IM FOKUS
Dyson Nurovi Saugroboter: R1 Dry und R2 Wash+Dry starten reduziert in Deutschland
Die Dyson Nurovi Saugroboter R1 Nurovi Dry und R2 Nurovi Wash+Dry sind nun in Deutschland erhältlich. Beide Modelle verbinden eine Saugleistung von bis zu 21.000 Pascal mit automatischer Bodenerkennung, LiDAR-Navigation und einer beutellosen Zyklon-Station. Der entscheidende Unterschied liegt bei der Bodenpflege: Der R1 beschränkt sich auf das Saugen, während der R2 zusätzlich mit ungewöhnlich geformten Wischpads arbeitet und seine wasserführenden Komponenten in einer deutlich größeren Station pflegt.
GadgetChecks hatte die Nurovi-Familie bereits nach der ersten Ankündigung im Beitrag zu Dyson Unveiled 2026 eingeordnet. Damals war für beide Modelle lediglich ein Start gegen Ende des Jahres vorgesehen. Inzwischen führt Dyson den R1 Nurovi Dry und den R2 Nurovi Wash+Dry im deutschen Onlineshop als verfügbar. Damit lassen sich Ausstattung, Abmessungen und Preis erstmals anhand der tatsächlich angebotenen Ausführungen betrachten. Weitere ausführliche Produktvorstellungen finden sich in der GadgetChecks-Kategorie Technik.
Was die Dyson Nurovi Saugroboter gemeinsam haben
Das Twin-capture-System soll groben und feinen Schmutz auf unterschiedliche Weise aufnehmen. Die Bürstenwalze kehrt größere Partikel mechanisch in den Roboter, während der Luftstrom feineren Staub einsaugt. Dyson nennt für den leistungsstarken Modus bei beiden Geräten maximal 21.000 Pascal. Die Zahl beschreibt den erzeugten Unterdruck, erlaubt allein aber noch keine verlässliche Aussage darüber, wie viel Schmutz auf Teppichen oder aus Fugen tatsächlich aufgenommen wird. Dafür sind auch Luftführung, Abdichtung, Bürstenkontakt und Fahrstrategie entscheidend.
Eine ausfahrbare Seitenbürste vergrößert ihre Reichweite laut Dyson um 27 Millimeter, sobald der Roboter an Wänden oder in Ecken arbeitet. Ihr Aufbau soll verhindern, dass Haare leicht um die Bürste gewickelt werden. Auch die Hauptbürstenwalze ist für lange Haare und Tierhaare ausgelegt. Ob die Konstruktion den regelmäßigen manuellen Pflegeaufwand tatsächlich deutlich reduziert, müssen Praxistests mit unterschiedlichen Haarlängen und Bodenarten zeigen.
Ein akustischer Piezo-Sensor zählt und misst aufgenommene Partikel. Im Automatikmodus kann der Roboter daraufhin die Saugleistung erhöhen. Ein zusätzlicher Ultraschallsensor unterscheidet nach Herstellerangaben zwischen Hartboden und Teppich. Damit reagiert das Gerät nicht nur auf eine zuvor gespeicherte Raumkarte, sondern auch auf den aktuell befahrenen Untergrund.
R1 Nurovi Dry und R2 Nurovi Wash+Dry im Vergleich
| Merkmal | R1 Nurovi Dry | R2 Nurovi Wash+Dry |
|---|---|---|
| Bodenpflege | ausschließlich Trockenreinigung | Saugen und Wischen |
| maximale Saugkraft | 21.000 Pa | 21.000 Pa |
| Wischsystem | keines | ausfahrbare Reuleaux-Dreieck-Wischpads |
| maximale Laufzeit | bis zu 120 Minuten | auf der britischen Produktseite bis zu 90 Minuten |
| Ladezeit | 6,5 Stunden | 6,5 Stunden |
| Robotergehäuse | 35,2 × 35,2 Zentimeter, 9,6 Zentimeter hoch | 35,2 × 35,2 Zentimeter, 9,6 Zentimeter hoch |
| Station | etwa 24,5 × 24,5 Zentimeter, 48,1 Zentimeter hoch | etwa 41,5 × 46,8 Zentimeter, 51,7 Zentimeter hoch |
| unverbindliche Preisempfehlung | 549 Euro | 849 Euro |
Beim R2 fehlt die maximale Laufzeit derzeit in der technischen Übersicht der deutschen Produktseite. Die offizielle britische Ausführung nennt 90 Minuten. Ob sich regionale Modellvarianten in diesem Punkt unterscheiden, geht aus den deutschen Unterlagen nicht hervor. Beide Roboter sollen nach sechseinhalb Stunden wieder vollständig geladen sein.
Der R1 ist damit nicht bloß eine günstigere Ausführung mit entfernter Wischfunktion. Seine schmalere Station benötigt erheblich weniger Stellfläche und kommt ohne Frischwasser, Schmutzwasser, Wischpadwäsche und Warmlufttrocknung aus. Der R2 richtet sich dagegen an Haushalte, in denen Hartböden regelmäßig feucht gereinigt werden sollen und eine entsprechend große Versorgungsstation Platz findet.
Reuleaux-Dreieck-Wischpads sollen quadratische Ecken erreichen
Runde Wischpads können sich gleichmäßig drehen, erreichen mit ihrem kreisförmigen Rand jedoch nicht vollständig den hinteren Bereich einer rechtwinkligen Raumecke. Dyson verwendet beim R2 deshalb zwei Reuleaux-Dreieck-Wischpads. Ein Reuleaux-Dreieck besteht aus drei Kreisbögen und besitzt trotz seiner abgerundeten Spitzen eine konstante Breite. In Verbindung mit einer exzentrischen Bewegung sollen die Spitzen weiter in Ecken reichen, ohne dass sich die Arbeitsbreite während der Bewegung stark verändert.
Eines der Pads kann seitlich ausfahren, wenn der Roboter eine Wand oder Ecke erkennt. Dyson verspricht dadurch eine gleichmäßigere Wischabdeckung entlang von Sockelleisten. Die geometrische Idee ist nachvollziehbar; sie belegt jedoch noch nicht, wie viel Schmutz tatsächlich aus einer Ecke entfernt wird. Dafür spielen Anpressdruck, Feuchtigkeitsverteilung, Fahrwinkel und die Beschaffenheit des Bodens ebenfalls eine Rolle.
Nach der Reinigung wäscht die Station die Pads mit auf 75 Grad Celsius erhitztem Wasser und trocknet sie anschließend mit 45 Grad warmer Luft. Die höhere Temperatur wird in der Station zur Padpflege eingesetzt. Der R2 wischt den Fußboden nicht mit 75 Grad heißem Wasser. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Temperaturangabe sonst fälschlich wie eine Heißwasserbehandlung des Bodens verstanden werden könnte.
Dyson verbindet die automatische Reinigung mit dem Versprechen, Gerüche und Schimmelbildung an den feuchten Pads zu reduzieren. Dennoch bleibt Pflege notwendig: Frischwasser muss nachgefüllt, Schmutzwasser entsorgt und die Station regelmäßig gereinigt werden. Wie häufig diese Arbeiten unter realen Bedingungen anfallen und wie gut die Warmluft die Pads vollständig trocknet, lässt sich aus der Produktbeschreibung nicht ableiten.
Die Zyklon-Station arbeitet ohne Staubbeutel
Beide Stationen verwenden acht Zyklone, um trockenen Schmutz aus dem Roboter abzusaugen und im Behälter der Station zu sammeln. Das System kommt ohne Einweg-Staubbeutel aus. Dyson nennt ein Behältervolumen von 2,6 Litern und spricht von bis zu 90 Tagen Nutzung ohne manuelles Entleeren. Diese Zeitspanne beruht auf internen Herstellerprüfungen und kann sich durch Wohnungsgröße, Haustiere, Reinigungsrhythmus und Verschmutzungsgrad erheblich verändern.
Die beutellose Bauweise vermeidet laufende Kosten für passende Staubbeutel. Beim Entleeren muss der gesammelte Inhalt dafür unmittelbar aus einem festen Behälter in den Hausmüll gegeben werden. Ob dies ebenso staubarm gelingt wie der Wechsel eines verschlossenen Beutels, gehört zu den offenen Praxisfragen.
Beim R2 übernimmt die Station zusätzlich die Versorgung des Wischsystems. Sie füllt Wasser nach, führt Schmutzwasser ab, wäscht die Pads und trocknet sie. Dadurch wächst das Gehäuse gegenüber der R1-Station deutlich. Vor dem Kauf sollte deshalb nicht nur die Stellfläche, sondern auch der Zugang zu den Wasserbehältern berücksichtigt werden.
LiDAR, Linienlaser und Sensoren steuern die Navigation
Zur Kartierung verwenden R1 und R2 ein schnell arbeitendes LiDAR-System. Dabei werden Laserimpulse ausgesendet und ihre Laufzeit nach der Reflexion gemessen. Aus den Entfernungsdaten entsteht eine Karte des Raumes, mit der der Roboter seine Fahrwege plant. Linienlaser und Kantensensoren sollen zusätzlich Hindernisse sowie Abgründe erkennen.
Dyson nennt für beide Modelle die Fähigkeit, Übergänge von bis zu 40 Millimetern Höhe zu überwinden. Ein solcher Maximalwert lässt sich nicht auf jede Schwelle übertragen: Eine flach ansteigende Leiste ist leichter zu befahren als eine senkrechte Kante gleicher Höhe. Auch Material, Anfahrwinkel und Rutschfestigkeit beeinflussen, ob der Roboter den Übergang tatsächlich bewältigt.
Die Produktseiten sprechen allgemein vom Erkennen und Umfahren von Hindernissen, beschreiben jedoch keine kameragestützte Klassifizierung einzelner Gegenstände. Aus LiDAR, Linienlasern und Kantensensoren folgt daher nicht automatisch, dass der Roboter dünne Kabel, flache Spielzeuge oder andere schwierige Objekte zuverlässig identifiziert. Gerade dieser Bereich benötigt unabhängige Tests in real eingerichteten Wohnungen.
Mit einer Gehäusehöhe von 9,6 Zentimetern können beide Geräte unter Möbel fahren, wenn dort ausreichend zusätzlicher Spielraum vorhanden ist. Vor allem die oben sitzende Sensoreinheit sollte nicht an Unterseiten scheuern oder unter einem Möbelstück eingeklemmt werden.
Die MyDyson-App wird zur Schaltzentrale
Über die MyDyson-App lassen sich Grundrisse in zwei oder drei Dimensionen anzeigen, Räume und Sperrzonen bearbeiten, Reinigungsarten festlegen und wiederkehrende Zeitpläne anlegen. Ruhezeiten sollen verhindern, dass der Roboter zu unerwünschten Zeiten startet. Außerdem kann die App Reinigungsverläufe anzeigen und bei Störungen Hinweise zur Fehlerbehebung liefern.
Für die vernetzten Funktionen verlangt Dyson ein kompatibles Mobilgerät, eine Verbindung über WLAN oder mobile Daten sowie Bluetooth 4.0. Unterstützt werden sowohl 2,4- als auch 5-Gigahertz-WLAN. Dyson erklärt, die beim Übertragen, Speichern und Verarbeiten verwendeten Systeme seien verschlüsselt. Die Produktseiten erläutern jedoch nicht vollständig, welche Kartierungs- und Automatisierungsfunktionen ohne App oder bei einem Ausfall verbundener Dienste erhalten bleiben. Auch ein konkreter Zeitraum für Software- und Sicherheitsupdates wird dort nicht genannt.
Die App-Anbindung ist deshalb mehr als ein optionales Zusatzmenü. Wer Karten, Sperrzonen, Zeitpläne und detaillierte Reinigungsregeln verwenden möchte, bindet einen wesentlichen Teil der Bedienung an Smartphone und Netzwerk.
Preis, Verfügbarkeit und offene Praxisfragen
Dyson führt den R1 Nurovi Dry in Deutschland für 549 Euro und den R2 Nurovi Wash+Dry für 849 Euro (Aktuell 599,00). Beide Modelle wurden am 15. Oktober 2026 im deutschen Onlineshop als auf Lager angezeigt. Beim R2 war zusätzlich ein zeitlich veränderliches Angebot für 649 Euro mit einem Aktionscode eingeblendet. Die unverbindliche Preisempfehlung bleibt davon unberührt.
Der R1 passt konzeptionell zu Haushalten, die vor allem Teppiche und Hartböden saugen lassen möchten, bewusst auf ein wasserführendes System verzichten und eine kleinere Station bevorzugen. Der R2 erweitert diesen Ansatz um eine automatisierte Hartbodenpflege, beansprucht dafür mehr Platz und verlangt zusätzlich die Wartung von Wasserbehältern und Wischkomponenten.
Unabhängige Leistungsdaten liegen bislang nur eingeschränkt vor. Das auf Saugroboter spezialisierte Fachmedium Vacuum Wars hat die Nurovi-Modelle bei der Vorstellung gesehen und mit Dyson gesprochen, zum Recherchezeitpunkt aber noch keinen vollständigen eigenen Test abgeschlossen. Aussagen zu Reinigungsleistung, Navigation, Lautstärke, Haaraufnahme, Eckenreinigung und Langzeitzuverlässigkeit bleiben daher überwiegend Herstellerangaben.
Die interessanteste konstruktive Neuerung ist beim R2 nicht seine nominelle Saugkraft, sondern das Zusammenspiel aus Reuleaux-Dreieck-Wischpads und beutelloser Multifunktionsstation. Beim R1 liegt der Schwerpunkt auf einer einfacheren Trockenreinigung mit kleinerer Station. Ob beide Konzepte ihre jeweiligen Vorteile im Alltag überzeugend umsetzen, muss sich erst in unabhängigen Praxistests zeigen.
Stand der Recherche: 15. Oktober 2026
Hauptquellen
- Dyson: Pressemitteilung zum Deutschlandstart von R1 Nurovi Dry und R2 Nurovi Wash+Dry
- Dyson: Deutsche Produktseite des R1 Nurovi Dry
- Dyson: Deutsche Produktseite des R2 Nurovi Wash+Dry
- Dyson Großbritannien: Technische Daten des R2 Nurovi Wash+Dry
- Vacuum Wars: Technische Einordnung der Dyson-Nurovi-Familie
Transparenzhinweis: GadgetChecks hat den Dyson R1 Nurovi Dry und den Dyson R2 Nurovi Wash+Dry für diesen Beitrag nicht selbst getestet. Aussagen zu Leistung, Laufzeit, Navigation, Stationspflege und Hindernisüberwindung beruhen auf Herstellerangaben; Preis und Verfügbarkeit wurden zum genannten Datenstand geprüft.
Technik-Deals im Überblick
Ausgewählte Angebote und zeitlich begrenzte Preisaktionen rund um Technik und Gadgets.
Mehr auf gadgetChecks
Entdecke mehr bei gadgetChecks
Was sich für dich ändert
Regeln, Fristen, Kosten und Warnungen mit ihren konkreten Folgen für Verbraucher.
Alltag Aktuell öffnenGames, Plattformen und Deals
Aktuelle Meldungen zu Releases, Konsolen, PC Gaming, Mobile, Studios und Abos.
Gaming öffnenProdukte, Angebote und Ideen
Neues für Küche, Reinigung, Wohnen, Garten und Balkon – verständlich und praktisch eingeordnet.
Zuhause öffnen