Apple Daily: iPhone-Jubiläum ohne All-Screen-Design, Home Hub mit Roboter-Technik und neue KI-Strategie
Seit einiger Zeit halten sich Spekulationen, dass Apple zum 20-jährigen Jubiläum des iPhones im Jahr 2027 einen radikalen Designbruch plant. Auslöser dafür war unter anderem ein Bericht von Mark Gurman, der im vergangenen Jahr schrieb, Apple arbeite an einem vollständig aus Glas gefertigten iPhone ohne sichtbare Displayaussparungen. Neue Einschätzungen aus der Displaybranche relativieren diese Erwartungen nun deutlich.Der langjährige Display-Analyst Ross Young hat sich diese Woche zu Wort gemeldet und frühere Aussagen präzisiert. Demnach rechnet er nicht damit, dass Apple in absehbarer Zeit vollständig auf sichtbare Frontaussparungen verzichtet. Stattdessen geht Young davon aus, dass die verkleinerte Dynamic Island, die Gerüchten zufolge bereits bei den iPhone-18-Pro-Modellen eingeführt werden soll, auch 2027 noch Bestandteil der Pro-Geräte bleibt.
Auf Rückfragen konkretisierte Young seine Einschätzung weiter. Selbst für das Jahr 2028 erwartet er bei Apples Pro-Modellen weiterhin eine zentrierte Kameraöffnung im Display, vermutlich integriert in dieselbe kompakte Dynamic Island. Ein echtes All-Screen-Design ohne jegliche sichtbare Elemente sieht er demnach noch nicht am Horizont. Diese Einschätzung deckt sich mit einer von ihm bereits Mitte 2025 skizzierten Roadmap, nach der ein vollständig rand- und aussparungsfreies iPhone frühestens um das Jahr 2030 realistisch wäre. Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten, würde das einen Widerspruch zu den zuvor kolportierten Jubiläumsplänen darstellen. Gleichzeitig ist nicht ausgeschlossen, dass sich Apples interne Zeitpläne seitdem verschoben haben. Entwicklungen in der Lieferkette verlaufen selten linear, und es ist denkbar, dass Apple bei der Integration von Face-ID-Sensorik und Frontkamera unter dem Display weiter fortgeschritten ist, als es Youngs aktuelle Quellen widerspiegeln.
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Apple das Jubiläum mit einem Sondermodell begeht, das außerhalb der regulären Pro-Reihe positioniert ist. Ein solches Vorgehen hätte einen historischen Präzedenzfall: 2017 stellte Apple das iPhone X parallel zum iPhone 8 vor und führte damit ein Design ein, das sich deutlich vom restlichen Line-up abhob. Übertragen auf 2027 könnte ein exklusives Jubiläums-iPhone erstmals ein echtes All-Screen-Design erhalten, während die klassischen Pro-Modelle weiterhin auf eine kleinere Dynamic Island setzen. Fest steht vorerst nur der nächste Meilenstein. Apple dürfte im September die iPhone-18-Pro-Modelle präsentieren. Wie das iPhone zum 20-jährigen Bestehen letztlich aussehen wird – ob evolutionär oder tatsächlich revolutionär – dürfte sich erst im Herbst 2027 zeigen.
Home Hub von Apple: Hinweise auf robotische Schwenk-Technik
Ein bislang unbekanntes Detail zu Apples kommendem Home-Hub-Gerät ist nun ans Licht gekommen. Nach Informationen von Wayne Ma von The Information soll das Gerät über eine robotische, schwenkbare Basis verfügen. Die neue Angabe fiel im Rahmen eines Berichts über ein separates KI-Projekt von Apple, liefert aber zugleich frische Hinweise auf die Ausrichtung des lange erwarteten Home-Hubs. Demnach arbeitet Apple an einem Heimgerät mit kompaktem Display, integrierten Lautsprechern und einer beweglichen Basis, das stark auf KI-Funktionen zugeschnitten ist. Mehrere mit der Entwicklung vertraute Personen gehen davon aus, dass dieses Produkt bereits im Frühjahr vorgestellt werden könnte. Damit würde Apple einen ursprünglichen Zeitplan wieder aufgreifen, nachdem der Home Hub ursprünglich für 2025 vorgesehen war.
Bisherige Leaks hatten zwar mehrfach auf ein neues zentrales Smart-Home-Gerät hingewiesen, eine mechanisch bewegliche Basis war jedoch bislang nicht Teil der Berichterstattung. Zuvor hatte Mark Gurman von Bloomberg berichtet, Apple plane zwei Varianten des Home Hubs: ein Modell zur festen Wandmontage sowie eine Version mit einer kompakten Lautsprecherbasis, ähnlich einem HomePod mini, für Schreibtische oder Arbeitsflächen. Hinweise auf aktive Beweglichkeit oder eine robotische Mechanik gab es dabei nicht. Gerade deshalb wirkt die neue Beschreibung bemerkenswert, da sie eher an ein anderes Apple-Projekt erinnert, das Gurman bereits früher thematisiert hatte. Dabei handelt es sich um einen Tischroboter, der laut früheren Berichten frühestens 2027 erscheinen soll. Dieses Gerät soll über ein iPad-ähnliches Display verfügen, das an einem schlanken, motorisierten Arm befestigt ist, sich neigen, drehen und aktiv zur sprechenden Person ausrichten kann. Zudem war in diesem Zusammenhang von einer „visuellen Persönlichkeit“ die Rede, die das Gerät durch Bewegung und Darstellung entwickeln soll.
Wayne Ma ging nicht weiter darauf ein, welche konkrete Funktion die schwenkbare Basis des Home Hubs erfüllen soll. Naheliegend ist jedoch, dass sich das Gerät automatisch im Raum ausrichtet, etwa um Blickkontakt herzustellen oder Informationen gezielt anzuzeigen. Entsprechende Voraussetzungen wären vorhanden, da dem Home Hub bereits länger eine umfangreiche Sensorik nachgesagt wird, mit der Anwesenheit und Bewegungen erkannt werden können. Der Marktstart des Home Hubs wird in zeitlicher Nähe zur Einführung von iOS 26.4 erwartet, das zugleich die überarbeitete Version von Siri bringen soll. Damit würde Apple erstmals Hardware, neue KI-Funktionen und ein stärker kontextbezogenes Smart-Home-Erlebnis enger miteinander verzahnen. Wie weit die robotischen Elemente dabei tatsächlich gehen, dürfte sich jedoch erst mit der offiziellen Vorstellung zeigen.
Apple KI-Strategie: Bericht sieht Craig Federighi in Schlüsselrolle
Der Technologiekonzern Apple hat seine Ausrichtung im Bereich der künstlichen Intelligenz neu justiert. Unter der Verantwortung von Softwarechef Craig Federighi werden die Arbeiten an einer umfassenden Erneuerung von Siri deutlich beschleunigt. Nach jahrelangen internen Verzögerungen, Kompetenzstreitigkeiten und strukturellen Reibungsverlusten setzt das Unternehmen dabei stärker als zuvor auf KI-Modelle externer Partner. Auslöser für den Strategiewechsel war laut einem detaillierten Bericht von The Information eine Neuordnung der internen Zuständigkeiten im vergangenen Jahr. Federighi übernahm die direkte Kontrolle über die KI-Organisation und gewann damit maßgeblichen Einfluss auf die künftige Entwicklung von Siri sowie weiterer Funktionen rund um Apple Intelligence, die schrittweise in das gesamte Produktportfolio integriert werden sollen.
Bereits im Herbst trat Federighi vor Entwicklerteams aus den Bereichen Software und KI. Zwar sprach er sich für eine engere Verzahnung der Abteilungen aus, machte aber zugleich deutlich, dass ihn das bisherige Entwicklungstempo im KI-Bereich nicht zufriedenstellte. Innerhalb des für Basismodelle zuständigen Teams wurden seine Aussagen teilweise als deutliche Kritik an der eigenen Arbeit verstanden. Im Dezember führte Apple die KI-Führungsebene organisatorisch unter Federighis Leitung zusammen. Damit wurde ein Übergangsprozess abgeschlossen, der begonnen hatte, als Siri aus dem Zuständigkeitsbereich der KI-Abteilung herausgelöst und der Software-Sparte unterstellt wurde. Kurz darauf folgte im Januar die Ankündigung, künftig auf die Gemini-Modelle von Google zurückzugreifen. Diese sollen unter anderem die Grundlage für eine modernisierte Version von Siri bilden. Nach interner Einschätzung ließ sich nur auf diesem Weg eine Markteinführung noch im laufenden Jahr realisieren, nachdem das Update zuvor kontrovers auf 2025 verschoben worden war.
Gleichzeitig beschreibt der Bericht Vorbehalte innerhalb des Unternehmens gegenüber der neuen Machtverteilung. Federighi gilt bei langjährigen Weggefährten als strikt kostenorientiert und zurückhaltend bei Investitionen, deren wirtschaftlicher Nutzen schwer kalkulierbar ist. Damit unterscheidet sich Apples Kurs deutlich von Konkurrenten wie OpenAI, Meta Platforms oder Google, die in großem Stil Milliardenbeträge in Rechenzentren, Spezialchips und Forschungspersonal investieren.
Apple verfolgt stattdessen weiterhin das Ziel, den Infrastrukturbedarf möglichst gering zu halten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verarbeitung direkt auf den Endgeräten sowie auf dem eigenen Private-Cloud-Compute-Ansatz, der auf Apple Silicon basiert. Intern ging man offenbar davon aus, dass die Kosten für Rechenleistung und hochqualifizierte Fachkräfte mittelfristig sinken und viele KI-Anwendungen für Verbraucher lokal auf den Geräten umgesetzt werden können.
Federighis Haltung zur KI war lange von Skepsis geprägt. Er bevorzugte vorhersehbares, deterministisches Softwareverhalten, das sich in Design-Reviews eindeutig definieren lässt. Vorschläge, künstliche Intelligenz etwa für eine dynamische Umgestaltung des iPhone-Home-Screens einzusetzen, wies er mit dem Argument zurück, solche Automatismen könnten Nutzer eher irritieren als unterstützen. Konflikte rund um diese Grundhaltung reichen mehrere Jahre zurück. Bereits 2019 hatte Mike Rockwell, damals verantwortlich für die Entwicklung des Vision Pro, eine stärker KI-gestützte Benutzeroberfläche ins Spiel gebracht. Seine Kritik an der aus seiner Sicht zu vorsichtigen Software-Philosophie führte zu Spannungen und einer formellen Zurechtweisung. Anfang 2025 übernahm Rockwell dennoch die Leitung von Siri und berichtet seither direkt an Federighi.
Ein Wendepunkt zeichnete sich nach der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 ab. Nach eigenen Experimenten erkannte Federighi laut Personen aus seinem Umfeld das Potenzial großer Sprachmodelle und forderte seine Teams auf, vergleichbare Fähigkeiten für Apple-Produkte zu evaluieren. In der Folge kam er zu der Einschätzung, dass die bislang auf den Geräten laufenden internen Modelle nicht ausreichend leistungsfähig seien. Innerhalb des Foundation-Models-Teams wiederum entstand der Eindruck, man werde für Optimierungsprobleme verantwortlich gemacht, die eigentlich im Zuständigkeitsbereich der Software-Organisation lägen. Zusätzliche Kritik betraf die fehlende strategische Orientierung: Einige Entwickler bemängelten, es habe zu wenig klare Vorgaben gegeben, wie und wofür ihre Modelle konkret eingesetzt werden sollten. Dies habe es erschwert, mit externen Alternativen zu konkurrieren. In dieser Phase wies Federighi die Teams an, eine tiefgreifende Einbindung von Drittanbieter-Modellen systematisch zu prüfen.
Ungeachtet der Zusammenarbeit mit Google hält Apple an der Weiterentwicklung eigener KI-Technologien fest. Im Fokus stehen weiterhin Modelle, die effizient auf den Geräten selbst laufen können. Nach internen Planungen sollen externe Modelle verkleinert und angepasst werden, um sie stärker an die eigene Hardware anzupassen und die Abhängigkeit von Partnern langfristig zu reduzieren. Zur Unterstützung dieser Strategie zieht Apple demnach auch die Übernahme kleinerer KI-Spezialisten in Betracht, die sich auf Modellkompression und Optimierung konzentrieren.
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Bildquelle: Titelbild (uixtube/Freepik) - juicy_fish / News-Quellen: 9to5Mac - Macrumors - Bloomberg
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