KOMPAKT
Nachfrage nach dem iPhone 18 Pro startet verhalten – Apple kämpft vor dem Supreme Court
Während der heutige Apple Daily erklärt, warum Siri AI auf dem Mac startet, auf iPhone und iPad in der EU aber fehlt, richten sich die aktuellen Apple-Nachrichten auf deutlich kleinere Signale: ungewöhnliche Lieferzeiten, erste Einschätzungen zur Nachfrage und Spuren noch unangekündigter Funktionen.
Dabei ist Zurückhaltung angebracht. Versandtermine verraten nicht automatisch, wie gut sich ein Gerät verkauft, und Einträge im Programmcode sind noch keine Produktankündigung. Trotzdem zeichnen die fünf Entwicklungen gemeinsam ein interessantes Bild von Apples nächsten Wochen.
Die Nachfrage nach dem iPhone 18 Pro ist schwerer zu lesen als Lieferzeiten
Die ersten Lieferzeiten des iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max fallen nach Einschätzung des Analysten Jeff Pu verhaltener aus als bei einem ausgesprochen starken Verkaufsstart. In den USA waren nach Beginn der Vorbestellungen vor allem bestimmte Varianten des Pro Max für drei bis vier Wochen vergriffen. Andere Speicher- und Farbkombinationen blieben dagegen kurzfristig verfügbar.
Pu führt den aus seiner Sicht gedämpften Auftakt unter anderem auf die überschaubaren technischen Veränderungen und die höheren Preise zurück. Laut Apples offizieller Vorstellung der neuen Pro-Modelle beginnen die Preise in den USA bei 1.199 Dollar für das iPhone 18 Pro und 1.299 Dollar für das Pro Max. Die Modelle mit zwei Terabyte Speicher erreichen 2.399 beziehungsweise 2.499 Dollar. Zudem könnten manche Käufer auf das faltbare iPhone Duo warten, dessen Vorbestellungen voraussichtlich erst im Oktober beginnen.
Ganz so eindeutig ist die Lage jedoch nicht. Lieferzeiten hängen nicht nur von der Nachfrage ab, sondern auch von Produktionsmenge, Region, Speichergröße und Farbe. Pu selbst verweist bei seinen reduzierten Produktionsschätzungen unter anderem auf Engpässe bei der Kamera mit variabler Blende. Eine sofort verfügbare Variante muss daher kein Verkaufsproblem bedeuten, während längere Wartezeiten umgekehrt auch durch ein knappes Anfangskontingent entstehen können.
Die Nachfrage nach dem iPhone 18 Pro wirkt damit bislang solide, aber nicht außergewöhnlich. Eine belastbarere Einschätzung dürfte erst möglich sein, wenn Apple die Geräte am 18. September regulär in den Handel bringt. Der Start der Vorbestellungen bleibt zunächst nur der erste Datenpunkt.
Apple TV und HomePod mini werden in den USA punktuell knapp
Beim Apple TV 4K und HomePod mini zeigen sich im amerikanischen Apple Store erneut ungewöhnlich lange oder lückenhafte Lieferzeiten. Die 64-Gigabyte-Ausführung des Apple TV 4K rutschte bei einzelnen Bestellungen bis in den Oktober. Beim HomePod mini war die orangefarbene Variante zeitweise nicht verfügbar, während für das gelbe Modell Liefertermine im November angezeigt wurden.
Solche Beobachtungen passen zu den seit Monaten kursierenden Berichten über neue Generationen beider Geräte. Der aktuelle HomePod mini stammt in seinen Grundzügen aus dem Jahr 2020, der jüngste Apple TV 4K wurde 2022 vorgestellt. Technisch gehören beide Modelle damit zu den älteren Produkten im derzeitigen Apple-Angebot.
Ein sicherer Hinweis auf einen unmittelbar bevorstehenden Modellwechsel sind die Lieferzeiten trotzdem nicht. Bei beiden Geräten gab es bereits früher schwankende Bestände, ohne dass Apple anschließend direkt einen Nachfolger präsentierte. Einzelne Farben können zudem aus logistischen Gründen ausverkauft sein, während lange Termine beim Apple TV auch auf regional begrenzte Lagerbestände zurückgehen können.
Interessant wird die Entwicklung vor allem durch den Zeitpunkt. Apple hat seine großen September-Neuheiten bereits vorgestellt, während neue Home-Geräte weiterhin ausstehen. Sollte der Konzern tatsächlich überarbeitete Modelle vorbereiten, wäre eine separate Vorstellung im Herbst plausibel. Bis Apple selbst Termine oder Produkte bestätigt, bleiben die aktuellen Versandangaben jedoch eine Momentaufnahme des US-Marktes und kein Beleg für neue Hardware.
Apple greift die Missachtungsentscheidung vor dem Supreme Court an
Apple hat am 14. September seine ausführliche Begründung im Verfahren gegen Epic Games beim Obersten Gerichtshof der USA eingereicht. Wie MacRumors zu dem neuen Schriftsatz berichtet, richtet sich der Konzern gegen die zuvor bestätigte Missachtungsentscheidung. Der Supreme Court hatte das Verfahren bereits im Juni angenommen, die Prüfung aber auf eine eng umrissene Rechtsfrage begrenzt.
Im Mittelpunkt steht nicht erneut der gesamte Streit über den App Store. Geklärt werden soll vielmehr, unter welchen Voraussetzungen ein Unternehmen wegen Missachtung einer gerichtlichen Verfügung sanktioniert werden darf. Apple argumentiert in seinem eröffnenden Schriftsatz, eine solche Entscheidung müsse sich auf eindeutig verbotene Handlungen stützen. Nach Auffassung des Konzerns habe die ursprüngliche Verfügung weder Provisionen für externe Käufe noch konkrete Vorgaben für die Gestaltung von Links ausdrücklich geregelt.
Damit wendet sich Apple gegen die Feststellung, das Unternehmen habe die Verfügung nicht nur technisch umgangen, sondern bewusst gegen deren Zweck verstoßen. In seiner Eingabe verlangt Apple, die Missachtungsentscheidung aufzuheben oder den Fall mit entsprechenden Vorgaben an die Vorinstanz zurückzuverweisen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Antrag und Entscheidung: Das eingereichte Dokument enthält Apples Argumentation. Der Supreme Court hat darüber noch nicht geurteilt. Epic Games soll seine Erwiderung bis zum 13. November einreichen.
Der Fall könnte trotzdem über den konkreten Konflikt hinausreichen. Eine Entscheidung zugunsten Apples könnte höhere Hürden dafür schaffen, Unternehmen wegen eines Verstoßes gegen den Sinn einer Verfügung zu sanktionieren, wenn deren genauer Wortlaut Interpretationsspielraum lässt. Welche Provisionen Apple im App Store künftig verlangen darf, entscheidet das Verfahren dagegen nicht unmittelbar.
Lincoln, Lucid und Freelander tauchen in Apples Car-Key-System auf
Hinweise im Hintergrund von Apples digitalem Autoschlüssel deuten auf drei weitere unterstützte Marken hin: Lincoln, Lucid Motors und Freelander. Die entsprechenden Einträge wurden laut MacRumors von Aaron Perris entdeckt. Apple oder die Hersteller haben die Integration bislang nicht angekündigt, ebenso fehlen konkrete Fahrzeugmodelle und ein Einführungstermin.
Mit einem kompatiblen Fahrzeug lässt sich ein digitaler Autoschlüssel in der Wallet-App auf dem iPhone und der Apple Watch speichern. Abhängig von der technischen Umsetzung können Nutzer das Auto entriegeln, starten und den Schlüssel mit anderen Personen teilen. Einige neuere Systeme unterstützen zudem Funktionen aus größerer Entfernung.
Bei den drei Marken ist eine genaue Abgrenzung wichtig. Lucid bietet bereits einen appbasierten mobilen Fahrzeugschlüssel an. Lincoln nutzt unter der Bezeichnung „Phone As A Key“ ebenfalls eine eigene Smartphone-Lösung. Beides bedeutet nicht automatisch, dass die bisherigen Systeme bereits als Apple-Schlüssel in der Wallet-App funktionieren. Die aufgetauchten Einträge könnten vielmehr auf eine zusätzliche Integration hinweisen.
Freelander ist ein Sonderfall. Jaguar Land Rover und Chery wollen den früheren Modellnamen als eigenständige Marke für Elektrofahrzeuge wiederbeleben. Die zunächst für China vorgesehenen Fahrzeuge sollen auf einer Chery-Plattform entstehen und später auch in weitere Märkte exportiert werden.
Die Codeverweise sind ein glaubwürdiges Zeichen für technische Vorbereitungen, aber keine Garantie für eine baldige Freischaltung. Fahrzeugfunktionen können Monate vor ihrer Ankündigung hinterlegt werden oder zunächst auf einzelne Modelle und Länder beschränkt bleiben.
Clarus versteckt sich in den Liquid-Glass-Einstellungen
Apple hat in iOS 27 und iPadOS 27 eine ungewöhnlich nostalgische Überraschung eingebaut. Wie MacRumors bei der Suche in den Systemeinstellungen entdeckt hat, lässt sich dort Clarus aufrufen – die als Dogcow bekannte Figur aus der klassischen Mac-Geschichte.
Der Weg beginnt unter „Einstellungen“, „Erscheinungsbild“ und „Liquid Glass“. Dort zeigt Apple mehrere Beispielbilder unter der Überschrift „Welcome to Apple Park“. Wer bis zum letzten Bild blättert und die Ansicht anschließend weiter nach oben zieht, soll ein „Moof!“ in der Suchleiste sehen. Gleichzeitig erscheint die Dogcow. Apple beschreibt zwar die Anpassung des Liquid-Glass-Erscheinungsbilds, erwähnt das versteckte Element dort aber nicht.
Die Figur geht auf ein von Susan Kare gestaltetes Zeichen aus der Cairo-Schrift des ursprünglichen Macintosh zurück. Später wurde daraus eine kleine Illustration für die Seiteneinrichtung des klassischen Mac OS. Weil sich nicht eindeutig erkennen ließ, ob das Tier ein Hund oder eine Kuh darstellen sollte, setzte sich die Bezeichnung Dogcow durch. Clarus entwickelte sich anschließend zu einem inoffiziellen Maskottchen des technischen Apple-Supports. Auch die vom Computer History Museum dokumentierte Apple-Designgeschichte zeichnet diese Entwicklung nach.
Für die Bedienung von iOS 27 hat das versteckte Element keine Bedeutung. Es ist ein klassisches Easter Egg und dürfte vor allem langjährige Mac-Nutzer ansprechen. Gleichzeitig passt die Platzierung bemerkenswert gut: Apple verbindet eine historische Figur seiner grafischen Benutzeroberflächen mit den Einstellungen für die jüngste Designsprache.
Dass der Fund nicht in Apples offizieller Dokumentation erwähnt wird, gehört zum Konzept. Die Dogcow soll entdeckt werden – begleitet von dem Laut, der seit Jahrzehnten mit ihr verbunden ist: „Moof!“
Apple Kompakt
Die aktuellen Meldungen zeigen, wie vorsichtig einzelne Signale eingeordnet werden müssen. Lieferzeiten können auf Nachfrage, knappe Produktion oder einen bevorstehenden Modellwechsel hinweisen. Analystenschätzungen liefern Anhaltspunkte, ersetzen aber keine Verkaufszahlen. Und selbst eindeutig identifizierte Einträge im Programmcode verraten noch nicht, wann eine Funktion tatsächlich erscheint.
Deutlich konkreter ist Apples Gang vor den Supreme Court, weil Schriftsatz, Fristen und Fragestellung öffentlich dokumentiert sind. Doch auch hier steht die Entscheidung noch aus. Zwischen bestätigten Fakten und plausiblen Hinweisen verläuft bei fast allen fünf Themen eine sichtbare Grenze. Weitere Entwicklungen abseits der großen Tagesanalyse findest du in unserer Serie Apple Kompakt.
Stand der Recherche: 15. September 2026.
Hauptquellen
- Apple: Vorstellung des iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max
- GF Securities: Research-Bereich
- MacRumors: Erste Lieferzeiten des iPhone 18 Pro
- Apple: Apple TV 4K
- Apple: HomePod mini
- MacRumors: Lieferzeiten von Apple TV und HomePod mini
- Supreme Court der USA: Verfahrensübersicht Apple gegen Epic Games
- Apple: Eröffnender Schriftsatz im Supreme-Court-Verfahren
- Apple Support: Digitalen Autoschlüssel zum iPhone hinzufügen
- MacRumors: Hinweise auf Lincoln, Lucid und Freelander
- JLR: Zusammenarbeit mit Chery für die neue Freelander-Marke
- Apple Support: Liquid Glass auf dem iPhone anpassen
- MacRumors: Clarus als verstecktes Easter Egg in iOS 27
- Computer History Museum: Oral History of Annette Wagner
Transparenzhinweis: gadgetChecks hat die genannten Geräte und Fahrzeuge für diesen Beitrag nicht selbst getestet. Lieferzeiten wurden als Momentaufnahme des US-Apple-Stores ausgewertet. Angaben zur Nachfrage, zu internen Codeverweisen und zu unangekündigten Funktionen beruhen auf den jeweils kenntlich gemachten Berichten und können sich ändern.
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