Apple News: Apples neue Geräte werden intelligenter – und deutlich teurer
Apple steht vor einem der größten Umbauten seines Ökosystems seit Jahren. Die kommenden Geräte und Softwareversionen wirken auf den ersten Blick wie viele einzelne Updates: ein OLED-iPad mini, neue Kalender- und Erinnerungsfunktionen in iOS 27, ein stärkeres iPhone Mirroring in macOS 27, watchOS 27 mit Siri AI und ein iPhone 18 Pro mit neuer Chip-, Kamera- und Speichertechnik. Zusammengenommen entsteht daraus aber ein klares Bild: Apple macht seine Produkte persönlicher, vernetzter und stärker auf künstliche Intelligenz ausgerichtet.
Diese neue Richtung hat allerdings ihren Preis. Ältere Geräte fallen schneller aus dem Funktionssupport, neue Modelle könnten deutlich teurer werden, und selbst der App Store muss in immer mehr Ländern geöffnet werden. Gleichzeitig zeigen Sicherheitsforscher, dass alte Chips nicht unbegrenzt softwareseitig abgesichert werden können. Apple bewegt sich damit in eine Zukunft, in der Komfort, KI und Integration wachsen – aber auch die Anforderungen an Hardware, Lieferketten, Datenschutz und Regulierung.
watchOS 27 zeigt, warum Apples KI-Zukunft ältere Geräte zurücklässt
Der deutlichste Schnitt zeigt sich bei der Apple Watch. watchOS 27 läuft nur noch auf der Apple Watch Series 9 und neuer, der Apple Watch Ultra 2 und neuer sowie der Apple Watch SE 3. Nicht mehr unterstützt werden Apple Watch Series 6, Series 7, Series 8, Apple Watch SE 2 und die erste Apple Watch Ultra. Diese Modelle sollen zwar weiterhin grundlegende Sicherheitsupdates erhalten, bekommen aber nicht mehr die neue watchOS-Generation.
Apple begründet diesen Schritt nicht einfach mit dem Alter der Geräte. Gegenüber TechRadar erklärte Cait Dooley, Apple Watch and Health Product Marketing Manager bei Apple, dass neue Funktionen wie Siri AI und die neue Tipp-Geste auf neueren Modellen besser funktionieren, weil sie mehr Rechenleistung und Energieeffizienz benötigen. Damit beschreibt Apple watchOS 27 nicht als gewöhnliches Update, sondern als technischen Generationenwechsel.
Auch David Clark, Senior Director of watchOS Software Engineering bei Apple, ordnete watchOS 27 gegenüber TechRadar klar in Apples KI-Strategie ein. Die Apple Watch soll zu einem engeren Partner von Apple Intelligence werden. Clark beschreibt die Uhr als besonders praktischen Zugang zu Siri, weil sie permanent am Handgelenk sitzt und sich für schnelle Fragen eignet, wenn Nutzer gerade keine Hand frei haben.
watchOS 27 bringt dafür mehrere konkrete Neuerungen. Siri AI soll später im Jahr auf die Apple Watch kommen, ist aber noch nicht in der aktuellen Beta enthalten. Voraussetzung ist ein verbundenes iPhone 15 Pro oder neuer, weil die Apple Watch für Apple Intelligence auf ein kompatibles iPhone angewiesen ist. Apple plant außerdem eine eigene Siri-App auf der Watch, über die Nutzer frühere Siri-Konversationen abrufen können.
Auch die Bedienung wird stärker auf Alltagssituationen zugeschnitten. Eine neue Tipp-Geste erlaubt es, mit Daumen und Zeigefinger ein Widget im Smart Stack auszuwählen. Die dynamische App-Übersicht stellt Siri stärker in den Mittelpunkt und zeigt neben Siri-Vorschlägen auch häufig genutzte und zuletzt verwendete Apps. Der Smart Stack bekommt neue Vorschläge, etwa für ein geparktes Auto, Siri, angeheftete Nachrichten, Transitkarten, Lärmwarnungen und Geburtstage.
Dazu kommen Gesundheits- und Fitnessfunktionen. Workout Buddy funktioniert künftig auch ohne iPhone in der Nähe. Bei Läufen misst die Uhr Fortschritte bei Distanz, Tempo und Dauer. Cycle Tracking unterstützt Hinweise zu Menopause und Perimenopause. Laufband-Workouts sollen genauer werden. Bei Anrufen kann die Apple Watch relevante Zusatzinformationen anzeigen, etwa eine Flugbestätigungsnummer bei einem Airline-Anruf. Außerdem kommen eigene Wallet-Pässe vom iPhone auf die Watch, eine vereinheitlichte „Wo ist?“-App und Precision Finding für iPhone, AirPods Pro 3 und AirTag 2.
Die Botschaft ist eindeutig: Apple macht die Watch stärker zum persönlichen Assistenten. Aber genau diese Richtung verlangt modernere Hardware. Wer eine ältere Apple Watch nutzt, bekommt weiterhin ein funktionsfähiges Gerät – aber nicht mehr die volle Zukunft von Apple Intelligence.
iOS 27 macht Kalender, Erinnerungen und Standortfreigaben persönlicher
Auch beim iPhone geht Apple stärker in Richtung persönlicher Organisation. iOS 27 verbindet Kalender und Erinnerungen enger miteinander und bindet Apple Intelligence tiefer in beide Apps ein. Die Funktionen wirken nicht spektakulär wie ein komplett neues Design, verändern aber, wie Nutzer mit alltäglichen Aufgaben umgehen.
Kalender erkennt künftig besser, wenn Termine in natürlicher Sprache beschrieben werden. Personen, Datum, Uhrzeit und Orte können automatisch vorgeschlagen werden. Erinnerungen arbeitet ähnlich: Gibt ein Nutzer eine Aufgabe mit Zeit- oder Ortsbezug ein, versucht die App, daraus direkt eine strukturierte Erinnerung zu machen. In der Beta arbeitet das noch nicht immer perfekt, aber die Richtung ist klar. Apple will, dass Nutzer weniger in Formularen denken und mehr in natürlicher Sprache.
Siri AI ist dabei der entscheidende Hebel. Siri soll Kalenderereignisse bearbeiten, wiederkehrende Termine besser verstehen und Informationen aus anderen Apps wie Mail und Nachrichten in Kalender oder Erinnerungen übertragen können. Visual Intelligence erweitert diese Idee noch: Ein fotografierter Plan, etwa ein Trainings- oder Schulplan, soll mehrere Termine auf einmal in den Kalender übertragen können. Diese Apple-Intelligence-Funktionen verlangen allerdings ein iPhone 15 Pro oder neuer.
Auch „Wo ist?“ wird in iOS 27 persönlicher und flexibler. Eine neue Option „Hide Location“ erlaubt es, die Standortfreigabe gegenüber ausgewählten Personen bis zum Ende des Tages zu pausieren, ohne dass diese Personen eine Benachrichtigung erhalten. Apple nennt als Beispiel eine Überraschungsparty. Zusätzlich kann die Standortfreigabe künftig für einen individuell gewählten Zeitraum zwischen 15 Minuten und 30 Tagen festgelegt werden. Bisher gab es nur festere Optionen wie eine Stunde, bis Tagesende oder unbegrenzt.
Dazu kommt Querformat-Unterstützung für „Wo ist?“. Diese Änderung klingt klein, passt aber in ein größeres Muster. Apple macht immer mehr Systemfunktionen flexibler für größere Displays, Querformat-Nutzung und möglicherweise auch künftige faltbare Geräte.
Damit wächst der Komfort, aber auch die Sensibilität der Daten. Kalender, Erinnerungen, Standortfreigaben, Siri und Apple Intelligence greifen tiefer ineinander. Apple will den Alltag besser verstehen, muss aber zugleich glaubhaft machen, dass Nutzer die Kontrolle behalten. Genau hier liegt der Kern der neuen Apple-Strategie: mehr Kontext, mehr Automatisierung, aber auch mehr Verantwortung.
Das iPhone 18 Pro könnte Apples teuerstes KI-iPhone werden
Beim iPhone 18 Pro zeigt sich die wirtschaftliche Seite dieser Entwicklung. Das Wall Street Journalberichtet, dass stark steigende Speicherpreise Apple zu höheren Gerätepreisen zwingen könnten. Tim Cook sagte dem Wall Street Journal, Apple prüfe noch, welche Geräte konkret betroffen sein werden. Klar ist aber: Die Kosten für DRAM und NAND-Flash steigen massiv, weil der KI-Boom große Mengen Speicher für Rechenzentren bindet.
TechInsights liefert dazu konkrete Schätzungen. Der 12-GB-DRAM im iPhone 17 Pro soll Apple etwa 39 US-Dollar gekostet haben. Beim iPhone 18 Pro könnten daraus rund 145 US-Dollar werden. Der 256-GB-Flashspeicher könnte von ungefähr 13 US-Dollar auf 51 US-Dollar steigen. Damit könnten die Komponenten- und Fertigungskosten des iPhone 18 Pro deutlich über dem Niveau des iPhone 17 Pro liegen.
Aus dieser Rechnung ergibt sich die Möglichkeit, dass das iPhone 18 Pro bei bis zu 1.399 US-Dollar starten könnte. Das wäre ein deutlicher Sprung gegenüber bisherigen Pro-Modellen. Das iPhone 18 Pro Max dürfte wie gewohnt noch darüber liegen. Apple müsste also erklären, warum Nutzer diesen Aufpreis akzeptieren sollen.
Technisch deutet sich tatsächlich ein größerer Sprung an. Das iPhone 18 Pro soll weiterhin ein 6,3-Zoll-Display nutzen, das Pro Max ein 6,9-Zoll-Display. Laut Digital Chat Station könnte das iPhone 18 Pro Max einen größeren Akku mit etwa 5.100 bis 5.200 mAh erhalten. Das Gerät könnte etwas dicker werden und rund 243 Gramm wiegen.
Beim Display gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Wayne Ma von The Information berichtete, Apple arbeite langfristig daran, Face ID stärker unter das Display zu verlagern. Ross Young, Mark Gurman von Bloomberg, Instant und Ice Universe zeichnen dagegen ein vorsichtigeres Bild: Statt eines vollständigen Wegfalls der Dynamic Island ist eher eine kleinere Aussparung zu erwarten. Ice Universe spricht von einer möglichen Verkleinerung um rund 35 Prozent.
Der A20 Pro soll auf TSMCs 2-nm-Prozess basieren. Erwartet werden etwa 15 Prozent mehr Leistung oder rund 30 Prozent bessere Effizienz. Besonders wichtig ist die erwartete WMCM-Technologie von TSMC. Dabei kann Arbeitsspeicher näher an CPU, GPU und Neural Engine rücken. Für Apple Intelligence wäre das entscheidend, weil lokale KI-Funktionen stark von Speicherbandbreite, schneller Datenverarbeitung und Energieeffizienz abhängig sind.
Jeff Pu erwartet außerdem Apples C2-Modem mit besserer Effizienz, höheren Geschwindigkeiten und mmWave-5G in den USA. Ming-Chi Kuo hatte bereits früher eine variable Blende für die iPhone-18-Pro-Kamera erwartet. Zusätzlich ist von einem dreilagigen Samsung-Bildsensor die Rede, der Apples Abhängigkeit von Sony reduzieren könnte. The Information brachte außerdem 5G-Satelliteninternet ins Gespräch.
Das iPhone 18 Pro steht damit für eine neue Preislogik. Apple Intelligence ist kein reines Software-Feature. Sie verändert Chipdesign, Speicherbedarf, Kameraarchitektur, Modemtechnik und Energieverwaltung. Genau deshalb könnte das nächste Pro-iPhone nicht nur besser, sondern auch spürbar teurer werden.
OLED-iPad mini und iPhone Mirroring zeigen Apples neue Geräte-Logik
Auch das iPad mini könnte in eine neue Rolle wachsen. Für das kommende Modell mit den internen Codenamen J510 und J511 deutet versehentlich veröffentlichter Apple-Code auf den A19 Pro hin. Wahrscheinlich wäre die mittlere A19-Pro-Variante aus dem iPhone Air, nicht zwingend die stärkste Version aus den iPhone-17-Pro-Modellen. Der Chip basiert auf einem verbesserten 3-nm-Prozess und bringt eine 16-Core Neural Engine sowie GPU-Neuerungen für KI-Aufgaben.
Noch wichtiger ist der erwartete OLED-Wechsel. Mark Gurman von Bloomberg sieht das iPad mini als wahrscheinliches nächstes Apple-Gerät mit OLED-Display. Eine chinesische Lieferkettenquelle berichtete, Apple habe ein Samsung-OLED-Panel für das kommende iPad mini geprüft. Omdia erwartet OLED beim iPad mini 2027, während ET News und ZDNet Korea bereits 2026 nennen. Instant Digital spricht von einer Einführung frühestens in der zweiten Hälfte 2026. DSCC erwartet ein 8,5-Zoll-OLED-iPad-mini für 2026, während OLED-iPad-Air-Modelle später folgen sollen.
Bloomberg berichtete außerdem, Apple arbeite an einem wasserresistenteren Gehäuse. Dafür soll ein vibrationsbasiertes Lautsprechersystem entwickelt worden sein, das klassische Lautsprecheröffnungen reduziert oder ersetzt. Das würde das iPad mini robuster machen und stärker in Richtung Premiumgerät verschieben. Ein Apple-Patent aus dem Jahr 2014 zu einem mechanisch aktivierten akustischen Panel zeigt, dass Apple solche Ideen schon länger verfolgt.
Der Preis dürfte steigen. Das aktuelle iPad mini beginnt bei 499 US-Dollar mit 128 GB und Wi-Fi und reicht bis 799 US-Dollar für 512 GB. Gurman hatte bereits einen möglichen Aufpreis von bis zu 100 US-Dollar erwähnt. Durch die aktuellen Speicherpreisprobleme könnten künftige Modelle zusätzlich belastet werden.
Auch macOS 27 passt in diese Strategie. iPhone Mirroring wird flexibler und mächtiger. Die Funktion ist nicht mehr streng an das native iPhone-Seitenverhältnis gebunden, sondern unterstützt mehrere Formate. Je nach App kann der Mac eine angepasste iPhone-Oberfläche oder ein verfügbares iPad-Layout anzeigen. Das iPhone-Kontrollzentrum lässt sich direkt am Mac öffnen, per Command-4 oder über das Ansichtsmenü. Außerdem soll macOS 27 DRM-geschützte Videowiedergabe im gespiegelten iPhone-Fenster ermöglichen. Bisher führte geschütztes Streaming häufig zu einem schwarzen Bildschirm.
Apple baut damit nicht einfach einzelne Geräte aus. Das Unternehmen verschmilzt sie stärker. Das iPhone bleibt die Zentrale, der Mac wird zum erweiterten Bedienfenster, die Watch zum schnellen Assistenten und das iPad mini zum mobilen Premiumgerät. Die Hardware wird nicht nur leistungsfähiger, sondern stärker aufeinander abgestimmt.
App Store, Sicherheit und Chipfertigung machen Apples Zukunft politischer
Während Apple seine Geräte enger vernetzt, gerät das Geschäftsmodell unter Druck. In Brasilien erlaubt Apple Entwicklern künftig, iPhone-Apps über alternative App-Marktplätze zu vertreiben und Zahlungen über Drittanbieter abzuwickeln. Apple beschreibt die Änderungen als neue Optionen für Entwickler, verbindet sie aber gleichzeitig mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen gegen Datenschutz- und Sicherheitsrisiken. Die Anpassungen gelten ab iOS 26.5 und später und gehen auf Vorgaben der brasilianischen Wettbewerbsbehörde zurück.
Apple lässt damit alternative App-Marktplätze zu, verlangt aber weiterhin eine Autorisierung. Apps müssen notariell geprüft werden. App-Store-Apps dürfen externe Zahlungsoptionen und Links zu Webseiten enthalten. Für digitale Güter und Dienste sinkt die maximale Kommission im App Store in Brasilien auf bis zu 21 Prozent statt 30 Prozent. Viele Entwickler können je nach Programm auf 10 Prozent kommen. Wer Apples In-App-Kaufsystem nutzt, zahlt zusätzlich 5 Prozent. Für Käufe über verlinkte Webseiten verlangt Apple 15 Prozent, teils 10 Prozent. Für außerhalb des App Stores vertriebene iOS-Apps erhebt Apple eine Core Technology Commission von 5 Prozent auf digitale Güter und Dienste. Bis 6. Juli 2026 müssen Mitglieder des Apple Developer Program einer aktualisierten Lizenzvereinbarung zustimmen.
Apple öffnet sich also, aber kontrolliert. Das Unternehmen gibt den App Store nicht einfach frei, sondern ersetzt das alte Modell durch neue Prüfungen, Gebühren und Bedingungen. Gleichzeitig warnt Apple vor Datenschutz- und Sicherheitsrisiken, besonders für Kinder.
Die Sicherheitsfrage wird durch einen neuen Hardware-Exploit noch relevanter. Die Sicherheitsfirma Paradigm Shift veröffentlichte Details zu einer BootROM-Schwachstelle in Apples A12- und A13-Chips. Der Proof-of-Concept-Exploit trägt den Namen „usbliter8“. Betroffen sind Geräte vom iPhone XS bis zur iPhone-11-Serie. Die BootROM, auch SecureROM genannt, ist der erste Code, den ein iPhone beim Start ausführt. Weil sie direkt in den Chip eingebrannt ist, lässt sich eine Schwachstelle auf dieser Ebene nicht per Software-Update vollständig beheben.
Paradigm Shift beschreibt einen Fehler im USB-Controller. Durch eine bestimmte Abfolge ungewöhnlich kleiner USB-Pakete kann ein interner Hardware-Zeiger rückwärts durch den Speicher laufen und Daten an unerwartete Stellen schreiben. A11 ist nach Angaben der Forscher nicht betroffen, weil der USB-Treiber den Zeiger nach jedem Paket manuell zurücksetzt. A14 und neuere Chips sind ebenfalls besser geschützt, weil dort eine Speicher-Schutzfunktion korrekt konfiguriert ist. A12 und A13 sitzen damit in einer problematischen Zwischenposition.
Auch Apples Chipproduktion wird politischer. Donald Trump erklärte, Apple habe sich bereit erklärt, gemeinsam mit Intel an der Fertigung einiger Chips in den USA zu arbeiten. Apple und Intel bestätigten dies bislang nicht offiziell. Das Wall Street Journal hatte zuvor von einer vorläufigen Vereinbarung berichtet, nach der Intel Prozessoren für Apple-Geräte herstellen könnte. Intel würde dabei ähnlich wie TSMC Chips nach Apples Designs fertigen. Frühere Hinweise deuteten darauf hin, dass Intel eher einfachere Apple-Chips übernehmen könnte, etwa niedrigere M-Serien-Chips für ausgewählte iPads und Macs.
Apple ist heute stark von TSMC abhängig. Tim Cook sagte auf Apples jüngster Telefonkonferenz, die iPhone-17-Versorgung sei im Quartal eingeschränkt gewesen, weil Apple nicht genug A19- und A19-Pro-Chips von TSMC sichern konnte. Der KI-Boom verschärft diese Lage, weil Serverchips zunehmend Fertigungskapazitäten binden. Eine breitere Lieferkette wäre für Apple deshalb nicht nur politisch attraktiv, sondern auch strategisch wichtig.
Snap zeigt, dass der Kampf um die nächste Plattform begonnen hat
Der Blick auf Snap zeigt, dass Apples Umbau nicht isoliert stattfindet. Snap hat mit Specs eine neue AR-Brille vorgestellt, die für 2.195 US-Dollar angeboten wird. Eine rückerstattbare Anzahlung von 200 US-Dollar ist vorgesehen. Der Start ist für Herbst in den USA, Großbritannien und Frankreich geplant.
Snap-CEO Evan Spiegel präsentierte die Brille auf der AWE USA 2026. Specs wiegen je nach Größe 132 oder 136 Gramm und bestehen aus Swiss TR90 Polymer. Die Brille besitzt zwei Vollfarbkameras, zwei Infrarot-Computer-Vision-Kameras, sechsachsige Bewegungssensoren und zwei Snapdragon-Chips. Einer kümmert sich um die Linsen, der andere um Computer Vision. Das Sichtfeld beträgt 51 Grad, etwa 30 Prozent mehr als bei der fünften Spectacles-Generation. Dazu kommen 16 Millionen Farben, 2.000 Nits Helligkeit, automatische Tönung, Hand- und Blicktracking, 3D-Webseiten, WebXR-Unterstützung, Sprachsteuerung, Streaming von Mac und PC sowie mehrere Partner-Apps.
Snap beschreibt Specs als Schritt hin zu Computern, die ihre Umgebung über Sehen, Hören, Bewegung und Kontext verstehen. Damit greift Snap genau jene Idee auf, die auch Apple verfolgt: Geräte sollen Situationen verstehen, nicht nur Befehle ausführen.
Der Unterschied liegt im Ansatz. Snap setzt auf eine eigenständige AR-Brille. Apple scheint dagegen zunächst sein bestehendes Ökosystem intelligenter zu machen. iPhone, Watch, Mac und iPad werden enger verbunden, persönlicher und stärker durch Siri AI und Apple Intelligence geprägt. Eine Apple-Brille mit KI-Funktionen ohne Display wird zwar erwartet, eine echte AR-Brille dürfte aber noch länger dauern.
Damit wird die nächste Plattformfrage immer konkreter. Wird die Zukunft über eine Brille laufen, über das Smartphone, über die Uhr oder über ein eng vernetztes System aus mehreren Geräten? Apple setzt derzeit klar auf Letzteres. Das Unternehmen macht seine vorhandenen Produkte mächtiger, persönlicher und stärker miteinander verbunden.
Für Nutzer beginnt damit eine neue Apple-Phase. Sie bringt mehr Komfort, mehr KI und mehr Integration. Aber sie macht das Ökosystem auch anspruchsvoller, teurer und exklusiver. Wer alle neuen Funktionen nutzen will, braucht zunehmend aktuelle Hardware. Wer bei älteren Geräten bleibt, bekommt weiterhin ein stabiles System, aber nicht mehr die volle Zukunft.
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