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Tim Cook fehlt – App Store und iPhone-Preise setzen Apple unter Druck




Redaktion









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7 Min. Lesezeit

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Die heutige Apple Daily ordnet ein, wie 14 erwartete Apple-Produkte und die neue Chipgeneration einen gemeinsamen KI-Kurs erkennen lassen. Hinter diesem umfangreichen Fahrplan gerät Apple unter Druck: Die App-Store-Strategie soll zusätzliche wiederkehrende Einnahmen liefern, während mögliche höhere iPhone-Preise und steigende Kosten zunehmend die Erwartungen von Anlegern bestimmen.

Zwei Tage vor dem angekündigten September-Event wird deshalb nicht nur über neue Hardware gesprochen. Tim Cook soll im aufgezeichneten Präsentationsvideo fehlen, John Ternus übernimmt sichtbar die Führung, und eine skeptische Analyse erklärt ausgerechnet die Preisgestaltung zum möglichen Belastungstest für die Apple-Aktie. Gleichzeitig werden neue App-Store-Angaben verbindlich, während Apple genauer festlegt, wie Internetseiten für Suche, Siri-Antworten und das Training eigener KI-Modelle verwendet werden können.

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Apple unter Druck: KeyBanc sieht das iPhone-Event als Börsenrisiko

Apple hat sein nächstes Event für den 9. September angekündigt, die erwarteten Geräte und ihre Preise aber nicht bestätigt. Für KeyBanc Capital Markets liegt genau darin ein mögliches Börsenrisiko. Das Analysehaus hält die Veranstaltung für einen potenziell negativen Impuls, weil Anleger dann erfahren dürften, wie Apple höhere Bauteilkosten zwischen Verkaufspreisen, Marge und Stückzahlen verteilt.

Die Rechnung besitzt zwei unangenehme Seiten. Deutliche Preissteigerungen könnten die Gewinnspanne schützen, aber Käufer abschrecken. Behutsamere Anpassungen würden den Preisschock begrenzen, könnten dafür neue Fragen zur Profitabilität und zu späteren Erhöhungen auslösen. KeyBanc bleibt deshalb bei der Einstufung „Underweight“ und einem Kursziel von 250 US-Dollar.

Auch die Produktionsannahmen sind auffällig. Für das vierte Quartal des Apple-Geschäftsjahres 2026 und das erste Quartal 2027 erwartet KeyBanc insgesamt rund 80 Millionen Geräte der neuen iPhone-Generation. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum seien es etwa 91 Millionen gewesen. Der Rückgang wird vor allem mit dem mutmaßlich später erscheinenden Basismodell erklärt. Ein größerer Anteil hochpreisiger Pro- und Foldable-Geräte könnte einen Teil der fehlenden Stückzahlen finanziell ausgleichen.

Die genannten Preise sind keine bestätigten Angaben. KeyBanc kalkuliert mit 1.249 US-Dollar für das iPhone 18 Pro, 1.399 US-Dollar für das Pro Max und 2.199 US-Dollar für das erwartete faltbare Modell. Die Analyse nennt außerdem eine durchschnittliche Kursreaktion von minus 0,72 Prozent am Tag der iPhone-Ankündigung und minus 1,22 Prozent nach fünf Handelstagen in den vergangenen fünf Jahren. Das ist eine kleine historische Stichprobe und keine Vorhersage. Sie zeigt aber, weshalb selbst eine große Produktpremiere an der Börse schnell als Gelegenheit zum Gewinnmitnehmen behandelt werden kann.

Quelle: Investing.com zur KeyBanc-Analyse

Tim Cook fehlt im Eventvideo – John Ternus übernimmt das Bild

Tim Cook soll bei der Vorführung des Apple-Events anwesend sein, im aufgezeichneten Präsentationsvideo jedoch nicht auftreten. Bloomberg führt diese Information auf Personen aus dem Umfeld des Unternehmens zurück. Apple selbst hat weder die Besetzung des Videos noch dessen Ablauf veröffentlicht.

Die Entscheidung wäre dennoch ein starkes Symbol für den vollzogenen Führungswechsel. Seit dem 1. September ist John Ternus CEO, während Cook als Executive Chairman im Verwaltungsrat bleibt. Nach dem Bericht soll Apple den Übergang bewusst so inszenieren, dass Ternus zum Gesicht des erwarteten faltbaren iPhones und der kommenden Produktgenerationen wird. Ein Auftritt Cooks könnte diese klare Rollenverteilung verwischen.

Dass Cook im Video fehlt, bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass er sich aus dem Unternehmen zurückzieht. Apple beschreibt seine neue Position ausdrücklich als aktive Aufgabe, zu der unter anderem Kontakte mit politischen Entscheidungsträgern gehören. Seine öffentliche Rolle verschiebt sich damit von der unmittelbaren Produktvorstellung stärker in Richtung Aufsicht, Beratung und Unternehmensdiplomatie.

Die Neuaufteilung der Macht zwischen Ternus und Cook war bereits erkennbar. Das kommende Event macht sie voraussichtlich zum ersten Mal für ein Millionenpublikum sichtbar. Ternus muss dabei nicht sofort einen völlig neuen Apple-Stil erfinden. Schon die Tatsache, dass er die wichtigste Produktpräsentation des Jahres ohne seinen Vorgänger im Video trägt, macht den Abend zu seinem ersten großen öffentlichen Führungstest.

Quellen: Bloomberg (Startseite, da Paywall) · Apple zum Führungswechsel

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Die neue App-Store-Strategie soll mehr laufende Einnahmen bringen

Die personelle Neuordnung betrifft nicht nur die Eventbühne. Phil Schiller gibt Berichten zufolge die Verantwortung für den App Store und die Produktveranstaltungen ab, behält aber seinen Titel als Apple Fellow. Der App Store soll künftig wieder Eddy Cue unterstehen. Das Tagesgeschäft übernimmt demnach Carson Oliver, während Nola Weinstein das Veranstaltungsteam führt.

Bloomberg verbindet den Wechsel mit einer neuen App-Store-Strategie von Ternus und Cue. Beide sollen nach weiteren Möglichkeiten suchen, die Marge und den wiederkehrenden Umsatz der Plattform zu erhöhen. Der App Store erwirtschafte für Apple nach Schätzungen bereits rund 30 Milliarden US-Dollar im Jahr. Apple veröffentlicht allerdings keine eigenständige Gewinn- und Umsatzrechnung für den Store, weshalb diese Zahl nicht mit einem offiziellen Geschäftsbereich gleichzusetzen ist.

Schiller soll einer zusätzlichen Monetarisierung skeptisch gegenübergestanden haben. Dahinter steht ein Konflikt, der den App Store seit Jahren begleitet: Jede neue Gebühr kann Einnahmen stabilisieren, verschärft aber möglicherweise den Widerstand von Entwicklern und Regulierungsbehörden. Cue übernimmt die Plattform damit in einer Phase, in der ihr wirtschaftlicher Wert außer Frage steht, Apples Kontrolle über externe Zahlungen jedoch zunehmend eingeschränkt wird.

Wie konkret die neuen Erlösmodelle aussehen könnten, ist nicht bekannt. Apple hat den Bericht nicht bestätigt. Klar ist lediglich, dass das Dienstegeschäft im vergangenen Quartal einen neuen Juni-Rekord erreichte. Die neue Strategie wäre daher keine Rettungsmaßnahme für einen zusammenbrechenden Geschäftsbereich. Sie wäre der Versuch, einen bereits sehr großen Bereich noch profitabler zu machen, obwohl die Provisionseinnahmen des US-App-Stores zuletzt unter regulatorischen Druck geraten sind.

Quellen: Bloomberg (Startseite, da Paywall) · Apple zu den Ergebnissen des Juni-Quartals · Apple Leadership

Neue Social-Media-Angabe wird für App-Einreichungen Pflicht

Seit September müssen Entwickler zusätzliche Fragen beantworten, wenn sie eine neue App, ein Update oder eine Anwendung zur Beglaubigung für alternative Vertriebswege einreichen. Apple möchte wissen, ob eine App soziale Medienfunktionen anbietet. Die Angabe wird Teil des Fragebogens, aus dem die Altersfreigabe und weitere Hinweise auf der Produktseite entstehen.

Apple definiert eine solche Funktion nicht allein über die gewählte App-Store-Kategorie. Entscheidend ist, ob Nutzer Inhalte anderer Personen über einen Feed oder einen ähnlichen Entdeckungsbereich weiterverbreiten, verstärken oder mit ihnen interagieren können. Damit können auch Spiele, Unterhaltungsangebote und andere Anwendungen erfasst werden, die nicht ausdrücklich als soziales Netzwerk geführt werden.

Apps mit entsprechenden Funktionen sollen auf ihrer Produktseite einen zusätzlichen Hinweis auf soziale Medien erhalten. Die Einstufung wird außerdem für die mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 vorgesehenen „Time Allowances“ wichtig. Eltern sollen damit flexibler festlegen können, wie viel Zeit Kinder in bestimmten App-Gruppen verbringen dürfen. Gibt ein Entwickler an, dass die sozialen Funktionen für Kinder unter 13 Jahren deaktiviert sind, soll die App bei diesen Nutzern nicht der entsprechenden Zeitkategorie zugeordnet werden.

Für Familien entsteht daraus ein nützlicherer Hinweis als die App-Kategorie allein. Ein Spiel kann beispielsweise einen ausgeprägten sozialen Feed besitzen, obwohl sein hauptsächlicher Zweck nicht in der Kommunikation liegt. Die neue Kennzeichnung zeigt solche Überschneidungen deutlicher. Sie beruht zunächst allerdings auf den Angaben des Entwicklers und ersetzt keine individuelle Prüfung der Inhalte, Kontakte oder eingebauten Kaufmöglichkeiten.

Quelle: Apple Developer zu den neuen Altersfreigabe-Fragen

Applebot trennt KI-Training und aktuelle Siri-Antworten

Apple hat seine Informationen zu Applebot am 4. September wesentlich präzisiert. Der Webcrawler liefert Inhalte für Suchfunktionen in Spotlight, Siri und Safari. Die erfassten Daten können außerdem zum Training generativer Apple-Modelle sowie als aktueller Kontext für KI-Antworten verwendet werden. Für Webseitenbetreiber sind das jedoch drei voneinander getrennte Verwendungsarten.

Wer Applebot-Extended in der robots.txt-Datei sperrt, widerspricht der Verwendung eigener Inhalte für das Training allgemeiner Apple-Modelle. Die Seiten können trotzdem von Applebot erfasst und in Suchergebnissen angezeigt werden. Applebot-Extended ist nach Apples Erklärung kein eigener Crawler, sondern ein Signal dafür, wie bereits erfasste Daten verwendet werden dürfen.

Eine andere Wirkung besitzt die Anweisung „nosnippet“. Sie verhindert, dass Apple aus einer Seite eine Beschreibung oder Webantwort erzeugt und ihren Inhalt als aktuellen Kontext für KI-Ausgaben verwendet. Der Titel der Seite kann weiterhin in Suchvorschlägen erscheinen. Erst „noindex“ schließt die betreffende Seite auch aus Spotlight- und Siri-Vorschlägen aus.

Für kostenpflichtige Inhalte unterstützt Apple zudem die strukturierte Angabe „isAccessibleForFree: false“. Eine so markierte Seite darf in Suchergebnissen auftauchen, ihr geschützter Inhalt soll aber nicht als zusätzlicher Kontext für KI-Antworten dienen. Für Verlage, Blogs und andere Webseiten ist diese Trennung wichtig: Ein Widerspruch gegen Modelltraining entfernt eine Seite nicht automatisch aus der Apple-Suche, und eine Suchfreigabe bedeutet umgekehrt nicht, dass der vollständige Inhalt für jede KI-Verwendung freigegeben wurde.

Quelle: Apple Support über Applebot

Apple Kompakt

Kurz vor dem September-Event laufen bei Apple mehrere Übergänge gleichzeitig zusammen. John Ternus wird zum sichtbaren Gesicht der Produktstrategie, Eddy Cue erhält mehr Einfluss auf den App Store, und Anleger wollen erfahren, wie Apple steigende Kosten in den Preisen der nächsten iPhone-Generation abbildet. Die Veranstaltung wird damit nicht nur eine Produktschau, sondern auch ein früher Test für die wirtschaftlichen Prioritäten der neuen Führung.

Die beiden offiziellen Detailänderungen zeigen zugleich, wie weit Apples Plattform inzwischen über Hardware hinausreicht. Altersfreigaben beeinflussen künftig die Zeitregeln in Familien, während Webseitenbetreiber genauer entscheiden können, ob ihre Inhalte in der Suche, in KI-Antworten oder beim Modelltraining auftauchen. Weitere Entwicklungen abseits der großen Tagesanalyse findest du in unserer Serie Apple Kompakt.

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