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PC Kompass: Windows 11 August Update schließt Zero-Day – die Taskleiste wird wieder beweglich




Redaktion









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Microsoft verteilt ein wichtiges Sicherheitsupdate für Windows 11, während erste Nutzer von Problemen mit Spielen und Windows Hello berichten. Gleichzeitig bereitet der Konzern die überraschend flexible Rückkehr der verschiebbaren Taskleiste vor, AMD reagiert auf Schwachstellen im Firmware-TPM, und die hohen RAM-Preise werden für PC-Käufer immer stärker zum Problem.

Berichtszeitraum: 11. bis 18. August 2026

Das Windows 11 August Update ist das wichtigste PC-Thema der vergangenen sieben Tage, denn Microsoft schließt damit nicht nur Hunderte Sicherheitslücken innerhalb seines Produktportfolios, sondern beseitigt auch eine bereits aktiv ausgenutzte Schwachstelle im Windows-Kernel. Weil das Update automatisch verteilt wird und zeitgleich erste, bislang nicht offiziell bestätigte Problemberichte auftauchen, lohnt sich ein genauer Blick darauf, was tatsächlich dokumentiert ist, welche Meldungen noch mit Vorsicht behandelt werden müssen und warum eine pauschale Deinstallation des Sicherheitspakets derzeit keine gute Idee wäre.

Daneben zeichnet sich eine der sichtbarsten Änderungen an Windows 11 seit Jahren ab: Die Taskleiste soll sich wieder an allen vier Bildschirmrändern platzieren lassen. Noch befindet sich diese Funktion allerdings im Release-Preview-Kanal des Windows-Insider-Programms und ist damit nicht Bestandteil der regulären Windows-Version. Für PC-Nutzer ebenfalls relevant sind zwei von AMD bestätigte Schwachstellen in den Firmware-TPMs zahlreicher Ryzen-Prozessoren, ein weiter verschärfter Preisdruck bei DDR5-Arbeitsspeicher sowie eine bemerkenswert selbstbewusste Ankündigung von Intel für die kommende Desktop-Prozessorarchitektur Nova Lake.

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Windows 11 August Update schließt aktiv ausgenutzte Sicherheitslücke

Microsoft hat am 11. August das kumulative Sicherheitsupdate KB5121003 für Windows 11 24H2 und 25H2 veröffentlicht. Nach der Installation melden sich die beiden Versionen mit den Builds 26100.9168 beziehungsweise 26200.9168. Für weiterhin unterstützte Systeme mit Windows 11 23H2 steht parallel KB5120240 bereit. Es handelt sich nicht um ein freiwilliges Vorschaupaket, sondern um das reguläre monatliche Sicherheitsupdate, das über Windows Update automatisch heruntergeladen und installiert wird.

Besonders wichtig ist die Korrektur für CVE-2026-68820, eine Schwachstelle im Ancillary Function Driver for WinSock, kurz AFD.sys. Dieser tief im System arbeitende Windows-Treiber gehört zur Netzwerkarchitektur des Betriebssystems. Ein Angreifer, der bereits Code auf einem betroffenen Rechner ausführen kann, könnte die Lücke zur Erweiterung seiner Rechte missbrauchen und im schlimmsten Fall SYSTEM-Berechtigungen erhalten. Es handelt sich damit nicht um einen Angriff, bei dem der bloße Besuch einer Webseite automatisch ausreicht; die Schwachstelle kann jedoch als äußerst wirkungsvolles Glied innerhalb einer mehrstufigen Angriffskette dienen. Microsoft bestätigt ausdrücklich, dass CVE-2026-68820 bereits vor der Bereitstellung des Patches aktiv ausgenutzt wurde.

Insgesamt korrigiert Microsoft mit seinem August-Patchday laut einer Auswertung von PCWorld 398 neu dokumentierte Schwachstellen im gesamten Produktportfolio, wobei mehr als 200 Einträge verschiedene unterstützte Windows-Versionen betreffen. Solche Gesamtzahlen sollten nicht so verstanden werden, als befänden sich sämtliche Lücken auf jedem privaten Windows-PC, dennoch unterstreichen sie die Bedeutung des monatlichen Update-Pakets. Für normal genutzte PCs gilt deshalb eine klare Empfehlung: Das Sicherheitsupdate sollte zeitnah installiert und der erforderliche Neustart nicht über längere Zeit aufgeschoben werden.

Mit KB5121003 übernimmt Microsoft außerdem Änderungen aus dem optionalen Vorschau-Update vom 28. Juli. Dazu zählen unter anderem Verbesserungen am Datei-Explorer und an der Windows-Suche, leichter verständliche Größenangaben für Dateien sowie eine erweiterte Unterstützung externer Fingerabdrucksensoren durch Windows Hello Enhanced Sign-in Security. Auf unterstützten Copilot+-PCs kann zudem die lokale Komponente für die -Bilderzeugung entfernt werden. Einige dieser Funktionen werden über einen kontrollierten Rollout freigeschaltet, sodass sie trotz installiertem Update nicht zwangsläufig auf allen Rechnern zur gleichen Zeit erscheinen.

Erste Problemberichte sind noch nicht offiziell bestätigt

Während Microsoft zum Redaktionsschluss keine bekannten Probleme für KB5121003 aufführt, berichtet PCWorld unter Berufung auf Nutzer- und Entwicklerangaben von Abstürzen einzelner Spiele, schwarzen Bildschirmen, Auffälligkeiten bei HDR beziehungsweise hohen Bildwiederholraten und beschädigten Windows-Hello-PIN-Konfigurationen. Unter anderem sollen ARC Raiders und The Finals betroffen sein, wobei eine mögliche Verbindung zum älteren Low-Level-Treiber inpoutx64.sys untersucht wird.

Der derzeitige Informationsstand reicht nicht aus, um von einem allgemeinen Fehler des August-Updates zu sprechen. Die Berichte betreffen unterschiedliche Konfigurationen, Microsoft hat sie bislang nicht in seine offizielle Liste bekannter Probleme aufgenommen, und eine Deinstallation würde zugleich die gerade veröffentlichten Sicherheitskorrekturen entfernen. Wer keine Schwierigkeiten feststellt, sollte das Update deshalb installiert lassen. Betroffene Nutzer sollten zunächst die Aktualisierungen und Hinweise des jeweiligen Spiele-, Treiber- oder Geräteherstellers prüfen, anstatt auf Verdacht Systemtreiber zu löschen oder das gesamte Sicherheitspaket zurückzunehmen.

Hauptquellen: Microsoft zu KB5121003 für Windows 11 24H2 und 25H2, Microsoft Security Response Center zu CVE-2026-68820
Weitere Quelle: PCWorld zur Schwachstelle und den ersten Problemberichten

Die Windows-11-Taskleiste soll wieder an alle Bildschirmränder dürfen

Eine der seit dem Start von Windows 11 am häufigsten kritisierten Einschränkungen könnte bald verschwinden. Microsoft testet im Release-Preview-Kanal die Windows-11-Builds 26100.9267 und 26200.9267, in denen sich die Taskleiste nicht mehr ausschließlich am unteren Bildschirmrand befindet, sondern wahlweise oben, links oder rechts angeordnet werden kann. Ergänzend kehrt eine Option für kleinere Schaltflächen zurück. Bei einer seitlich platzierten Taskleiste bestehen allerdings noch Einschränkungen: Das vollständige Suchfeld und die kleinere Darstellung werden zunächst nur bei einer Positionierung am oberen oder unteren Rand unterstützt.

Microsoft überarbeitet gleichzeitig das Startmenü und erlaubt eine kleine, große oder automatisch angepasste Darstellung. Der bisherige Bereich „Empfohlen“ wird in „Zuletzt verwendet“ umbenannt, einzelne Bereiche lassen sich ausblenden, und die Anzeige angehefteter Apps kann stärker an den persönlichen Bedarf angepasst werden. Die Windows-Suche soll deutlicher erkennen lassen, aus welcher Quelle ein Treffer stammt, während Nutzer Web- und Microsoft-Store-Vorschläge separat steuern können. Hinzu kommen ein reaktionsschnellerer Datei-Explorer, flüssigere Wechsel zwischen virtuellen Desktops und ein verändertes Verhalten nach Update-Neustarts, durch das zuvor schlafende Geräte anschließend wieder in den Energiesparzustand zurückkehren sollen.

Für Unternehmen testet Microsoft außerdem den sogenannten Administratorschutz, bei dem erhöhte Berechtigungen nur für eine konkrete Aufgabe und für begrenzte Zeit vergeben werden. Die Funktion ist standardmäßig ausgeschaltet, lässt sich über Gruppenrichtlinien oder Microsoft Intune verwalten und wird von Microsoft ausdrücklich nicht als eigenständige Sicherheitsgrenze bezeichnet. Gleichzeitig entfernt das Unternehmen das veraltete WMIC-Werkzeug aus Windows 11 24H2 und 25H2; die zugrunde liegende Windows Management Instrumentation bleibt dagegen unterstützt.

Entscheidend ist der Status: Sämtliche genannten Änderungen befinden sich am 18. August noch im Release-Preview-Kanal und damit nicht in der allgemein verfügbaren stabilen Windows-Version. Zudem erfolgt die Freischaltung schrittweise. Reguläre Nutzer müssen nichts unternehmen und sollten insbesondere nicht allein wegen der beweglichen Taskleiste auf einen Insider-Kanal wechseln. Eine konkrete Veröffentlichung für alle unterstützten Windows-11-PCs hat Microsoft bislang nicht garantiert.

Hauptquelle: Microsoft: Windows 11 Release Preview Build 26100.9267 und 26200.9267

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AMD bestätigt zwei Schwachstellen in Firmware-TPMs zahlreicher Ryzen-PCs

AMD hat mit CVE-2026-6726 und CVE-2026-6727 zwei Sicherheitsprobleme bestätigt, die auf Fehler in der TPM-2.0-Referenzimplementierung zurückgehen und nach Einschätzung des Unternehmens auch die Firmware-TPMs zahlreicher AMD-Plattformen betreffen. TPMs spielen unter Windows 11 unter anderem bei der Geräteidentität, kryptografischen Schlüsseln, BitLocker und der Überprüfung der Systemintegrität eine wichtige Rolle.

Die erste Schwachstelle wird mit einem Schweregrad von 8,5 bewertet und könnte einem lokalen Angreifer mit bereits erhöhten Berechtigungen ermöglichen, gefälschte TPM-Schlüssel oder Attestierungen zu erzeugen. Die zweite Lücke erreicht einen Wert von 8,3 und betrifft einen zeitbasierten Seitenkanal bei RSA-OAEP-Berechnungen, über den unter bestimmten Voraussetzungen geschützte Daten entschlüsselt oder TPM-Attestierungen manipuliert werden könnten. Auch hier sind lokale, weitreichende Zugriffsrechte erforderlich. Für Privatnutzer handelt es sich daher nicht um einen unkomplizierten Fernangriff, den ein beliebiger Angreifer direkt aus dem Internet auslösen könnte.

Die Liste potenziell betroffener Produkte ist dennoch ausgesprochen lang und reicht über zahlreiche Desktop- und Mobile-Generationen der Ryzen-3000- bis Ryzen-9000-Familien, Ryzen AI 300 und 400, Ryzen Threadripper, Athlon sowie verschiedene Embedded-Plattformen. Die Korrekturen werden über aktualisierte Plattform-Firmware und damit in der Praxis meistens über BIOS- beziehungsweise UEFI-Updates der Notebook-, Komplett-PC- oder Mainboard-Hersteller ausgeliefert. AMD hat entsprechende Firmwarestände an seine Partner weitergegeben, die tatsächliche Verfügbarkeit kann sich je nach Modell und Hersteller jedoch unterscheiden.

Besitzer eines betroffenen AMD-Systems sollten deshalb die Supportseite ihres konkreten Geräte- oder Mainboard-Modells kontrollieren und ausschließlich ein dafür vorgesehenes Firmware-Update verwenden. Ein beliebiges BIOS eines ähnlich bezeichneten Modells, das eigenständige Löschen des TPM oder andere undokumentierte Eingriffe sind keine geeigneten Abkürzungen.

Hauptquelle: AMD-Sicherheitsbulletin AMD-SB-7064

DDR5-Arbeitsspeicher wird zum entscheidenden Kostenfaktor

Eine aktuelle Auswertung von Tom’s Hardware auf Grundlage von US-Preisdaten des Preisvergleichs PCPartPicker zeigt, wie drastisch sich der Markt für DDR5-Arbeitsspeicher innerhalb eines Jahres verändert hat. Abhängig von Kapazität und Geschwindigkeit liegen die beobachteten Preissteigerungen bei mehreren populären Speicherklassen zwischen rund 355 und 485 Prozent. Ein Kit aus zweimal 16 Gigabyte DDR5-6000 verteuerte sich in der Auswertung um 429 Prozent, während zweimal 32 Gigabyte derselben Geschwindigkeitsklasse um 473 Prozent zulegten. Einzelne besonders große Kits erreichen inzwischen Preise, die noch vor einem Jahr für einen vollständigen High-End-PC gereicht hätten.

Auch der deutsche Markt bewegt sich in dieselbe Richtung. Der von 3DCenter anhand lieferbarer Geizhals-Angebote ermittelte DDR5-Preisindex lag bereits Mitte Juli bei 448 Prozent des Preisniveaus vom Juli 2025. Das bedeutet mathematisch das 4,48-Fache beziehungsweise eine Steigerung um 348 Prozent – nicht „448 Prozent mehr“, wie derartige Indexwerte gelegentlich missverständlich wiedergegeben werden. Besonders schmerzhaft ist die Entwicklung für Nutzer, die 32, 64 oder noch mehr Gigabyte für lokale KI-Anwendungen, Content-Produktion, virtuelle Maschinen oder anspruchsvolle Spiele-PCs benötigen.

Für Käufer verändert sich damit die gesamte Kalkulation eines neuen Rechners. Bei Notebooks mit fest verlötetem Speicher gewinnt eine ausreichend große Werkskonfiguration an Bedeutung, während bei Desktop-PCs der vermeintlich günstige Selbstbau nicht mehr automatisch die preiswerteste Lösung sein muss. Komplettsysteme können zeitweise von früher abgeschlossenen Lieferverträgen profitieren, zugleich dürfen ungewöhnlich günstige Einzelangebote nicht ohne Prüfung von Händler, Garantie und tatsächlicher Lieferbarkeit als neuer Marktpreis betrachtet werden. Ein Panikkauf lässt sich aus den Daten nicht ableiten; vor einer Neuanschaffung lohnt sich aber ein vollständiger Vergleich von Arbeitsspeicher, Mainboard, Komplett-PC und gewünschter Endkonfiguration. Wie stark die Speicherknappheit inzwischen über den klassischen PC-Markt hinausreicht, haben wir bereits in unserer Einordnung zu Lieferengpässen und steigenden Gerätepreisen betrachtet.

Hauptquelle: Tom’s Hardware zur Entwicklung der DDR5-Preise
Deutschland-Vergleich: 3DCenter: Speicherkrise-Preisindex Juli 2026

Intel verspricht mit Nova Lake einen neuen Kern zuerst für Desktop-PCs

Intel will bei seiner kommenden Prozessorgeneration offenbar wieder stärker um anspruchsvolle Desktop-Nutzer kämpfen. In einem Interview mit Tom’s Hardware erklärte Intel-Manager Robert Hallock, dass ein neuer Prozessorkern zuerst im Desktop-Segment erscheinen werde, und stellte dabei eine deutlich ambitioniertere Produktfolge bis zum Ende des Jahrzehnts in Aussicht. Tom’s Hardware ordnet die Aussage der erwarteten Nova-Lake-Generation zu.

Mehr als ein strategisches Signal ist das zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht. Intel hat in dem Interview weder verlässliche Taktraten noch Modellnamen, Preise, unabhängige Leistungsdaten oder einen konkreten Verkaufstermin genannt. Auch kursierende Angaben zu Kernzahlen und Architekturen bleiben Gerüchte, solange Intel sie nicht offiziell bestätigt. Für einen aktuell notwendigen PC-Kauf ist die Ankündigung deshalb kein belastbarer Grund, monatelang zu warten; sie zeigt jedoch, dass Intel nach den durchwachsenen Reaktionen auf Arrow Lake wieder größere Erwartungen an seine Desktop-Roadmap knüpft.

Hauptquelle: Tom’s Hardware: Interview mit Intel zu Nova Lake

Wochenfazit

Das Windows 11 August Update sollte auf unterstützten PCs zeitnah installiert werden, weil es eine bereits aktiv ausgenutzte Kernel-Schwachstelle schließt. Die ersten Berichte über Spielabstürze, Bildprobleme und fehlerhafte Windows-Hello-PINs verdienen Aufmerksamkeit, rechtfertigen ohne eigene Probleme und ohne offizielle Bestätigung aber keine vorsorgliche Deinstallation. Die Rückkehr der beweglichen Taskleiste ist die sichtbarste Windows-Neuerung der Woche, bleibt vorerst jedoch eine Vorschau ohne garantierten Termin für die allgemeine Freigabe.

AMD-Nutzer sollten parallel prüfen, ob ihr Geräte- oder Mainboard-Hersteller eine aktualisierte Firmware für die beiden TPM-Schwachstellen bereitstellt. Wer einen neuen PC plant, muss außerdem deutlich genauer auf die Speicherkonfiguration schauen, denn DDR5 ist vom gewöhnlichen Bauteil zum bestimmenden Kostenfaktor geworden. Intels Nova-Lake-Ausblick bleibt dagegen vorerst Zukunftsmusik: interessant für die langfristige Entwicklung des Desktop-Marktes, aber noch zu unkonkret für eine heutige Kaufentscheidung.

Weitere Ausgaben und Aktualisierungen dieser Artikelserie sammeln wir in der GadgetChecks-Kategorie PC Kompass.

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