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Apple Daily: iPhone Ultra wird zum Preisrisiko – während Apple Wallet, AirPods und Alltag stärker ausbaut

Apple Daily: iPhone Ultra wird zum Preisrisiko – während Apple Wallet, AirPods und Alltag stärker ausbaut

Apple arbeitet derzeit an zwei sehr unterschiedlichen Fronten. Auf der einen Seite baut das Unternehmen sein Ökosystem tiefer in den Alltag der Nutzer ein: Wallet soll mehr Karten, Hotelinformationen, Ausgabenübersichten und KI-Funktionen erhalten, Invites wird für gemeinsame Eventplanung erweitert, die Wetter-App wird übersichtlicher, AirPods bekommen neue Beta-Firmware für iOS 27 und watchOS 27 geht in die zweite Testrunde. Auf der anderen Seite wachsen die Risiken: Das erwartete faltbare iPhone Ultra könnte im ersten Jahr massiv an Wert verlieren, vertrauliche Apple-Dateien sollen nach einem Angriff auf einen Zulieferer im Dark Web gelandet sein, und chinesische Entwickler erhöhen den kartellrechtlichen Druck auf den App Store.

Dazu kommt ein neuer Konkurrent im Bereich der KI-Wearables. Meta bringt eigene Smart Glasses ab 299 US-Dollar auf den Markt und macht damit deutlich, dass Apple bei künftigen Brillen oder AirPods mit Kameras nicht in einen leeren Markt starten wird. Während Apple also weiter an Premium-Hardware und eng verzahnten Diensten arbeitet, entstehen genau dort neue Fragen: Wie teuer darf die nächste Geräteklasse werden? Wie sicher ist die Lieferkette? Und wie viel Kontrolle über Apps, Zahlungen und Alltagsdienste kann Apple langfristig behalten?

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Das iPhone Ultra könnte zum teuersten Risiko im Apple-Portfolio werden

Das erwartete faltbare iPhone bleibt eines der spannendsten Apple-Produkte der kommenden Jahre. Doch ein neuer Blick auf den Wiederverkaufswert zeigt, dass der mögliche Kaufpreis nur ein Teil der Rechnung wäre. Nach einer Analyse von SellCell verlieren faltbare Smartphones im Durchschnitt innerhalb von zwölf Monaten 64,6 Prozent ihres Werts. Klassische Smartphones verlieren im selben Zeitraum durchschnittlich 55,3 Prozent. Für Besitzer eines Foldables bedeutet das laut der Untersuchung einen durchschnittlichen Verlust von 997,69 US-Dollar nach einem Jahr, während klassische Smartphone-Käufer im Schnitt 605,32 US-Dollar verlieren.

Für Apples erstes Foldable ist diese Zahl besonders relevant, weil das Gerät seit Monaten mit einem Preis von rund 2.000 US-Dollar gehandelt wird. Sollte ein faltbares iPhone diesen durchschnittlichen Foldable-Wertverlust übernehmen, bliebe nach einem Jahr nur noch ein geschätzter Wiederverkaufswert von etwa 708 US-Dollar. Der Verlust läge damit bei rund 1.292 US-Dollar. Das wäre selbst für ein Premium-iPhone ungewöhnlich hoch.

Allerdings hat Apple einen wichtigen Vorteil: iPhones halten ihren Wert traditionell besser als viele Android-Geräte. SellCell kommt in der Analyse zu dem Ergebnis, dass die iPhone-16-Reihe nach zwölf Monaten durchschnittlich 51,5 Prozent ihres Startpreises behalten hat. OnePlus lag bei 46,8 Prozent, Google bei 40,8 Prozent, Samsung bei 39,5 Prozent und Motorola bei 24,5 Prozent. Sollte ein faltbares iPhone näher an Apples üblichen Werten liegen, könnte es nach einem Jahr ungefähr 1.030 US-Dollar wert sein. Auch das wäre ein hoher Verlust, aber deutlich besser als der Durchschnitt heutiger Foldables.

Für Apple liegt darin ein strategisches Problem. Das iPhone Ultra müsste nicht nur technisch überzeugen, sondern auch Vertrauen in eine Geräteklasse schaffen, die bislang stark unter Wertverlust, Haltbarkeitsfragen und hohen Einstiegspreisen leidet. Bei normalen iPhones ist der Wiederverkaufswert ein stiller Teil des Kaufarguments. Viele Nutzer rechtfertigen hohe Preise damit, dass sie das Gerät später noch zu einem guten Preis verkaufen können. Bei einem Foldable könnte diese Rechnung deutlich unsicherer werden.

Wenn Apple das Gerät tatsächlich als iPhone Ultra positioniert, dürfte der Konzern genau diese Unsicherheit auffangen müssen. Langer Software-Support, robuste Scharniere, geringe Displayfalten, AppleCare-Angebote und ein starkes Trade-In-Programm könnten entscheidend werden. Denn bei einem Gerät um 2.000 US-Dollar ist nicht nur die Frage, was es beim Kauf kostet. Entscheidend wird auch, wie viel Vertrauen der Markt dem Gerät nach einem Jahr noch entgegenbringt.

Dark-Web-Leak und App-Store-Beschwerde setzen Apple unter Druck

Während das iPhone Ultra als Premiumprodukt neue finanzielle Risiken für Käufer mitbringt, steht Apple an anderer Stelle vor Vertrauens- und Regulierungsfragen. Ein Vorfall bei Tata Electronics zeigt, wie empfindlich Apples Lieferkette geworden ist. Nach Angaben von Reuters bestätigte Tata Electronics einen Cybersecurity-Vorfall, nachdem Sicherheitsforscher berichtet hatten, dass die Ransomware-Gruppe World Leaks mehr als 200.000 Dateien mit Bezug zu Apple und Tesla veröffentlicht habe.

Tata erklärte gegenüber Reuters, der Vorfall sei vor einigen Wochen erkannt worden, interne Reaktionsprotokolle seien sofort aktiviert worden und der Betrieb sei nicht beeinträchtigt. Apple selbst äußerte sich zunächst nicht öffentlich. Eine mit dem Vorgang vertraute Quelle sagte Reuters jedoch, Apple untersuche den Vorfall und eine vollständige Analyse laufe.

Die angeblich veröffentlichten Dateien sollen unter anderem Komponentendesigns, Spezifikationen, Qualitätsprüfunterlagen für iPhone-Leiterplatten, E-Mails, mehrjährige Event-Logs sowie Passkopien von Mitarbeitern enthalten. Reuters konnte die Dokumente nicht unabhängig verifizieren, schrieb aber, dass sie laut Forschern seit mindestens dem 10. Juni im Dark Web verfügbar seien. Für Apple ist das brisant, weil Tata Electronics zu den wichtigsten Fertigungspartnern außerhalb Chinas zählt. Der Vorfall zeigt, dass Apples Diversifizierung der Lieferkette zwar geopolitische Abhängigkeiten reduzieren kann, gleichzeitig aber neue Sicherheitsflächen entstehen.

Parallel wächst der regulatorische Druck auf den App Store weiter. Laut South China Morning Post haben 48 chinesische iOS-Entwickler eine Kartellbeschwerde bei Chinas State Administration for Market Regulation eingereicht. Die Entwickler werfen Apple vor, seine Marktmacht auszunutzen und lokale Entwickler mit unfair hohen Kosten zu belasten. Konkret geht es um App-Store-Provisionen und die Behauptung, Apple habe dem chinesischen Markt nicht den niedrigsten Provisionssatz angeboten.

Apple verlangt in China derzeit 25 Prozent Provision auf bezahlte Apps und In-App-Käufe. Zuvor waren es 30 Prozent. Bei Abo-Verlängerungen sowie für qualifizierte Entwickler in Apples Small Business und Mini Apps Partner Program fiel die Gebühr von 15 auf 12 Prozent. Die Beschwerde verweist darauf, dass Apple in anderen Märkten stärker nachgegeben hat. In Brasilien senkte Apple die Provision zuletzt auf 10 bis 21 Prozent plus 5 Prozent Bearbeitungsgebühr und erlaubt dort alternative App-Marktplätze gegen eine Gebühr von 5 Prozent. In Japan gab es ähnliche Anpassungen.

Damit steht Apple erneut vor demselben Grundkonflikt. Das Unternehmen argumentiert traditionell mit Sicherheit, Qualität und einer einheitlichen Nutzererfahrung. Entwickler und Regulierer sehen dagegen eine Plattform, die Zugang, Zahlungen und Vertrieb zu stark kontrolliert. Je wichtiger Wallet, Invites, AirPods, Watch und iPhone als zusammenhängendes Ökosystem werden, desto größer wird auch die regulatorische Aufmerksamkeit für jene Stellen, an denen Apple den Zugang kontrolliert.

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Wallet, Invites und Weather machen iOS 27 alltagstauglicher

Trotz dieser Risiken entwickelt Apple seine Alltagsdienste deutlich weiter. Besonders die Wallet-App bekommt in iOS 27 einen breiteren Aufgabenbereich. Apple erweitert digitale Pässe, sodass Mitgliedschaften, Geschenkkarten, Kundenkarten und Bonuskarten künftig ein auffälligeres „Poster Generic“-Design mit vollflächigen Hintergrundbildern, Logos, Kopffeldern, Fußzeilen, Hauptfeldern und optionalem Barcode nutzen können. Pässe können außerdem bis zu zwei Aktionsbuttons enthalten, etwa für Wegbeschreibungen zu einem Veranstaltungsort oder zum Prüfen eines Punkteguthabens.

Wichtig ist auch die Echtheitsprüfung. Nutzer können künftig das Zertifikat des Herausgebers prüfen, um sicherzustellen, dass ein digitaler Pass legitim ist. Hinzu kommen vier neue Barcode-Typen: EAN-13, Code 39, Codabar und ITF. Für Entwickler gibt es zusätzlich eine neue Pass-Designer-App für den Mac, die das Erstellen von Wallet-Pässen mit einem WYSIWYG-Editor erleichtern soll.

Noch praktischer ist die neue Funktion „Create a Pass“. Mit Visual Intelligence können Nutzer Tickets, Mitgliedschaften oder andere physische Karten scannen und daraus einen digitalen Wallet-Pass erstellen. Funktioniert der Pass über Barcode oder QR-Code, kann Wallet ihn direkt übernehmen. Alternativ lassen sich Pässe manuell anlegen. Vorlagen gibt es unter anderem für Standardpässe, Mitgliedschaften und Events. Apple erlaubt dabei Felder wie Name, Ort, Eintrittsart, Datum, Kontakt, Coupon-Code, Fahrzeugidentifikationsnummer oder Versicherungsdaten.

Wallet wird außerdem stärker zur Finanz- und Reisezentrale. Digitale Hotelzimmerschlüssel können mehr Informationen zur Reise anzeigen, darunter gebuchte Aktivitäten oder verfügbare Services. Über Apple Intelligence lassen sich Rechnungen per Foto aufteilen: Visual Intelligence erkennt Positionen auf dem Beleg, Nutzer wählen aus, was sie konsumiert haben, und Steuer sowie Trinkgeld werden automatisch berechnet. Die Zahlung läuft über Apple Cash, bleibt damit aber auf die USA beschränkt.

Mit „Insights“ kommt eine weitere Funktion hinzu, die Finanzkonten in Wallet sichtbar machen soll. Nutzer können Ausgaben, wiederkehrende Transaktionen, Kontostände und weitere Finanzinformationen überwachen. Die Funktion baut auf Connected Accounts auf und funktioniert mit Finanzinstituten, die Connected Cards unterstützen, darunter mehrere britische Banken. Gleichzeitig wird das Order-Tracking in iOS 27 auf Australien und Kanada ausgeweitet, nachdem es zuvor auf die USA und Großbritannien beschränkt war. Tap to Share soll außerdem den digitalen Checkout bei teilnehmenden Händlern beschleunigen.

Auch Apple Invites wird alltagstauglicher. Im App Store beschreibt Apple die App als Werkzeug zum Erstellen, Planen und Feiern von Events. Mit dem neuen Update erhält Invites Co-Hosting, sodass zwei oder mehr Personen eine Party oder Veranstaltung gemeinsam planen und verwalten können. Dazu kommen neue Event-Hintergründe für Anlässe wie Kaffee-Treffen, Boba-Runden oder Eiscreme-Verabredungen. Gastgeber können außerdem festlegen, ob eingeladene Gäste für alle Teilnehmer sichtbar sind. Die Funktion ist mehr als Kosmetik: Apple macht aus Invites schrittweise ein kleines soziales Organisationswerkzeug innerhalb von iCloud.

Die Wetter-App wird in iOS 27 nicht durch KI erweitert, aber deutlich übersichtlicher. Oben erscheint künftig ein neuer Highlights-Bereich mit den wichtigsten Tagesinformationen. Die Bedingungen lassen sich nicht mehr nur nach Temperatur und aktuellem Wetter anzeigen, sondern auch nach Niederschlag oder Wind. Bei Niederschlag sieht man die Regenwahrscheinlichkeit pro Stunde, bei Wind eine Aufschlüsselung der Windgeschwindigkeit. Auch die 10-Tage-Ansicht passt sich diesen Modi an, sodass Nutzer schneller erkennen können, wie sich Regen oder Wind über mehrere Tage entwickeln. Neu ist außerdem ein extra großes Home-Screen-Widget, das eine komplette App-Seite einnehmen kann.

Diese Änderungen wirken einzeln klein, verfolgen aber dieselbe Richtung. Apple möchte nicht nur Geräte verkaufen, sondern mehr alltägliche Entscheidungen über eigene Apps abbilden: bezahlen, reisen, Karten speichern, Veranstaltungen planen, Wetter prüfen und Rechnungen aufteilen. Genau dadurch wächst der Nutzen des Ökosystems. Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von Apples eigenen Diensten.

watchOS 27 und AirPods zeigen den Ausbau der persönlichen Plattform

Auch Wearables und Audio werden weiter in Apples Plattformstrategie eingebunden. Apple hat die zweite Entwicklerbeta von watchOS 27 veröffentlicht. Die Installation erfolgt über die Watch-App auf dem iPhone mit kostenlosem Entwicklerkonto. Die Apple Watch muss auf dem Ladegerät liegen, mit WLAN verbunden sein und mindestens 50 Prozent Akku haben. Die Beta steht für alle mit watchOS 27 kompatiblen Modelle bereit, mit Ausnahme der Apple Watch Ultra 3.

watchOS 27 bringt Siri AI auf die Uhr. Die neue Siri soll Gespräche führen, auf allgemeines Wissen und persönliche Daten zugreifen und Informationen besser finden können. Voraussetzung ist allerdings ein iPhone mit Apple-Intelligence-Unterstützung, also mindestens ein iPhone 15 Pro oder neuer. Auf der Uhr gibt es zudem ein dynamisches App-Raster, das von Siri vorgeschlagene Apps hervorhebt, sowie intelligentere Smart-Stack-Vorschläge. Nutzer können etwa das geparkte Auto finden, angeheftete Nachrichten sehen, Geräuschwarnungen erhalten oder Identitäts- und ÖPNV-Karten anzeigen.

Liquid Glass wurde laut Beta überarbeitet, um die Lesbarkeit zu verbessern. Workout Buddy funktioniert nun auch ohne iPhone in der Nähe und erhält zusätzliche Metriken, darunter progressive Steigerungen bei Distanz, Tempo oder Dauer. Außerdem gibt es eine neue kombinierte „Wo ist?“-App mit Precision Finding sowie Leistungsoptimierungen für bessere Akkulaufzeit.

Parallel testet Apple neue AirPods-Firmware. Die Beta mit Buildnummer 9A5304b ist für AirPods Pro 2, AirPods Pro 3, AirPods 4 und AirPods Max 2 verfügbar, derzeit allerdings nur für Entwickler. In iOS 27, iPadOS 27 und macOS Golden Gate führt Apple eine neue AirPods-Oberfläche und Unterstützung für Custom EQ ein. Außerdem werden die AirPods mit Siri AI kompatibel.

Custom EQ ist ein wichtiger Schritt, weil Apple den Klang stärker personalisiert, ohne die Bedienung aus dem eigenen System herauszulösen. Zusammen mit Siri AI verschiebt sich die Rolle der AirPods: Sie sind nicht mehr nur Kopfhörer, sondern ein direkter Zugang zu Apples Assistenten, zu Audio-Anpassungen und künftig möglicherweise zu weiteren Kontextfunktionen. Dass Apple seit iOS 26, iPadOS 26 und macOS Tahoe Beta-Firmware direkt über die AirPods-Einstellungen aktivieren lässt, zeigt zudem, dass AirPods stärker wie eigenständige Plattformgeräte behandelt werden.

Genau hier wird der Blick auf AirPods Ultra interessant. Apple arbeitet Gerüchten zufolge an Premium-AirPods mit Kameras, die Siri und Visual Intelligence zusätzliche Umgebungsinformationen liefern könnten. Noch sind diese Geräte nicht angekündigt, doch die aktuelle Entwicklung der AirPods-Firmware zeigt, dass Apple seine Audiohardware stärker für intelligente Funktionen vorbereitet. In Kombination mit watchOS 27 entsteht eine persönliche Plattform aus Uhr, Kopfhörern, iPhone und KI-Assistent.

Meta greift bei Smart Glasses an

Während Apple seine Wearables weiterentwickelt, erhöht Meta den Druck im Markt für KI-Brillen. Metahat mit Adventurer und Fury erstmals Smart Glasses unter eigener Marke vorgestellt, statt ausschließlich auf Ray-Ban oder Oakley zu setzen. Beide Modelle kosten 299 US-Dollar und liegen damit 80 US-Dollar unter den Ray-Ban Meta Wayfarer der zweiten Generation. Zusätzlich gibt es das Modell Starfire, das in Zusammenarbeit mit Kylie Jenner entwickelt wurde und 399 US-Dollar kostet.

Die Fertigung übernimmt weiterhin EssilorLuxottica, der Mutterkonzern von Ray-Ban und Oakley. Dennoch setzt Meta die eigene Marke deutlich sichtbarer auf Produkt und Verpackung. Die Adventurer hat eine rechteckige Wayfarer-ähnliche Form und ist in Standard- sowie Large-Größe erhältlich. Die Fury ist ähnlich geformt, fällt aber dicker aus. Die Starfire setzt auf eine schmalere ovale Form, einen kleinen Schmuckstein am rechten Glas nahe der Kamera, ein Metall-Nasenpad gegen Make-up-Rückstände und eine KI-generierte Version von Kylie Jenners Stimme für Assistent und Onboarding.

Technisch übernehmen die Modelle viele Funktionen der bisherigen Ray-Ban Meta Gen 2: 12-Megapixel-Kamera, 3K-Videoaufnahme, fünf Mikrofone und acht Stunden Akkulaufzeit. Das Case liefert rund 40 zusätzliche Stunden. Außerdem bietet Meta einen separaten Charging Stand an. Zwischen Adventurer und Fury gibt es 26 Farb- und Glaskombinationen, darunter Tortoise, Schwarz, Grün, Übergangsgläser, polarisierte Gläser und klare Linsen. Korrektionsgläser werden im Bereich von -12 bis +2,25 unterstützt.

Meta integriert außerdem das Muse Spark AI-Modell, das bessere Antworten liefern und Live-Übersetzungen in 14 zusätzlichen Sprachen ermöglichen soll, darunter Mandarin, Koreanisch, Japanisch, Arabisch und Hindi. Insgesamt werden damit 20 Sprachen unterstützt. Eine neue Dynamic-Photo-Funktion nimmt mehrere Bilder auf und wählt das beste aus. Fußgänger-Navigation mit Schritt-für-Schritt-Hinweisen soll ebenfalls auf die Kamerabrillen kommen.

Nach Angaben von Bloomberg erwägt Meta zusätzlich eine Version ohne Kamera, die sich stärker auf Telefonate, Medienwiedergabe und KI-Interaktion per Audio konzentrieren würde. Eine solche Variante könnte günstiger und modisch flexibler sein, weil weniger Technik im Rahmen untergebracht werden muss.

Meta adressiert Apple dabei ungewöhnlich offen. Alex Himel bezeichnete Apple in diesem Bereich als ernstzunehmenden Konkurrenten und verwies auf Apples Stärke bei Hardware, Design und der Verbindung mit dem Smartphone. Genau darin liegt Apples Vorteil – aber auch die Herausforderung. Wenn Apple 2027 eigene Smart Glasses oder kameraunterstützte AirPods bringt, trifft das Unternehmen auf einen Markt, in dem Meta bereits Preise, Formfaktoren, Modepartnerschaften und KI-Funktionen testet.

Für Apple bedeutet das: Premium allein wird nicht reichen. Wenn Meta vollwertige Kamerabrillen ab 299 US-Dollar anbietet, muss Apple entweder mit deutlich besserer Integration, besserem Datenschutz, höherer Qualität oder einem ganz anderen Nutzungserlebnis überzeugen. Der Wettbewerb um KI-Wearables beginnt also nicht erst mit Apples Einstieg. Er läuft bereits.

Einordnung: Apple gewinnt den Alltag, muss aber Vertrauen verteidigen

Die aktuellen Meldungen zeigen ein Apple-Ökosystem, das sich in den Alltag der Nutzer tiefer hineinbewegt. Wallet soll Karten, Pässe, Konten, Rechnungen, Hotels und Einkäufe bündeln. Invites wird zur sozialen Planungs-App. Weather zeigt wichtige Informationen schneller. watchOS 27 bringt Siri AI und bessere persönliche Vorschläge ans Handgelenk. AirPods erhalten neue Firmware für eine stärkere Personalisierung und KI-Anbindung.

Gleichzeitig wird diese Strategie riskanter. Das iPhone Ultra könnte als erstes Foldable von Apple ein technischer Meilenstein werden, aber durch seinen möglichen Wertverlust Käufer abschrecken. Der Dark-Web-Leak bei Tata zeigt, dass Apples Lieferkette nicht nur effizient, sondern auch extrem gut geschützt sein muss. Die neue App-Store-Beschwerde aus China macht deutlich, dass Apples Plattformkontrolle weltweit weiter infrage gestellt wird. Und Meta zeigt mit 299-Dollar-Smart-Glasses, dass Apple im kommenden KI-Wearable-Markt nicht allein über Premiumpreise definieren kann, was ein gutes Produkt ist.

Der rote Faden ist damit klar: Apple baut nicht nur neue Funktionen. Apple baut Gewohnheiten. Wer Wallet nutzt, Invites verwendet, AirPods mit Siri verbindet, die Watch für Training und Alltag trägt und später vielleicht ein iPhone Ultra oder eine Apple-Brille kauft, bewegt sich immer tiefer in Apples System. Genau das macht die Produkte wertvoll – und genau deshalb werden Sicherheit, Preisstabilität, Wettbewerb und Vertrauen entscheidender.

Für Nutzer ist das Ergebnis ambivalent. iOS 27 und watchOS 27 bringen praktische Verbesserungen, die den Alltag wirklich erleichtern können. Gleichzeitig wächst die Frage, wie teuer der Zugang zur neuesten Apple-Erfahrung wird und wie stark man sich an Dienste, Hardware und Plattformregeln bindet. Apple kann diese Entwicklung nur dann erfolgreich fortsetzen, wenn das Unternehmen nicht nur bessere Geräte baut, sondern auch glaubwürdig zeigt, dass Daten, Preise und Plattformmacht verantwortungsvoll behandelt werden.

Die nächsten Monate werden deshalb weniger von einer einzelnen Produktankündigung geprägt sein als von einer größeren Vertrauensfrage: Kann Apple sein Ökosystem so stark ausbauen, ohne dass Nutzer, Entwickler und Regulierer das Gefühl bekommen, die Kontrolle zu verlieren?


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