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Bluetooth HDT verabschiedet: Mehr Tempo braucht neue Funkchips




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Wenn eine Smartwatch Trainingsdaten überträgt oder ein Kopfhörer neue Software erhält, entscheidet auch die Funkverbindung über die Wartezeit. Die Bluetooth SIG hat am 4. November die Verabschiedung von Bluetooth HDT bekannt gegeben. Die Erweiterung erhöht die maximale Funkdatenrate von Bluetooth LE auf 7,5 Mbit/s. Vorhandene Geräte werden dadurch allerdings nicht automatisch schneller: Für HDT ist neue Funkhardware erforderlich.

Was Bluetooth HDT an der Übertragung verändert

HDT steht für High Data Throughput, also hohen Datendurchsatz. Gegenüber den maximal 2 Mbit/s von Bluetooth LE 2M steigt die mögliche Funkdatenrate auf das 3,75-Fache. Der Überblick zu Bluetooth Core 7.0 beschreibt dafür unter anderem eine effizientere Signalübertragung, Fehlerkorrektur und eine an die Verbindungsqualität angepasste Datenrate. HDT ist eine optionale Funktion dieser Bluetooth-Version.

Die Technik bleibt im 2,4-Gigahertz-Band. Sie nutzt die vorhandene Kanalaufteilung, überträgt darin aber mehr Information. Kürzere Übertragungszeiten können den Funkchip früher wieder ruhen lassen. Die SIG stellt deshalb neben dem Tempo auch eine bessere Energieeffizienz in Aussicht. Wie stark ein konkretes Gerät davon profitiert, lässt sich aus der maximalen Datenrate allein nicht ableiten.

Ein Prototyp zeigt den Abstand zur Maximalangabe

Eine erste Größenordnung liefert eine Demonstration von Nordic Semiconductor, die der Chiphersteller bereits am 29. Oktober veröffentlicht hat. Zwei Prototypen übertrugen dieselbe Datei mit 2 MB. Im schnellsten HDT-Modus dauerte das laut Nordic ungefähr vier Sekunden, mit LE 2M zwölf Sekunden. Der durchschnittliche Datendurchsatz lag bei rund 3,8 beziehungsweise 1,4 Mbit/s.

Die Werte stammen aus einem vorläufigen Herstelleraufbau auf einem Bürotisch. Sie zeigen keine garantierte Geschwindigkeit künftiger Smartphones oder Kopfhörer. Zugleich veranschaulichen sie, weshalb 7,5 Mbit/s Funkdatenrate nicht mit ebenso viel nutzbarem Dateidurchsatz gleichzusetzen sind. Nordic weist außerdem darauf hin, dass HDT vor allem bei größeren Datenmengen und längeren Paketen gewinnt. Sehr kurze Nachrichten können mit dem bisherigen Verfahren effizienter übertragen werden.

Warum ein Softwareupdate allein nicht reicht

Die entscheidende Grenze beschreibt die SIG im technischen HDT-Überblick: Die neue Signalübertragung verlangt einen neuen Funkchip. Ein vorhandener Chip, der nur die bisherigen Bluetooth-LE-Verfahren beherrscht, lässt sich dafür nicht allein per Software aufrüsten. Beide Seiten einer schnellen Verbindung müssen HDT unterstützen.

Die Abwärtskompatibilität bleibt erhalten. Geräte bauen eine Verbindung zunächst mit einem bisherigen Bluetooth-LE-Verfahren auf und können anschließend zu HDT wechseln. Unterstützt die Gegenstelle die Erweiterung nicht, bleibt der herkömmliche Übertragungsweg. Ein neuer HDT-Kopfhörer würde einen älteren Zuspieler deshalb nicht nachträglich beschleunigen. Auch die Angabe „Bluetooth 7.0“ genügt wegen der optionalen Umsetzung nicht als Nachweis: Entscheidend ist die ausdrücklich bestätigte HDT-Unterstützung beider Geräte.

Verlustfreies Audio ist der nächste geplante Schritt

Als erste große Anwendung erwartet die SIG für 2027 standardisiertes hochwertiges Bluetooth-Audio, einschließlich verlustfreier und hochauflösender Übertragung. Hinzu kommen mögliche Vorteile beim Synchronisieren von Wearables und bei Firmwareupdates. Der Zeitplan beschreibt die nächste Anwendung der Technik; er garantiert keinen deutschen Verkaufsstart bestimmter Produkte.

Andere Bluetooth-Funktionen erfüllen eigene Aufgaben. Wie sich etwa ein Audiostream an viele Empfänger verteilen lässt, erklärt der Beitrag über Auracast. HDT schafft zunächst mehr Übertragungskapazität. Für Nutzer in Deutschland bleibt daher abzuwarten, welche Smartphones, Kopfhörer und Wearables die Erweiterung tatsächlich zusammen nutzen können. Bestehende Geräte müssen wegen der Verabschiedung nicht ersetzt werden.

Stand der Recherche: 5. November 2026, 11:30 Uhr MEZ.

Hauptquellen

gadgetChecks hat Bluetooth HDT nicht selbst getestet. Die genannten Messwerte stammen aus einer vorläufigen Demonstration von Nordic Semiconductor.

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