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Chrome 155 schließt kritische Sicherheitslücke beim Vorladen von Webseiten




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Google hat für Chrome 155 ein Sicherheitsupdate mit zehn Korrekturen veröffentlicht. Darunter ist eine als kritisch eingestufte Schwachstelle beim Vorladen von Webseiten. Die am 15. Oktober angekündigte Aktualisierung betrifft Windows, macOS und Linux. Eine aktive Ausnutzung bestätigt Google in der Veröffentlichung nicht.

Für den regulären Desktop-Kanal nennt das Chrome-Team die Versionen 155.0.8059.84 beziehungsweise .85 unter Windows und macOS sowie 155.0.8059.84 unter Linux. Die Verteilung erfolgt schrittweise. Wer Chrome regelmäßig nutzt, sollte die verfügbare Aktualisierung prüfen und einen angebotenen Neustart durchführen. Die Einzelheiten stehen in Googles Veröffentlichungsmitteilung.

Chrome 155 korrigiert einen Fehler in der Vorladefunktion

Die kritische Lücke trägt die Kennung CVE-2026-110922 und betrifft die Komponente „Prerender“. Diese Technik soll den Wechsel zur nächsten Webseite beschleunigen: Chrome bereitet eine wahrscheinlich benötigte Seite bereits im Hintergrund vor. Wird sie anschließend aufgerufen, muss der Browser weniger Arbeit nachholen.

Laut der Entwicklerdokumentation zum Prerendering verhält sich die vorbereitete Seite ähnlich wie ein unsichtbarer Hintergrundtab. Auslöser können beispielsweise Vorhersagen beim Eingeben einer Adresse oder entsprechende Hinweise einer Webseite sein. Es werden also nicht lediglich einzelne Dateien auf Vorrat heruntergeladen. Der Browser bereitet die Seite selbst vor, bevor sie im sichtbaren Tab erscheint.

Was hinter „Use after free“ steckt

Google beschreibt die Schwachstelle als „Use after free“. Dabei greift ein Programm auf einen Speicherbereich zu, den es zuvor bereits freigegeben hat. Dieser Bereich kann inzwischen für andere Daten verwendet werden. Ein alter Verweis zeigt dann noch auf dieselbe Stelle, obwohl deren Inhalt nicht mehr zur ursprünglichen Aufgabe gehört.

Die Schwachstellenklassifikation von MITRE nennt für solche Fehler unterschiedliche mögliche Folgen: Abstürze, das Auslesen von Informationen oder unter bestimmten Bedingungen die Ausführung eingeschleusten Codes. Das beschreibt die Fehlerklasse allgemein. Welche Angriffsschritte bei der konkreten Chrome-Lücke möglich wären, lässt sich daraus allein nicht ableiten. Insbesondere ist damit keine vollständige Übernahme eines Computers belegt.

Kritisch eingestuft bedeutet nicht nachweislich ausgenutzt

Die Einstufung beschreibt die Schwere einer Schwachstelle. Sie beantwortet nicht automatisch, ob bereits Angriffe stattfinden. Für diese Veröffentlichung nennt Google keine bestätigte aktive Ausnutzung. Das ist allerdings auch keine Zusicherung, dass ein Angriff ausgeschlossen wäre. Die verfügbare Korrektur sollte deshalb zeitnah installiert werden.

Technische Fehlerdetails hält das Unternehmen teilweise zurück, bis ein größerer Teil der Nutzer die Korrekturen erhalten hat. Die öffentliche Beschreibung erlaubt deshalb noch keine vollständige Rekonstruktion des konkreten Angriffswegs.

Update prüfen und den Neustart abschließen

Auf Windows-PCs und Macs führt der Weg über das Dreipunkt-Menü zu „Hilfe“ und „Über Google Chrome“. Beim Öffnen dieser Seite sucht Chrome nach Aktualisierungen. Ist die Schaltfläche „Neu starten“ sichtbar, sollte der Vorgang nach dem Sichern offener Arbeiten abgeschlossen werden. Unter Linux verweist Google auf die Aktualisierung über den Paketmanager. Diese Schritte dokumentiert die deutsche Chrome-Hilfe.

Geöffnete gewöhnliche Tabs und Fenster stellt Chrome beim Neustart wieder her; Inkognitofenster werden dagegen nicht erneut geöffnet. Wichtige Eingaben sollten vorher gespeichert werden. Der Neustart ist Teil der Aktualisierung und sollte nicht dauerhaft aufgeschoben werden.

Entscheidend ist die tatsächlich laufende Version

Warum zwischen bereitgestellter Korrektur und wirksamem Schutz Zeit vergehen kann, zeigt auch Microsofts Prototyp für Edge-Updates ohne Neustart. Für Chrome bleibt der praktische Schritt heute überschaubar: Updateprüfung öffnen, die angebotene Aktualisierung abschließen und anschließend den Versionsstand kontrollieren. Ein bereits heruntergeladenes Update ersetzt diesen Abschluss nicht.

Stand der Recherche: 17. Oktober 2026, 12:29 Uhr MESZ.

Hauptquellen

Transparenzhinweis: Die Angaben beruhen auf Googles Veröffentlichungsmitteilung und technischer Dokumentation. gadgetChecks hat die Schwachstellen nicht selbst untersucht und das Update nicht auf allen genannten Betriebssystemen getestet.

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