Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen einem Smartphone und einer Systemkamera ist das Moduswahlrad, das sich auf der Oberseite so ziemlich jeder aktuellen DSLR oder spiegellosen Kamera findet. Zwar hat jeder Hersteller hier sein eigenes Design, aber grundsätzlich gibt es mindestens vier Standard-Modi und diverse Automatiken, die sich an jeder Kamera finden lassen.

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Motivprogramme und Vollautomatik

Ein aktueller Trend zurzeit ist, dass die Hersteller eine immer größere Anzahl von Motivprogrammen und Automatiken in den aktuellen Kameras einsetzen. Diese Motiv- oder Szeneprogramme setzen dabei auf spezielle Kombination von Blende, Verschlusszeit und ISO-Einstellungen, die die Kamera auswählt und die sich in der Regel nicht aktiv beeinflussen lassen. Typische Beispiele sind hier Sport (schnelle Bewegungen = kurze Verschlusszeit), Nacht- oder Landschaftsprogramme.

Oft verfügen die Kameras dann auch noch über einen Vollautomatikmodus (nicht zu verwechseln mit der Programmautomatik – P). In diesem Modus hat man ebenfalls keinerlei Einfluss auf die Einstellungen, die die Kamera wählt, bei vielen Modellen entscheidet die Elektronik hier sogar den eingebauten Blitz (sofern vorhanden) auszuklappen und mit zu verwenden. Einen Unterschied zum Fotografieren mit dem Smartphone gibt es in diesen Modi so gut wie gar nicht und man verschenkt somit die Möglichkeiten, die eine aktuelle Systemkamera zur Motivgestaltung bietet.

Programmautomatik – P

Etwas mehr Spielraum und daher schon eher mal zu verwenden bietet die Programmautomatik, in der Regel durch den Buchstaben „P“ auf dem Wahlrad gekennzeichnet.

Hier wählt die Kamera automatisch eine Kombination aus Blende und Verschlusszeit. Meist geschieht dies so, dass eine ausreichend kurze Verschlusszeit gewählt wird, die zu verwacklungsfreien Bildern führt. Wichtiger Unterschied zur Vollautomatik ist aber, dass man in diesem Modus die volle Kontrolle über weitere Einstellungen wie den ISO-Bereich, den Weißabgleich oder den Einsatz eines Blitzes hat. Für schnelle Schnappschüsse mit reinem Erinnerungscharakter also sicherlich eine Einstellung, die auch wir an unseren Kameras immer mal wieder verwenden.

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Zeitvorwahl bzw. Blendenautomatik – S

Das „S“ steht hier für Shutter preselection, also der Vorwahl der Verschlusszeit. Im Unterschied zur Programmautomatik hat man in diesem Modus die Möglichkeit die gewünschte Belichtungszeit manuell auszuwählen. Die Kamera errechnet dann die für eine korrekte Belichtung erforderliche Blendenöffnung und stellt diese automatisch ein. Reicht die Lichtstärke des verwendeten Objektivs hier beispielsweise nicht aus, müsste also ein kleiner Wert gewählt werden als möglich, dann erhält man in der Regel eine Warnung, dass das Foto unterbelichtet sein kann. Alternativ haben viele moderne Systemkameras eine ISO-Automatik, sodass erst die alle höheren ISO-Werte gewählt werden, bevor ein Bild tatsächlich unterbelichtet wird.

Wo benötigt man dieses Programm? Kurz gesagt überall dort, wo die Verschlusszeit der entscheidende Faktor für die Gestaltung eines Motives ist. Will man z. B. schnelle Bewegungen „einfrieren“, dann benötig man sehr kurze Verschlusszeiten. Genau umgekehrt verhält es sich, wenn man gezielt Bewegungsunschärfen als Gestaltungselement einsetzen möchte, wie bei den klassischen Lichterspuren vorbeifahrender Autos oder dem Effekt von verschwommenem Wasser resultierend aus einer sehr langen Belichtungszeit.

Blendenvorwahl bzw. Zeitautomatik – A

Wie im letzten Beispiel steht auch diese Abkürzung wieder für einen englischen Begriff. Das „A“ steht hier für Aperture preselection und nicht wie oft verwechselt für „Automatik“. Übersetzt bedeutet dies „Blendenvorwahl“. Quasi als Gegenstück zum „S“ Modus kann man hier die Blende manuell vorwählen und die Kamera errechnet dazu die passende Verschlusszeit. An vielen Stellen findet man alternativ auch den Begriff „Zeitautomatik“, den wir allerdings eher verwirrend finden.

Diesen Modus kann man benutzen, um die Schärfentiefe des gewählten Motives gezielt zu steuern. Wie in unseren letzten Tutorials beschrieben erzeugt eine sehr weit geöffnete Blende eine sehr geringe Schärfentiefe, sodass man mit dieser Einstellung eine Person oder ein Objekt vom Hintergrund freistellen kann, in dem dieser unscharf abgebildet wird.

Manuellmodus – M

Das komplette Gegenstück zu den am Anfang des Artikels beschriebenen Automatiken ist der manuelle Modus “M” auf dem Wahlrad. Hier hat man die volle Kontrolle über alle Einstellungen der Kamera und muss diese manuell an das aktuelle Motiv angepasst auswählen. Jede Automatik hat auch heute noch ihre Grenzen, und wenn man wirklich bis ins Detail die Gestaltung seines Bildes bestimmen möchte, dann sollte man sich mit dem manuellen Modus seiner Kamera vertraut machen.

Dieser Modus setzt allerdings voraus, dass man sich mit dem Zusammenspiel von Blendenöffnung, Belichtungsdauer, ISO, etc. an seiner Kamera ein wenig auseinandergesetzt hat.

Natürlich spielt auch die Situation und das Motiv eine entscheidende Rolle, ob man wirklich rein manuell fotografieren sollte. Schnelle Motive in der Tier- oder Sportfotografie sind sicherlich nicht die erste Wahl, aber zum Beispiel die Landschafts- oder Produktfotografie sind Bereiche, in denen sich die komplett manuelle Steuerung durchaus anbietet.

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Fazit

Die umfangreichen Automatiken und Programme einer aktuellen Systemkamera verleiten sicherlich zum Herumprobieren. Wer sich aber ein wenig ernsthafter mit der Fotografie beschäftigen möchte, der kommt schnell zu den Halbautomatiken der Blenden (“A”) oder Zeitautomatik (“S”) oder gestaltet seine Motive wirklich rein manuell. Gerade hierin liegt ja der große Unterschied (und Zugewinn) im Vergleich zu einer Kompaktkamera oder einem Smartphone, in denen die Elektronik versucht die richtigen Einstellungen zu wählen und man sich rein auf die Technik verlassen muss.

Tutorial abgeschlossen!

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