Welche Kopfhörer gibt es?

Vom technische Gesichtspunkt gibt es zwei grundsätzliche Bauformen der Kopfhörer: dynamische Kopfhörer und elektrostatische Kopfhörer.

Die Mehrzahl der Kopfhörer sind der dynamischen Bauart. Dabei wird die Membran durch eine Spule, die sich im Feld eines Permanentmagneten befindet, bewegt. Bei einem elektrostatischen Kopfhörer wird die geladenene Membran direkt in einem elektrostatischen Feld, einer weiteren elektrisch geladenen Membran bewegt. Der Vorteil dieser Funktionsweise ist der direkte Einfluß auf die Membran, die nur eine sehr kleine Masse besitzt und somit kaum träge ist. Damit wird die Wiedergabe hoher Töne nochmals präziser und ausgeprägter, als bei den teureren, dynamischen Systemen.

Ein zweite Unterscheidung bietet die äußere Bauform. Hier können wir zwischen In Ear, On Ear sowie Over Ear unterscheiden. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Bauformen wird in einem eigenen Beitrag erläutert.

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Welche Anschlussarten gibt es?

Die meisten Kopfhörer werden immer noch über Kabel angeschlossen. Bei den Anschlüssen selbst gibt es ausschließlich Klinkenstecker. Bei hochwertigen Kopfhörern geht man primär von dem Einsatz an einer Stereo-Anlage aus. Dort gibt es ausschließlich die dicke Variante mit 6,3 mm Durchmesser als Anschluss.

Hingegen haben Kopfhörer, die für Smartphones oder Mediaplayer konzipiert wurden, den dort üblichen 3,5mm Klinkenstecker. Für beide Fälle gibt es natürlich Adapter, die es ermöglichen den Kopfhörer an die jeweils andere Klinkenbuchse anzuschliessen. Sehr oft werden bei hochpreisigen Kopfhörern solche Adapter mitgeliefert.

WLAN spielt bei den Kopfhörern keine Rolle. Jedoch gibt es eine große Anzahl an kabellosen Kopfhörern. Diese können in zwei Gruppen unterteilt werden.

Einerseits gibt es Kopfhörer, die über Bluetooth mit der Musikquelle kommunizieren.

Viel öfter findet man, speziell im Premium-Bereich, eine proprietäre Funkanbindung. Diese erkennt man an einem Sendeteil, das auch oft als Ladestation für die Kopfhörer fungiert.

Welche Vorteile bietet ein Kopfhörer?

Ein Kopfhörer hat gegenüber einem Lautsprecher vielerlei Vorteile:

  • Ein Kopfhörer ist mobiler. Man kann damit so gut wie überall Musik genießen.
  • Man stört die Umgebung kaum, zumindestens bis zu einer bestimmten Lautstärke. Die kann je nach Bauform unterschiedlich sein.
  • Man wird von der Umgebung abgeschirmt. Auch hier ist die Bauform entscheidend. Allerdings kann auch eine zusätzliche Elektronik die Außengeräusche zusätzlich dämmen.
  • Ein Kopfhörer verbraucht sehr wenig Energie. Somit kann ein recht langer Musikgenuss bei einer kaum sichtbaren Batterie gewährleistet werden.
  • Das wiedergegebene Frequenzspektrum ist bei teureren Kopfhörern deutlich besser als bei günstigen Lautsprechern. Das betrifft nicht nur die hohen Töne, auch der Tiefbass ist oft noch besser als bei einem Lautsprechersystem mit extrem großen Basstreibern oder gar einem expliziten Subwoofer.

Dem stehen eigentlich nur zwei Nachteile entgegen: erstens stört der Kopfhörer manchmal und je größer der Kopfhörer ist, umso störender wirkt er. Der zweite Nachteil – mit einem Kopfhörer kann nur eine Person zuhören (ok, manchmal auch zwei, aber das ist nicht die normale Funktionalität des Hörers).

Welche Hersteller?

Die Anzahl der Hersteller im Bereich Kopfhörer ist mittlerweile unüberschaubar geworden. Speziell im Niedrigpreissektor tummeln sich viele Hersteller aus Fernost, die zum Teil mit Nachbildungen von Markenprodukten (mit natürlich unvergleichbar schlechterem Klang) auf den Markt drängen.

Hier unsere derzeit bevorzugten Hersteller aus dem Kopfhörersektor:

Wie unterscheiden sich die Hersteller?

Da die Kopfhörer keine großen Unterschiede erlauben, gibt es auch keine so gravierenden Merkmale zwischen den einzelnen Herstellern. Jedoch bestehen schon gewisse Unterschiede, wie das Design oder den Einsatzzweck.

  • Bang and Olufsen setzen auch bei Kopfhörern auf beste Technik, die in edles Design verpackt ist. Teufel eifert auch bei den Kopfhörern nach. Aber auch andere Hersteller haben das eine oder das andere gut designte Produkt auf dem Markt.
  • Bose setzt auf zusätzliche Elektronik zum Noise Canceling, das für das elektronische Ausschalten der Umgebungsgeräusche sorgt. Ein weiterer Mitbewerber ist hier Philips und Sennheiser.
  • Sennheiser hat sehr teure, aber qualitativ unerreichbare Kopfhörer im Angebot, welche bei einigen Modellen bereits Sammlerstatus erreicht haben.

Welche Features sorgen für einen guten Klang?

In erster Instanz ist natürlich die Güte des Treibers wichtig. Er ist es, der die elektrischen Impulse in einen Ton umwandelt. Nur bei einem guten Treiber kann ein guter Sound herauskommen.

In zweiter Linie sorgt die Bauform für den Klang. Speziell bei den tiefen Tönen. Ein geschlossener Kopfhörer gibt die gesamte Energie an das Trommelfell weiter. Genaus das gleiche geschieht auch bei einem In-Ear-Kopfhörer, der optimal angepasst ist. Halboffene und offene Kopfhörer müssen die Mängel in der Übertragung der tiefen Frequenzen anders rekompensieren.

Des Weiteren muss natürlich der Verstärker, aus dem die Musik stammt, eine gute Qualität aufweisen. Bei einem kabelgebundenen Kopfhörer hat man darauf keinen Einfluss – es ist der, den der Smartphone-Hersteller verbaut hat. Bei einem kabellosen Kopfhörer ist dieser im Kopfhörer selbst verbaut. Aber meist kann man da über die Qualität nicht klagen.

Weitere Faktoren sind die Kabel und Stecker, aber dies sind dann Feinheiten, die nur wirklichen Kennern auffallen werden.

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Impedanz, Kennschalldruck, Übertragungsbereich?

Hier werden ein paar technische Grundbegriffe erklärt:

  • Impedanz: ist der Wechselstromwiederstand des Kopfhörers. Der Wert ist nur für kabelgebundene Kopfhörer interessant. Er sollte möglichst an die Impedanz des Kopfhörerausgangs des Players/Smartphones angepasst (gleich) sein. Dann erst kann die optimale Qualität und Lautstärke erreicht werden.
  • Übertragungsgereich oder Frenquenzgang beschreibt die Eckwerte der Kurve, der die wiedergegebene Lautstärke bei gleichem Eingangssignal über die Frequenz beschreibt. Es werden der niedrigste und höchste Wert angegeben, zwischen denen sich die Kurve innerhalb eines bestimmten Bereichs bewegt. Die Range wird normalerweise mit +/- 3dB angegeben (ehemalige Hifi-Norm) oder -6 dB. Obwohl es gleich aussieht, ist der erste Wert strenger. Die Angabe sieht dann folgendermaßen aus: 20-22000 Hz +/- 3dB.
  • Kennschalldruck gibt die effektive Lautstärke, die bei einer Eingangsleistung im Kopfhörer entsteht. Er entspricht quasi dem Wirkungsgrad eines Kopfhörers – je höher der Kennschalldruck umso weniger Leistung muss zugeführt werden, um eine bestimmte Lautstärke zu erreichen.
  • Maximalleistung gibt die maximale vom Kopfhörer verarbeitete Leistung an, bei der ein gewisses Maß an Störungen nicht überschritten wird. Leistung wird hier in mW (Milliwatt) angegeben.
  • Klirrfaktor ist das prozentuale Maß an Störungen, die ein Kopfhörer oder anderer Schallwandler dem Ursprungssignal beimischt. Er steigt mit der Lautstärke.

On-Ear, Over-Ear oder In-Ear?

Es existieren mehrere Bauformen von Kopfhörern, die die Art, wie der Kopfhörer das Ohr umschließt, kennzeichnen.

  • Over-Ear-Kopfhörer sind eigentlich die älteste Bauart. Dabei umschließt die Kopfhörermuschel das Ohr komplett. Der Vorteil ist die komplette Isolierung von Außengeräuschen sowie eine sehr eindrucksvolle Wiedergabe von sehr tiefen Tönen. Zu den Nachteilen gehört das von einigen Menschen als unangenehm empfundene Tragegefühl, das auch zum Schwitzen im umschlossenen Bereich führen kann. Die deutsche Bezeichnung ist “Geschlossene Bauweise”.
  • On-Ear-Kopfhörer liegen auf dem Ohr auf. Eine aufgeschäumte Schicht oder ein weiches Material liegt auf der Ohrmuschel auf und gleicht die Unebenheiten aus. Zu den Vorteilen gehört ein sehr angenehmes und leichtes Tragegefühl. Zu den Nachteilen gehören ein wenig schwächerer Tiefbass und das Durchdringen von Umweltgeräuschen (was jedoch in manchen Situationen sogar von Vorteil sein kann. Die deutsche Bezeichnung lautet offene Bauweise
  • Ein Kompromiss zwischen beiden Systemen bietet die halbgeschlossene Bauweise. Damit versucht man mit Hilfe weicher, leichter Materialien das Ohr dennoch besser abzudichten. In jeder Hinsicht ein Kompromiss zwischen den bereits erwähnten Bauweisen.
  • Deutlich neuer ist die In-Ear-Bauweise. Dabei wird das Ende des Hörers in den Hörkanal eingeführt und meist mit einem Ohrpolster abgedichtet (Ausnahme ist hier z.B. der aktuelle iPhone-Kopfhörer). Oft wird der Kopfhörer nur durch das Einschieben gehalten, manchmal jedoch wird der Hörer auch durch weitere Vorrichtungen in/an der Ohrmuschel fixiert oder über einen Bügel, der hinter dem Kopf verläuft, ein wenig hineingedrückt. Durch die Abdichtung werden auch die Außengeräusche dem Ohr ferngehalten und die Schallwellen (auch Tiefbass) treffen ungeschwächt das Trommelfell. Nachteilhaft wirkt sich hier die Größe der Membran des Schallwandlers, aber auch das Tragegefühl bei einigen Menschen, aus.

Was bedeutet Noise Canceling?

Ein relativ neues Feature bei Kopfhörern ist das NoiseCanceling. Oft stören Außengeräusche den Musikgenuss. Man kann wahlweise das Ohr komplett durch eine Muschel abschließen oder den Gehörgang relativ gut durch einen In-Ear-Kopfhörer bewerkstelligen. Allerdings sind beide Methoden nicht jedermanns Sache, da ein gut abschließender Kopfhörer auch vom Tragegefühl störend wirken kann.

Daher haben ein paar Hersteller nach eingehender Forschung eine aktive Technologie entwickelt, welche – durch einen quasi spiegelbildlich angeordneten Pendant zum Außengeräusch – an das Ohr sendet. welcher das Geräusch minimieren soll. Dieses funktioniert in den meisten Fällen verblüffend gut, sogar auf einer belebten Strasse oder in einer lauten Einkaufspassage.

Worauf bei der richtigen In-Ear Passform achten?

Wählt man einen Ohrhörer, erhält man bei hochwertigen Geräten mehrere Größen an Ohrpolstern mitgeliefert. Gegebenenfalls können die Ohrpolster auch in der passenden Größe nachgekauft werden.

Diese sollten ideal angepasst werden, da das Ohrpolster nicht zu klein gewählt werden sollte. Dann ist einerseits die Geräuschdämmung nicht gegeben und zweitens fällt der Kopfhörer dann relativ leicht aus dem Ohr. Bei zu großen Polstern stören diese vielleicht den Hörer oder man führt ihn nicht ausreichend tief ein – und dies bewirkt dann das gleiche, wie zu kleine Ohrpolster.

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Kabellos oder kabelgebunden?

Das ist derzeit die ganz heiße Frage: welche Sorte Kopfhörer soll ich denn überhaupt nehmen. Welche Vorteile bieten kabellose, aber auch kabelgebundene Kopfhörer? Welche Unterschiede gibt es zwischen der kabellosen Kopfhörern?

  • Kabelgebundene Kopfhörer haben meist die höchste Qualität. Dies vorausgesetzt, dass man sie an einem sehr guten Verstärker anschließt, der des Kopfhörers würdig ist. Sie funktionieren jederzeit und brauchen nicht aufgeladen werden. Nachteilhaft ist, dass man nicht nur das Kabel zwischen dem Kopfhörer und der Musikquelle hat, sondern dass man wahlweise oder ruhig sitzen oder die Musikquelle mit sich tragen muss (was z.B. im Fall einer HiFi-Anlage recht schwierig gestalten sollte).
  • Funkkopfhörer mit proprietären Technik sind meist geschlossene oder offene Kopfhörer. Dabei sind in den Kopfhörern recht große Akkus verbaut, die dann auf dem Sendeteil, das unbedingt notwenig ist, aufgeladen werden. Der Radius um den Sender ist meist beachtlich groß, sodass man damit die komplette Wohnung abdeckt. Jedoch sind die Kopfhörer durch den Sender auf den Verbleib in der Wohnung (natürlich inklusive Terrasse und Vorgarten) beschränkt, da der Sendeeinhalt nicht mobil ist.
  • Funkkopfhörer mit Bluetooth ist die jüngste aller drei Gruppen. Durch die komplette digitale Übermittlung mit teilweise sehr guten Codecs kann hier die Qualität sogar die der kabelgebundenen Kopfhörer überschreiten. Vertreten sind hier alle Bauweisen, da es auch in-Ear-Kopfhörer gibt, die dieses Feature anbieten. Hier genießt man einerseits die Kabelfreiheit und man kann sich in einem gewissen Radius auch um das weggelegte Gerät herum bewegen. Diese ist aber deutlich kleiner, als bei denen mit proprietären Technik. Speziell die Akkus in den In-Ear-Kopfhörern sind recht klein und reichen nur für wenige Stunden je nach Lautstärke und Entfernung zur Musikquelle. Allerdings kann man die meisten Bluetooth-Musik-Quellen mit sich tragen und genießt dann immer noch den Vorteil des fehlenden Kabels, trotz der sehr großen Mobilität.

Worauf noch achten?

Natürlich auf die Passform. Es gibt nicht Schlimmeres, als ein schlecht sitzender Kopfhörer, der gegen das Ohr drückt.

Wichtig ist auch, wozu man den Kopfhörer verwenden will. Für den Genuss im Wohnzimmer kann man gut und gerne einen umschließenden Kopfhörer verwenden. Für eine sportliche Betätigung wie Joggen darf der Kopfhörer nicht allzu sehr auftragen, da ist eine leichte Konstruktion oder gar ein gut sitzender In-Ear-Kopfhörer geeignet.

Auch die Wahl der Materialien ist sehr wichtig. Diese liegen direkt auf dem Körper auf oder haben gar Kontakt mit dem Inneren der Ohren. Die großen Hersteller verwenden sicherlich mehrfach getestetes Material, aber wer weiß, was sich in den preiswerten Nachbauten aus China befindet.

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