Razer Barracuda V2 Pro mischt PC- und Smartphone-Ton – für 219,99 Euro
Das Spiel läuft am PC, während auf dem Smartphone ein Anruf eingeht: Das Razer Barracuda V2 Pro kann beide Tonquellen gleichzeitig wiedergeben. Razer hat das kabellose Headset am 15. Oktober vorgestellt. Es kombiniert einen eigenen Funkadapter mit Bluetooth, aktiver Geräuschunterdrückung und zwei unterschiedlichen Mikrofonlösungen. Im deutschen Razer-Shop ist das Modell zum Recherchezeitpunkt für 219,99 Euro bestellbar.
Razer verbindet damit die Ausstattung eines Gaming-Headsets mit Funktionen für Musik und Telefonate unterwegs. Das Mikrofon vor dem Mund lässt sich abnehmen, die Ohrmuscheln können für den Transport eingeklappt werden, und der Funkempfänger findet direkt im Headset Platz. Beim Wechsel vom Schreibtisch zum Smartphone stehen allerdings nicht sämtliche PC-Funktionen zur Verfügung. Besonders der beworbene Raumklang ist an konkrete Softwarevoraussetzungen gebunden.
Das Razer Barracuda V2 Pro gibt zwei Quellen gleichzeitig wieder
Für den Spielton verwendet das Headset Razers HyperSpeed-Verbindung über den mitgelieferten 2,4-Gigahertz-Empfänger. Parallel lässt sich ein Smartphone über Bluetooth 6.0 verbinden. Beide Audiosignale können gleichzeitig hörbar bleiben, sodass beispielsweise ein Telefonat den laufenden Spielton nicht vollständig verdrängen muss. Zusätzlich führen die technischen Daten eine kabelgebundene USB-Verbindung auf. Die SmartSwitch-Taste dient zum Wechsel zwischen den Verbindungsmodi.
Für die Nutzung zweier Geräte ist die gleichzeitige Wiedergabe ein wichtiges Merkmal. Zwei vorhandene Funkwege garantieren sie noch nicht, wie die Angaben zum JBL Quantum 360 Wireless zeigen. Für das Spielen ist außerdem die tatsächliche Verzögerung der gesamten Audiokette entscheidend. Warum Bluetooth-Ton beim Spielen später ankommen kann als das Bild, hängt unter anderem mit Verarbeitung und Zwischenspeicherung zusammen. Eine eigene Latenzmessung zum Barracuda V2 Pro liegt von GadgetChecks nicht vor.
Geräuschunterdrückung und Mikrofon erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Die aktive Geräuschunterdrückung, kurz ANC, soll störende Umgebungsgeräusche beim Hören reduzieren. Razer verwendet dafür nach eigenen Angaben Mikrofone an der Außen- und Innenseite der Ohrmuscheln. Ein Umgebungsmodus lässt Geräusche von außen wieder stärker durch. Wie wirksam das im Zug, im Wohnzimmer oder neben einem laufenden Rechner funktioniert, lässt sich aus der Bezeichnung Hybrid ANC allein nicht ablesen.
Für die Stimme gibt es ein abnehmbares HyperClear-Mikrofon und zwei integrierte Beamforming-Mikrofone. Wird der Mikrofonarm entfernt, wechselt das Headset laut Razer automatisch auf die eingebauten Mikrofone. Eine KI-gestützte Geräuschunterdrückung soll bei beiden Varianten Hintergrundgeräusche aus der Sprachübertragung herausfiltern. Das ist eine andere Aufgabe als ANC: Die Gesprächspartner sollen die Stimme besser verstehen, während ANC die Hörumgebung des Trägers beeinflusst.
Der 7.1.4-Raumklang setzt Windows 11 voraus
In den Ohrmuscheln arbeiten 40-Millimeter-Treiber mit Bio-Zellulose-Membranen. Am PC ergänzt THX Spatial Audio+ einen virtuellen 7.1.4-Raumklang, der auch Schallereignisse oberhalb des Spielers darstellen soll. Die räumliche Wirkung entsteht durch Signalverarbeitung. Die Zahlen bezeichnen keine entsprechende Anzahl physischer Lautsprecher im Headset und sind für sich genommen auch kein Beleg für eine zuverlässigere Gegnerortung.
Die Funktion ist in Synapse 4 integriert. Razer nennt auf seiner THX-Übersicht Windows 11 ab Version 23H2 als Voraussetzung und führt das Barracuda V2 Pro unter den Modellen ohne zusätzlichen Kauf der Raumklangfunktion auf. Auf dem Smartphone lassen sich über die Razer-Audio-App unter anderem Equalizer und ANC-Stufen einstellen. Der Windows-Raumklang wird dadurch nicht auf das Mobilgerät übertragen.
Faltbare Ohrmuscheln und ein Fach für den Empfänger
Razer gibt das Gewicht mit 285 Gramm an. Die Ohrpolster bestehen aus Memory-Schaumstoff mit Kunstlederbezug; auch der Kopfbügel ist gepolstert. Schwenkbare Ohrmuscheln und die Faltmechanik sollen das Verstauen erleichtern. Hinzu kommt ein integriertes Fach für den Funkempfänger, damit dieser beim Wechsel zwischen stationärer und mobiler Nutzung am Headset bleiben kann.
Der Praxistest von Tom’s Guide bestätigt die praktische Aufbewahrung und beschreibt den Sitz auch über mehrere Stunden positiv. Die Redaktion lobt außerdem Spielklang und ANC, beurteilt die Mikrofonqualität dagegen nur als durchschnittlich und kritisiert die wenig hochwertige Materialanmutung. Diese Beobachtungen stammen aus dem verlinkten Test; sie sind keine eigenen Erfahrungen von GadgetChecks.
Mit eingeschaltetem ANC sinkt die angegebene Akkulaufzeit
Für den Betrieb über 2,4-Gigahertz-Funk nennt Razer bis zu 70 Stunden ohne ANC und bis zu 50 Stunden mit aktivierter Geräuschunterdrückung. Geladen wird über USB-C. Nach 15 Minuten am Ladekabel sollen ungefähr sechs weitere Stunden möglich sein. Die Laufzeitwerte sind Herstellerangaben; die beiden Funkwerte zeigen bereits, dass die verwendeten Funktionen den Energiebedarf verändern.
Für die Nutzung an mehreren Geräten sind damit vor allem drei Punkte entscheidend: ob zwei Quellen gleichzeitig hörbar sein sollen, welches Mikrofon unterwegs benötigt wird und ob der Windows-Raumklang überhaupt zur eigenen Ausstattung passt. Wer das Headset hauptsächlich am Smartphone verwendet, bekommt die mobile Klangabstimmung und ANC, kann den vollständigen PC-Funktionsumfang aber nicht daraus ableiten. Die erreichbare Laufzeit und die Sprachqualität müssen sich im jeweiligen Einsatz bewähren.
Stand der Recherche: 19. Oktober 2026, 15:24 Uhr MESZ.
Hauptquellen
- Razer: Vorstellung des Barracuda V2 Pro vom 15. Oktober 2026
- Razer Deutschland: Funktionen, Mikrofonmodi und Akkuangaben
- Razer Deutschland: Preis, Bestellbarkeit und technische Daten des Modells RZ04-05340100-R3M1
- Razer: Voraussetzungen und enthaltene Lizenz für THX Spatial Audio
- Tom’s Guide: Eigener Praxistest des Razer Barracuda V2 Pro
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag beruht auf den verlinkten Herstellerinformationen und dem Praxistest von Tom’s Guide. GadgetChecks hat das Headset nicht selbst getestet und keine eigenen Messungen zu Klang, Geräuschunterdrückung, Verzögerung oder Akkulaufzeit durchgeführt. Laufzeit- und Leistungsversprechen sind Herstellerangaben. Preis und Bestellbarkeit können sich ändern.
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