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Apple TV 4K 2022 oder Apple TV 4K 2026: Lohnt sich der Wechsel?




Redaktion









Technik




15 Min. Lesezeit

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Vier Jahre nach dem Apple TV 4K von 2022 bringt Apple eine neue Generation seiner Streamingbox auf den Markt. Der A19-Chip, drei Fernfeldmikrofone, WLAN 7, ein eigener AV1-Decoder, eine besser auffindbare Siri Remote und Surround-Sound mit vier HomePods klingen nach einem umfangreichen Sprung. Am Fernseher bleibt die entscheidende Grenze jedoch bestehen: Beide Generationen geben Filme und Serien mit maximal 4K und 60 Bildern pro Sekunde aus und unterstützen Dolby Vision, HDR10+ sowie Dolby Atmos.

Wer bereits das Modell von 2022 besitzt, bekommt mit dem Apple TV 4K der vierten Generation deshalb mehr Komfort und Reserven, aber nicht automatisch ein besseres Streamingbild. Gleichzeitig steigt der Preis von ursprünglich 169 beziehungsweise 189 Euro auf 349 Euro. Ob der Wechsel sinnvoll ist, hängt stärker vom Einsatz als Heimkino-, Spiele- und Smart-Home-Zentrale ab als vom gewöhnlichen Serienabend.

Das Kurzurteil

Die meisten Besitzer eines Apple TV 4K von 2022 sollten nicht wechseln. Der A15 Bionic navigiert weiterhin schnell durch tvOS, aktuelle Apps und Streamingdienste. 4K mit 60 Bildern pro Sekunde, Dolby Vision, HDR10+, QMS, Dolby Atmos, FaceTime über die Integrationskamera und die Funktion als Home-Zentrale decken bereits fast alle typischen Aufgaben ab.

Das Modell von 2026 lohnt sich vor allem für Nutzer, die Siri ohne Fernbedienung oder HomePod ansprechen möchten, ein Vier-Lautsprecher-System mit geeigneten HomePods planen, häufig anspruchsvollere Spiele ausführen oder gezielt von AV1, WLAN 7 und der moderneren Plattform profitieren wollen. Apples Leistungsangaben von bis zu 50 Prozent mehr CPU- und doppelter GPU-Leistung müssen unabhängige Tests mit Seriengeräten allerdings noch bestätigen.

Siri AI ist kein exklusiver Wechselgrund. Apple nennt ausdrücklich das Apple TV 4K der zweiten Generation von 2021 und alle neueren Modelle als kompatibel, womit auch die Generation von 2022 eingeschlossen ist. Zum Start steht die Betaversion außerdem nicht in der EU bereit. Exklusiv sind beim neuen Gerät die eingebauten Fernfeldmikrofone; sie können die in Deutschland verfügbare Siri-Version freihändig aktivieren.

Für Neukäufer ist das Apple TV 4K 2026 das vollständigere und voraussichtlich länger relevante Gesamtpaket, sein Preis von 349 Euro ist aber hoch. Ein professionell aufbereitetes 2022er-Modell mit 128 GB, Ethernet, Thread, Fernbedienung und Garantie ist bis ungefähr 200 Euro weiterhin die attraktivere Preis-Leistungs-Wahl. Ab etwa 250 Euro wird die Ersparnis gegenüber dem Nachfolger zu klein, sofern dessen neue Funktionen tatsächlich genutzt werden sollen.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Bereich Apple TV 4K 2022 Apple TV 4K 2026 Bedeutung im Alltag
Chip A15 Bionic A19 Das neue Modell besitzt deutlich mehr Leistungsreserven; gewöhnliches Streaming läuft auf dem A15 bereits sehr flüssig.
Videoausgabe Bis 4K bei 60 fps, Dolby Vision Profil 5, HDR10+, HDR10, HLG, QMS Bis 4K bei 60 fps, Dolby Vision Profile 8.1 und 5, HDR10+, HDR10, HLG, QMS Es gibt weder 8K noch 4K bei 120 fps. Ein genereller Bildqualitätssprung ist aus den Daten nicht abzuleiten.
Videodekodierung HEVC, H.264 und MPEG-4; kein eigener AV1-Decoder ausgewiesen AV1, VP9, HEVC, H.264 und MPEG-4; eigener AV1-Decoder AV1 kann kompatible Streams effizienter übertragen; der konkrete Vorteil hängt von Dienst, Inhalt und Verbindung ab.
Siri am Gerät Kein eingebautes Fernfeldmikrofon; Spracheingabe über Siri Remote oder HomePod Drei Fernfeldmikrofone mit Stimmisolation Nur das neue Modell hört „Hey Siri“ direkt im Raum, auch wenn gerade Ton wiedergegeben wird.
Siri AI Als Beta angekündigt, regionale und sprachliche Einschränkungen Ebenfalls als Beta angekündigt Die Software ist kein exklusiver Vorteil des 2026er-Modells und zum Start nicht für die EU zugesagt.
Fernbedienung Siri Remote der 3. Generation, USB-C, kein eigener Signalton, keine Genaue Suche Siri Remote der 4. Generation, USB-C, Signalton und Genaue Suche Praktischer Komfortgewinn; die neue Remote kostet einzeln 69 Euro und funktioniert auch mit dem Modell von 2022.
Heimkino mit HomePods Ein geeigneter HomePod oder ein Stereopaar als TV-Ausgabe Zusätzlich Surround-System mit vier HomePod mini 2 oder HomePod 2 Der Vier-Lautsprecher-Modus ist der größte exklusive Heimkinovorteil, verlangt aber weitere kostspielige Hardware.
Funk und Netzwerk WLAN 6, Bluetooth 5.0; Ethernet und Thread nur beim 128-GB-Modell WLAN 7, Bluetooth 6, Gigabit-Ethernet und Thread serienmäßig Für normales 4K-Streaming reicht WLAN 6 meist aus; Smart-Home- und Netzwerkfans erhalten das vollständigere Paket.
Speicher 64 GB nur mit WLAN oder 128 GB mit Ethernet und Thread 128 GB Das neue Modell beseitigt die frühere Ausstattungsfalle zwischen den Varianten.
Größe und Gewicht 93 × 93 × 31 Millimeter; 208 oder 214 Gramm 93,24 × 93,24 × 31 Millimeter; 217 Gramm Auf dem Möbelstück sind die Geräte praktisch gleich groß; der Gewichtsunterschied ist bedeutungslos.
Preis Start bei 229 Euro; 128-GB-Modell ursprünglich 189 Euro 349 Euro Der Preisaufschlag ist erheblich und der wichtigste Grund, einen funktionierenden Vorgänger weiterzuverwenden.

Das nahezu gleiche Gehäuse täuscht über die neue Plattform hinweg

Apple verändert die äußere Form kaum. Beide Generationen sind rund 9,3 Zentimeter breit und tief sowie 3,1 Zentimeter hoch. Das neue Gerät wiegt 217 Gramm und damit nur drei Gramm mehr als das 2022er-Modell mit Ethernet. Netzteil, HDMI- und Ethernetanschluss sind weiterhin im Gehäuse untergebracht; ein HDMI-Kabel gehört bei beiden Generationen nicht zum Lieferumfang.

Die entscheidenden Änderungen sitzen im Inneren. 2022 konnten Käufer zwischen 64 GB mit WLAN und 128 GB mit Gigabit-Ethernet sowie Thread wählen. Beim neuen Gerät gibt es nur noch eine Variante mit 128 GB, Gigabit-Ethernet und Thread. Das vereinfacht die Auswahl und verhindert, dass Smart-Home-Nutzer versehentlich zum Modell ohne Thread greifen.

WLAN 7 und Bluetooth 6 ersetzen WLAN 6 und Bluetooth 5.0. Das schafft mehr Zukunftsreserven, macht einen üblichen 4K-Stream aber nicht von selbst besser. Wer das Apple TV per Ethernet verbindet, bleibt in beiden Generationen bei Gigabit-Geschwindigkeit. Auch ein stabiles WLAN-6-Netz ist für die Bitraten der verbreiteten Streamingdienste normalerweise ausreichend.

A19 und AV1 bringen Reserven, aber kein neues Auflösungsniveau

Der A19 ist der größte technische Sprung. Apple verspricht gegenüber dem direkten Vorgänger bis zu 50 Prozent mehr CPU-Leistung und eine doppelt so schnelle Grafik. Das kann sich beim Öffnen umfangreicher Apps, in Animationen, bei Apple-Arcade-Spielen und bei künftigen tvOS-Funktionen bemerkbar machen. Wie groß der Abstand in realen Spielen, beim App-Wechsel und unter längerer Last ausfällt, lässt sich erst nach unabhängigen Messungen beurteilen.

Das Apple TV 4K von 2022 war bereits bei seinem Erscheinen ungewöhnlich schnell. Unabhängige Tests lobten die flüssige Bedienung und kurzen Ladezeiten; selbst Jahre später gehört der A15 nicht zu den offensichtlichen Engpässen beim Streaming. Wer vor allem Netflix, Disney+, Prime Video, YouTube, Mediatheken oder die Apple-TV-App nutzt, wird deshalb wahrscheinlich keinen Leistungssprung erleben, der den Kauf allein rechtfertigt.

Neu ist ein dedizierter AV1-Decoder. Der moderne Codec kann Videos bei vergleichbarer Qualität mit weniger Daten übertragen und den Chip bei kompatiblen Inhalten effizient entlasten. Der praktische Nutzen hängt jedoch davon ab, ob ein Dienst den gewünschten Titel in AV1 bereitstellt und ob die Internetverbindung überhaupt knapp ist. AV1 ist ein sinnvoller Zukunftsbaustein, aber kein Versprechen für sichtbar bessere Bilder bei jedem Film.

Bild und Ton bleiben näher beieinander als der Preis vermuten lässt

Beide Generationen geben höchstens 2160p mit 60 Bildern pro Sekunde aus. Dolby Vision, HDR10+, HDR10 und HLG werden ebenso unterstützt wie Quick Media Switching und breite Kinoformate bis 21:9 an kompatiblen Displays. Das Modell von 2026 ergänzt Dolby Vision Profil 8.1, doch auch dieser Vorteil setzt passende Inhalte, Apps und Wiedergabeketten voraus.

Eine 8K-Ausgabe oder 4K mit 120 Bildern pro Sekunde führt Apple nicht auf. Wer einen neuen Fernseher mit 120-Hertz-Panel besitzt, erhält durch den Boxenwechsel daher keine entsprechende neue Ausgabestufe. Ebenso wenig lässt sich aus einem schnelleren Prozessor automatisch eine bessere Filmwiedergabe ableiten. Bildqualität wird auch von Quelle, App, Kompression, Fernseher und dessen Einstellungen bestimmt.

Bei den Tonformaten bleibt die Basis ebenfalls ähnlich. Beide unterstützen unter anderem Dolby Digital 5.1, Dolby Digital Plus 7.1 und Dolby Atmos. Der eigentliche Heimkinosprung entsteht nicht durch ein neues Tonformat, sondern durch Apples exklusiven Vier-HomePod-Modus.

Vier HomePods sind ein starkes, aber teures Wechselargument

Das Apple TV 4K von 2022 kann einen geeigneten HomePod oder ein Stereopaar als dauerhafte Fernsehausgabe verwenden. Die Generation von 2026 erweitert dieses Konzept auf vier Lautsprecher. Unterstützt werden HomePod mini 2 und HomePod der zweiten Generation; vorne und hinten müssen jeweils zwei Lautsprecher desselben Modells stehen. Das Apple TV soll ihre Positionen erkennen und Laufzeit sowie Pegel automatisch anpassen.

Wer ein solches System ohnehin plant, bekommt einen klaren Hardwaregrund für die neue Box. Vier HomePod mini 2 kosten zusammen 676 Euro, das Apple TV 4K weitere 349 Euro. Das vollständige System liegt damit bei 1.025 Euro, bevor Fernseher oder weiteres Zubehör berücksichtigt sind. Wie präzise die automatische Einmessung arbeitet und wie sich das Ergebnis gegen eine gute Soundbar oder ein klassisches Mehrkanalsystem schlägt, ist noch nicht unabhängig geprüft.

Besonders wichtig ist die Kompatibilität: Der Vier-Lautsprecher-Modus setzt ausdrücklich das Apple TV 4K der vierten Generation voraus. Der Vorgänger erhält ihn nicht per Softwareupdate. Auch HomePod mini der ersten Generation sind nicht dafür vorgesehen. Wer zwischen den Lautsprechergenerationen schwankt, findet im Generationencheck zum HomePod mini 1 und HomePod mini 2 die Unterschiede und Kosten im Detail.

Siri AI kommt auch auf das Modell von 2022

Die Bezeichnung Siri AI kann den Eindruck erwecken, nur der A19 ermögliche die neue Assistenz. Apples eigene Kompatibilitätsangabe widerspricht dem: Die Betaversion soll auf dem Apple TV 4K der zweiten Generation von 2021 und allen späteren Modellen laufen. Das Apple TV 4K von 2022 gehört damit ausdrücklich zur unterstützten Gruppe.

Zum Start ist Siri AI nur in ausgewählten englischsprachigen Ländern verfügbar und zunächst nicht in der EU. Persönliche Kontextanfragen setzen zusätzlich ein Apple-Intelligence-fähiges iPhone oder iPad mit passender Sprache und aktivierter Funktion voraus. Wer in Deutschland kauft, sollte den Aufpreis daher nicht mit einer sofort nutzbaren neuen KI-Assistenz begründen.

Der Hardwareunterschied bleibt trotzdem relevant: Nur das Apple TV 4K von 2026 hat drei Fernfeldmikrofone. Sie sollen Stimmen mit Echounterdrückung auch während laufender Wiedergabe erkennen. Deutsch gehört zu den unterstützten Sprachen, wenn es als primäre tvOS-Sprache eingestellt ist. Damit lassen sich die heute verfügbaren Siri-Funktionen und Smart-Home-Befehle ohne Druck auf die Fernbedienung nutzen. Wie zuverlässig die Erkennung aus verschiedenen Sitzpositionen und bei hoher Lautstärke arbeitet, müssen Praxistests zeigen.

Die neue Siri Remote lässt sich einzeln nachrüsten

Die Fernbedienung behält ihr Aluminiumgehäuse, das berührungsempfindliche Clickpad und den USB-C-Anschluss. Neu sind ein eingebauter Signalton sowie die Genaue Suche über „Wo ist?“. Damit lässt sich die Remote nicht nur grob orten, sondern mit einem kompatiblen neueren iPhone gezielter wiederfinden. Für die Genaue Suche gelten zusätzliche Geräte- und Softwarevoraussetzungen.

Dieser Komfort rechtfertigt allein keinen Austausch der gesamten Streamingbox. Apple verkauft die Siri Remote der vierten Generation für 69 Euro und nennt Apple TV HD sowie alle Apple-TV-4K-Generationen als kompatibel. Wer mit Bild, Ton und Leistung des 2022er-Modells zufrieden ist, kann daher nur die Fernbedienung ersetzen und 280 Euro gegenüber dem neuen Gesamtgerät sparen.

Smart Home: Der neue Komfort liegt vor allem in der Spracheingabe

Beide Generationen können als Home-Zentrale arbeiten, Automationen ausführen, kompatibles Zubehör aus der Ferne erreichbar machen und Kamerabilder auf dem Fernseher anzeigen. Das 2022er-Modell mit 128 GB besitzt bereits Thread; nur der damaligen 64-GB-WLAN-Variante fehlt diese Funktechnik. Matter-fähiges Zubehör und HomeKit machen deshalb nicht automatisch ein Hardwareupgrade notwendig.

Das neue Gerät bündelt Thread und Ethernet in jeder Ausführung und ergänzt die direkte Spracheingabe im Raum. Licht, Szenen oder kompatible Schlösser lassen sich ansprechen, ohne zuerst die Siri-Taste oder einen HomePod zu verwenden. Apple beschreibt zudem abgeschottete Bereiche des A19, sogenannte Secure Exclaves, in denen die Mikrofondaten vom übrigen System getrennt verarbeitet werden sollen. Diese Datenschutzangaben stammen vom Hersteller und sind noch nicht unabhängig überprüft.

Preis und tatsächliche Wechselkosten

Das Apple TV 4K von 2022 startete bei 169 Euro für 64 GB mit WLAN. Die empfehlenswertere Ausführung mit 128 GB, Ethernet und Thread kostete 189 Euro. Für das Apple TV 4K von 2026 verlangt Apple 349 Euro. Damit kostet der Nachfolger 160 Euro mehr als die besser ausgestattete Vorgängervariante zu deren Einführung.

Zum Recherchezeitpunkt verlangt Apple für ein zertifiziert aufbereitetes 2022er-Modell mit 128 GB 249 Euro. Andere professionelle Aufbereiter bewegen sich je nach Zustand und Garantie teils darunter, während knappe neue Restbestände sogar unattraktiv teuer sein können. Ein alter Listenpreis ist deshalb kein sinnvoller Maßstab: Entscheidend sind der tatsächlich verlangte Betrag, die Modellvariante, der Zustand und die enthaltene Gewährleistung.

Für Wechsler zählt der Nettoaufwand nach einem Verkauf. Wer beispielsweise 150 Euro für sein vollständiges 2022er-Modell erzielt, zahlt rechnerisch noch 199 Euro bis zum Neupreis von 349 Euro. Bleibt die alte Box als Zweitgerät im Haushalt, fallen die vollen 349 Euro an. Wird nur die auffindbare Fernbedienung gewünscht, kostet die Nachrüstung 69 Euro statt eines kompletten Tauschs.

Vor einem Gebrauchtverkauf sollte das Apple TV vom Apple Account und vom Zuhause entfernt und anschließend zurückgesetzt werden. Fernbedienung, Netzkabel, Originalrechnung und ein gepflegtes Gehäuse verbessern die Verkaufschancen. Beim Kauf eines gebrauchten Geräts ist umgekehrt zu prüfen, ob wirklich die dritte Apple-TV-4K-Generation von 2022 angeboten wird und ob es sich um die 64-GB- oder 128-GB-Ausführung handelt.

Was gilt für Neukäufer?

Das Apple TV 4K von 2026 ist die technisch vollständigere Wahl. Es bietet 128 GB, Ethernet und Thread ohne Variantenfalle, dazu A19, AV1, WLAN 7, Bluetooth 6, Fernfeldmikrofone und die neue Siri Remote. Wer das Gerät viele Jahre nutzen, Apple Arcade intensiver einsetzen, Smart-Home-Komfort ausbauen oder ein Vier-HomePod-Heimkino aufbauen möchte, erhält die bessere Ausgangslage.

Für reines Streaming bleibt das 2022er-Modell jedoch außergewöhnlich konkurrenzfähig. Bis ungefähr 200 Euro ist die 128-GB-Version mit Ethernet und Händlergarantie eine starke Empfehlung: Sie liefert dieselbe maximale Auflösung und Bildrate, unterstützt die zentralen HDR- und Tonformate und gilt nach unabhängigen Tests als schnell und zuverlässig. Zwischen 200 und 250 Euro hängt die Wahl vom Nutzungsprofil ab. Wer nur Filme und Serien sehen möchte, kann die Ersparnis mitnehmen; wer mehrere neue Funktionen nutzen will, sollte den Aufpreis auf 349 Euro erwägen.

Oberhalb von etwa 250 Euro verliert der Vorgänger an Reiz. Dann beträgt der Abstand zum neuen Gerät weniger als 100 Euro, ohne dass Käufer dessen modernere Plattform und neue Fernbedienung erhalten. Die 64-GB-WLAN-Version von 2022 ist nur bei einem deutlich niedrigeren Preis sinnvoll. Ihr fehlen Ethernet und Thread, weshalb sie nicht mit der damaligen 128-GB-Ausführung gleichgesetzt werden sollte.

Wer ein günstiges Gebrauchtangebot prüft, sollte die Modellnummer, Speichervariante und Anschlüsse kontrollieren. Die 128-GB-Version von 2022 trägt die Modellnummer A2843 und besitzt einen Ethernetanschluss; die 64-GB-WLAN-Version ist als A2737 geführt. Rückgaberecht, Garantie, vollständiges Zubehör und ein erfolgreicher Werksreset sind wichtiger als kleine optische Spuren.

Für wen sich der Wechsel lohnen kann

Nutzer mit geplantem Vier-HomePod-Heimkino

Der neue Surround-Modus ist exklusiv an das Apple TV 4K der vierten Generation gebunden. Wer ohnehin vier HomePod mini 2, vier HomePod 2 oder zwei modellgleiche Paare für vorne und hinten anschaffen will, braucht die neue Box. Wegen des Gesamtpreises von mindestens 1.025 Euro mit vier HomePod mini 2 sollten unabhängige Hörtests abgewartet werden.

Apple-Arcade-Spieler und anspruchsvolle App-Nutzer

A19 und die laut Apple doppelte Grafikleistung versprechen den größten Leistungsgewinn bei Spielen. Wer Apple Arcade häufig nutzt, große Titel lädt oder langfristig mehr Konsolencharakter erwartet, profitiert eher als ein reiner Streaminghaushalt. Bis belastbare Benchmarks vorliegen, bleibt offen, welche Spiele den zusätzlichen Spielraum tatsächlich ausnutzen.

Smart-Home-Nutzer ohne HomePod im Wohnzimmer

Die eingebauten Mikrofone machen Sprachbefehle direkt über die Streamingbox möglich. Das ist praktisch, wenn kein HomePod im Raum steht und die Fernbedienung nicht jedes Mal gesucht oder in die Hand genommen werden soll. Besitzer eines HomePods erhalten einen Teil dieses Komforts bereits über dessen Mikrofone.

Haushalte mit instabilem oder ungeeignetem Vorgänger

Bei Defekt, zu knappem Speicher oder dem konkreten Bedarf an Ethernet und Thread kann der Wechsel sinnvoll sein. Besitzer der 64-GB-WLAN-Version von 2022 erhalten mit dem Nachfolger Netzwerkanschluss, Thread und doppelt so viel Speicher in einem Schritt. Funktioniert die 128-GB-Version zuverlässig, ist der zusätzliche Nutzen deutlich kleiner.

Besitzer einer häufig verlegten Siri Remote

Signalton und Genaue Suche lösen ein alltägliches Problem. Dafür muss aber nicht das ganze Apple TV ersetzt werden: Die neue Siri Remote ist einzeln erhältlich und mit dem Modell von 2022 kompatibel. Der Remote-Kauf ist die wirtschaftlichere Lösung, wenn keine weiteren Neuerungen benötigt werden.

Die meisten Besitzer des Apple TV 4K von 2022

Für Filme, Serien, Musik, AirPlay, FaceTime und Smart-Home-Aufgaben bleibt der Vorgänger stark. Gleiche maximale Auflösung und Bildrate, dieselben zentralen HDR-Formate und die Unterstützung von Siri AI nehmen dem neuen Gerät mehrere scheinbar exklusive Argumente. Ohne konkreten Bedarf an Mikrofonen, AV1, Spielen oder Vier-Lautsprecher-Surround ist der Wechsel für 349 Euro nicht sinnvoll.

Generationencheck: Das Urteil

Das Apple TV 4K von 2026 ist technisch klar überlegen, verändert das klassische Streaming aber weniger stark, als der Sprung von A15 auf A19 vermuten lässt. Es beseitigt die alte Variantenfalle, modernisiert Funk und Videodekodierung, hört Siri-Befehle direkt im Raum und erschließt ein neues HomePod-Surround-System. Gleichzeitig bleiben 4K mit 60 Bildern pro Sekunde, Dolby Vision, HDR10+, Dolby Atmos und viele tvOS-Funktionen bereits auf dem Modell von 2022 erhalten.

Für Wechsler

Die meisten Besitzer des Apple TV 4K von 2022 sollten ihr Gerät behalten. Der Vorgänger ist weiterhin schnell, unterstützt die wichtigen Streamingstandards und erhält sogar Siri AI, sobald die Funktion in der jeweiligen Region und Sprache verfügbar wird. Ein A19 allein rechtfertigt keine 349 Euro, solange Apps und Wiedergabe bereits flüssig laufen.

Der Wechsel lohnt sich für klar definierte Sonderfälle: ein geplantes Vier-HomePod-System, intensive Spiele, freihändige Siri-Nutzung ohne weiteren Lautsprecher oder der ohnehin notwendige Ersatz eines defekten beziehungsweise unpassend ausgestatteten Geräts. Wer nur die neue Suchfunktion der Fernbedienung möchte, sollte die kompatible Siri Remote für 69 Euro nachrüsten.

Für Neukäufer

Das Apple TV 4K von 2026 ist die bessere Langzeitwahl, wenn der Preis von 349 Euro akzeptabel ist und mindestens eine seiner neuen Funktionen relevant wird. Käufer erhalten immer 128 GB, Ethernet und Thread sowie die modernere Rechen-, Funk- und Videoplattform. Für Heimkino, Spiele und Smart Home ist das Paket vollständiger.

Preisbewusste Streamingnutzer sollten dennoch nach dem Apple TV 4K von 2022 mit 128 GB suchen. Bis etwa 200 Euro mit Garantie ist es die bessere Preis-Leistungs-Empfehlung; bei 200 bis 250 Euro entscheidet der Einsatzzweck. Teure Restbestände oberhalb von 250 Euro sind kaum attraktiv, weil der Abstand zum neuen Modell dann zu klein wird. Die 64-GB-Version lohnt sich nur bei einem deutlich niedrigeren Preis und ohne Bedarf an Ethernet oder Thread.

Das Apple TV 4K von 2026 wird erst am 13. November 2026 regulär ausgeliefert. Dieses vorläufige Urteil stützt sich deshalb auf bestätigte technische Daten, Apples Leistungs- und Funktionsangaben sowie unabhängige Tests des 2022er-Modells. Wie groß die Unterschiede bei Geschwindigkeit, AV1-Effizienz, Mikrofonerkennung, Spieleleistung, Stromverbrauch und Vier-HomePod-Surround im Alltag ausfallen, müssen unabhängige Vergleichstests nach dem Verkaufsstart zeigen.

Stand der Recherche: 16. Oktober 2026, 12:41 Uhr, Europe/Berlin.

Hauptquellen

Transparenzhinweis: GadgetChecks hat das Apple TV 4K von 2022 und das Apple TV 4K von 2026 für diesen Vergleich nicht unter identischen Bedingungen selbst getestet. Das 2026er-Modell war zum Recherchezeitpunkt noch nicht regulär erhältlich. Leistungs-, Mikrofon-, Datenschutz-, AV1- und Surround-Aussagen zum neuen Gerät beruhen daher auf Angaben von Apple und sind entsprechend vorsichtig eingeordnet. Preise und Verfügbarkeiten können sich kurzfristig ändern.

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