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DeepSeek-Websuche startet als API für KI-Anwendungen
Die DeepSeek-Websuche lässt sich jetzt über eigene Programmierschnittstellen in KI-Anwendungen einbauen. Das Unternehmen hat am 17. Oktober zwei Zugänge freigegeben: Search findet Webseiten, Fetch ruft deren Inhalt ab. Damit können Entwickler aktuelle Informationen gezielt in ihre Anwendungen holen und die dafür anfallenden Kosten getrennt von der eigentlichen KI-Antwort erfassen. Die Freigabe ist in der offiziellen Veröffentlichung von DeepSeekdokumentiert.
Nach Angaben von DeepSeek war die Suchtechnik bereits hinter den eigenen Angeboten im Einsatz. Mit den eigenständigen Schnittstellen wird sie nun unmittelbar für andere Anwendungen zugänglich. Das betrifft beispielsweise Assistenten, die aktuelle Produktunterlagen finden oder Informationen aus mehreren Webseiten zusammenstellen sollen. Die Neuerung richtet sich damit zunächst an Entwickler; welche Funktionen später bei Nutzern ankommen, hängt von der jeweiligen Anwendung ab.
Was die DeepSeek-Websuche zurückliefert
Search liefert eine geordnete Trefferliste mit Titeln, Links und kurzen Textauszügen. Hinzu kommen unter anderem Zusammenfassungen und, sofern bekannt, Veröffentlichungszeitpunkte. Eine Abfrage kann bis zu 50 Treffer anfordern; ohne abweichende Einstellung sind es zehn. Die technische Beschreibung der Suchschnittstelle unterscheidet dabei ausdrücklich zwischen einem Suchtreffer und dem zusätzlich angeforderten Seiteninhalt.
Für die Eingrenzung unterstützt die Suche unter anderem bestimmte Websites, ausgeschlossene Begriffe, exakte Formulierungen sowie Sprach- und Datumsfilter. Ein Assistent könnte damit beispielsweise vorrangig nach aktuellen Dokumenten eines Herstellers suchen. Das erleichtert die Suche nach Originalquellen. Ob ein Treffer die konkrete Frage beantwortet, muss die Anwendung anschließend anhand des Inhalts beurteilen.
Fetch bringt den Seiteninhalt zur Anwendung
Die zweite Schnittstelle übernimmt einen anderen Schritt: Fetch erhält eine Webadresse und gibt den Titel sowie den ausgelesenen Inhalt als Markdown zurück. Dieses Textformat kann Überschriften, Absätze und andere Gliederungselemente abbilden. Wie die Rückgabe aufgebaut ist, zeigt DeepSeeks Dokumentation zu Fetch.
So kann eine Anwendung zunächst passende Fundstellen auswählen und danach gezielt einzelne Seiten einlesen. Beispielsweise ließe sich erst die aktuelle Supportseite eines Geräts suchen und anschließend deren Inhalt für eine Antwort verwenden. Der Nutzen entsteht durch das Zusammenspiel von Suche, Abruf und Auswertung. Wie externe Informationen in die Eingabe eines Sprachmodells gelangen, erklärt auch unser Hintergrund zu Kontextfenstern und dem Abruf von Wissen.
Suchen und Abrufen werden getrennt berechnet
DeepSeek nennt für beide Dienste jeweils 0,75 US-Dollar pro 1.000 erfolgreiche Aufrufe. Eine Suche und ein anschließender Einzelabruf sind zwei getrennte Vorgänge. Für 1.000 erfolgreiche Suchen mit anschließend jeweils fünf erfolgreichen Fetch-Abrufen ergeben sich somit 4,50 US-Dollar für diese Webzugriffe. Die Verarbeitung durch ein kostenpflichtiges Sprachmodell kommt gegebenenfalls hinzu. Grundlage ist die aktuelle Preisliste.
Bei der Suchgebühr zählt der Aufruf, nicht die Zahl der gelieferten Treffer. Laut Abrechnungsregeln werden fehlgeschlagene Anfragen, leere Suchergebnisse und Zeitüberschreitungen nicht berechnet. Für einen kostenpflichtigen Aufruf muss die Schnittstelle erfolgreich antworten und tatsächlich ein Ergebnis beziehungsweise Seiteninhalt liefern.
Für Entwickler lässt sich daraus eine konkrete Kostenfrage ableiten: Wie viele Seiten muss ein Assistent für eine Antwort wirklich einlesen? Eine breite Trefferliste und das anschließende Abrufen sämtlicher Fundstellen können deutlich mehr Vorgänge erzeugen als eine gezielte Auswahl weniger passender Dokumente.
Die kostenlose Übergangsphase hat einen genauen Stichtag
Für bestimmte serverseitige Werkzeugaufrufe bei Nutzung der DeepSeek-API, etwa über DeepSeek Harness, gilt vorübergehend eine kostenlose Übergangsphase. DeepSeek nennt als Beginn der Abrechnung den 1. November 2026 um 0 Uhr Pekinger Zeit. In Deutschland entspricht das dem 31. Oktober um 17 Uhr MEZ. Die Nutzungs- und Abrechnungsdokumentation beschreibt diese Ausnahme.
Die Übergangsregel bezieht sich auf die dort genannten eingebundenen Werkzeugaufrufe. Wer die eigenständigen Schnittstellen direkt nutzt, sollte mit den ausgewiesenen Tarifen kalkulieren. Für bestehende Anwendungen lohnt sich deshalb vor dem Stichtag ein Blick darauf, welche Such- und Abrufwege tatsächlich verwendet werden.
Aktuelle Quellen bleiben prüfbedürftig
Der Zugriff auf Webseiten kann Antworten mit aktuellen Informationen versorgen. Er macht deren Auswertung aber nicht automatisch zuverlässig. Eine Anwendung muss weiterhin passende Quellen auswählen, Aussagen korrekt übernehmen und Widersprüche erkennen. Warum eine plausible Antwort trotz Quellenzugriff fehlerhaft sein kann, erklärt unser Beitrag darüber, warum Sprachmodelle halluzinieren.
Auch der Abruf selbst hat Grenzen: Er hängt von der Erreichbarkeit und den Zugriffsregeln der jeweiligen Website ab. Für deutschsprachige Anwendungen bleibt außerdem praktisch zu prüfen, wie gut die Suche relevante Originalquellen findet. Die Freigabe schafft dafür einen neuen technischen Zugang; eine unabhängig bestätigte Qualitätsbewertung für diese Einsatzfälle liegt diesem Beitrag nicht zugrunde.
Stand der Recherche: 19. Oktober 2026, 15:20 Uhr MESZ.
Hauptquellen
- DeepSeek: Freigabe von Search und Fetch am 17. Oktober 2026
- DeepSeek: Technische Beschreibung der Search-API
- DeepSeek: Technische Beschreibung der Fetch-API
- DeepSeek: Preise für Modelle, Suche und Seitenabruf
- DeepSeek: Nutzung, Abrechnungsregeln und Grenzen von Search und Fetch
Transparenzhinweis: Der Beitrag beruht auf DeepSeeks Veröffentlichungen und technischer Dokumentation. gadgetChecks hat die Schnittstellen nicht selbst getestet. Suchqualität, Vollständigkeit und Zuverlässigkeit der abgerufenen Inhalte wurden nicht unabhängig überprüft.
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