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Sony WH-1000XM4C startet in Deutschland für 249 Euro
Sony bringt den WH-1000XM4C nach Deutschland und greift dafür auf einen ungewöhnlich vertrauten Entwurf zurück. Der neue Over-Ear-Kopfhörer basiert auf dem 2020 eingeführten WH-1000XM4, erhält aber eine angepasste Klangabstimmung, Bluetooth 6.0 und einige technische Änderungen. Laut der deutschen Pressemitteilung von Sony ist das Modell ab sofort für 249 Euro erhältlich.
Ganz so unmittelbar fällt der Verkaufsstart allerdings nicht überall aus. Im deutschen Sony-Shop lässt sich der Kopfhörer zwar bestellen, als Versandbeginn wird dort derzeit der 22. September genannt. Verfügbar sind Ausführungen in Schwarz, Platin-Silber und Lavendel.
Sony positioniert die Neuauflage nicht als Nachfolger des aktuellen WH-1000XM6. Vielmehr soll der bekannte XM4-Aufbau zu einem niedrigeren Einstiegspreis in die 1000X-Serie zurückkehren. Damit entsteht zwischen den günstigeren CH-Modellen und Sonys aktuellen Spitzenkopfhörern eine zusätzliche Option.
Was der Sony WH-1000XM4C technisch ändert
Das faltbare Gehäuse und die grundlegende Geräuschunterdrückung orientieren sich eng am ursprünglichen WH-1000XM4. Nach Angaben von Sony wurde vor allem die Klangabstimmung überarbeitet. Ein neuer Zehn-Band-Equalizer in der Sound Connect App erlaubt zudem feinere manuelle Anpassungen als beim damaligen Serienstart.
Die technischen Daten des WH-1000XM4C nennen weiterhin 40-Millimeter-Treiber, DSEE Extreme, Multipoint-Verbindungen und die Bluetooth-Codecs SBC, AAC sowie LDAC. Auch eine passive Wiedergabe über das mitgelieferte Audiokabel bleibt möglich. Der Kopfhörer wiegt rund 253 Gramm und unterstützt jetzt Bluetooth 6.0.
Diese Versionsnummer allein verspricht jedoch weder automatisch besseren Klang noch eine geringere Verzögerung. Entscheidend sind die tatsächlich eingesetzten Profile und Codecs. Bei den Audioformaten bleibt die Auswahl gegenüber dem Vorgänger weitgehend vertraut.
Eine kleine Unklarheit betrifft NFC. Im Datenblatt des ursprünglichen WH-1000XM4 wird die Funktion ausdrücklich aufgeführt, in den aktuellen technischen Daten des WH-1000XM4C dagegen nicht. Sony erklärt auf den deutschen Produktseiten bislang nicht ausdrücklich, ob NFC bei der Neuauflage entfällt.
Die Akkulaufzeit fällt etwas kürzer aus
Mit eingeschalteter Geräuschunterdrückung nennt Sony eine Wiedergabezeit von bis zu 27 Stunden. Ohne Noise Cancelling sollen maximal 34 Stunden möglich sein. Der ursprüngliche WH-1000XM4 wurde noch mit bis zu 30 beziehungsweise 38 Stunden angegeben.
Die Neuauflage gewinnt damit keine zusätzliche Ausdauer. Für mehrere Arbeitstage oder eine längere Reise reichen die Herstellerwerte weiterhin, doch die Modellbezeichnung sollte nicht als allgemeine technische Aufwertung missverstanden werden. Wie nah die Werte im Alltag an Sonys Angaben herankommen, müssen unabhängige Tests erst zeigen.
TechRadar berichtet nach einem Produktbriefing, Sony habe die Konstruktion für einen durch Nutzer austauschbaren Akku überarbeitet. Auf den bislang erreichbaren deutschen Produkt- und Supportseiten beschreibt Sony das Austauschverfahren, den Preis eines Ersatzakkus und dessen Verfügbarkeit jedoch noch nicht. Diese Punkte bleiben deshalb offen.
Der zeitliche Zusammenhang mit der europäischen Batterieverordnung ist plausibel, sollte aber genau eingeordnet werden. Die Vorgaben zur Entnehmbarkeit und Austauschbarkeit tragbarer Akkus gelten nach den Leitlinien der EU-Kommission ab dem 18. Februar 2027 für entsprechend ausgestattete Produkte, die dann in Verkehr gebracht werden. Sony selbst nennt die Verordnung in seiner deutschen Ankündigung nicht als Grund für die Neuauflage.
Bekannte ANC-Technik statt eines Leistungssprungs
Sony wirbt erneut mit der Geräuschunterdrückung der 1000X-Serie. Wie gut sie im direkten Vergleich mit neueren Kopfhörern arbeitet, lässt sich aus dem Datenblatt nicht ableiten. Die Bezeichnungen „legendär“ und „Premium-Sound“ stammen aus der Unternehmenskommunikation und ersetzen keine aktuellen Vergleichsmessungen.
Gerade bei wechselnden Geräuschen, Wind und Telefongesprächen hängt die tatsächliche Leistung stark von Mikrofonanordnung und Software ab. Unser Hintergrundbeitrag erklärt, warum ANC bei Wind sogar zusätzlichen Lärm erzeugen kann. Für den WH-1000XM4C liegen derzeit noch keine eigenen oder ausreichend breiten unabhängigen Praxisergebnisse vor.
In Deutschland und Österreich soll außerdem ab Herbst 2026 ein von Apache 207 mitentwickeltes Klangprofil über die Sound Connect App bereitstehen. Dabei handelt es sich um eine optionale Equalizer-Abstimmung, nicht um eine zusätzliche Audiotechnik oder eine neue Hardwarefunktion.
Der WH-1000XM4C ist damit weniger eine neue Kopfhörergeneration als eine behutsam modernisierte Rückkehr. Bluetooth 6.0, die geänderte Abstimmung und der berichtete Akkutausch treffen auf etwas kürzere Laufzeiten und eine technische Basis, die in vielen Punkten aus dem Jahr 2020 stammt. Ob daraus für 249 Euro ein überzeugendes Gesamtpaket wird, lässt sich erst nach unabhängigen Klang-, ANC- und Reparaturtests belastbar beurteilen.
Hauptquellen
- Sony Deutschland: Vorstellung und Deutschlandpreis
- Sony Deutschland: Produktseite des WH-1000XM4C
- Sony: Technische Daten des WH-1000XM4C
- TechRadar: Bericht zum Produktbriefing und Akkutausch
- EU-Kommission: Leitlinien zur europäischen Batterieverordnung
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