Apple Daily: Apple fokussiert KI-Brillen, MacBook Neo boomt und macOS 27 macht Schluss mit Intel
Die neuen Informationen zeigen ziemlich deutlich, dass John Ternus offenbar eine deutlich pragmatischere Strategie verfolgt als Tim Cook in den vergangenen Jahren bei der gesamten Vision-Sparte. Falls die Berichte stimmen, verabschiedet sich Apple damit vorerst weitgehend von der Idee, die Apple Vision Pro schnell zu einer klassischen Produktfamilie auszubauen. Stattdessen scheint Apple jetzt fast alle Ressourcen auf Smart Glasses zu konzentrieren.
Das ergibt wirtschaftlich durchaus Sinn. Die Vision Pro war technologisch beeindruckend, blieb wegen Preis, Gewicht und Alltagstauglichkeit aber klar ein Nischenprodukt. Smart Glasses besitzen dagegen deutlich größeres Massenmarktpotenzial — besonders wenn Apple ähnliche Funktionen wie Meta mit den Ray-Bans anbieten kann, nur stärker integriert ins Apple-Ökosystem. Interessant ist vor allem, dass offenbar fast alle Zwischenprojekte gestrichen wurden: keine Vision Air mehr, keine Mac-Display-Brille mehr und laut Ming-Chi Kuo aktuell auch keine echte Vision Pro 2 mehr. Das deutet darauf hin, dass Apple intern vermutlich erkannt hat, dass Mixed-Reality-Headsets kurzfristig kein ausreichend großer Markt werden.
Die langfristige AR-Brille mit Waveguides bleibt dagegen offenbar weiterhin das eigentliche Ziel. Genau dort will Apple wahrscheinlich irgendwann hin: leichte transparente Brillen mit echten digitalen Overlays im Alltag. Technisch ist das allerdings extrem schwierig. Deshalb spricht selbst Ming-Chi Kuo inzwischen erst von 2029 oder später. Die KI-Smart-Glasses für 2027 wirken deshalb eher wie ein Zwischenschritt:
keine echte AR-Brille, sondern eher intelligente Kamera- und Audio-Brillen mit Siri, Navigation, KI-Funktionen und möglicherweise Live-Übersetzung.
Dass Mark Gurman und Kuo sich teilweise widersprechen, zeigt außerdem, wie stark sich Apples Strategie aktuell offenbar noch verändert. Wahrscheinlich existieren intern weiterhin mehrere Prototypen parallel, während Ternus priorisiert, welche Projekte realistische Marktchancen besitzen. Auffällig ist außerdem, dass Ternus direkt vor seiner Übernahme als CEO offenbar bereits massiv Einfluss auf Produktentscheidungen nimmt. Das könnte ein erster Hinweis darauf sein, wie Apple unter seiner Führung künftig arbeiten wird: weniger experimentelle Nebenprodukte, stärkerer Fokus auf massentaugliche Hardware und engere Verzahnung mit KI
Apple verdoppelt angeblich die Produktion des MacBook Neo
Die neuen IDC-Zahlen zeigen, dass die Speicherkrise inzwischen deutlich größere Auswirkungen hat als ursprünglich erwartet. Was zunächst vor allem bei Mac mini und Mac Studio sichtbar wurde, entwickelt sich nun offenbar zu einem Problem für den gesamten PC-Markt. Besonders auffällig ist die Prognose für das vierte Quartal 2026. Ein Rückgang der PC-Auslieferungen um 20 Prozent wäre außergewöhnlich stark und würde zeigen, wie massiv KI-Rechenzentren inzwischen die weltweiten Speicher- und Chipkapazitäten beanspruchen. Hersteller verdienen momentan deutlich mehr mit Speicher für KI-Server als mit klassischen Consumer-Geräten, weshalb viele Kapazitäten bevorzugt in diesen Bereich fließen.
Dadurch steigen nicht nur die Preise für Arbeitsspeicher und SSDs, sondern teilweise auch für Prozessoren und andere Komponenten. IDC geht inzwischen von durchschnittlich 17 Prozent höheren PC-Preisen aus, während andere Analysten sogar noch stärkere Preissteigerungen erwarten. Interessant ist dabei vor allem die Rolle des MacBook Neo. Laut IDC hat Apple mit diesem Gerät überraschend starken Druck auf den Notebook-Markt ausgelöst. Das Gerät trifft genau das besonders wichtige Segment unter 700 US-Dollar, das bislang hauptsächlich von Windows- und ChromeOS-Geräten dominiert wurde. Offenbar reagieren Hersteller wie Acer, ASUS und andere inzwischen direkt auf Apples Strategie. Viele Unternehmen versuchen nun ebenfalls günstigere und effizientere Geräte anzubieten, obwohl die steigenden Komponentenpreise das eigentlich erschweren.
Apple scheint momentan einen Vorteil daraus zu ziehen, dass das Unternehmen eigene Chips entwickelt und Hard- sowie Software eng kontrolliert. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass selbst Apple die Speicherknappheit nicht vollständig umgehen kann. Gerade die leistungsstärkeren Macs mit viel RAM werden zunehmend schwieriger verfügbar. Dass Apple inzwischen Konfigurationen streicht und Lieferzeiten verlängert, deutet darauf hin, dass besonders große RAM-Varianten momentan problematisch sind. Genau diese Speichergrößen werden gleichzeitig auch für KI-Server und lokale KI-Systeme stark nachgefragt. Falls die Speicherkrise tatsächlich bis Ende 2027 anhält, könnte sich der PC-Markt in den kommenden Jahren deutlich verändern. Viele Hersteller werden vermutlich gezwungen sein, ihre Produktpaletten stärker zu vereinfachen, höhere Preise zu verlangen oder günstigere Geräte mit weniger Ausstattung anzubieten.
Apple bestätigt inkompatible Macs für macOS 27
Mit macOS 27 endet praktisch endgültig die Intel-Ära beim Mac. Dass Apple diesen Schritt jetzt geht, überrascht eigentlich nicht mehr, weil der Übergang zu Apple Silicon inzwischen fast sechs Jahre läuft. Interessant ist eher, wie konsequent Apple den Schnitt inzwischen vollzieht. Selbst leistungsstarke Intel-Modelle wie der Mac Pro (2019) oder das 16-inch MacBook Pro (2019) verlieren nun den Support für neue Hauptversionen von macOS. Für viele Nutzer dürfte das trotzdem ein größerer Einschnitt werden als damals beim Wechsel von PowerPC zu Intel. Gerade der Mac Pro 2019 war extrem teuer und wurde von vielen professionellen Nutzern erst relativ spät gekauft.
Apple versucht den Übergang deshalb etwas abzufedern. Die angekündigten drei Jahre Sicherheitsupdates bedeuten, dass Intel-Macs zwar keine neuen Funktionen mehr erhalten, aber vorerst weiterhin sicher nutzbar bleiben. Besonders wichtig ist außerdem die verlängerte Unterstützung von Rosetta. Dass Rosetta noch bis einschließlich macOS 27 vollständig erhalten bleibt, zeigt, dass Apple weiterhin viele Intel-Programme im Umlauf sieht, die noch nicht komplett modernisiert wurden. Danach scheint Apple aber endgültig Schluss machen zu wollen. Die verbleibende Mini-Version von Rosetta für ältere Spiele klingt eher nach einer kleinen Kompatibilitätsschicht als nach echter Intel-Unterstützung.
Für Entwickler ist das ebenfalls ein deutliches Signal. Wer seine Apps bis jetzt noch nicht vollständig auf Apple Silicon optimiert hat, bekommt langsam echten Druck. Gleichzeitig zeigt der Schritt auch, wie zufrieden Apple offenbar mit den eigenen Chips ist. Die M-Serie hat Intel bei Leistung pro Watt inzwischen praktisch vollständig verdrängt, und mit Geräten wie dem MacBook Neo beginnt Apple jetzt zusätzlich den günstigeren Notebook-Markt anzugreifen. macOS 27 dürfte deshalb weniger als normales Update in Erinnerung bleiben, sondern eher als der endgültige Abschluss der Intel-Mac-Generation.
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Bildquelle: Titelbild (uixtube/Freepik) - juicy_fish / News-Quellen: 9to5Mac - Macrumors - Bloomberg
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