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Microsoft beendet die Funktion COPILOT in Excel, der Assistent bleibt jedoch erhalten
Microsoft stellt am 14. September 2026 die experimentelle Funktion COPILOT in Excel ein. Das bestätigt Microsoft auf seiner deutschen Supportseite. Die Funktion brachte ein Modell für künstliche Intelligenz unmittelbar in eine Tabellenzelle und verband schriftliche Anweisungen mit den Inhalten ausgewählter Zellen. Der übrige Assistent Copilot bleibt in Excel verfügbar und soll viele der bisherigen Aufgaben übernehmen.
Für die meisten Menschen, die Excel verwenden, ändert sich dadurch zunächst nichts. Die Funktion gehörte nicht zur allgemein verfügbaren Standardausstattung des Tabellenprogramms. Sie befand sich bis zuletzt in einer begrenzten Vorschau für Teilnehmende an Frontier und am Programm Microsoft 365 Insider. Zusätzlich war eine passende Copilot Lizenz erforderlich.
Anders sieht es bei Nutzerinnen und Nutzern aus, die COPILOT bereits in eigenen Arbeitsmappen eingesetzt haben. Sie sollten ihre Dateien kontrollieren und wichtige Ergebnisse sichern. Microsoft erklärt zwar eindeutig, dass die Funktion nicht mehr verfügbar sein wird, beschreibt aber nicht ausführlich, wie bestehende Formeln nach dem Stichtag in jeder unterstützten Excel Version reagieren.
Nicht Copilot verschwindet, sondern eine einzelne Excel Funktion
Die Bezeichnungen können leicht zu Missverständnissen führen. Microsoft entfernt nicht den vollständigen Assistenten aus Excel. Eingestellt wird nur die Funktion mit dem Namen COPILOT, die wie eine gewöhnliche Formel direkt in eine Tabellenzelle geschrieben werden konnte.
Der weiterhin verfügbare Assistent Copilot in Excel arbeitet anders. Er wird über einen eigenen Bereich innerhalb des Programms geöffnet. Dort lassen sich Arbeitsmappen analysieren, Formeln erzeugen, Daten ordnen, Diagramme erstellen und Änderungen an Tabellenblättern vorbereiten oder ausführen. Microsoft unterscheidet inzwischen zwischen einem Modus zum Bearbeiten, einem Modus zum Planen und einem reinen Chatmodus.
Die eingestellte Funktion war enger mit dem klassischen Aufbau einer Tabelle verbunden. Das Ergebnis erschien unmittelbar in der Zelle, in der die Formel stand. Dadurch ließ sich die Antwort in weitere Bereiche einer Arbeitsmappe einbeziehen. Genau diese Verbindung zwischen einer vertrauten Excel Formel und einem nicht vollständig vorhersehbaren Sprachmodell machte die Vorschau interessant, brachte aber auch ungewöhnliche Einschränkungen mit sich.
So arbeitete die Funktion COPILOT in einer Tabellenzelle
Ein Aufruf begann mit dem Namen COPILOT. Danach folgte eine schriftliche Anweisung. Zusätzlich konnten einzelne Zellen oder vollständige Zellbereiche als Kontext übergeben werden. Auf diese Weise ließ sich beispielsweise eine Spalte mit Kundenkommentaren zusammenfassen oder jeder Eintrag einer vorgegebenen Kategorie zuordnen.
Microsoft beschrieb die Funktion ursprünglich als Werkzeug für sprachliche, generative und erkundende Aufgaben. Dazu gehörten Zusammenfassungen, einfache Beschreibungen, Beispieldaten und die Einordnung von Texten. Auch Informationen aus dem Internet konnten abgefragt werden. In der Supportdokumentation stand allerdings weiterhin der Hinweis, dass Verweise auf die verwendeten Internetquellen erst später folgen sollten. Auch daran war erkennbar, dass es sich noch nicht um eine abgeschlossene Funktion für den regulären Einsatz handelte.
Die Antwort musste nicht auf eine einzelne Zelle beschränkt bleiben. Abhängig von der Anweisung konnte COPILOT mehrere Ergebnisse erzeugen und diese als dynamischen Bereich über benachbarte Zellen verteilen. Eine Liste mit Rückmeldungen ließ sich dadurch beispielsweise in einem Durchgang mit Stimmungen, Themen oder Kennzeichnungen ergänzen.
Technisch rief die Formel ein in Microsoft Azure betriebenes Sprachmodell auf. Eine aktive Internetverbindung war deshalb erforderlich. Zum Stand der Einstellung nannte Microsoft GPT 4.1 mini als verwendetes Modell. Die Anweisungen und die übergebenen Daten sollten nach Angaben des Unternehmens nicht zum Training der Modelle verwendet werden.
Der Zugriff auf eine Arbeitsmappe war dabei begrenzt. COPILOT kannte nur die Inhalte, die ausdrücklich als Kontext an die Funktion übergeben wurden. Andere Tabellenblätter, zusätzliche Dateien oder Informationen aus einem Unternehmen standen der Funktion nicht automatisch zur Verfügung. Diese Begrenzung war wichtig, weil ein Ergebnis sonst leicht den Eindruck erwecken konnte, die künstliche Intelligenz habe die vollständige Arbeitsmappe berücksichtigt.
Besonders interessant war COPILOT für Tabellen mit vielen Texten
Excel wird häufig mit Zahlen, Budgets und Berechnungen verbunden. In vielen Arbeitsmappen stehen jedoch große Mengen unstrukturierter Texte. Dazu gehören Rückmeldungen aus Umfragen, Produktbeschreibungen, Notizen, Supportanfragen, Fehlerberichte oder frei formulierte Antworten aus einem Formular.
Genau hier konnte die Funktion ihre Stärken ausspielen. Eine lange Liste mit Kommentaren ließ sich nach wiederkehrenden Themen durchsuchen. Kurze Beschreibungen konnten aus vorhandenen Eigenschaften erzeugt werden. Texte ließen sich nach Stimmung oder Dringlichkeit einordnen, ohne dass für jede mögliche Formulierung eine eigene Regel erstellt werden musste.
Eine klassische Excel Formel benötigt normalerweise klar definierte Bedingungen. Sie kann beispielsweise prüfen, ob eine Zelle ein bestimmtes Wort enthält. Bei unterschiedlichen Formulierungen, Rechtschreibfehlern oder mehrdeutigen Aussagen wird eine solche Regel jedoch schnell umfangreich. Ein Sprachmodell kann den Sinn eines Textes berücksichtigen und dadurch auch Einträge zusammenfassen, die nicht dieselben Begriffe verwenden.
Diese Flexibilität hatte einen Preis. Während eine normale Formel bei identischen Ausgangswerten zuverlässig dasselbe Ergebnis liefert, konnte COPILOT bei einer erneuten Berechnung eine andere Antwort erzeugen. Microsoft wies ausdrücklich darauf hin, dass sich die Resultate im Laufe der Zeit verändern können, selbst wenn die verwendete Anweisung und die übergebenen Werte unverändert bleiben.
Für Berechnungen war die Funktion ausdrücklich nicht gedacht
Trotz ihrer Einbindung in Excel sollte COPILOT keine gewöhnlichen Rechenformeln ersetzen. Microsoft empfahl, für Aufgaben mit einem eindeutig überprüfbaren Ergebnis weiterhin die vorhandenen Funktionen des Tabellenprogramms zu verwenden. Summen, Durchschnittswerte, Bedingungen und andere Berechnungen gehören deshalb in die dafür vorgesehenen Excel Formeln.
Auch für die Suche nach Werten innerhalb einer Arbeitsmappe war COPILOT nicht die beste Wahl. Dafür stehen Funktionen wie XVERWEIS zur Verfügung. Sie liefern ein nachvollziehbares Ergebnis anhand festgelegter Tabellenbereiche und Suchbedingungen.
Noch deutlicher fiel die Warnung bei rechtlichen, behördlichen oder anderweitig folgenreichen Aufgaben aus. Von der künstlichen Intelligenz erzeugte Inhalte können Fehler enthalten. Microsoft riet deshalb davon ab, die Funktion für Finanzberichte, rechtliche Dokumente oder Aufgaben mit vergleichbaren Anforderungen an Verlässlichkeit und Kontrolle einzusetzen.
Hinzu kamen praktische Grenzen. Innerhalb von zehn Minuten konnten höchstens 100 Berechnungen mit COPILOT ausgeführt werden. In Arbeitsmappen mit den Vertraulichkeitsbezeichnungen „Vertraulich“ oder „Streng vertraulich“ ließ sich die Funktion nicht verwenden. Zu große Anweisungen, fehlende Lizenzen oder eine ausbleibende Antwort des Servers konnten ebenfalls zu Fehlermeldungen führen.
Die Vorschau erreichte nie alle Excel Nutzer
Microsoft stellte COPILOT im August 2025 vor. Im damaligen Beitrag zur Einführung bezeichnete das Unternehmen die Funktion als neuen Weg, große Sprachmodelle direkt in das Tabellenraster zu bringen. Die Vorschau startete für Excel unter Windows und macOS und blieb auf ausgewählte Konten beschränkt.
Konten von Unternehmen, Schulen oder Hochschulen benötigten eine zusätzliche Lizenz für Microsoft 365 Copilot. Privatpersonen erhielten den Zugang nur mit Microsoft 365 Premium. Außerdem musste die jeweilige Installation für Frontier oder das Programm Microsoft 365 Insider freigeschaltet sein.
Damit blieb der Kreis der tatsächlich betroffenen Personen vergleichsweise klein. Die Funktion verschwindet rund ein Jahr nach ihrer Vorstellung, ohne zuvor eine allgemeine Freigabe erreicht zu haben. Auch die Einordnung von TechRadar hebt hervor, dass COPILOT die Vorschauphase nie verlassen hat.
Microsoft nennt in der öffentlich zugänglichen Supportdokumentation keine ausführliche Begründung für die Einstellung. Dort steht lediglich, dass Copilot in Excel allgemein verfügbar sei und viele der gleichen Aufgaben unterstütze. Aussagen über technische Probleme, Kosten oder eine zu geringe Nutzung wären daher Spekulation.
Bestehende Arbeitsmappen sollten jetzt kontrolliert werden
Wer COPILOT während der Vorschau ausprobiert hat, sollte zunächst eine Sicherungskopie der betreffenden Arbeitsmappen anlegen. Anschließend empfiehlt sich eine Suche nach dem Namen COPILOT, damit keine verwendete Formel übersehen wird. Das gilt besonders für umfangreiche Dateien mit vielen Tabellenblättern oder gemeinsam genutzte Vorlagen.
Wichtige Ergebnisse lassen sich vor der weiteren Bearbeitung als feste Werte speichern. Microsoft beschreibt das Kopieren und anschließende Einfügen als Wert ausdrücklich als Möglichkeit, eine erneute Berechnung zu verhindern. Dieser Hinweis wurde ursprünglich wegen der veränderlichen Antworten des Sprachmodells gegeben. Er kann nun auch dabei helfen, ein zuletzt erzeugtes Resultat zu bewahren.
Dabei sollte die ursprüngliche Arbeitsmappe nicht überschrieben werden. Eine separate Kopie erhält die Formel, die verwendeten Zellbezüge und den Aufbau der Datei. Eine zweite Arbeitsmappe kann die gesicherten Werte enthalten. So bleibt später nachvollziehbar, wie ein Ergebnis entstanden ist, selbst wenn die Funktion nicht mehr ausgeführt werden kann.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Dateien, in denen nachfolgende Formeln auf ein von COPILOT erzeugtes Ergebnis zugreifen. Fällt die ursprüngliche Ausgabe weg oder verändert sich ihr Zellbereich, können davon weitere Berechnungen, Diagramme oder Exporte betroffen sein. Solche Abhängigkeiten lassen sich nicht zuverlässig beurteilen, indem nur die sichtbar gefüllte Zelle betrachtet wird.
Auch gemeinsam verwendete Vorlagen benötigen eine Kontrolle. Eine Formel kann auf dem Rechner ihres Erstellers zunächst unauffällig wirken, bei anderen Personen aber schon wegen einer fehlenden Lizenz oder einer abweichenden Excel Version nicht funktionieren. Nach dem Ende der Funktion kommt hinzu, dass sich ihr Verhalten nicht mehr als Bestandteil eines künftigen Arbeitsablaufs einplanen lässt.
Microsoft hat keine automatische Umwandlung vorhandener Formeln in normale Werte angekündigt. Ebenso gibt es in der öffentlich erreichbaren Dokumentation keine allgemeine Ersatzformel, die bestehende Aufrufe unverändert übernehmen könnte. Wer COPILOT in wiederkehrende Abläufe eingebaut hat, muss deshalb prüfen, ob eine klassische Excel Funktion, eine feste Regel oder der weiterhin verfügbare Assistent die jeweilige Aufgabe übernehmen kann.
Copilot kann Arbeitsmappen weiterhin bearbeiten
Der verbleibende Assistent ist inzwischen deutlich umfangreicher als ein einfaches Fragefeld. Copilot kann Arbeitsblätter hinzufügen, Werte und Zellbereiche verändern, Formatierungen anwenden, Daten sortieren und Informationen aus Tabellen zusammenfassen. Auch Formeln, Diagramme und vollständige Auswertungen können aus einer Beschreibung heraus entstehen.
Im Bearbeitungsmodus darf Copilot Änderungen direkt in der geöffneten Arbeitsmappe vornehmen. Im Planungsmodus erstellt der Assistent zunächst einen Ablauf, den Nutzerinnen und Nutzer vor der Ausführung prüfen können. Der Chatmodus analysiert Inhalte und beantwortet Fragen, ohne die Arbeitsmappe unmittelbar zu verändern.
Damit bleiben viele praktische Einsatzmöglichkeiten erhalten. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass Copilot nicht mehr wie eine einzelne Formel innerhalb der Berechnungskette arbeitet. Die Interaktion findet in einem eigenen Bereich statt und ist stärker als begleiteter Arbeitsprozess angelegt.
Das macht die beiden Ansätze nicht vollständig austauschbar. Eine Antwort im Bereich für Copilot lässt sich nicht automatisch an jeder Stelle wie das Ergebnis einer herkömmlichen Zellformel verwenden. Dafür kann der Assistent größere Teile einer Arbeitsmappe bearbeiten, mehrere Schritte miteinander verbinden und Änderungen sichtbar ausführen.
Alle erzeugten Inhalte müssen weiterhin überprüft werden. Das gilt besonders für Formeln, Zusammenfassungen und Schlussfolgerungen aus Daten. Die allgemeine Verfügbarkeit von Copilot bedeutet nicht, dass jede Antwort korrekt oder für jede Art von Arbeitsmappe geeignet ist.
Microsoft ordnet seine Zugänge zu Copilot neu
Die Einstellung in Excel steht nicht völlig allein. Microsoft hat zuletzt mehrere Bestandteile seiner Copilot Angebote verändert. GadgetChecks hat die Zusammenführung der verschiedenen Anwendungen und das Ende weiterer Funktionen bereits im App Kompass zu den aktuellen Copilot Änderungen eingeordnet.
Auch der Zugang über die Tastatur bleibt nicht unverändert. Unter Windows 11 erprobt Microsoft eine neue Belegung für die Taste zum Öffnen von Copilot. Auf geeigneten Tastaturen kann sie künftig wieder die Aufgabe einer rechten Strg Taste oder einer Kontextmenütaste übernehmen.
Diese Änderungen bedeuten nicht, dass Microsoft Copilot insgesamt zurückzieht. Sie zeigen jedoch, dass einzelne Zugänge und Funktionen nicht allein deshalb dauerhaft erhalten bleiben, weil sie den Namen Copilot tragen. Microsoft bündelt viele Aufgaben stärker in den allgemeinen Assistenten und beendet parallel Angebote, die sich noch in einer Vorschau befinden oder deren Aufgaben inzwischen an anderer Stelle verfügbar sind.
Für die meisten Menschen ändert sich nichts, für frühe Nutzer dagegen viel
Wer COPILOT nie bewusst in einer Zelle verwendet hat, muss keine Arbeitsmappe anpassen. Der normale Assistent bleibt abhängig von Abonnement, Konto und den Vorgaben einer Organisation weiterhin in Excel erreichbar. Auch klassische Formeln funktionieren unverändert.
Für Teilnehmende an der Vorschau ist der 14. September dagegen ein klarer Einschnitt. Ihre Arbeitsmappen können eine Funktion enthalten, die nicht in die reguläre Ausgabe von Excel übernommen wird. Eine rechtzeitige Kontrolle verhindert, dass wichtige Texte, Einordnungen oder nachgelagerte Auswertungen später überraschend fehlen.
Die Einstellung macht zugleich eine grundsätzliche Grenze sichtbar. Eine herkömmliche Tabellenformel steht für feste Regeln und reproduzierbare Ergebnisse. Ein Sprachmodell erzeugt dagegen Antworten, die vom Kontext, vom eingesetzten Modell und von der jeweiligen Verarbeitung abhängen. Beides kann innerhalb einer Arbeitsmappe nützlich sein, folgt aber nicht denselben Erwartungen an Genauigkeit und Wiederholbarkeit.
Microsoft beendet deshalb nicht den Einsatz künstlicher Intelligenz in Excel. Der direkte Aufruf als Zellfunktion verschwindet, während der umfassendere Assistent bestehen bleibt. Für betroffene Arbeitsmappen zählt nun vor allem, vorhandene Formeln zu finden, wichtige Ergebnisse zu sichern und für jeden bisherigen Einsatz einen verlässlichen Ersatz festzulegen.
Stand der Recherche: 14. September 2026, 11:03 Uhr MESZ.
Hauptquellen
- Microsoft Support zur Funktion COPILOT in Excel
- Microsoft zur ursprünglichen Einführung der Funktion
- Microsoft Support zum weiterhin verfügbaren Copilot in Excel
- Microsoft Support mit häufigen Fragen zu Copilot in Excel
- TechRadar zur Einstellung vor einer allgemeinen Freigabe
Transparenzhinweis: Der Artikel beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben von Microsoft und ergänzender Fachberichterstattung. GadgetChecks hat die Vorschaufunktion nicht selbst getestet. Microsoft beschreibt nicht abschließend, wie jede bereits vorhandene Formel nach der Einstellung reagiert. Die Empfehlungen zur Sicherung und Kontrolle bestehender Arbeitsmappen sind deshalb als Vorsichtsmaßnahmen zu verstehen.
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