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Bolt und Lucid planen mindestens 25.000 autonome Fahrzeuge für Europa




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4 Min. Lesezeit

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Autonome Fahrdienste sollen in Europa deutlich größer werden: Bolt und Lucid haben am 17. September eine Partnerschaft angekündigt, mit der mindestens 25.000 vollautonome Fahrzeuge in mehreren europäischen Städten und Ländern eingesetzt werden sollen. Die Fahrzeuge sollen auf Lucids kommender Midsize-Plattform basieren und Nvidias Hyperion-Architektur nutzen. Welche Städte zuerst an der Reihe sind, wann der Betrieb beginnt und ob Deutschland dazugehört, ist allerdings noch offen.

Die Zahl von 25.000 Fahrzeugen klingt zunächst nach einer bereits fest vereinbarten Großbestellung. So weit ist das Projekt noch nicht. Nach Angaben der Unternehmen handelt es sich um das Ziel einer gemeinsamen Entwicklung und eines späteren Flottenaufbaus. TechCrunch berichtet ergänzend, dass bislang kein Geld geflossen sei und Bolt noch keine Fahrzeugbestellung bei Lucid aufgegeben habe. Auch einen öffentlichen Zeitplan für den Einsatz gibt es derzeit nicht.

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Bolt und Lucid: 25.000 autonome Fahrzeuge sind noch keine Bestellung

Lucid und Bolt wollen nicht einfach ein vorhandenes Elektroauto mit zusätzlicher Software ausstatten. Geplant ist eine Fahrzeugplattform, die von Beginn an für ein automatisiertes Fahrsystem vorbereitet wird. Grundlage soll Lucids kommende Midsize-Architektur sein. Bolt bringt nach eigenen Angaben seine Erfahrungen aus dem Mobilitätsbetrieb, Daten aus europäischen Märkten und Anforderungen an den späteren Fahrgastbetrieb ein.

Bolt soll die Flotte später selbst besitzen und betreiben. Die eigene Sparte für autonomes Fahren soll unter anderem Anforderungen an Fahrzeug, Software, Sicherheit und Fahrgasterlebnis mitbestimmen. Hinzu kommen Flotteninfrastruktur, Betriebssysteme und Partnerschaften mit Städten. Für Bolt sind die 25.000 Fahrzeuge dabei nur ein Zwischenziel: Bis 2035 möchte das Unternehmen insgesamt 100.000 autonome Fahrzeuge auf seiner Plattform haben.

Gerade dieser langfristige Charakter ist wichtig. Aus der jetzigen Ankündigung lässt sich noch nicht ableiten, wann Fahrgäste tatsächlich ein fahrerloses Lucid-Fahrzeug über die Bolt-App buchen können.

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Nvidia Hyperion liefert die technische Grundlage

Als Hardware- und Sensorplattform ist Nvidia Hyperion vorgesehen. Die Fahrzeuge sollen für eine Automatisierung nach SAE Level 4 ausgelegt werden. Bei dieser Stufe übernimmt das automatisierte Fahrsystem innerhalb seiner festgelegten Einsatzbedingungen die vollständige Fahraufgabe, ohne dass ein Mensch ständig zum Eingreifen bereitstehen muss. Level 4 bedeutet aber nicht, dass ein Fahrzeug automatisch auf jeder Straße, bei jedem Wetter und in jedem Land ohne Einschränkungen fahren kann.

Noch fehlt zudem ein entscheidender Baustein: Lucid und Bolt haben nicht bekannt gegeben, welches Unternehmen die eigentliche autonome Fahrsoftware liefern wird. Nvidia Hyperion stellt Rechen-, Sensor- und Fahrzeugtechnik für entsprechende Systeme bereit, ersetzt aber nicht automatisch die komplette Software, die ein Robotaxi durch den Verkehr steuert. TechCrunch zufolge wollten die Unternehmen über den bislang veröffentlichten Stand hinaus keinen Anbieter nennen.

Damit unterscheidet sich das Vorhaben von einem fertigen Robotaxi, das nur noch zugelassen und auf die Straße gebracht werden müsste. Fahrzeugplattform, Automatisierungssystem, Flottenbetrieb und lokale Genehmigungen müssen erst zu einem einsatzfähigen Gesamtsystem zusammengeführt werden.

Europa ist gesetzt, Deutschland bislang nicht

Bolt und Lucid sprechen ausdrücklich von mehreren Städten und Ländern in Europa, nennen aber noch keine einzelnen Märkte. Ein Start in Deutschland ist damit derzeit weder bestätigt noch ausgeschlossen. Beide Unternehmen wollen mit europäischen Behörden, Regulierern und weiteren Technologiepartnern zusammenarbeiten, bevor der Betrieb ausgeweitet wird.

Deutschland dürfte dennoch genau beobachtet werden. Hier verfolgt bereits Waymo konkrete Pläne für einen Robotaxi-Dienst in München. Dort beginnen die Fahrzeuge zunächst mit Kartierungs- und Testfahrten mit Menschen am Steuer; ein öffentlicher autonomer Fahrdienst wird erst für einen späteren Zeitpunkt angestrebt und benötigt weitere Genehmigungen. Die Waymo-Pläne für München sind damit deutlich lokaler und weiter konkretisiert als die jetzt vorgestellte europaweite Bolt-Lucid-Partnerschaft.

Für Fahrgäste ändert sich durch die neue Vereinbarung deshalb zunächst nichts. Es gibt weder eine buchbare Verbindung noch Preise oder bestätigte Einsatzgebiete. Relevant ist die Meldung trotzdem, weil Bolt erstmals eine Flottengröße nennt, die weit über einen begrenzten Pilotbetrieb hinausgeht.

Ob daraus tatsächlich 25.000 Fahrzeuge auf europäischen Straßen werden, entscheidet sich erst in den nächsten Schritten. Ein belastbarer Starttermin, konkrete Städte, die autonome Fahrsoftware und verbindliche Fahrzeugaufträge fehlen noch. Aus einem großen Flottenziel ist damit noch kein fertiger Robotaxi-Dienst geworden.

Hauptquellen

Lucid/Bolt: Offizielle Ankündigung der Partnerschaft
Reuters: Pläne für die autonome Flotte in Europa
TechCrunch: Stand von Bestellung, Zeitplan und Fahrsoftware
SAE International: Einordnung der Automatisierungsstufen

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