die Warteschlange läuft. Direkt wiedergegebene Streams blieben stabil, transkodierte Streams brachen dagegen sporadisch ab. Das ist die ehrlichste Leistungsgrenze dieses Tests.
Gerade deshalb ist dieser Sonderlauf wertvoller als ein einzelner Peak. Sobald gleichzeitig gesichert, gestreamt und aktiv auf dem NAS gearbeitet wird, zeigt die GT sehr klar, wo mechanische Platten Schluss machen. Für typische Haushalte mit einem Backup im Hintergrund und einem oder zwei normalen Medienstreams bleibt das noch im grünen Bereich. Wenn mehrere Transcodes, Time Machine und zusätzliche Schreiblast zusammenkommen, hilft die stärkere Netzseite allein nicht mehr weiter.
Genau an dieser Stelle ergeben auch die SSD-Ausbaustufen der GT ihren Sinn. Gemessen wurde das hier nicht, deshalb steht an dieser Stelle bewusst keine Leistungsbehauptung zu M.2 oder U.2. Der Sonderlauf zeigt aber sauber, warum diese SSD-Optionen überhaupt interessant sind: Wenn nicht CPU oder RAM, sondern der mechanische HDD-Verbund unter Mischlast zuerst aufgibt, liegt die Idee eines schnelleren Cache- oder SSD-Ausbaus nahe.
Systemlast- und Temperatur – Benchmark
UGREEN NASync DXP4800 GT – Docker
Die Docker-App ließ sich ohne Besonderheiten nutzen und passt zum Charakter der GT. Im Test liefen mehrere Container dauerhaft mit, darunter der node_exporter für das Monitoring. Ein großer Compose-Stack oder eine komplette Self-Hosting-Plattform wurde hier nicht zum eigenen Kapitel aufgeblasen, aber der Grundpunkt ist belegt: Container laufen stabil mit und stören den restlichen Alltag nicht automatisch.
Interessant wird Docker vor allem deshalb, weil die GT eher auf parallele Netz- und Transferaufgaben als auf maximale Medienlast mit mehreren Transcodings zielt. Solange der Datenträgerpfad nicht künstlich unter Druck gerät, passt das sehr gut zum Modell.
Im normalen Betrieb ist genau diese stille Nebenrolle entscheidend. Kleine Dienste im Hintergrund, Monitoring oder typische Hilfscontainer liefen mit, ohne dass der Datei-Alltag sofort litt. Eine größere Self-Hosting-Landschaft parallel zu mehreren Medienjobs liegt dagegen eher außerhalb des Wohlfühlbereichs dieses HDD-Ausbaus. Der Flaschenhals sitzt dann eher bei HDD-I/O und Gesamtszenario als bei der bloßen Frage, ob Docker grundsätzlich vorhanden ist.

UGREEN NASync DXP4800 GT – Backup-Praxis
Als zentrales Ziel für Client-Backups passt die GT nicht nur theoretisch, sondern auch im tatsächlichen Mischbetrieb. Time Machine lief im Test nicht isoliert auf einem sauberen Show-Pfad, sondern auch parallel zu weiterer Last. Entscheidend war dabei: Das System brach nicht als Ganzes ein, sondern zeigte seine Grenze erst dort, wo mehrere schreib- und leselastige Aufgaben gleichzeitig um denselben HDD-Verbund kämpften. Für nächtliche Mac- und PC-Sicherungen, Projektordner und Familienfotos reicht das Grundprofil damit klar aus.
Problematisch wird es erst, wenn Backup nicht still im Hintergrund mitläuft, sondern zeitgleich mit mehreren Transcodes, zusätzlicher Schreiblast und weiteren aktiven Medienjobs konkurriert. Gerade deshalb ergibt die GT als Backup-Ziel vor allem dann Sinn, wenn große Datenmengen regelmäßig bewegt werden und später SSD- oder 10G-Ausbau vorgesehen ist. Die konkrete Einrichtung bleibt in den Basistutorials der Reihe besser aufgehoben als in diesem Review.

UGREEN NASync DXP4800 GT – Stromverbrauch
Der Stromverbrauch wurde per Eve Energy gemessen. Gerade für ein NAS, das im Alltag eher als Dauerläufer gedacht ist, sind nicht nur Peak-Werte relevant, sondern vor allem Idle und gemischte Last.
- Leerlauf mit RAID 5 und Docker (~24 W) 40%
- Transferbetrieb über 2,5 GbE (~35 W) 58%
- Multilast-Peak im Sonderlauf (~55 W) 92%
- Referenz: 60 W = obere Dauerlast-Orientierung 100%
Das Profil wirkt plausibel: niedrig genug im Leerlauf, sichtbar höher bei Dateiübertragungen und unter kombinierter Last meist im Bereich von etwa 47 bis 52 Watt, mit kurzen Spitzen bis rund 55 Watt. Der wichtige Wert für den Alltag bleibt der ruhige 24-Watt-Bereich.

UGREEN NASync DXP4800 GT – Sicherheit & Fernzugriff
Fernzugriff und mobile App gehören funktional zum bekannten UGOS-Alltag. Für Dateiabruf, kurze Kontrollen und einfache Wege von außen wirkt die Plattform grundsätzlich vertraut. Die konkrete Einrichtung ist in den Basistutorials der Reihe bereits ausführlicher beschrieben als es ein Review leisten muss.
Der deutlichste Kritikpunkt sitzt hier auf der Softwareseite. UGOS Pro 1.18.1.0098 bringt zwar inzwischen eine Ordnerverschlüsselung für freigegebene Ordner und persönliche Ordner der ersten Ebene mit. Eine echte Volume- oder Laufwerksverschlüsselung ist das aber nicht. Für sensible Projektdaten, Backups außerhalb der eigenen vier Wände oder ein Gerät an weniger geschütztem Standort bleibt das eine echte Lücke.
UGREEN NASync DXP4800 GT – Stabilität & Zuverlässigkeit
Im Testzeitraum lief die GT ohne unerwartete Neustarts, ohne beschädigten Speicherpool und ohne Abbrüche in den sauberen Messfenstern. Zum Prüfzeitpunkt lag die Systemlaufzeit bei über sieben Tagen. Auch unter höherer Last zeigte das Gerät eher Leistungsgrenzen als Instabilität.
Das ist für den Alltag wichtiger als ein einzelner Spitzenwert. Unter Druck wurden Transcodes wackelig und der HDD-Verbund geriet an sein Limit, aber das NAS verschwand nicht aus dem Netz, fror nicht ein und zerlegte sich auch nicht mit Speicherfehlern oder Neustarts. Genau das ist hier der relevante Stabilitätsbefund: langsamer unter Last ist unangenehm, instabil wäre ein Ausschlusskriterium. Diesen Schritt hat die GT im Test nicht gemacht.

UGREEN NASync DXP4800 GT – Ach ja, das noch…
U.2 in Schacht 1 und 2, ECC nach RAM-Tausch und die mitgelieferten M.2-Kühlkörper zeigen, dass UGREEN die GT klar als ausbaufähigere Variante innerhalb der Reihe positioniert. Diese Punkte tragen im hier getesteten HDD-Alltag noch keinen eigenen Messwert, erklären aber gut, warum das Modell eher auf spätere SSD- und 10GbE-Setups als auf ein reines Standard-NAS zielt.
Im Leerlauf ist das Gerät so gut wie nicht hörbar. Unter Kopierlast kommen typische HDD-Zugriffsgeräusche dazu, unter Volllast wird es klarer wahrnehmbar, bleibt im Wohnraum aber berechenbar und nicht nervös. Der Lüfter fiel erst direkt am Gehäuse unter Last deutlicher auf; in etwa zwei Metern Entfernung dominieren eher die Festplatten als ein störendes Lüfterprofil. Die Einschätzung erfolgte ohne Schallpegelmeter in der Testumgebung.
Was wir uns noch wünschen
Ein nächster sinnvoller Schritt auf der Softwareseite wäre eine echte Volume- oder Laufwerksverschlüsselung. Die vorhandene Ordnerverschlüsselung ist ein Fortschritt, schließt die Lücke für ruhende Gesamtdaten im System aber noch nicht.
Unterm Strich wirkt die UGREEN DXP4800 GT im hier getesteten Rahmen nicht zu schwach, sondern zu spezialisiert, um blind jedem empfohlen zu werden. Im normalen Heimnetz funktioniert sie sauber, ruhig und stabil. Den eigentlichen Aufpreisgedanken trägt sie aber erst dann überzeugend, wenn das restliche Setup ebenfalls in Richtung 10G, mehrere gleichzeitige Clients oder SSD-Ausbau geplant ist. Der 10GbE-Mehrwert braucht passende Infrastruktur. Für genau so ein Setup ist die GT eine schlüssige Basis. Für ein gutes 4-Bay-NAS im gemischten Alltag liegen die Schwestermodelle oft näher an der eigenen Realität.
Auf Software-Seite bleibt die bekannte UGOS-Lage der Reihe bestehen. Mehr eingebaute Transparenz für historische Lastverläufe, feinere Monitoring-Daten und etwas mehr Orientierung für unterschiedliche Ausbaupfade wären hilfreicher als jede weitere Marketing-Folie. Die Hardware deutet an, dass sie mehr kann, der Artikel bleibt aber bewusst beim hier belegten Alltag.
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