Review: ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI – Fensterputzroboter mit TruEdge 2.0 und tragbarer Station im Test
95%
AUSFÜHRLICHER TEST
Ob ein Fenster wirklich sauber ist, zeigt sich oft erst, wenn die Sonne schräg auf die Scheibe fällt. Plötzlich werden Schlieren und Wischspuren sichtbar, die kurz zuvor kaum aufgefallen sind. Ärgerlich, wenn Tuch und Abzieher gerade wieder verstaut wurden. Besonders bei großen Glasflächen, bodentiefen Fenstern oder schwer erreichbaren Außenseiten kann aus dem vermeintlich schnellen Fensterputzen eine ziemlich ausdauernde Beschäftigung werden.
Während Saugroboter in vielen Haushalten bereits ihre Runden drehen, ist ein Roboter an der Fensterscheibe noch ein ungewohnter Anblick. Der Gedanke dahinter ist allerdings ebenso naheliegend: Das regelmäßige Wischen übernimmt die Technik, statt jede Glasfläche selbst von Hand bearbeiten zu müssen. Wie groß die Entlastung tatsächlich ausfällt, hängt dabei auch davon ab, wie viel Vorbereitung und Nacharbeit übrig bleiben.
Mit dem ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI haben wir einen Fensterputzroboter mit tragbarer Station getestet, der genau hier ansetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei die sauberen Scheiben – und die Frage, wie unkompliziert sich der Weg dorthin im Alltag gestaltet.
Lieferumfang & Eindruck – ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI
Inhalt
- ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI Fensterputzroboter
- OMNI-Station mit integriertem Akku
- Netzkabel
- Zwei waschbare Wischpads
- WINBOT-Reinigungslösung (230 ml)
- Zusätzliches Sicherungsseil
- Bedienungsanleitung
Material
Beim ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI kommt überwiegend Kunststoff zum Einsatz. Sowohl am Roboter als auch an der Station fühlt sich das Material hochwertig an und hinterlässt einen robusten Eindruck. Das passt zum Einsatzzweck, schließlich werden beide Komponenten regelmäßig angehoben, umgesetzt und wieder verstaut. An der Unterseite des Roboters kommen gummierte Laufflächen hinzu, die den direkten Kontakt zur Scheibe herstellen.
Verarbeitung
Die Verarbeitung des WINBOT W2S PRO OMNI ist tadellos. Roboter und Station sind passgenau zusammengesetzt, sämtliche Bauteile sitzen fest an ihrem Platz. Die Gehäuseübergänge verlaufen gleichmäßig und bündig. Auffällige Spalten, scharfe Kanten oder unsaubere Abschlüsse konnten wir im Test nicht feststellen.
Verbaute Sensoren:
- Optokoppler-Sensoren zur Kantenerkennung, auch bei rahmenlosen Scheiben
- Beschleunigungssensor zur Erkennung der Gerätelage und Unterstützung der Stabilisierung
Design
Info
Modi:
- Schnellreinigung
- Tiefenreinigung
- Gründliche Reinigung
- Kantenreinigung
- Präzisionskantenreinigung
- Punktreinigung
- Intensivreinigung
- Reinigung mit aufgeteilten Zonen
- Fernbedienung zur manuellen Steuerung
Spezielle Features:
- TruEdge-2.0-Technologie mit vier Kantenreinigungsbürsten
- Dynamisches Anheben und Absenken der Kantenbürsten
- Automatisches Sprühen mit Dreifachdüsen
- Routenplanung mit WIN-SLAM 4.0
- OMNI-Station zur Stromversorgung, Steuerung und Aufbewahrung
- Automatische Kabelaufwicklung
- Fernsteuerung über die ECOVACS HOME-App
- Geeignet für gerahmte und rahmenlose Fenster
- 12-stufiges Schutzsystem
- Kombiniertes Strom- und Sicherungskabel
- Automatische Rückkehr zum Ausgangspunkt
- Deutsche Sprachansagen
Abmessungen:
- Roboter: 27,2 × 27,2 × 7,6 cm
- Station: 31,2 × 21,5 × 32,7 cm
Weitere Informationen:
- Stromversorgung: Akkubetrieb oder Netzbetrieb über die Station
- Akkulaufzeit: bis zu 110 Minuten
- Akkuladezeit: weniger als 3 Stunden
- Akku der Station: Lithium-Ionen, 4.500 mAh beziehungsweise 98,55 Wh
- Geräuschpegel: ca. 66 dB(A)
- Unterdruck während der Fahrt: ca. 3.300 Pa
- Maximaler Unterdruck: 10.000 Pa
- Reinigungsfläche pro Akkuladung im Schnellreinigungsmodus: ca. 72 m²
- Reinigungsfläche pro Akkuladung im Tiefenreinigungsmodus: ca. 26 m²
- Tankvolumen: 120 ml
- Reinigungsfläche pro Tankfüllung: bis zu 75 m² im Schnellreinigungsmodus
- Reinigungszeit: ca. 1 Minute und 30 Sekunden pro m² im Schnellreinigungsmodus
- Geeignete Fensterneigung: bis zu 45°
- Stromausfallschutz: ca. 30 Minuten
- Mindestgröße der Fensterfläche: 30 × 40 cm
- Mindestglasdicke: 3 mm
- Länge des Verbindungskabels zwischen Roboter und Station: 5,5 m
- Länge des Netzkabels: 1,2 m
- Länge des zusätzlichen Sicherungsseils: 1 m
- Nennleistung des Roboters: 96 Watt
- Gewicht des Roboters: ca. 2,1 kg
- Gewicht der Station: ca. 5 kg
Features & Specials – ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI
Laut Hersteller
Der ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI soll die Fensterreinigung vom großflächigen Wischen bis zur gezielten Randreinigung übernehmen. Dafür kombiniert ECOVACS die TruEdge-2.0-Technologie mit vier beweglichen Kantenbürsten und einer automatischen Sprühfunktion mit Dreifachdüsen. Die Bürsten sollen Schmutz unmittelbar am Rahmen erfassen und werden situationsabhängig angehoben oder abgesenkt, um ein Hängenbleiben an Unebenheiten zu vermeiden. Der Sprühnebel befeuchtet die Glasfläche vor dem Wischen gleichmäßig, während ein 120-ml-Tank längere Reinigungseinsätze ohne häufiges Nachfüllen ermöglicht. Für die Orientierung nutzt der Roboter WIN-SLAM 4.0, das Reinigungsbahnen plant und Hindernisse berücksichtigt. Verschiedene Modi bieten Programme für unterschiedliche Verschmutzungen sowie einzelne Flecken, Kanten oder Teilflächen.
Die tragbare OMNI-Station vereint Stromversorgung, Bedienung und Aufbewahrung. Sie unterstützt Akku- und Netzbetrieb, sodass sich der Roboter auch abseits einer Steckdose einsetzen lässt. Nach der Reinigung zieht die Station das Verbindungskabel auf Knopfdruck ein und nimmt den Roboter samt Zubehör auf. Ergänzend stehen die ECOVACS HOME-App zur Fernsteuerung und deutsche Sprachansagen zur Verfügung. Ein 12-stufiges Schutzsystem mit automatischer Luftdruckkompensation, Kantenerkennung und zusätzlicher mechanischer Sicherung soll den Halt an der Scheibe absichern.
ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI – Bilder-Galerie
Im Test – ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI
Pro
- Hervorragende Reinigungsleistung
- Extrem randnahe Reinigung dank TruEdge 2.0
- Zuverlässige Navigation und Hinderniserkennung ohne manuelle Eingriffe
- Sichere Erkennung der Begrenzungen rahmenloser Glasflächen
- Auch auf Spiegeln, Duschwänden und geeigneten geneigten Flächen überzeugend
- Gezieltes Sprühen ohne Übersprühen auf Rahmen oder angrenzende Tapeten
- Große Auswahl an Reinigungsprogrammen für unterschiedliche Anforderungen
- Hochwertige Materialien und tadellose Verarbeitung
- Einfache, verständlich bebilderte Einrichtung per Bluetooth
- Moderne, übersichtliche App mit schnell erreichbaren Funktionen
- Sehr fester Stand der Station durch den Saugfuß
- Großer, gut greifbarer Stationsgriff erleichtert den Transport
- Automatische Kabelaufwicklung funktionierte im Test einwandfrei
- Flexibler Akku- und Netzbetrieb der Station
- Akkuladung reichte problemlos für sämtliche Fenster unseres Testhaushalts
- Laute und deutlich verständliche Sprachansagen
- Aktueller Akkustand in Prozent einsehbar
Contra
- Keine automatische Reinigung des Wischpads in der Station
- Einige Programmbezeichnungen könnten eindeutiger sein
- Manuelles Umsetzen zwischen den einzelnen Fensterscheiben erforderlich
Die Einrichtung des WINBOT W2S PRO OMNI über die ECOVACS HOME-App ist angenehm einfach. Beim Hinzufügen eines neuen Geräts wird der Roboter in der Nähe erkannt und mit passendem Produktbild angezeigt. Ein Antippen genügt, um die Kopplung per Bluetooth zu starten. Während die Verbindung aufgebaut wird, zeigt die App den aktuellen Vorgang an. Anschließend lässt sich ein eigener Gerätename vergeben oder die vorgeschlagene Bezeichnung übernehmen. Auch die Sprache der Ansagen kann ausgewählt werden; wir haben hier auf Deutsch umgestellt.
Nach der Kopplung folgt eine bebilderte Einführung in die Fensterreinigung. Die Hinweise erklären unter anderem die passende Moduswahl für unterschiedliche Fenstersituationen und geben eine erste Orientierung für den Einsatz des Roboters.
Im Zuge der Einrichtung haben wir außerdem ein angebotenes Firmware-Update installiert. Auch dabei führt die App durch den Ablauf, zeigt den Fortschritt an und weist darauf hin, den WINBOT währenddessen eingeschaltet zu lassen. Nach Abschluss startet das Gerät automatisch neu. Technische Vorkenntnisse waren für die Einrichtung nicht erforderlich.

Die ECOVACS HOME-App ist modern gestaltet und lässt sich im Alltag angenehm einfach bedienen. Die helle Farbgebung, große Kacheln und gut lesbare Schrift geben der Oberfläche eine klare Struktur. Auf der Geräteseite stehen die Reinigungsprogramme direkt zur Auswahl. Kurze Beschreibungen erklären ihren jeweiligen Einsatzzweck, sodass man die passende Funktion schnell findet. Der ausgewählte Modus wird blau hervorgehoben und hebt sich deutlich von den übrigen Programmen ab.
Während der Reinigung zeigt die App den aktuellen Betriebsstatus an. Die großen Schaltflächen zum Pausieren und zur Rückkehr an den Ausgangspunkt bleiben am unteren Bildschirmrand erreichbar und lassen sich bequem antippen. Weiterführende Optionen sind im Einstellungsbereich zusammengefasst. Dort können unter anderem das automatische Sprühen und die Sprache der Ansagen angepasst sowie Firmware-Updates aufgerufen werden. Ein eigener Wartungsbereich enthält Hinweise zu Wischpads und Reinigungslösung und bietet die Möglichkeit, Verbrauchsmaterialien nachzubestellen. Ergänzend helfen bebilderte Erläuterungen bei Fragen zur Handhabung und Pflege. Diese Aufteilung hat uns im Test gut gefallen: Die häufig benötigten Bedienelemente sind sofort zugänglich, zusätzliche Informationen lassen sich bei Bedarf gezielt öffnen.

ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI – Täglicher Einsatz
Die Messergebnisse beziehen sich jeweils auf die Reinigung beider Seiten eines 90 × 135 cm großen Fensters. Insgesamt haben wir den WINBOT W2S PRO OMNI an fünf gleich großen Fenstern getestet. Ihre Innen- und Außenseiten ergeben zusammen eine Glasfläche von 12,15 m².
Vor dem Start wird das Wischpad mit Wasser angefeuchtet und gründlich ausgewrungen, sodass es nicht mehr tropft. Anschließend befestigen wir es per Klettverschluss an der Unterseite des Roboters und drücken es gleichmäßig an. Danach kommt die Reinigungsflüssigkeit in den Tank. Die Einfüllöffnung sitzt auf der Oberseite unter einer flexiblen Lasche und ist gut zugänglich. Damit sind die wesentlichen Vorbereitungen bereits erledigt.
Die Station stellen wir in der Nähe des Fensters auf den Boden. Ihr Saugfuß fixiert sie am Untergrund und sorgt für einen ausgesprochen festen Stand. Auch durch seitliches Anstoßen ließ sie sich im Test nicht aus ihrer Position lösen. Zum Umstellen wird die Station am Griff gerade nach oben angehoben, wodurch sich der Saugnapf vom Boden löst. Der große Tragegriff bietet eine breite Auflagefläche für die Hand und lässt sich gut umfassen. Dadurch gelingt das Umsetzen der Station mühelos. Beim erneuten Abstellen sollte das Verbindungskabel genügend Bewegungsfreiheit haben, damit der Roboter die vorgesehene Glasfläche erreichen kann.
Bei der Stromversorgung lässt sich flexibel zwischen Akku- und Netzbetrieb wählen. Der Roboter selbst ist immer über sein fest angeschlossenes Kabel mit der Station verbunden. Im Akkubetrieb kommt lediglich die Station ohne Steckdose aus, was die Platzierung am jeweiligen Fenster erleichtert. Eine Akkuladung reichte bei uns problemlos für die gesamte Fensterfläche des Testhaushalts. Für größere Putzaktionen kann die Station über ihr Stromkabel an eine Steckdose angeschlossen werden, sodass sich die Reinigung im Netzbetrieb fortsetzen lässt.
Messergebnisse zur benötigten Zeit der unterschiedlichen Reingungs-Modi:
- Schnellreinigungsmodus 3,0 Minuten%
- Tiefenreinigungsmodus 7,0 Minuten%
- Gründlicher Reinigungsmodus 8,5 Minuten%
- Kantenreinigungsmodus 4,4 Minuten%
- Intensivreinigungsmodus 11,5 Minuten%
Das Ansetzen an der Scheibe ist schnell verstanden: Den WINBOT am Griff halten, flächig gegen das Glas setzen und dabei die Powertaste gedrückt halten. Daraufhin läuft das Gebläse an und der Roboter saugt sich fest. Erst wenn er sicher an der Scheibe haftet, lassen wir den Griff los. Die Reinigung lässt sich über die Station oder die App starten. Anschließend übernimmt der WINBOT das Besprühen und Wischen der Fläche und arbeitet sie in geplanten Bahnen ab.
Das Prinzip eignet sich für klassische Wohnungsfenster ebenso wie für größere Glasflächen und Terrassentüren, jeweils auf der Innen- und Außenseite. Gerade bei ausgedehnten Scheiben nimmt der Roboter einem die vielen wiederholten Wischbewegungen ab. Der Wechsel von einem Fenster zum nächsten bleibt allerdings Handarbeit: Abnehmen, gegebenenfalls das Pad wechseln oder säubern und an der nächsten Scheibe wieder ansetzen gehören weiterhin dazu.
Nach Abschluss meldet der WINBOT, dass die Reinigung beendet ist. Zum Abnehmen greifen wir zuerst den Roboter sicher am Griff und halten anschließend die Powertaste gedrückt. Sobald das Gebläse verstummt und sich die Haftung löst, lässt er sich von der Scheibe nehmen. Wichtig ist, ihn während des gesamten Vorgangs festzuhalten, da er mit abgeschaltetem Gebläse seinen Halt verliert.
Nach dem letzten Fenster öffnen wir das Fach der Station wieder und legen den Roboter hinein. Anschließend genügt ein Druck auf die Taste für die Kabelaufwicklung, um das Verbindungskabel einzuziehen. Das funktionierte im Test einwandfrei und erspart das Aufrollen von Hand.

ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI – Reinigungsergebnisse
Die Reinigungsleistung des WINBOT W2S PRO OMNI hat uns im Test überzeugt. Die Ergebnisse auf unseren Fenstern waren hervorragend, wobei bei starken Verschmutzungen gelegentlich ein zweiter Durchgang erforderlich war. Wie schnell das gewünschte Ergebnis erreicht wird, hängt entsprechend vom Ausgangszustand der Scheiben ab.
Wichtig ist außerdem der Zustand des Wischpads. Hat es bereits viel Schmutz aufgenommen, kann dieser beim Weiterarbeiten auf der Scheibe verteilt werden und Schlieren hinterlassen. Je nach Verschmutzungsgrad ist deshalb zwischendurch ein Wechsel oder gründliches Auswaschen erforderlich. Gerade bei mehreren verschmutzten Außenflächen hintereinander lohnt sich ein Blick auf das Tuch, bevor der Roboter am nächsten Fenster weiterarbeitet.

ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI – Reinigungsmodi
Für die regelmäßige Reinigung leicht verschmutzter Innenscheiben ist die Schnellreinigung vorgesehen. Ein Wohnzimmerfenster, auf dem sich hauptsächlich etwas Staub und vereinzelte Gebrauchsspuren angesammelt haben, ist ein typischer Einsatzfall dafür. Bei den Außenflächen unterscheidet die App zwischen zwei weiteren Programmen: Die Tiefenreinigung richtet sich an leicht verschmutzte Außenscheiben, während die gründliche Reinigung für stärkere Verschmutzungen vorgesehen ist. Hat sich außen über längere Zeit ein sichtbarer Schmutzfilm gebildet, ist Letztere die passende Auswahl. Entscheidend ist damit der Zustand der Scheibe; allein nach dem Namen des Programms sollte man die Intensität nicht beurteilen.
Für die gezielte Nacharbeit stehen mehrere spezialisierte Modi bereit. Die Kantenreinigung konzentriert sich auf die Randbereiche und Ecken. Die zusätzliche Präzisionskantenreinigung bearbeitet diese Bereiche durch wiederholtes Wischen intensiver. Einzelne Flecken lassen sich über die Punktreinigung mehrfach behandeln, ohne dafür einen vollständigen Durchgang über die gesamte Scheibe zu starten. Wer die Position des Roboters selbst bestimmen möchte, kann zur Fernbedienung wechseln und die Bewegungsrichtung über die App vorgeben. So lassen sich bestimmte Stellen gezielt anfahren und nacharbeiten.

Die Intensivreinigung ist für große, stark verschmutzte Scheiben gedacht. Eine zeitgesteuerte Erinnerung weist darauf hin, das Wischpad zu wechseln oder auszuwaschen. Dafür wird der Roboter abgenommen und anschließend wieder auf dieselbe Scheibe gesetzt. Danach setzt er die Reinigung auf der noch nicht bearbeiteten Fläche fort.
Für besonders breite Fenster bietet die App außerdem eine Reinigung mit aufgeteilten Zonen an. Dieser Modus ist für Glasflächen mit einer Breite von vier bis acht Metern vorgesehen. Dazu wird der Roboter zunächst zur Mitte der Scheibe gesteuert; anschließend lässt sich die Reinigung des linken oder rechten Bereichs auswählen. Eine breite Fensterfront wird so abschnittsweise bearbeitet. Dabei bleibt die Reichweite des Verbindungskabels zu berücksichtigen: Die Zonenfunktion unterstützt die Aufteilung der Fläche, verlängert aber nicht den Bewegungsradius des Roboters.

TruEdge 2.0 – gezielte Reinigung von Kanten und Ecken
Mit TruEdge 2.0 widmet sich der WINBOT W2S PRO OMNI dem Übergang zwischen Glasfläche und Fensterrahmen. Dafür sitzen an den vier Ecken des Roboters zusätzliche Reinigungsbürsten mit dichtem Filzbesatz. Durch ihre Position reichen sie über den Arbeitsbereich des großen Wischpads hinaus und sollen Schmutz unmittelbar am Rand aufnehmen. Die Rahmenerkennung unterstützt die Ausrichtung des Roboters; zugleich können die Bürsten situationsabhängig angehoben und abgesenkt werden. Diese Anpassung soll verhindern, dass sie beim Fahren an Unebenheiten hängen bleiben.
Im Test hat uns besonders gut gefallen, wie extrem nah der WINBOT an die Fensterrahmen heranfährt. Gerade bei Außenscheiben, an deren Rändern sich Staub und Regenrückstände sammeln, ist diese gezielte Randbearbeitung sinnvoll. Auch bei großen Terrassentüren werden dadurch die schmalen Bereiche entlang des Rahmens in die Reinigung einbezogen.

Dreifachdüsen-Sprühsystem – gleichmäßige Befeuchtung der Glasfläche
Der WINBOT W2S PRO OMNI besitzt an zwei gegenüberliegenden Seiten jeweils drei Sprühdüsen. Sie verteilen die Reinigungslösung bei Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen auf der Scheibe und ermöglichen so das Nasswischen in beiden Fahrtrichtungen. Das unterstützt einen zügigen Reinigungsablauf. Versorgt werden die Düsen aus dem integrierten 120-ml-Tank.
Im Test landete die Reinigungslösung zuverlässig auf der Scheibe. Fensterrahmen und angrenzende Tapeten wurden nicht mitbesprüht. Gerade bei Wohnraumfenstern, an denen die Wandverkleidung direkt an den Rahmen anschließt, ist diese gezielte Verteilung angenehm.
Bei einer großen Terrassentür unterstützt das automatische Sprühen die fortlaufende Nassreinigung über die gesamte Fläche hinweg, ohne dass einzelne Bereiche von Hand nachgesprüht werden müssen. Auf einer Außenscheibe mit angetrockneten Regen- und Schmutzspuren erfüllt die Flüssigkeit zusätzlich die Aufgabe, Rückstände vor dem Kontakt mit dem Wischpad anzufeuchten. Das Sprühsystem schafft damit die Grundlage für die anschließende mechanische Reinigung durch Pad und Kantenbürsten.

WIN-SLAM 4.0 – Navigation, Hinderniserkennung und Flächenabdeckung
WIN-SLAM 4.0 plant die Reinigungswege anhand der Begrenzungen und Hindernisse auf der Scheibe. Im Test fuhr der WINBOT die Fläche in aufeinanderfolgenden Bahnen ab: Am Ende einer Bahn versetzte er sich ein Stück nach unten und setzte die Reinigung in Gegenrichtung fort. Hindernisse erkannte er zuverlässig und passte seine Route selbstständig an. Während der getesteten Reinigungen mussten wir nicht eingreifen.
Überzeugt hat uns außerdem die Erkennung rahmenloser Flächen. Der WINBOT ist zur Orientierung also nicht auf einen umlaufenden Fensterrahmen angewiesen. Das eröffnet weitere Einsatzmöglichkeiten, etwa im Badezimmer: Sowohl auf Spiegeln als auch auf Duschwänden funktionierte die Navigation im Test tadellos. Gerade an einer rahmenlosen Duschabtrennung kommt es darauf an, dass der Roboter die tatsächliche Glaskante erkennt und seine Fahrt entsprechend begrenzt. Auch diese Aufgabe erledigte er bei uns ohne Unterstützung.
Auf den getesteten geneigten Flächen fand sich der WINBOT ebenfalls problemlos zurecht. Damit kommen neben senkrechten Fenstern beispielsweise geeignete schräge Verglasungen in einem Wintergarten als Einsatzbereich infrage. ECOVACS nennt hierfür eine zulässige Neigung von bis zu 45 Grad. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Navigation mit unterschiedlichen Ausrichtungen und Begrenzungen gut zurechtkommt – auch abseits des klassischen gerahmten Wohnungsfensters.

12-stufiges Schutzsystem – Haftung und Absturzsicherung
Das 12-stufige Schutzsystem des WINBOT W2S PRO OMNI kombiniert die Haftung an der Scheibe mit Sensorüberwachung und mechanischer Absicherung. ECOVACS nennt einen maximalen Unterdruck von 10.000 Pa. Eine automatische Luftdruckkompensation soll Veränderungen ausgleichen und den Halt aufrechterhalten. Ergänzt wird dies durch eine beweglich gelagerte Wischplatte, die den Kontakt zur Glasfläche unterstützt. Der Beschleunigungssensor erfasst die Gerätelage, während die optische Kantenerkennung verhindert, dass der Roboter unkontrolliert über eine freie Glaskante hinausfährt.
Eine weitere Sicherung bildet das fest mit der Station verbundene Strom- und Sicherungskabel. Seine Zugfestigkeit beträgt laut Hersteller bis zu 1.000 N. Die Station dient dabei mit ihrem Eigengewicht und dem Saugfuß als Gegenhalt. Gerade beim Reinigen einer Außenscheibe in einem höheren Stockwerk ist diese zusätzliche Verbindung wichtig. Der im Test sehr feste Stand der Station passt zu diesem Konzept; das beiliegende zusätzliche Sicherungsseil ergänzt die Absicherung.
Für eine Unterbrechung der Stromversorgung nennt ECOVACS eine Haltezeit von rund 30 Minuten. Diese Sicherheitsreserve soll den WINBOT an der Scheibe halten, damit er bei einem Stromausfall kontrolliert abgenommen werden kann.

ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI – Ach ja, das noch…
Zu guter Letzt noch stichpunktartig eine paar Funktionen, die wir ebenfalls problemlos und ohne Fehler testen konnten, die aber keine besondere Erwähnung im Testbericht gefunden haben:
- Einfache Bedienung und direkte Reaktion der Stationstasten
- Dichter Tankverschluss, auch beim Tragen und Umsetzen
- Einfaches Abnehmen und Reinigen der vier Eckbürsten
- Unkompliziertes Auswaschen der Wischpads
- Angenehme Betriebslautstärke
- Die Sprachansagen waren laut, deutlich und gut verständlich.
- Die Akkuanzeige zeigte während des Betriebs stets den aktuellen Ladestand in Prozent an.

Was wir uns noch wünschen
Der ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI hat uns im Test vor allem mit seiner hervorragenden Reinigungsleistung überzeugt. Er verbindet gründliches Wischen mit einer zuverlässigen Navigation und einer sehr randnahen Arbeitsweise. Die einfache Bedienung und die praktische Station erleichtern den regelmäßigen Einsatz. Gerade bei vielen oder großen Fensterflächen nimmt der Roboter einem damit spürbar Arbeit ab.
Für ein Nachfolgemodell würden wir uns vor allem eine automatische Reinigung des Wischpads in der Station wünschen. Das regelmäßige Auswaschen gehört derzeit weiterhin dazu, gerade wenn mehrere stärker verschmutzte Außenscheiben nacheinander gereinigt werden. Eine entsprechende Pflegefunktion würde die verbleibende Handarbeit reduzieren und den Wechsel zwischen den Fenstern komfortabler machen. Das wäre für uns eine sinnvolle Erweiterung der Station.
Bei der Software sehen wir noch etwas Spielraum für eindeutigere Programmbezeichnungen. Begriffe wie „gründliche Reinigung“ und „Tiefenreinigung“ lassen die jeweilige Abstufung nicht unmittelbar erkennen. Die kurzen Beschreibungen in der App helfen bei der Auswahl; noch klarere Namen würden den Zugriff auf das passende Programm besonders für Einsteiger erleichtern.
Der ECOVACS WINBOT W2S PRO OMNI ist bei Amazon, MediaMarkt und Otto erhältlich.
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