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Microsoft September-Patchday 2026 schließt zwei aktiv ausgenutzte Windows-Lücken
Der Microsoft September-Patchday 2026 steht seit dem 8. September bereit. Besonders dringend sind diesmal zwei Schwachstellen in Windows, die nach Angaben von Microsoft bereits aktiv ausgenutzt werden. Für Windows 11 bringt das Paket KB5124008 außerdem Korrekturen für mehrere Fehler mit, die nach den August-Updates aufgefallen waren.
Microsoft September-Patchday 2026: Zwei lokale Lücken werden angegriffen
Bei beiden Sicherheitslücken geht es um eine Ausweitung von Benutzerrechten. Sie eröffnen also nicht automatisch einen Angriff aus dem Internet. Ein Angreifer muss bereits Zugriff mit niedrigen Rechten auf ein betroffenes System haben oder einen anderen Angriffsweg mit der Lücke kombinieren. Gelingt das, kann er sich höhere Berechtigungen verschaffen und tiefer in das System eingreifen.
CVE-2026-81963 steckt im Windows Update Stack. Microsoft beschreibt eine fehlerhafte Auflösung von Verknüpfungen, bevor auf Dateien zugegriffen wird. Betroffen sind laut aktuellem Datensatz mehrere Ausgaben von Windows 11 sowie Windows Server 2025. Die Schwachstelle erreicht einen CVSS-Wert von 7,8 und gilt damit als hohes Risiko.
CVE-2026-85880 betrifft die Windows-Komponente ALPC, über die Prozesse lokal miteinander kommunizieren. Ursache ist ein Heap-Pufferüberlauf. Auch diese Lücke wird mit 7,8 bewertet. Die derzeit veröffentlichte Produktliste nennt unterstützte Zweige von Windows 10 und mehrere Windows-Server-Versionen, nicht jedoch Windows 11. Deshalb sollte die Warnung nicht pauschal jedem Windows-11-Rechner zugeschrieben werden.
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat beide Kennungen am 8. September in ihren Katalog nachweislich ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen. Die dort genannte Frist bis zum 22. September richtet sich an bestimmte US-Bundesbehörden. Für private Rechner in Deutschland ist sie kein eigener Stichtag. Die aktive Ausnutzung ist dennoch ein starkes Argument, verfügbare Updates nicht aufzuschieben. Über Umfang, Ziele und konkrete Angriffsketten liegen bislang keine öffentlichen Details vor.
KB5124008 aktualisiert Windows 11 24H2 und 25H2
Für Windows 11 24H2 und 25H2 verteilt Microsoft das kumulative Sicherheitsupdate KB5124008. Danach tragen die Systeme die Builds 26100.9445 beziehungsweise 26200.9445. Das Paket wird regulär über Windows Update angeboten und erfordert einen Neustart.
Unter „Einstellungen > Windows Update“ lässt sich die Suche manuell anstoßen. Wer den Rechner beruflich nutzt oder von einer Organisation verwalten lässt, sollte allerdings die vorgegebenen Freigabe- und Neustartregeln beachten. Microsoft führt für KB5124008 zum Stand dieser Recherche keine bekannten Probleme auf. Das ist eine Momentaufnahme und keine Garantie, dass in jeder Hardware- und Softwarekombination alles fehlerfrei läuft.
Das Update repariert auch drei August-Probleme
Neben den Sicherheitskorrekturen räumt KB5124008 mehrere bekannte Störungen aus dem Weg. Dazu gehört ein Fehler, durch den sich der Mauszeiger in den Bedienungshilfen nicht zuverlässig anpassen ließ. Ebenfalls behoben ist ein Problem, bei dem der Desktop-Hintergrund nach bestimmten Änderungen schwarz erschien.
Auf Windows-11-Geräten mit Arm-Prozessoren sollen außerdem Abstürze von Microsoft Teams und dem klassischen Outlook nicht mehr auftreten. Die drei Fehler gehörten zu den Auswirkungen, die bereits im Beitrag Windows-11-Update mit Fehlern – mehr Speicherschutz, RTX Spark im Oktober beschrieben wurden. Mit KB5124008 oder einem neueren Update gelten sie nach Microsofts Angaben als gelöst.
Microsoft erweitert mit dem September-Paket zudem die stufenweise Erneuerung der Secure-Boot-Zertifikate. Diese Änderung dient der langfristigen Startabsicherung kompatibler Geräte. Sie bedeutet nicht, dass jeder Rechner sofort ein Zertifikatsproblem hat; die Verteilung wird anhand von Gerätedaten und der Update-Eignung gesteuert.
Warum die große Patchday-Zahl nicht auf jeden PC passt
Die Zero Day Initiative zählt für September 972 neue Microsoft-CVEs. Werden bereits zuvor veröffentlichte sowie externe Einträge, darunter Chromium-Lücken, einbezogen, kommt ihre Übersicht auf 997 behandelte Schwachstellen. 114 davon stuft sie als kritisch ein. Solche Summen umfassen zahlreiche Produktfamilien, etwa Windows, Office, Azure, SQL Server und Entwicklerwerkzeuge. Sie bedeuten nicht, dass auf einem einzelnen PC knapp tausend offene Lücken vorhanden waren.
Für die persönliche Priorisierung sind drei Fragen hilfreicher: Ist das eigene Produkt betroffen, wird die Lücke bereits angegriffen und steht ein Sicherheitsupdate bereit? Bei den beiden aktiv ausgenutzten Windows-Lücken lautet die entscheidende Antwort: Für die unterstützten betroffenen Systeme sind Korrekturen verfügbar. Updates sollten ausschließlich über Windows Update, die Verwaltungswerkzeuge des Unternehmens oder andere offizielle Microsoft-Kanäle installiert werden. Zweifelhafte Patch-Downloads von Drittseiten schaffen eher ein zusätzliches Risiko.
Stand der Recherche: 9. September 2026, 12:00 Uhr MESZ.
Hauptquellen
- Microsoft-Support: KB5124008 für Windows 11 24H2 und 25H2
- Microsoft Security Response Center: CVE-2026-81963
- Microsoft Security Response Center: CVE-2026-85880
- CISA: Known Exploited Vulnerabilities Catalog
- Zero Day Initiative: The September 2026 Security Update Review
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