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Be-In/Be-Out-Ticketing soll die Fahrt automatisch erkennen




Redaktion









Digitale Mobilität




11 Min. Lesezeit

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Wer in letzter Sekunde in die Straßenbahn springt, soll künftig weder am Automaten ein Ticket wählen noch vor der Abfahrt einen Schalter in der App betätigen müssen. Das Be-In/Be-Out-Ticketing soll selbst erkennen, dass eine Fahrt im öffentlichen Verkehr beginnt, die zurückgelegte Strecke zuordnen und nach dem Aussteigen den passenden Fahrpreis berechnen. Was wie eine unsichtbare Fahrkarte klingt, ist technisch allerdings anspruchsvoller als ein gewöhnlicher Kauf im Hintergrund: Das Smartphone muss eine Bus- oder Bahnfahrt zuverlässig von einem Fußweg, einer Autofahrt oder einem Aufenthalt an der Haltestelle unterscheiden, rechtzeitig einen gültigen Fahrschein bereitstellen und ebenso sicher erkennen, wann die Reise wirklich beendet ist.

Genau daran arbeiten FAIRTIQ, der Rhein-Main-Verkehrsverbund und der tschechische Verkehrsverbund IDZK seit September 2026 im Projekt BIBO Next. Die Partner wollen bis August 2028 eine softwarebasierte Lösung entwickeln und validieren, die ohne eigens in den Fahrzeugen installierte Bluetooth-Sender auskommt und in unterschiedlichen Verkehrs- und Rechtsräumen funktionieren kann. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines europäischen Einsatzes, aber noch keine Ankündigung, dass Fahrgäste im RMV-Gebiet ab sofort ohne aktiven Ticketkauf einsteigen dürfen. Der Unterschied zwischen Forschungs- und Validierungsprojekt, geschlossenem Betatest und regulärem Tarifangebot entscheidet hier darüber, ob die vermeintlich unsichtbare Fahrkarte tatsächlich gültig ist.

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Vom Wischen zum Be-In/Be-Out-Ticketing

App-basierte Fahrkarten nach dem Pay-as-you-go-Prinzip verlagern die Tarifwahl bereits heute weitgehend in die Software. Bei der klassischen Check-in/Check-out-Variante startet der Fahrgast die Reise vor dem Einsteigen per Wischbewegung und beendet sie am Ziel auf dieselbe Weise. Die App rekonstruiert die Strecke und berechnet nach den Regeln des beteiligten Verkehrsverbunds den Preis. Das ist einfacher, als vor jeder Fahrt Zonen und Produkte zu vergleichen, verlangt aber zwei bewusste Handlungen genau in den Momenten, in denen eine Bahn einfährt, ein Anschluss erreicht werden muss oder das Telefon längst wieder in der Tasche steckt.

Die nächste Stufe heißt Check-in/Be-out. FAIRTIQ vermarktet sie als Smart Stop: Der Fahrgast startet noch selbst, während die App das Ende der Reise anhand von Umgebungs- und Bewegungsdaten erkennen und den laufenden Vorgang schließen kann. Be-In/Be-Out, kurz BIBO, soll auch den ersten Schritt übernehmen. Einmal freiwillig aktiviert, läuft die Erkennung im Hintergrund und stellt nach Angaben des Anbieters automatisch einen gültigen Fahrschein aus, sobald sie eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln feststellt. FAIRTIQ erprobt diese Funktion seit März 2026 unter dem Namen FAIRTIQ Go mit einer geschlossenen Gruppe und zehn Verkehrsunternehmen in der Schweiz. Die Betaseite bezeichnet die Funktion ausdrücklich als noch nicht vollständig ausgereift.

BIBO Next baut auf diesen Erfahrungen auf, verfolgt aber einen größeren Anspruch. Das auf zwei Jahre angelegte Vorhaben soll die Technik unter verschiedenen betrieblichen und regulatorischen Bedingungen prüfen und für einen breiteren kommerziellen Einsatz in Europa vorbereiten. Nach der Projektankündigung vom 15. September 2026 wird eine erste kommerzielle Implementierung noch während der Laufzeit angestrebt. Wo sie stattfinden soll, welche Fahrgäste teilnehmen können und zu welchem Termin daraus ein öffentlich buchbares Angebot wird, nennt die Mitteilung nicht.

Die App muss eine Absicht aus Bewegungen ableiten

Ein Fahrschein, den niemand aktiv kauft, beginnt mit einer Wahrscheinlichkeitsentscheidung. Das Telefon registriert Bewegung und Standort, doch diese Signale tragen kein Etikett mit der Aufschrift „Busfahrt“. Wer an einer Haltestelle entlangläuft, in einem Taxi neben einer Straßenbahn fährt, im Bahnhof jemanden abholt oder über einem U-Bahntunnel wohnt, kann auf den ersten Blick ähnliche Ortsdaten erzeugen wie ein Fahrgast. Umgekehrt darf ein schlechter GPS-Empfang im Tunnel, ein kurzer Halt im Stau oder der Wechsel zwischen Bahn und Bus nicht dazu führen, dass die App eine echte Reise übersieht oder vorzeitig beendet.

FAIRTIQ erklärt zur heutigen App, dass ausgewählte Standortsignale und Bewegungsdaten für die Ermittlung der Fahrt verwendet werden. Welche Merkmale BIBO Next im Einzelnen kombiniert, welche Schwellenwerte gelten und wie die Erkennung bei Grenzfällen abgesichert wird, ist in der öffentlichen Projektbeschreibung noch nicht dokumentiert. Die im Juli aktualisierten Hinweise zu AGB und Datenschutz benennen jedoch eine zentrale Grenze: Die automatische Erkennung beruht auf technischen Signalen und Wahrscheinlichkeitsbeurteilungen und kann im Einzelfall ungenau sein.

Diese Offenheit ist wichtiger als jedes Versprechen einer vollkommen unsichtbaren Bedienung. Bei einem Musikdienst führt eine falsche Erkennung zu einer unpassenden Empfehlung; beim Ticketing kann sie darüber entscheiden, ob ein gültiger Fahrschein vorhanden ist oder eine falsche Strecke berechnet wird. Ein alltagstaugliches System braucht deshalb nicht nur eine gute Trefferquote, sondern einen klaren Status, verständliche Warnungen und einen erreichbaren Korrekturweg. Fahrgäste müssen erkennen können, dass die Fahrt tatsächlich erfasst wurde, bevor eine Kontrolle stattfindet, und nach Reiseende nachvollziehen können, welche Verbindung die Abrechnung zugrunde legt.

Der Verzicht auf Beacons verschiebt die Voraussetzungen

Bluetooth-Beacons sind kleine Funksender, deren Signale einem Smartphone helfen können, einen Ort oder ein Fahrzeug genauer zuzuordnen. FAIRTIQ weist für bestehende Angebote darauf hin, dass solche Signale in ausgewählten Regionen verwendet werden, etwa an Stationen mit schlechtem GPS-Empfang. Für ein Verkehrsunternehmen kann diese zusätzliche Infrastruktur die Erkennung stabilisieren, sie muss aber beschafft, installiert, dokumentiert und über viele Fahrzeuge oder Haltestellen hinweg betrieben werden. Ein europäischer Ausbau wird schwieriger, wenn jede teilnehmende Flotte zunächst mit passender Hardware ausgerüstet werden muss.

BIBO Next soll deshalb ausdrücklich einen softwarebasierten Ansatz ohne Beacons in den Fahrzeugen validieren. Das kann die Einführung für Verkehrsverbünde vereinfachen, beseitigt die technische Abhängigkeit aber nicht, sondern verlagert einen größeren Teil davon auf das Smartphone, dessen Betriebssystem und die dort verfügbaren Sensoren. Standortzugriff, Bewegungsfreigabe, Hintergrundaktivität, Mobilfunk und ein ausreichend geladener Akku sind schon für die heutige FAIRTIQ-Nutzung relevant. Für die reguläre App nennt der Anbieter derzeit mindestens iOS 16 oder Android 9 mit Google-Standortdiensten; als nicht kompatible Beispiele nennt er Huawei P40 und Mate 30 ohne diese Dienste. Diese Angaben beschreiben den aktuellen Dienst und sind keine bereits festgelegten Systemvoraussetzungen von BIBO Next, zeigen aber, welche Hürden ein rein softwarebasierter Zugang lösen muss.

Auch Energiesparfunktionen können zum Teil des Ticketsystems werden. Android beendet Hintergrundprozesse je nach Hersteller und Einstellung unterschiedlich aggressiv, iOS regelt Standortzugriffe und Hintergrundaktualisierung nach eigenen Vorgaben. Wenn ein Verkehrsunternehmen auf automatische Erkennung setzt, darf eine unbemerkte Systemoptimierung nicht erst bei der Kontrolle sichtbar werden. Nötig sind deshalb eine verständliche Bereitschaftsanzeige, eine Warnung bei fehlenden Berechtigungen und ein manueller Ersatzweg, der nicht hinter mehreren Einstellungsseiten verborgen liegt.

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Ein gültiges Ticket darf nicht nur vermutet werden

Bei der heutigen FAIRTIQ-App lässt sich für eine Kontrolle ein personalisierter QR-Code über „Ticket anzeigen“ aufrufen. Beim klassischen Verfahren bleibt zugleich die Regel eindeutig: Die Reise muss vor der Abfahrt manuell gestartet sein. FAIRTIQ Go verspricht dagegen, die Fahrt automatisch zu erkennen und einen gültigen Fahrschein auszustellen. Damit verlagert sich die entscheidende Frage vom Verhalten des Fahrgasts auf den Zeitpunkt der Systementscheidung: Ab wann gilt die Person als eingecheckt, was sieht die Kontrolle während der ersten Erkennungssekunden und wer trägt das Risiko, wenn die Software eine reale Fahrt verspätet oder gar nicht erfasst?

Die öffentlich zugänglichen Informationen zu BIBO Next beantworten diese betrieblichen Details noch nicht. Gerade sie müssen vor einem breiten Start jedoch in Tarifbestimmungen, Kontrollgeräten und Kundendienstprozessen zusammenpassen. Eine nachträgliche Streckenrekonstruktion kann für die Abrechnung genügen, aber ein Prüfdienst benötigt während der Fahrt einen eindeutigen Nachweis. Ebenso muss geregelt sein, wie eine irrtümlich erkannte Fahrt storniert, eine falsche Route korrigiert oder eine nicht erkannte Reise glaubhaft gemeldet wird. Automatik darf die Bedienung reduzieren, nicht die Möglichkeit, eine Entscheidung anzufechten.

Dass die Funktion im Schweizer Test freiwillig bleiben soll, ist deshalb sinnvoll. Wer die automatische Erkennung nicht verwenden möchte oder auf einem ungeeigneten Gerät unterwegs ist, soll dort weiterhin selbst wischen können. Für BIBO Next ist noch nicht beschrieben, welche alternativen Bedienwege eine spätere kommerzielle Umsetzung verbindlich anbieten wird. Der praktische Qualitätsmaßstab sollte dennoch feststehen: Eine neue Zugangsmöglichkeit muss bestehende Wege ergänzen und darf Menschen ohne kompatibles Smartphone, dauerhaft erlaubten Standortzugriff oder digitales Zahlungsmittel nicht aus Bus und Bahn drängen.

Der passende Preis bleibt an den lokalen Tarif gebunden

Automatische Reiseerkennung und automatische Preisberechnung sind zwei getrennte Aufgaben. Zuerst muss die Software erkennen, wann und womit jemand gefahren ist; anschließend wendet sie die Regeln des jeweiligen Verkehrsunternehmens oder Verbunds an. FAIRTIQ berücksichtigt nach eigener Darstellung Tages-, Wochen- oder Monatsdeckel dort, wo der lokale Tarif solche Obergrenzen unterstützt. Daraus folgt kein europaweit einheitlicher Bestpreis und auch keine Garantie, dass jedes vorhandene Abonnement, jede Gruppenregel oder jede Sonderfahrkarte automatisch berücksichtigt wird.

Für einen europäischen Einsatz muss BIBO Next deshalb mehr leisten, als Bewegungsdaten richtig zu klassifizieren. Das System muss unterschiedliche Tariflogiken, Kontrollanforderungen und rechtliche Vorgaben abbilden, ohne den Fahrgast mit genau jener Komplexität zu konfrontieren, die die Automatik verbergen soll. Besonders anspruchsvoll werden Verbundgrenzen, Fahrten mit mehreren Betreibern, Begleitpersonen, Fahrräder, Ermäßigungen und bereits vorhandene Zeitkarten. Ein korrekt erkannter Reiseweg kann trotzdem zur falschen Rechnung führen, wenn das hinterlegte Kundenprofil oder die angewandte Tarifregel nicht passt.

Eine gute Oberfläche zeigt deshalb nach jeder Fahrt nicht nur einen Betrag, sondern auch Strecke, berücksichtigte Ermäßigung, angewandte Preisgrenze und eine verständliche Begründung für Korrekturen. Unsichtbar sollte der routinemäßige Handgriff werden, nicht die Rechnung. Der Fahrgast muss weiterhin kontrollieren können, ob das System die richtige Reise und das passende Produkt abgerechnet hat.

Automatische Ticketerkennung braucht mehr Daten vor der Fahrt

Der Komfort von BIBO beginnt damit, dass die App schon vor einer sicher festgestellten Fahrt Signale beurteilt. FAIRTIQ beschreibt für FAIRTIQ Go eine lokale Vorprüfung auf dem Smartphone: Erkennt das System keine ÖPNV-Reise, sollen die dafür lokal verarbeiteten Daten nach kurzer Zeit gelöscht und nicht an das Backend übertragen werden. Erst wenn eine mögliche Fahrt erkannt wird, können zusätzliche Standort- und Reisedaten an FAIRTIQ übermittelt werden. Dort werden sie für Funktionen wie Streckenermittlung und Abrechnung benötigt.

Diese Trennung ist ein plausibler Ansatz zur Datenminimierung, macht das Verfahren aber nicht anonym. Sobald eine Fahrt abgerechnet werden soll, muss sie einem Konto, einem Tarifprofil und einem Zahlungsmittel zugeordnet werden. Die allgemeine Datenschutzerklärung nennt je nach Nutzung unter anderem Standort- und Aktivitätsdaten, elektronische Tickets, berechnete Reisen, Kontrollmerkmale, Geräteinformationen und Kaufdaten; Bluetooth-Signale können in ausgewählten Regionen hinzukommen. Auch Verfahren zur Missbrauchserkennung spielen eine Rolle, weil ein System ohne aktive Schranke verhindern muss, dass Standortzugriff absichtlich blockiert oder eine erfasste Reise manipuliert wird.

Für Fahrgäste reicht deshalb die Aussage „wird lokal verarbeitet“ allein nicht aus. Entscheidend ist, welche Signale nur kurzfristig auf dem Gerät bleiben, welches Ereignis eine Übertragung auslöst, welche Daten anschließend im Backend landen, wie lange sie für Abrechnung, Support und Betrugsprüfung gespeichert werden und wie eine fehlerhaft erkannte Fahrt berichtigt werden kann. Ebenso wichtig ist ein leicht erreichbarer Schalter, der die automatische Erkennung tatsächlich beendet. Wer die Funktion freiwillig deaktiviert, muss darauf vertrauen können, dass nicht weiterhin vorsorglich ein Mobilitätsmuster entsteht.

Bequemer als ein Wallet-Ticket, aber tiefer im Smartphone verankert

Wie unterschiedlich digitale Vereinfachung ausfallen kann, zeigt das Münchner Nahverkehrsticket ohne Verkehrs-App. Dort wählen Gelegenheitsfahrgäste ein begrenztes Ticketangebot in einem mobilen Webshop und speichern den fertigen Fahrschein in Apple Wallet oder Google Wallet. Die regionale App und ein zusätzliches Kundenkonto entfallen, der Kauf selbst bleibt jedoch eine bewusste Handlung. BIBO dreht dieses Prinzip um: Es verlangt eine dauerhaft vorbereitete App samt Konto, Berechtigungen und Zahlungsweg, nimmt dem Fahrgast dafür aber im Idealfall jede Interaktion zu Beginn und am Ende einer konkreten Fahrt ab.

Für Pendler kann das attraktiv sein, weil der Komfort einer Zeitkarte entsteht, ohne dass vorab feststehen muss, wie oft und auf welcher Strecke sie in diesem Monat fahren. Auch Menschen mit motorischen oder kognitiven Einschränkungen können davon profitieren, wenn unter Zeitdruck kein kleiner Schalter bedient und keine Tarifzone verstanden werden muss. Gleichzeitig ist die unsichtbare Fahrkarte weniger gastfreundlich, wenn vor der ersten Fahrt ein Konto eingerichtet, eine Zahlungsart hinterlegt und eine weitreichende Hintergrundberechtigung erklärt werden muss. Für Touristen, Kinder, gemeinsam reisende Familien und Menschen ohne unterstütztes Telefon bleiben deshalb alternative Vertriebswege unverzichtbar.

Im RMV ist BIBO Next noch kein neues Fahrkartenangebot

Die Beteiligung des Rhein-Main-Verkehrsverbunds macht BIBO Next für Deutschland unmittelbar interessant, darf aber nicht mit einer bereits angekündigten Einführung verwechselt werden. Nach dem aktuellen Projektstand beginnt im September 2026 eine Entwicklungs- und Validierungsphase, die bis August 2028 laufen soll. Geprüft werden sollen verschiedene Verkehrssysteme, regulatorische Umfelder und Nutzungssituationen. Die Partner wollen die Technik damit näher an den kommerziellen Betrieb bringen; einen öffentlichen Starttermin für Fahrgäste im Rhein-Main-Gebiet, konkrete Linien, Teilnahmebedingungen oder Preise haben sie nicht genannt.

Bis solche Angaben vorliegen, bleibt die automatische Reiseerkennung ein Projekt mit realer technischer Grundlage und laufender Schweizer Erprobung, aber kein allgemein verfügbares deutsches Ticket. Fahrgäste müssen sich weiterhin an die jeweils veröffentlichten Kauf- und Check-in-Regeln ihres Verkehrsverbunds halten. Wer einfach einsteigt, weil das Telefon die Fahrt künftig vielleicht selbst erkennen könnte, besitzt dadurch heute noch keinen gültigen Fahrschein.

Unsichtbar darf nur der Handgriff werden

Be-In/Be-Out-Ticketing kann einen der lästigsten Momente digitaler Mobilität beseitigen: Nicht mehr der Fahrgast muss daran denken, eine Reise rechtzeitig zu starten und nach dem letzten Umstieg wieder zu beenden. Der Ansatz von BIBO Next, dafür ohne zusätzliche Sender in jedem Fahrzeug auszukommen, könnte die Einführung für Verkehrsunternehmen beschleunigen und den Einsatz über einzelne, technisch nachgerüstete Flotten hinaus erleichtern.

Der eigentliche Fortschritt zeigt sich jedoch erst, wenn die Automatik auch in den unangenehmen Fällen verständlich bleibt. Ein nicht erkannter Einstieg, eine irrtümlich berechnete Parallelfahrt, ein leerer Akku oder ein deaktivierter Hintergrunddienst dürfen nicht zu einem Streit führen, den nur ein undurchsichtiger Algorithmus entscheiden kann. Fahrgäste brauchen vor der Kontrolle einen eindeutigen Ticketstatus, nach der Fahrt eine nachvollziehbare Abrechnung und jederzeit einen manuellen Ausweg.

Die GadgetChecks-Serie Unterwegs vernetzt begleitet genau diese Verschiebung von sichtbarer Bedienung zu unsichtbarer Infrastruktur. BIBO Next hat das Potenzial, den Fahrscheinkauf so beiläufig zu machen wie das Einsteigen selbst. Dafür muss das System nicht nur die Fahrt erkennen, sondern den Menschen auch erkennen lassen, was es gerade entschieden hat.

Stand der Recherche: 17. September 2026.

Hauptquellen

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag beruht auf einer redaktionellen Auswertung der veröffentlichten Projekt-, Produkt-, Support- und Datenschutzinformationen. GadgetChecks hat FAIRTIQ Go und BIBO Next nicht selbst getestet. Angaben zu Erkennungsqualität, Akkuverbrauch und geplanter Einführung sind daher nicht als unabhängige Praxismessung zu verstehen.

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