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Warum eine klappernde Smartphone-Kamera kein loses Teil sein muss




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Technologie




3 Min. Lesezeit

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Eine klappernde Smartphone-Kamera kann ein fast neues, sorgfältig verarbeitetes Gerät plötzlich so klingen lassen, als hätte sich im Inneren eine winzige Schraube selbstständig gemacht. Schon beim Umdrehen oder Ablegen ist nahe der Kamerainsel ein leises Klicken zu hören, während außen nichts wackelt und die Kamera weiterhin funktioniert. Der Verdacht auf einen Defekt liegt nahe. Bei vielen Smartphones entsteht dieses Geräusch jedoch ausgerechnet dort, wo bewegliche Präzision ausdrücklich erwünscht ist.

Eine Kamera soll das Bild ruhig halten, obwohl die Hand es nie vollkommen ist. Besonders bei wenig Licht, wenn der Sensor länger belichtet wird, genügt bereits eine kleine Drehbewegung des Telefons, damit Konturen verwischen. Die optische Bildstabilisierung, kurz OIS, versucht deshalb nicht erst nach der Aufnahme, ein unscharfes Bild schönzurechnen. Sie verändert während der Aufnahme den Weg des Lichts, indem sie Teile des Kameramoduls gezielt bewegt.

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Warum die klappernde Smartphone-Kamera Bewegung braucht

Ein technischer Überblick des Halbleiterherstellers STMicroelectronics beschreibt das Prinzip als Regelkreis: Ein Gyroskop erfasst kleine Drehbewegungen, die Elektronik berechnet die nötige Korrektur, und winzige Aktoren verschieben die Linsengruppe oder – je nach Bauweise – ein größeres optisches Modul in die Gegenrichtung. Häufig arbeiten dabei Spulen und Permanentmagnete zusammen; Positionssensoren melden zurück, wo sich das bewegliche Element gerade befindet. Die Kamera muss also in einem sehr engen Rahmen nachgeben können, damit das fertige Bild möglichst wenig von der Bewegung des Gehäuses übernimmt.

Diese Bewegungsfreiheit verschwindet nicht einfach, sobald die Kamera-App geschlossen wird. Eine geführte Linsengruppe besitzt weiterhin einen kleinen Weg innerhalb ihres Moduls und kann bei einer Bewegung des Telefons an eine Begrenzung gelangen. Samsung erklärt das Geräusch bei entsprechend ausgestatteten Galaxy-Modellen mit beweglichen Teilen für Autofokus und Bildstabilisierung. Xiaomi beschreibt für seine Geräte ebenfalls den nötigen Spielraum eines komplexen Kameramoduls und weist darauf hin, dass OIS diesen Bewegungsraum vergrößern kann. Beide Hersteller beziehen sich auf ihre eigenen Geräte; daraus folgt nicht, dass jedes Geräusch in jedem Smartphone automatisch harmlos ist.

Auch deshalb klingen zwei Telefone beim Bewegen nicht zwingend gleich. Nicht jedes Modell besitzt eine optische Stabilisierung, nicht jede Kamera eines Mehrfachsystems ist auf dieselbe Weise gelagert, und Konstruktion sowie Größe der Module unterscheiden sich. Ein leiseres Telefon ist daher nicht automatisch besser verarbeitet. Es kann schlicht eine andere Kameratechnik verwenden oder seine beweglichen Teile anders führen. Das vermeintlich lose Element ist im Normalfall also nicht vergessen worden, sondern darf sich innerhalb festgelegter Grenzen bewegen.

Wann das Klappern doch genauer geprüft werden sollte

Das typische leise Geräusch ist trotzdem keine Ferndiagnose. Wird es plötzlich deutlich lauter oder metallisch, trat es erst nach einem Sturz auf, sind außen Schäden zu sehen oder liefert die Kamera gleichzeitig unscharfe, zitternde oder nicht mehr zuverlässig fokussierte Bilder, sollte das Gerät geprüft werden. Samsung empfiehlt außerdem, Hülle und Schutzfolie als Geräuschquelle auszuschließen und Foto, Video sowie Zoom zu kontrollieren. Absichtliches, wiederholtes Schütteln ist dafür weder nötig noch ein sinnvoller Kameratest; entscheidend ist, ob die Funktionen im normalen Gebrauch unauffällig arbeiten.

Weitere unsichtbare Eigenheiten der Smartphone-Fotografie zeigt der Beitrag darüber, warum die Smartphone-Kamera das Infrarotlicht einer Fernbedienung sehen kann. Solche kleinen Irritationen sammelt auch das Archiv von Letzter Tab: Mal entdeckt der Bildsensor Licht, das dem Auge entgeht, diesmal verrät ein Geräusch, dass hinter der scheinbar starren Kamerascheibe tatsächlich Mechanik arbeitet.

Gerade darin liegt der hübsche Widerspruch dieses Klapperns. Die Smartphone-Kamera kann das Zittern der Hand nur ausgleichen, weil in ihr etwas beweglich bleibt. Was beim Umdrehen kurz nach einem losen Teil klingt, ist häufig der Preis dafür, dass die Linse beim Fotografieren nicht einfach jeder Bewegung folgen muss.

Stand der Recherche: 16. September 2026.

Hauptquellen

Transparenzhinweis: Der Beitrag erklärt das allgemeine Funktionsprinzip beweglicher Smartphone-Kameramodule anhand technischer Dokumentation und Herstellerinformationen. GadgetChecks hat dafür kein bestimmtes Smartphone getestet. Ob ein konkretes Geräusch konstruktionsbedingt oder ein Defekt ist, lässt sich ohne Untersuchung des jeweiligen Geräts nicht sicher entscheiden.

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