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Warum ZIP-Dateien Fotos kaum kleiner machen




Redaktion









Technologie




4 Min. Lesezeit

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Ein Ordner voller Urlaubsbilder soll verschickt werden, doch die Dateien brauchen zusammen zu viel Platz. Also alles markieren, komprimieren, kurz warten. ZIP-Dateien sollen schließlich beim Sparen helfen. Anschließend steht da ein ordentlich verpacktes Archiv, dessen Größe sich allerdings kaum von der ursprünglichen Bildersammlung unterscheidet. Der Computer hat sichtbar gearbeitet, nur der erhoffte Platzgewinn ist ausgeblieben. Bei bereits komprimierten JPEG-Fotos ist das ein durchaus erwartbares Ergebnis: Ein großer Teil der Arbeit wurde schon erledigt, bevor die Bilder überhaupt in diesem Ordner lagen.

Microsoft weist in seiner Windows-Hilfe ausdrücklich darauf hin, dass mehrere JPEG-Bilder in einem ZIP-Archiv zusammen ungefähr so viel Platz benötigen wie zuvor. Die Funktion kann also korrekt arbeiten, obwohl sich an der entscheidenden Zahl kaum etwas tut. Um das zu verstehen, hilft ein Blick darauf, was beim Packen eigentlich kleiner wird.

ZIP-Dateien treffen auf bereits gepackte Bilder

Ein Kompressionsprogramm sucht nach Möglichkeiten, dieselben Daten kürzer aufzuschreiben. Das häufig in ZIP-Archiven verwendete Verfahren Deflate kann wiederkehrende Datenfolgen beispielsweise durch Verweise auf frühere Stellen ersetzen. Stark vereinfacht steht dann dort: Diese Folge hatten wir bereits, wiederhole sie. Hinzu kommt eine platzsparende Kodierung der verbleibenden Angaben. Der technische Aufbau von Deflate beschreibt, wie aus solchen Verweisen und Kodierungen eine Darstellung entsteht, aus der sich die ursprünglichen Daten vollständig zurückgewinnen lassen.

Bei einem Text mit vielen Wiederholungen findet ein solches Verfahren reichlich Ansatzpunkte. Eine bereits verdichtete Datei bietet davon oft deutlich weniger. Der zweite Durchlauf bekommt schließlich die Ausgabe des ersten Verfahrens zu sehen. Vieles, was sich leicht verkürzen ließ, wurde dort schon verkürzt. WinZip nennt deshalb unter anderem JPEG-Bilder und MP3-Musik als Dateitypen, die beim zusätzlichen Verpacken häufig kaum kleiner werden.

Ein gewöhnliches JPEG-Foto ist selbst schon das Ergebnis einer Kompression. Dabei dürfen Bildinformationen verloren gehen, damit die Datei handlicher wird. Wie Adobe anhand der JPEG-Qualitätsstufen erklärt, beeinflusst die gewählte Einstellung das Verhältnis zwischen Dateigröße und erhaltenen Details. Das vertraute Foto auf dem Bildschirm lässt diesen vorherigen Rechenaufwand nicht erkennen. Es sieht einfach wie ein Bild aus, obwohl seine gespeicherte Darstellung längst auf Platzersparnis ausgelegt ist. Einen breiteren Überblick über solche Unterschiede bietet der Beitrag zu JPEG, RAW und weiteren Bildformaten.

Beim anschließenden Zippen wird diese fertige Fotodatei erneut auf kürzere Darstellungsmöglichkeiten untersucht. Dass das Foto auf dem Bildschirm große ruhige Flächen zeigt, bedeutet dabei nicht, dass dieselben Flächen in der bereits komprimierten Datei noch als leicht verkürzbare Wiederholungen vorliegen.

Beim Entpacken soll jedes Byte wieder da sein

Ein gewöhnlicher ZIP-Vorgang muss die enthaltene Datei vollständig erhalten. Nach dem Entpacken soll genau dieselbe JPEG-Datei vorliegen, mit denselben Bilddaten und denselben darin gespeicherten Zusatzinformationen. WinZip beschreibt diese verlustfreie Arbeitsweise ausdrücklich als bytegenaue Wiederherstellung. Das Archivprogramm darf deshalb keine Bilddetails streichen, um doch noch die gewünschte Ersparnis zu erreichen. Mehrfaches Ein- und Auspacken verschlechtert die Bildqualität durch diesen Vorgang ebenfalls nicht.

Ein erneutes Speichern des Fotos mit niedrigerer JPEG-Qualität ist dagegen eine andere Operation. Sie kann die Datei weiter verkleinern, verändert dafür aber deren Bildinformationen. Auch eine zusätzliche Funktion zum Verkleinern der Bildabmessungen verändert das Foto. Wenn ein Programm solche Bearbeitungsschritte zusammen mit dem Packen anbietet, stammen die eingesparten Megabyte entsprechend nicht allein vom ZIP-Verfahren.

Manchmal braucht die Verpackung sogar etwas zusätzlichen Platz. Ein ZIP-Archiv enthält neben den eigentlichen Dateiinhalten auch Verwaltungsangaben, etwa Dateinamen und ein Verzeichnis seiner Einträge. Diese Struktur ist in der ZIP-Spezifikation von PKWARE festgelegt. Wenn bei den Inhalten kaum etwas eingespart wird, kann dieser Aufwand den kleinen Gewinn übersteigen. Ein bereits gepacktes Archiv nochmals zu zippen bringt deshalb gewöhnlich ebenfalls wenig.

Eine absolute Grenze für jede Fotodatei ist das nicht. Der erreichbare Gewinn hängt vom Inhalt und vom Verfahren ab; spezialisierte Methoden können weitere Reserven finden. Für die alltägliche ZIP-Verpackung einer bereits komprimierten Fotosammlung bleibt eine geringe Ersparnis jedoch plausibel.

Nützlich ist das Archiv trotzdem: Viele einzelne Bilder werden zu einer gemeinsam übertragbaren Datei. Beim Verschicken bleibt außerdem ein eigener Effekt zu beachten: E-Mail-Anhänge können durch ihre Transportkodierung größer werden. Die Größe im Ordner beantwortet also noch nicht jede Frage zum Versand.

Das kleine Alltagsrätsel steckt letztlich im Wort „komprimieren“. Es klingt, als müsste irgendwo immer noch Luft herauszudrücken sein. Bei den Urlaubsfotos war der erste Packer allerdings schon am Werk. Der zweite hält jetzt vor allem die Sammlung zusammen.

Stand der Recherche: 20. Oktober 2026.

Hauptquellen

Transparenzhinweis: Der Beitrag erklärt die geringe zusätzliche Kompression bereits komprimierter Dateien anhand technischer Spezifikationen und Herstellerdokumentationen. GadgetChecks hat dafür keine eigene Vergleichsmessung mit einer Fotosammlung durchgeführt. Der tatsächliche Platzgewinn hängt von den Dateien, dem gewählten Verfahren und möglichen zusätzlichen Bildbearbeitungsfunktionen ab.

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