KOMPAKT
A20 Pro Benchmark liefert erste Spitzenwerte – Hinweise auf Werbung in Visual Intelligence
Der erste A20 Pro Benchmark liefert wenige Tage vor dem Verkaufsstart des iPhone 18 Pro einen Vorgeschmack auf Apples neuen Smartphone-Chip. Die Werte fallen hoch aus, bleiben als nutzergenerierte Einzelmessungen aber vorläufig und sagen noch wenig darüber aus, wie konstant die Geräte ihre Leistung im Alltag halten.
Gleichzeitig zeigen der Release Candidate von iOS 27 und Apples Entwicklerwerkzeuge mehrere bislang nicht angekündigte Details. Dazu gehören mögliche Werbeeinblendungen in Visual Intelligence, eine anpassbare Kamera-Oberfläche, mehr Arbeitsspeicher für die neuen Apple-Watch-Modelle und ein deutlich vielseitigerer virtueller Apple-TV-Controller.
A20 Pro Benchmark: Die ersten Zahlen sind beeindruckend
In der Geekbench-Datenbank sind erste Ergebnisse für die Gerätekennungen iPhone19,2 und iPhone19,3 aufgetaucht, die den neuen Pro-Modellen mit A20 Pro zugeordnet werden. Der Eintrag des iPhone19,2 erreicht in Geekbench 6.7 einen Single-Core-Wert von 4.719 Punkten und 12.677 Punkte im Multi-Core-Test. Das iPhone19,3 kommt auf 4.725 beziehungsweise 12.575 Punkte. In beiden Fällen wird ein Sechskern-Prozessor mit einer maximalen Taktfrequenz von rund 4,93 Gigahertz angezeigt.
Auch die ersten Metal-Messungen fallen hoch aus. Für das iPhone19,2 sind 64.915 Punkte verzeichnet, während das iPhone19,3 auf 64.069 Punkte kommt. Die Systeminformationen weisen außerdem jeweils etwas mehr als 11,2 Gigabyte nutzbaren Arbeitsspeicher aus, was zu einer nominellen Ausstattung mit zwölf Gigabyte passen würde. Einzelne Benchmarkeinträge lassen sich allerdings manipulieren oder können mit noch nicht finaler Software entstanden sein. Sie sollten deshalb nicht mit einem unabhängigen Labortest verwechselt werden.
Apple fertigt den A20 Pro nach eigenen Angaben im 2-Nanometer-Verfahren und kombiniert eine Sechskern-CPU mit einer Siebenkern-GPU sowie zwei Neural Engines mit insgesamt 32 Kernen. Das Unternehmen verspricht 50 Prozent mehr Speicherbandbreite und bis zu 40 Prozent mehr Grafikleistung als beim A19 Pro. Zusätzlich soll das überarbeitete Kühlsystem die Dauerleistung um bis zu 40 Prozent erhöhen. Gerade dieser Punkt lässt sich mit den kurzen Geekbench-Durchläufen noch nicht beurteilen. Nachdem die technischen Neuerungen des iPhone 18 Pro inzwischen feststehen, müssen längere Belastungstests zeigen, wie viel von der Leistung dauerhaft abrufbar bleibt.
Quellen: Geekbench CPU: iPhone19,2 · Geekbench CPU: iPhone19,3 · Geekbench Metal · Apple
Visual Intelligence könnte gesponserte Ergebnisse anzeigen
In den Systemdateien des iOS 27 Release Candidate finden sich Hinweise auf gesponserte Inhalte innerhalb von Visual Intelligence. Der von Aaron Perris dokumentierte Code sieht offenbar vor, dass externe Suchanbieter Werbung in ihre Ergebnisse einfügen können. Bei einer Produktsuche könnten damit beispielsweise bezahlte Angebote neben den regulär gefundenen Gegenständen oder ähnlichen Bildern erscheinen.
Entscheidend ist die Rollenverteilung: Der Fund belegt bislang nicht, dass Apple selbst Werbeplätze in Visual Intelligence verkaufen will. Die vorgesehenen Einblendungen scheinen vielmehr von dem Suchanbieter zu stammen, an den eine Anfrage weitergegeben wird. Schon heute weist Apple darauf hin, dass visuelle Suchergebnisse den Nutzungsbedingungen und Datenschutzregeln des jeweiligen Anbieters unterliegen. Ob Apple an möglichen Werbeerlösen beteiligt wäre, wie bezahlte Treffer gekennzeichnet würden und ob sich diese ausblenden ließen, geht aus dem Code nicht hervor.
Noch ist zudem offen, ob die technische Vorbereitung jemals für Nutzer freigeschaltet wird. Solche Schnittstellen können für interne Tests, einzelne Märkte oder zukünftige Partnerschaften angelegt werden, ohne in der öffentlichen Version zu erscheinen. Sollte Apple die Funktion aktivieren, wäre eine eindeutige Kennzeichnung besonders wichtig: Visual Intelligence wird als Hilfsmittel präsentiert, das Gegenstände erkennt, Informationen liefert und passende Aktionen vorschlägt. Bezahlte Produktempfehlungen würden diese neutrale Erwartung verändern. Für Nutzer müsste deshalb auf den ersten Blick erkennbar bleiben, ob ein Ergebnis aufgrund seiner Relevanz oder aufgrund einer Werbezahlung angezeigt wird.
Quellen: Aaron Perris auf X · Apple Support
iOS 27 macht die Kamera-Steuerung anpassbar
Der Release Candidate von iOS 27 zeigt eine neue Bearbeitungsfunktion für die Bedienelemente am oberen Rand der Kamera-App. Über eine Schaltfläche lässt sich festlegen, welche Werkzeuge dort erscheinen und in welcher Reihenfolge sie angeordnet sind. Je nach iPhone-Modell und Aufnahmemodus stehen unter anderem Blitz, Live Photo, Seitenverhältnis, Timer, Belichtung, Fotografische Stile, Filter, Tiefeneinstellungen, Nachtmodus und Dateiformat zur Auswahl.
Nicht benötigte Elemente können entfernt und häufig verwendete Funktionen weiter nach vorn geschoben werden. Eine Rücksetzoption stellt die von Apple vorgesehene Grundausstattung wieder her. Damit wird aus einer bislang weitgehend starren Symbolleiste ein Arbeitsbereich, der sich stärker an die eigene Art zu fotografieren anpassen lässt. Wer häufig Belichtung und Seitenverhältnis verändert, kann diese Einstellungen direkt erreichbar halten, während selten genutzte Funktionen nicht länger Platz beanspruchen.
Hinweise auf eine stärker personalisierbare Kamera-App waren bereits in früheren Berichten und Codefunden aufgetaucht. Neu ist, dass die grundlegende Bearbeitung nun im Release Candidate sichtbar ist. Apple bestätigt für das iPhone 18 Pro zusätzlich erweiterte, frei konfigurierbare Pro-Steuerelemente für Blende, Verschlusszeit, Weißabgleich und Histogramm. Diese exklusiven Werkzeuge sind von der allgemeineren Anordnung der Kamera-Schaltflächen zu unterscheiden. iOS 27 soll am 14. September erscheinen; bis zur finalen Freigabe können sich einzelne Details der Oberfläche noch ändern.
Quellen: Apple Developer · Apple · Bloomberg (Startseite, da Paywall)
Apple Watch Series 12 und Ultra 4 sollen mehr RAM erhalten
Gerätedaten aus Apples Entwicklungsumgebung Xcode 27 weisen für die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4 zwei Gigabyte Arbeitsspeicher aus. Gegenüber den jeweils vorherigen Generationen mit einem Gigabyte würde sich der verfügbare RAM damit verdoppeln. Apple selbst nennt die Arbeitsspeichergröße seiner Uhren traditionell nicht; auch in den offiziellen technischen Daten der Series 12 werden lediglich der S11-Chip, die Neural Engine und 64 Gigabyte Speicherplatz aufgeführt.
Mehr RAM kann vor allem dafür sorgen, dass Apps, Widgets und Systemdienste länger im Speicher bleiben und beim Wechsel seltener vollständig neu geladen werden müssen. Hinzu kommen die wachsenden Anforderungen durch kontinuierliche Gesundheitsmessungen, Audio Intelligence und die neuen Siri-Funktionen. Gerade bei einer Uhr, die zahlreiche Hintergrundaufgaben mit möglichst geringem Energieverbrauch koordinieren muss, kann zusätzlicher Arbeitsspeicher wertvoller sein als eine auffällige Steigerung der maximalen Rechenleistung.
Die Verdopplung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass umfangreiche KI-Modelle vollständig auf der Uhr ausgeführt werden. Apple beschreibt die Series 12 als Bestandteil eines größeren Apple-Intelligence-Systems, in dem je nach Aufgabe auch das gekoppelte iPhone oder Apples Private Cloud Compute beteiligt sein kann. Welche Funktionen tatsächlich lokal auf dem S11 verarbeitet werden und wie groß der praktische Geschwindigkeitsgewinn ausfällt, lässt sich erst mit Seriengeräten feststellen. Der Xcode-Wert ist ein überzeugender technischer Hinweis, bleibt aber eine indirekte Angabe und keine von Apple veröffentlichte Produktspezifikation.
Quellen: Apple Developer: Xcode · Apple: Technische Daten der Series 12 · Apple Newsroom
Die iPhone-Fernbedienung könnte zum Apple-TV-Navigator werden
Im Release Candidate von iOS 27 steckt eine überarbeitete Version der virtuellen Apple-TV-Fernbedienung. Eine aktivierte Demonstration zeigt einen App-Starter, über den sich installierte Anwendungen unmittelbar auf dem iPhone auswählen und auf dem Apple TV öffnen lassen. Daneben kann die Oberfläche Inhalte aus dem Top-Shelf-Bereich beziehungsweise aus „Weiterschauen“ anzeigen, ohne dass zunächst auf dem Fernseher durch den Home-Bildschirm navigiert werden muss.
Bislang dient die Apple TV Remote im Kontrollzentrum vor allem als Ersatz für die physische Fernbedienung. Das iPhone stellt eine Touch-Fläche, Wiedergabetasten, Lautstärkesteuerung und einige tvOS-Funktionen bereit. Die gefundenen Erweiterungen würden das Konzept verändern: Statt lediglich Eingaben an den Fernseher zu senden, könnte das iPhone zunehmend selbst als App- und Inhaltsübersicht dienen. Besonders bei einem umfangreichen Home-Bildschirm wäre das schneller als die Navigation mit dem Steuerkreuz.
Beide Funktionen sind im Release Candidate hinter internen Funktionsschaltern deaktiviert und können auf einem gewöhnlichen iPhone nicht regulär eingeschaltet werden. Auch eine Veröffentlichung zusammen mit iOS 27 oder tvOS 27 ist damit nicht bestätigt. Die noch unfertige Darstellung in der Demonstration spricht vielmehr dafür, dass Apple verschiedene Varianten testet. Der Fund zeigt dennoch eine klare Richtung: Die virtuelle Fernbedienung könnte langfristig mehr Informationen vom Apple TV übernehmen und dadurch zu einer echten zweiten Bedienoberfläche werden.
Quellen: pdfu auf X · Apple Support
Apple Kompakt
Die aktuellen Funde zeigen, wie stark Apple inzwischen Hardware, Systemoberflächen und externe Dienste miteinander verzahnt. Schnellere Chips und zusätzlicher Arbeitsspeicher schaffen die technische Grundlage, während iOS 27 immer mehr Funktionen direkt in vertraute Bedienoberflächen integriert. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Transparenz: Nutzer müssen erkennen können, welche Ergebnisse von Apple stammen, welche von Partnern geliefert werden und wann kommerzielle Interessen eine Empfehlung beeinflussen.
Weitere Entwicklungen abseits der großen Tagesanalyse findest du in unserer Serie Apple Kompakt.
Stand der Recherche: 10. September 2026.
Hauptquellen
- Apple: iPhone 18 Pro und A20 Pro
- Geekbench: CPU-Ergebnisse des iPhone19,2
- Geekbench: CPU-Ergebnisse des iPhone19,3
- Aaron Perris: Hinweise auf gesponserte Visual-Intelligence-Ergebnisse
- Apple Support: Visual Intelligence
- Apple Developer: iOS und iPadOS 27 Release Notes
- Apple: Technische Daten der Apple Watch Series 12
- pdfu: Versteckte Erweiterungen der Apple TV Remote
- Apple Support: Apple TV Remote auf iPhone und iPad
Transparenzhinweis: Die Benchmarkeinträge stammen aus einer öffentlich zugänglichen, nutzergenerierten Datenbank. Angaben zu Werbung, Watch-RAM und Remote-Funktionen beruhen auf Code- oder Entwicklerdaten und sind von Apple nicht als fertige Funktionen beziehungsweise offizielle RAM-Spezifikation bestätigt.
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