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Apple News: Apple steht vor seinem riskantesten Neustart seit Jahren

Apple News: Apple steht vor seinem riskantesten Neustart seit Jahren

Es gibt Wochen, in denen sich die Meldungen rund um Apple vergleichsweise leicht voneinander trennen lassen, weil ein neues Gerücht zum kommenden iPhone, eine Änderung an einem bestehenden Dienst oder ein Hinweis aus der Lieferkette zwar jeweils interessant sein können, gemeinsam aber kaum mehr ergeben als eine Sammlung einzelner Nachrichten. In der KW 32 ist das anders, denn je genauer man die Entwicklungen der vergangenen Tage miteinander verbindet, desto deutlicher entsteht das Bild eines Konzerns, der nicht einfach nur die nächste Generation seiner bekannten Produkte vorbereitet, sondern offenbar an mehreren Stellen gleichzeitig damit begonnen hat, die Grundlagen seines Ökosystems für die kommenden Jahre neu zu ordnen.

Im Mittelpunkt steht zwar weiterhin das iPhone, doch selbst dort zeichnet sich ein Bruch mit Gewohnheiten ab, die über viele Jahre hinweg beinahe unverändert geblieben sind. Apple könnte seinen bisher sehr berechenbaren Veröffentlichungsrhythmus aufteilen, die besonders hochwertigen Modelle stärker in den Herbst rücken und günstigere Varianten zu einem späteren Zeitpunkt folgen lassen, während mit dem ersten faltbaren iPhone gleichzeitig eine völlig neue Geräteklasse innerhalb der Produktfamilie entstehen könnte. Parallel dazu arbeitet der Konzern offenbar an kameragestützten AirPods und Smart Glasses, die künstlicher Intelligenz einen wesentlich direkteren Zugang zur Umgebung des Nutzers ermöglichen sollen und damit zeigen, dass Apple längst über die klassische Idee eines Smartphones hinausdenkt.

Hinzu kommt eine Entwicklung, die Apple nur begrenzt selbst kontrollieren kann, denn der weltweite Boom rund um künstliche Intelligenz verändert die Halbleiterindustrie so stark, dass ausgerechnet Speicherkomponenten für das kommende iPhone 18 Pro zu einem ernstzunehmenden Thema werden könnten. Gleichzeitig wächst der Druck durch Unternehmen wie OpenAI, die künstliche Intelligenz nicht mehr nur als Software begreifen, sondern zunehmend eigene Hardware entwickeln wollen, bei der Sprache, Kameras, Sensoren und Kontext eine wichtigere Rolle spielen als ein klassischer Bildschirm voller Apps.

Für Apple ist diese Ausgangslage ungewöhnlich anspruchsvoll, weil der Konzern einerseits über ein Ökosystem verfügt, um das ihn viele Wettbewerber beneiden dürften, andererseits aber genau dieser Erfolg Veränderungen komplizierter macht. Ein Unternehmen, das mit iPhone, Mac, iPad, Apple Watch, AirPods und zahlreichen Diensten bereits sehr viele Bereiche des digitalen Alltags abdeckt, kann neue Plattformen nicht einfach danebenstellen, ohne gleichzeitig erklären zu müssen, warum sie gebraucht werden, wie sie sich in die bestehende Produktwelt einfügen und weshalb Kunden dafür erneut Geld ausgeben sollen. Die Apple News der KW 32 zeigen deshalb vor allem, dass bei Apple eine Phase beginnt, in der nicht mehr allein entscheidend sein wird, wie gut das nächste iPhone ausfällt, sondern welche Rolle dieses iPhone innerhalb eines zunehmend größeren und stärker von künstlicher Intelligenz geprägten Systems künftig überhaupt noch spielen soll.

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Apple beginnt, seinen wichtigsten Erfolgsrhythmus aufzubrechen

Kaum ein Termin im Technologiekalender ist seit Jahren so zuverlässig vorhersehbar wie Apples September-Veranstaltung, denn auch wenn sich konkrete Ausstattungsdetails, Preise oder einzelne Produktnamen bis kurz vor der Präsentation verändern können, war die grundsätzliche Rollenverteilung beinahe immer dieselbe. Apple stellt die neue iPhone-Generation vor, die Pro-Modelle erhalten die technisch interessantesten Neuerungen, parallel erscheinen neue Varianten der Apple Watch und innerhalb weniger Wochen ist der bedeutendste Hardwarezyklus des Jahres weitgehend abgeschlossen.

Diese Struktur hat für Apple hervorragend funktioniert, weil sie Marketing, Produktion, Medienaufmerksamkeit und Kaufinteresse auf einen klar definierten Zeitraum konzentriert, gleichzeitig aber auch dazu geführt hat, dass sich die jährlichen iPhone-Generationen zunehmend ähneln und selbst größere technische Verbesserungen häufig eher wie eine Fortsetzung des Bekannten als wie der Beginn eines neuen Kapitels wirken. Genau deshalb wäre eine Aufteilung des bisherigen Veröffentlichungsrhythmus weit mehr als eine organisatorische Änderung, denn sie würde Apple ermöglichen, einzelnen Gerätekategorien deutlich mehr Aufmerksamkeit zu geben und die verschiedenen Preisbereiche seiner wichtigsten Produktfamilie stärker voneinander zu trennen.

Nach den derzeitigen Hinweisen sollen im Herbst zunächst das iPhone 18 Pro, das größere Pro Max und Apples erstes faltbares Smartphone in den Mittelpunkt rücken, während das reguläre iPhone 18 und weitere günstigere Varianten erst später folgen könnten. Sollte Apple diesen Plan tatsächlich umsetzen, würde der Konzern seine wichtigste Produktfamilie erstmals klarer über das Jahr verteilen, die technologisch anspruchsvolleren und entsprechend teureren Modelle stärker von den Geräten für den Massenmarkt trennen und gleichzeitig verhindern, dass ein günstigeres neues iPhone unmittelbar neben einem deutlich teureren Pro-Modell um dieselbe Aufmerksamkeit konkurriert.

Weiterlesen: Apple Daily: iPhone 18 Pro startet im September – Apple plant schon das iPhone 2028

Für Apple könnte daraus ein zusätzlicher Vorteil entstehen, weil sich der Herbst noch stärker als Premiumphase inszenieren ließe, während das Frühjahr eine zweite iPhone-Saison erhalten würde, in der wiederum die günstigeren Geräte deutlich mehr Raum bekommen könnten, als sie ihn bisher im Schatten einer großen September-Präsentation hatten. Gleichzeitig würde diese Aufteilung zu einer Strategie passen, die Apple seit Jahren verfolgt und bei der besonders aufwendige Technologien zunächst in höherpreisigen Geräten eingeführt werden, bevor sie später in größere Teile des Portfolios wandern.

Das erwartete iPhone Fold könnte diesen Ansatz besonders deutlich machen, denn ein faltbares Smartphone mit komplexem Display, neuem Scharnier, angepasster Software und wahrscheinlich besonders hochwertigen Materialien dürfte kaum als günstige Erweiterung der Produktfamilie starten. Viel wahrscheinlicher ist, dass Apple das Gerät als neues Spitzenmodell positioniert, das nicht nur technisch Aufmerksamkeit erzeugen, sondern auch zeigen soll, dass der Konzern innerhalb eines inzwischen sehr reifen Smartphone-Marktes noch immer in der Lage ist, eine deutlich andere Form von Hardware glaubwürdig in das eigene Ökosystem zu integrieren.

Das iPhone Fold muss mehr leisten als nur auffallen

Apple kommt vergleichsweise spät in den Markt für faltbare Smartphones, doch genau dieser verspätete Einstieg könnte sich am Ende als Vorteil erweisen, weil Hersteller wie Samsung, Honor, Motorola und andere Unternehmen über mehrere Produktgenerationen hinweg bereits einen großen Teil der technischen Grundlagen geschaffen haben. Scharniere wurden robuster, Gehäuse dünner und flexible Displays alltagstauglicher, während gleichzeitig ziemlich deutlich geworden ist, wo die eigentlichen Schwierigkeiten dieser Geräteklasse liegen und weshalb ein faltbarer Bildschirm allein noch keinen überzeugenden Grund liefert, deutlich mehr Geld für ein Smartphone auszugeben.

Für Apple reicht es deshalb nicht aus, ein klassisches iPhone mit einem Scharnier und einem größeren Display auszustatten, denn wenn das erste iPhone Fold tatsächlich zu einem der wichtigsten Premiumprodukte des Konzerns werden soll, muss die gesamte Nutzung rund um diesen Formfaktor neu gedacht werden. Das geöffnete Display sollte nicht einfach nur bekannte Apps größer darstellen, sondern mehr Informationen gleichzeitig zugänglich machen, Multitasking sinnvoller ermöglichen und einen Wechsel zwischen geschlossenem und geöffnetem Zustand bieten, der so selbstverständlich funktioniert, dass Nutzer nicht ständig darüber nachdenken müssen, in welchem Modus sich ihr Gerät gerade befindet.

Gerade hier könnte Apple einen entscheidenden Vorteil besitzen, denn Hardware, Betriebssystem, Entwicklerwerkzeuge und viele zentrale Anwendungen stammen aus demselben Unternehmen, wodurch sich eine neue Geräteform theoretisch wesentlich tiefer in das bestehende Ökosystem integrieren lässt, als es bei Herstellern möglich ist, die stärker von externen Softwareplattformen abhängig sind. Wenn Apple diesen Vorteil konsequent nutzt, könnte das iPhone Fold weniger wie ein exotisches Zusatzmodell und stärker wie eine echte Erweiterung dessen wirken, was Nutzer bisher unter einem iPhone verstehen.

Dass das erwartete iPhone Fold bereits vor einer offiziellen Vorstellung Auswirkungen auf die Prognosen für den gesamten Foldable-Markt hat, zeigt gleichzeitig, welche Wirkung Apple trotz des späten Einstiegs weiterhin auf bestehende Gerätekategorien ausüben kann. Allein die Erwartung eines Apple-Produkts reicht aus, um die Aufmerksamkeit von Zulieferern, Entwicklern und Kunden neu zu verteilen, doch genau daraus entsteht auch ein hoher Erwartungsdruck, weil ein Unternehmen, das viele Jahre später als seine Wettbewerber in eine Kategorie einsteigt, bekannte Schwächen nicht mehr mit dem Hinweis auf eine junge Technologie erklären kann.

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Gleichzeitig werden die Vorbereitungen auf Apples September-Veranstaltung konkreter, wobei neben den erwarteten Pro-Modellen und neuen Apple-Watch-Varianten gerade ein faltbares iPhone zu jenen Produkten gehören dürfte, bei denen die unmittelbare Erfahrung eine besonders große Rolle spielt. Während sich Prozessorleistung, Kameraqualität oder Akkulaufzeit später vergleichsweise einfach messen und vergleichen lassen, können Gehäusedicke, Gewicht, das Gefühl des Scharniers und der Übergang zwischen geschlossenem und geöffnetem Zustand nur begrenzt in einer vorproduzierten Präsentation vermittelt werden.

Sollte Apple das Foldable tatsächlich gemeinsam mit den Pro-Modellen in den Mittelpunkt stellen, wäre der kommende September deshalb nicht bloß eine weitere iPhone-Präsentation, sondern könnte erstmals seit längerer Zeit wieder zeigen, wie Apple eine Geräteklasse interpretiert, die sich grundlegend anders bedienen lässt als das klassische Smartphone. Gleichzeitig würde ein solcher Start deutlich machen, dass Apple bereit ist, seine Premiumstrategie neu zu ordnen und dem bisherigen iPhone eine zweite Form zur Seite zu stellen, die nicht einfach nur durch eine andere Displaygröße oder eine bessere Kamera definiert wird.

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Der größere Wandel beginnt möglicherweise ganz ohne neues Display

So viel Aufmerksamkeit ein faltbares iPhone erhalten würde, die langfristig interessanteren Entwicklungen könnten sich ausgerechnet bei Geräten abspielen, die zunächst wesentlich unscheinbarer wirken, denn Apple arbeitet offenbar an kameragestützten AirPods und Smart Glasses, die nicht einfach nur weitere Zubehörprodukte darstellen sollen, sondern künstlicher Intelligenz einen deutlich direkteren Zugang zu jener Umgebung ermöglichen könnten, in der sich der Nutzer gerade befindet.

Eine erste Variante entsprechender AirPods wird weiterhin als mögliches Produkt für 2026 gehandelt, während Smart Glasses für einen späteren Zeitpunkt vorbereitet werden und langfristig zusätzliche Gesundheits- und Fitnessfunktionen erhalten könnten. Dadurch würde Apple mehrere bisher voneinander getrennte Bereiche des eigenen Ökosystems enger miteinander verbinden und gleichzeitig eine neue Form der Interaktion vorbereiten, bei der nicht mehr zwangsläufig das Display eines iPhones im Mittelpunkt steht.

Weiterlesen: Apple Daily: Apples KI-Wearables starten mit Kamera-AirPods und Gesundheitsbrille

AirPods und eine Brille wirken zunächst wie zwei sehr unterschiedliche Geräte, strategisch verfolgen sie jedoch eine ähnliche Idee, weil beide kontinuierlich am Körper getragen werden können und dadurch Informationen erfassen beziehungsweise ausgeben könnten, ohne dass dafür jedes Mal bewusst das iPhone aus der Tasche genommen werden muss. AirPods verfügen schon heute über Mikrofone, Sensoren und eine direkte Audioausgabe, während eine Brille nahezu automatisch in dieselbe Richtung blickt wie ihr Träger und dadurch visuellen Kontext erfassen könnte, der einem Assistenten bisher nur dann zur Verfügung steht, wenn der Nutzer aktiv eine Kamera öffnet und auf ein bestimmtes Objekt richtet.

Werden solche Geräte um zusätzliche Sensorik erweitert, verändert sich die Interaktion mit Siri oder Apple Intelligence grundlegend, weil der Nutzer viele Zusammenhänge nicht mehr ausführlich beschreiben müsste, sondern beispielsweise einfach fragen könnte, welches Gebäude er gerade betrachtet, was auf einem Schild steht oder wie ein bestimmtes Gerät funktioniert, während die notwendige visuelle Information bereits im Hintergrund zur Verfügung steht. Der entscheidende Fortschritt läge damit nicht nur darin, dass eine Kamera an einer neuen Stelle sitzt, sondern darin, dass Apple versucht, den Kontext einer Situation automatisch in die Interaktion mit künstlicher Intelligenz einzubeziehen.

Das iPhone würde in einem solchen Szenario keineswegs verschwinden, doch seine Rolle könnte sich langsam verändern, weil das Smartphone zunehmend als leistungsfähiges Rechenzentrum, Kommunikationsknoten und zentrale Kontrollinstanz im Hintergrund arbeitet, während einzelne Interaktionen über andere Geräte stattfinden. Die Apple Watch kennt bereits Gesundheits- und Bewegungsdaten, AirPods können Informationen unmittelbar ins Ohr liefern, Smart Glasses könnten visuellen Kontext erfassen und ein faltbares iPhone würde immer dann zusätzliche Bildschirmfläche bieten, wenn eine klassische grafische Oberfläche weiterhin die sinnvollste Lösung darstellt.

Der entscheidende Vorteil eines solchen Systems bestünde nicht darin, dass eines dieser Produkte plötzlich sämtliche anderen ersetzt, sondern dass jedes Gerät eine bestimmte Aufgabe übernimmt und der Nutzer im Idealfall kaum noch darüber nachdenken muss, welches Apple-Produkt gerade im Hintergrund beteiligt ist. Genau diese Idee passt besonders gut zu Apples bisheriger Stärke, denn das Unternehmen verkauft längst nicht mehr nur einzelne Geräte, sondern versucht seit Jahren, Wechsel zwischen iPhone, Mac, Watch, AirPods und anderen Produkten möglichst unsichtbar zu machen.

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Je stärker Apple auf KI setzt, desto wichtiger wird Siri für die gesamte Hardware

An diesem Punkt wird sichtbar, warum Apples derzeitiger Umbau deutlich riskanter ist als eine gewöhnliche Erweiterung des Produktportfolios, denn eine hervorragend konstruierte Brille oder technisch beeindruckende AirPods besitzen nur dann einen echten Mehrwert, wenn die künstliche Intelligenz dahinter zuverlässig versteht, welche Informationen relevant sind, welchen Zusammenhang eine Frage besitzt und welche Aktion aus einer bestimmten Situation folgen soll.

Apple kann viele technische Probleme traditionell dadurch lösen, dass Hardware, Betriebssystem und eigene Prozessoren besonders eng aufeinander abgestimmt werden, doch künstliche Intelligenz verlangt mehr als schnelle Chips und effiziente Software, weil der wahrgenommene Nutzen vor allem davon abhängt, wie gut ein System Sprache, Bilder, Kontext und persönliche Informationen miteinander verbinden kann. Damit bekommt Siri innerhalb des Apple-Ökosystems eine Bedeutung, die weit über die bisherige Rolle eines Sprachassistenten hinausgehen könnte, denn je stärker neue Geräte auf Sprache, Kameras und Umgebungskontext setzen, desto weniger lässt sich eine schwache oder unzuverlässige Assistenzfunktion durch eine klassische Benutzeroberfläche ausgleichen.

Auf einem iPhone kann ein Nutzer jederzeit selbst eine App öffnen, eine Suche starten oder durch Einstellungen navigieren, während eine Brille oder ein weitgehend sprachgesteuertes Gerät wesentlich stärker darauf angewiesen wäre, dass die Software eine Anfrage bereits beim ersten Versuch versteht und eine brauchbare Antwort liefert, ohne dass der Nutzer anschließend doch wieder sein Smartphone hervorholen muss. Genau deshalb ist Apples KI-Entwicklung für die kommenden Hardwaregenerationen möglicherweise wichtiger als einzelne Fortschritte bei Prozessorleistung oder Displaytechnik, denn neue Sensoren und neue Geräteklassen schaffen erst dann einen überzeugenden Mehrwert, wenn die Software tatsächlich versteht, was sie mit den zusätzlichen Informationen anfangen soll.

Parallel dazu verändert der weltweite KI-Boom genau jene Industrie, aus der Apple die dafür benötigten Komponenten beziehen muss, denn der massive Ausbau von Rechenzentren sorgt für eine stark steigende Nachfrage nach Speicher und anderen Halbleiterprodukten, wodurch Fertigungskapazitäten und Investitionen zunehmend in Bereiche fließen, die für Hersteller besonders attraktiv geworden sind. Das iPhone 18 Pro könnte deshalb ausgerechnet beim mobilen Arbeitsspeicher mit einer angespannten Versorgung konfrontiert werden, obwohl Apple aufgrund seiner enormen Stückzahlen traditionell zu den einflussreichsten Kunden der gesamten Lieferkette gehört.

Weiterlesen: Apple Daily: iPhone 18 Pro droht der Speicherengpass – OpenAI baut ChatGPT-Lautsprecher

Für Apple entsteht daraus eine bemerkenswerte Situation, denn der Konzern benötigt leistungsfähigere Chips, mehr Arbeitsspeicher und eine immer engere Verbindung zwischen Hard- und Software, um seine Geräte für lokale KI-Funktionen vorzubereiten, während genau derselbe globale KI-Boom dafür sorgt, dass einige der dafür benötigten Komponenten begehrter und möglicherweise teurer werden. Selbst ein Unternehmen von Apples Größe kann sich dieser Entwicklung nicht vollständig entziehen, zumal der Wettbewerb um künstliche Intelligenz längst nicht mehr ausschließlich auf Software beschränkt bleibt.

OpenAI arbeitet ebenfalls an eigener Consumer-Hardware und verfolgt damit einen Ansatz, bei dem Sprache, Kameras, Sensoren und räumlicher Kontext stärker miteinander verbunden werden sollen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte der nächste große Plattformkampf deshalb völlig anders aussehen als der bisherige Wettbewerb zwischen iPhone und Android, weil es möglicherweise nicht mehr allein darum geht, welcher Hersteller das bessere Smartphone oder Betriebssystem anbietet, sondern welcher Anbieter den überzeugendsten persönlichen Assistenten entwickelt, der über mehrere Geräte hinweg verfügbar ist und den Nutzer möglichst selbstverständlich durch seinen Alltag begleitet.

Mehr Kontext bedeutet zwangsläufig auch mehr Verantwortung

Je stärker Apple versucht, seinen Geräten Augen und Ohren zu geben, desto wichtiger wird gleichzeitig ein Thema, das für die Marke seit Jahren eine besondere Bedeutung besitzt, denn Datenschutz lässt sich bei einem klassischen Smartphone vergleichsweise einfach erklären, weil viele Vorgänge bewusst ausgelöst werden. Eine Kamera wird geöffnet, eine App erhält eine Berechtigung, ein Mikrofon wird aktiviert oder ein Standortzugriff freigegeben, während bei dauerhaft getragenen Geräten mit Kameras, Mikrofonen und Sensoren diese Grenzen wesentlich stärker verschwimmen.

Die in dieser Woche bekannt gewordenen Probleme rund um iCloud Private Relay zeigen bereits bei einem bestehenden Dienst, wie schwierig es sein kann, ein Datenschutzversprechen über zahlreiche technische Ebenen hinweg vollständig durchzusetzen. Bestimmte WebKit-Funktionen können unter bestimmten Voraussetzungen Netzwerkverbindungen außerhalb des vorgesehenen Relay-Pfads aufbauen, wodurch Informationen über die reale Verbindung sichtbar werden können, obwohl der Nutzer davon ausgeht, mit aktivem Private Relay geschützt zu sein.

Weiterlesen: Apple Daily: iPhone Fold beflügelt den Faltmarkt – Private Relay leckt IP-Adressen

Für künftige KI-Wearables wird diese Herausforderung noch größer, denn dort geht es nicht mehr ausschließlich um die Daten des Besitzers. Eine Smart Glasses oder mit Kameras ausgestattete AirPods können zwangsläufig auch Informationen über Räume, Gegenstände und andere Menschen erfassen, die selbst nie einer Verarbeitung ihrer Daten zugestimmt haben, weshalb Apple technische Grenzen schaffen muss, die nicht nur sicher sind, sondern sich auch außerhalb des eigenen Geräts nachvollziehen lassen.

Das könnte am Ende sogar über die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Produkte entscheiden, denn Nutzer müssen wissen, welche Daten lokal verarbeitet werden, wann Informationen ein Gerät verlassen und wie lange sie gespeichert bleiben, während Menschen in der Umgebung erkennen können müssen, ob eine Kamera gerade aktiv ist. Für Apple wäre es deshalb gefährlich, dieses Thema lediglich als weiteres Feature auf einer Präsentationsfolie zu behandeln, denn bei dauerhaft getragenen KI-Geräten wird Datenschutz zu einem Bestandteil des eigentlichen Produktdesigns und damit zu einer Frage, die über Erfolg oder Ablehnung einer ganzen Geräteklasse entscheiden kann.

Unsere Einschätzung: Apple muss aus vielen Geräten wieder eine große Idee machen

Die Apple-Meldungen der KW 32 wirken einzeln betrachtet wie eine ungewöhnlich breite Mischung aus iPhone-Gerüchten, neuen Geräteklassen, Lieferkettenproblemen und Datenschutzfragen, doch gemeinsam zeigen sie einen Konzern, der sich auf eine Veränderung vorbereitet, die weit über den nächsten Modellwechsel hinausgeht. Apple versucht nicht, das iPhone abzuschaffen, und es gibt derzeit wenig Grund anzunehmen, dass das Smartphone in absehbarer Zeit seine wirtschaftliche Bedeutung für das Unternehmen verliert, doch rund um dieses Zentrum entstehen immer mehr Geräte, die einzelne Aufgaben übernehmen können, für die heute noch fast automatisch das iPhone genutzt wird.

Das iPhone Fold erweitert den klassischen Smartphonebildschirm genau dann, wenn mehr Fläche benötigt wird, AirPods könnten Informationen und Antworten liefern, ohne dass ein Display betrachtet werden muss, eine Smart Glasses könnte den visuellen Kontext erfassen, eine Apple Watch kennt bereits zahlreiche körperbezogene Daten und das iPhone würde weiterhin die leistungsfähige Plattform im Hintergrund bilden. Werden all diese Geräte durch eine ausreichend intelligente Software miteinander verbunden, entsteht ein Ökosystem, bei dem nicht mehr jedes Produkt möglichst viele Aufgaben selbst übernehmen muss, sondern bei dem unterschiedliche Geräte genau jene Informationen und Fähigkeiten bereitstellen, die in einer bestimmten Situation sinnvoll sind.

Gerade darin liegt eine der größten Chancen für Apple, denn andere Unternehmen können hervorragende KI-Modelle entwickeln, andere Smartphonehersteller besitzen leistungsfähige Geräte und Anbieter wie Meta haben bereits gezeigt, wie groß das Interesse an neuen tragbaren Formfaktoren sein kann. Apple verfügt dagegen über eine ungewöhnlich breite Kombination aus bereits etablierten Geräten, eigenen Betriebssystemen, eigenen Chips, Diensten und einer riesigen installierten Nutzerbasis, sodass der Konzern nicht zwingend eine einzige völlig neue Produktkategorie benötigt, die das iPhone eines Tages ersetzt.

Apple muss vielmehr dafür sorgen, dass seine vorhandenen und kommenden Geräte gemeinsam besser funktionieren als jedes einzelne für sich, und genau das macht die aktuelle Phase gleichzeitig so riskant, denn diese Strategie funktioniert nur, wenn künstliche Intelligenz zu einer Stärke des Ökosystems wird und nicht zu dessen Schwachstelle. Die beste Hardware hilft wenig, wenn Siri Zusammenhänge nicht zuverlässig versteht, zusätzliche Kameras schaffen keinen überzeugenden Nutzen, wenn Nutzer den Datenschutzmechanismen nicht vertrauen, und selbst ein technisch hervorragendes Foldable bleibt am Ende nur ein besonders teures iPhone, wenn Apple aus seinem größeren Display keine neue Art der Nutzung entwickelt.

Hardware, Software und Dienste waren lange die drei Säulen des Apple-Ökosystems, doch künftig muss künstliche Intelligenz als vierte Säule hinzukommen, und gerade diese dürfte stärker als viele andere technische Neuerungen darüber entscheiden, ob kommende Produkte lediglich interessant wirken oder tatsächlich dauerhaft Teil des Alltags werden. Apple besitzt alle Voraussetzungen, um diese Verbindung zu schaffen, doch der Konzern muss nun beweisen, dass seine traditionelle Stärke bei der Integration von Geräten auch in einer Zeit funktioniert, in der die Qualität der Software nicht mehr nur daran gemessen wird, wie flüssig eine Oberfläche läuft, sondern daran, wie gut ein System seine Nutzer und deren Umgebung versteht.

Die entscheidende Frage beginnt erst nach dem September-Event

In den kommenden Wochen dürfte sich die Aufmerksamkeit zunächst wieder auf sehr konkrete Dinge verlagern, denn sobald Apple offiziell zur September-Veranstaltung einlädt, werden Termin, Produktpalette, Preise und Verfügbarkeit stärker in den Mittelpunkt rücken. Besonders das erste faltbare iPhone dürfte dafür sorgen, dass der kommende Hardware-Herbst deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt als ein gewöhnlicher Modellwechsel, während mögliche Speicherengpässe beim iPhone 18 Pro gleichzeitig zeigen könnten, wie stark selbst Apple inzwischen von den Veränderungen innerhalb der globalen KI- und Halbleiterindustrie betroffen ist.

Langfristig ist allerdings eine andere Frage wesentlich interessanter, denn Apple muss aus den vielen einzelnen Entwicklungen eine gemeinsame Plattform formen, bei der Nutzer nicht das Gefühl bekommen, immer mehr Geräte zu benötigen, sondern bei der jedes zusätzliche Produkt einen klaren Teil des bestehenden Systems übernimmt. Wenn diese Idee funktioniert, könnte die nächste große Veränderung des Apple-Ökosystems wesentlich unspektakulärer beginnen, als es 2007 beim ersten iPhone der Fall war, weil es möglicherweise nicht den einen Moment geben wird, an dem ein neues Produkt plötzlich alles ersetzt, sondern vielmehr einen schrittweisen Übergang, bei dem das Smartphone einen Teil seiner bisherigen Aufgaben an andere Geräte abgibt.

Das iPhone würde in diesem Szenario weiterhin eine zentrale Rolle spielen, aber eben nicht mehr jede Aufgabe allein übernehmen, während AirPods, Apple Watch, Smart Glasses und möglicherweise weitere Geräte stärker zu einzelnen Schnittstellen eines gemeinsamen Systems werden. Genau deshalb war die KW 32 für Apple bemerkenswert, denn der neue iPhone-Zyklus, das Foldable, kameragestützte AirPods, Smart Glasses, der wachsende KI-Druck und selbst die neuen Probleme innerhalb der Lieferkette zeigen in dieselbe Richtung und machen deutlich, dass sich Apple nicht nur auf die nächste Generation seiner Hardware vorbereitet.

Der Konzern versucht vielmehr herauszufinden, wie ein Apple-Ökosystem aussehen muss, wenn das Display eines iPhones irgendwann nicht mehr der Ausgangspunkt jeder digitalen Interaktion ist und wenn die eigentliche Stärke der Plattform nicht mehr allein darin besteht, welche einzelnen Geräte ein Nutzer besitzt, sondern darin, wie selbstverständlich diese Geräte miteinander arbeiten.


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