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Spritpreise im September 2026: Super E10 erreicht neues Allzeithoch
Die Spritpreise im September 2026 haben am vergangenen Wochenende einen neuen Höchststand erreicht. Ein Liter Super E10 kostete am Sonntag, 13. September, im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273 Euro. Damit war die Benzinsorte so teuer wie nie zuvor. Diesel lag nach den am Montag veröffentlichten ADAC-Daten bei durchschnittlich 2,404 Euro je Liter und damit nur noch 4,3 Cent unter seinem Rekord vom April.
Für Autofahrer bedeutet das vor allem: Der Preis an der eigenen Tankstelle kann vom bundesweiten Tagesmittel deutlich abweichen, und selbst am selben Tag sind große Unterschiede möglich. Der Rekordwert ist daher kein Preis, der an jeder Zapfsäule erscheinen muss, zeigt aber, wie stark sich Tanken innerhalb kurzer Zeit verteuert hat. Wer Tankzeitpunkt und Station vergleichen kann, hat derzeit mehr Einfluss auf die Rechnung als durch das Warten auf eine lediglich diskutierte politische Entlastung.
Spritpreise im September 2026 steigen innerhalb von zwei Wochen deutlich
Gegenüber dem Freitag verteuerte sich Super E10 bis Sonntag um 1,7 Cent je Liter, Diesel um 3,5 Cent. Noch deutlicher fällt der Vergleich mit dem 30. August aus: Nach Angaben des ADAC war E10 damals gut zwölf Cent günstiger, Diesel gut 20 Cent. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entspricht das inzwischen einer zusätzlichen Belastung von mehr als sechs Euro bei E10 und mehr als zehn Euro bei Diesel.
Schon die wöchentliche ADAC-Auswertung vom 9. September hatte einen bundesweiten Mittelwert von 2,259 Euro für Super E10 und 2,321 Euro für Diesel ergeben. Gegenüber der Vorwoche waren das 7,6 beziehungsweise 8,9 Cent mehr. Die Entwicklung am Wochenende setzte diesen Anstieg fort. Die vollständigen Sonntagswerte sind dabei aussagekräftiger als eine einzelne Momentaufnahme am Morgen oder direkt nach dem mittäglichen Preissprung.
Wie es in den kommenden Tagen weitergeht, lässt sich daraus nicht zuverlässig ableiten. Rohölpreise, Wechselkurs, regionale Versorgung, Wettbewerb und die Preisentscheidungen der Unternehmen können sich schnell verändern. Auch ein neuer Rekord bei E10 bedeutet nicht automatisch, dass Diesel seinen bisherigen Höchststand ebenfalls überschreiten wird.
Warum die Uhrzeit beim Tanken jetzt besonders wichtig ist
Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise für Benzin und Diesel nur einmal täglich erhöhen, und zwar um 12 Uhr. Preissenkungen bleiben dagegen jederzeit erlaubt. Das Bundeswirtschaftsministerium erläutert die 12-Uhr-Regel als Instrument für verlässlichere Preisvergleiche. Sie legt jedoch keinen Höchstpreis fest und schreibt den Anbietern auch keine Senkung vor.
Der günstigste Zeitpunkt hat sich dadurch verschoben. Vor der Neuregelung war Tanken häufig am Abend am preiswertesten. Eine ADAC-Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen aus dem Mai zeigt nun das niedrigste durchschnittliche Niveau kurz vor 12 Uhr. Damals lag Super E10 zu diesem Zeitpunkt etwa 3,7 Cent und Diesel etwa 4,3 Cent unter dem jeweiligen Tagesmittel.
Pünktlich zum erlaubten Erhöhungszeitpunkt fiel der Sprung wesentlich größer aus: Im Durchschnitt verteuerte sich E10 um 14,6 Cent je Liter, Diesel um 18,4 Cent. Bei 50 Litern ergeben sich daraus rechnerisch 7,30 Euro beziehungsweise 9,20 Euro Unterschied. Das sind Durchschnittswerte aus dem Mai, keine zugesicherte Ersparnis an jeder Station. Sie zeigen aber, warum ein aktueller Vergleich kurz vor der Fahrt mehr bringt als die alte Gewohnheit, grundsätzlich am frühen Abend zu tanken.
Der Ölpreis erklärt nicht die gesamte Rechnung
Rohöl ist ein wichtiger Kostenfaktor, aber der Preis an der Zapfsäule entsteht aus mehreren Bestandteilen. Hinzu kommen unter anderem Energiesteuer, CO₂-Preis, Mehrwertsteuer sowie Kosten und Margen in Raffinerien, Transport, Großhandel und Tankstellenbetrieb. Weil Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, wirkt außerdem der Wechselkurs auf die Beschaffungskosten.
Der ADAC verweist auf den zuletzt deutlich gestiegenen Rohölpreis, hält Ölpreis und Wechselkurs allein aber nicht für eine ausreichende Erklärung des gesamten Preisniveaus. Der Club fordert deshalb mehr Transparenz vor allem auf Raffinerie- und Großhandelsebene. Das ist eine Bewertung des ADAC, kein behördlicher Nachweis für unzulässige Preisabsprachen oder rechtswidrige Aufschläge.
Aktuelle Sorgen um internationale Lieferwege haben den Ölmarkt zusätzlich belastet. Für die persönliche Tankentscheidung bleibt dennoch der tatsächlich gemeldete Preis vor Ort entscheidend. Nahezu alle öffentlichen Tankstellen müssen Änderungen bei Super E5, Super E10 und Diesel innerhalb von fünf Minuten an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe übermitteln. Zugelassene Vergleichsdienste und Tank-Apps greifen auf diese Daten zurück.
Was Autofahrer jetzt konkret tun können
Wer nicht an eine bestimmte Tankstelle gebunden ist, sollte mehrere Stationen in der näheren Umgebung vergleichen und dabei auch den Umweg einrechnen. Eine vermeintliche Ersparnis von wenigen Cent pro Liter lohnt sich nicht, wenn dafür viel zusätzlicher Kraftstoff verbraucht wird. Besonders teuer sind häufig Autobahntankstellen; ein Preisvergleich vor längeren Fahrten kann deshalb schon vor der Auffahrt sinnvoll sein.
Kurz vor 12 Uhr ist nach den bisherigen Auswertungen der beste Ausgangspunkt für den Vergleich. Wer zu dieser Zeit nicht tanken kann, sollte sich jedoch nicht auf eine pauschale Tagesregel verlassen. Nach dem Mittag sinken die Preise häufig wieder, und regionale Unterschiede können den Zeitvorteil überlagern. Maßgeblich ist der aktuelle Preis an erreichbaren Stationen, nicht der bundesweite Rekordwert.
Auch die Kraftstoffsorte bietet begrenztes Sparpotenzial. Viele Benziner vertragen Super E10, allerdings sollte die Freigabe des Fahrzeugherstellers eindeutig feststehen. Besteht sie, ist E10 nach ADAC-Angaben im Durchschnitt fünf bis sechs Cent je Liter günstiger als Super E5. Unsicherheit lässt sich über Betriebsanleitung, Tankdeckelhinweis oder Herstellerinformation klären; ein ungeeigneter Kraftstoff ist kein sinnvoller Sparversuch.
Drei Euro je Liter sind keine gesicherte Prognose
Die aktuelle Berichterstattung enthält bereits Warnungen vor möglichen Preisen von bis zu drei Euro je Liter. Eine belastbare Prognose für diesen Wert gibt es jedoch nicht. Der weitere Verlauf hängt unter anderem davon ab, wie sich Rohölangebot, Transportwege, Wechselkurs und Wettbewerb entwickeln. Politische Forderungen nach Preisdeckeln, Steuersenkungen oder Direktzahlungen sind ebenfalls noch keine beschlossenen Entlastungen.
Für Haushalte ist deshalb eine nüchterne Rechnung sinnvoller als eine Spekulation über den nächsten Rekord. Wer regelmäßig auf das Auto angewiesen ist, kann die tatsächlichen Tankkosten über mehrere Wochen notieren, den Bedarf möglichst mit günstigen Zeitfenstern verbinden und Preisvergleichsdienste nutzen. Weitere Änderungen bei Preisen, Verträgen und Verbraucherrechten ordnet Alltag Aktuell fortlaufend ein.
Der neue Höchststand bei Super E10 ist ein klarer Kostenhinweis, aber kein Grund für hektisches Vorratstanken. Entscheidend sind der lokale Preis, der richtige Zeitpunkt und ein realistischer Vergleich der erreichbaren Stationen. Was über politische Entlastungen diskutiert wird, sollte erst dann in die persönliche Kalkulation einfließen, wenn eine Maßnahme tatsächlich beschlossen und ihr Starttermin bekannt ist.
Stand der Recherche: 15. September 2026, 12:39 Uhr MESZ.
Hauptquellen
- ADAC: Super E10 erreicht ein neues Allzeithoch
- ADAC: Tagesverlauf der Spritpreise nach Einführung der 12-Uhr-Regel
- Bundeswirtschaftsministerium: Häufige Fragen zu Energie- und Kraftstoffpreisen
- Bundeskartellamt: Markttransparenzstelle für Kraftstoffe
- Tagesschau/WDR: Aktueller Preisanstieg und Grenzen von Prognosen
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