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Apple Watch Ultra 4 vorgestellt: Neue Herzsensoren und bis zu 50 Stunden Laufzeit




Redaktion









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8 Min. Lesezeit

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Apple hat die Apple Watch Ultra 4 vorgestellt und rückt bei seiner robustesten Smartwatch zwei Bereiche in den Mittelpunkt: häufigere Gesundheitsmessungen und eine längere Batterielaufzeit. Neu sind ein überarbeitetes System zur Gesundheitserkennung, der S11-Chip und der Tagesformwert, der Aktivität, Trainingsbelastung, Vitalzeichen und Schlafdaten zu einer täglichen Einschätzung zusammenführt. In Deutschland lässt sich die Uhr ab sofort vorbestellen. Der reguläre Verkaufsstart ist für den 18. September angesetzt, der Einstiegspreis liegt bei 899 Euro.

Damit bleibt die Ultra 4 äußerlich der bekannten Linie treu, verändert aber, wie engmaschig sie Körperdaten im Alltag erfasst. Apple verspricht Herzfrequenzmessungen im Hintergrund alle fünf Sekunden und deutlich häufigere Messungen der Herzfrequenzvariabilität. Hinzu kommen bis zu 50 Stunden Laufzeit bei normaler Nutzung, bis zu 84 Stunden im Stromsparmodus und besondere Trainingsmodi für sehr lange Outdoor-Aktivitäten. Die entscheidende Frage ist deshalb weniger, ob die Uhr noch mehr Einzelwerte sammelt, sondern wie nachvollziehbar und nützlich sie diese Werte für ihre Träger aufbereitet.

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Apple Watch Ultra 4 vorgestellt: Das neue Gesundheitssystem arbeitet häufiger

Das neue System zur Gesundheitserkennung kombiniert einen elektrischen Herzsensor der dritten Generation, einen dauerhaft aktiven optischen Herzsensor, den Blutsauerstoffsensor und den Temperatursensor am Handgelenk. Größere und laut Apple energieeffizientere Leuchtdioden sollen dafür sorgen, dass die Herzfrequenz nicht mehr nur punktuell, sondern tagsüber im Abstand von fünf Sekunden im Hintergrund erfasst wird. Eine neue Komplikation kann den aktuellen Wert direkt auf dem Zifferblatt anzeigen.

Auch die Herzfrequenzvariabilität, kurz HFV, erhält mehr Gewicht. Sie beschreibt die kleinen zeitlichen Unterschiede zwischen aufeinanderfolgenden Herzschlägen und kann Hinweise auf Erholung oder Belastung geben. Die Ultra 4 erfasst diesen Wert nach Herstellerangaben alle fünf Minuten und damit bis zu 24-mal häufiger als die vorherige Ultra-Generation. Apple unterscheidet zwischen einer auf die Erholung ausgerichteten HFV und einer allgemeinen HFV. In der Vitalzeichen-App lassen sich Messwerte aus der Nacht und dem Tagesverlauf getrennt betrachten.

Solche Werte benötigen allerdings Kontext. Eine niedrigere HFV kann etwa mit Stress, hoher Trainingsbelastung oder schlechtem Schlaf zusammenhängen, erlaubt für sich genommen aber keine Diagnose. Apple weist selbst darauf hin, dass die Vitalzeichen-App ausschließlich für Wellness-Zwecke gedacht ist. Auch die EKG-Funktion ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Der Nutzen der häufigeren Messung liegt daher vor allem darin, Veränderungen gegenüber dem persönlichen Normalbereich früher sichtbar zu machen.

Apples Aussage zur Messgenauigkeit braucht eine Einordnung

Apple bezeichnet die neue Herzfrequenzmessung als die präziseste in einem Wearable. Grundlage ist eine von Apple veröffentlichte und organisierte Vergleichsstudie zur Herzfrequenzgenauigkeit. Insgesamt nahmen 1.460 Erwachsene teil; 1.254 von ihnen lieferten mindestens einen auswertbaren direkten Vergleich. Als Referenz diente ein Polar-H10-Brustgurt, während die getestete Apple Watch Series 12 gegen sechs andere aktuelle Wearables antreten musste. Series 12 und Ultra 4 verwenden das neu eingeführte Gesundheitssystem.

Die Untersuchung umfasste unter anderem Laufen, Radfahren, Intervalltraining, Krafttraining und typische Alltagsaktivitäten. In der Gesamtauswertung schnitt die Apple Watch nach Apples Daten bei der Herzfrequenzgenauigkeit statistisch besser ab als sämtliche Vergleichsgeräte. Betrachtet man alle 159 Einzelvergleiche, lag die Apple Watch bei 139 mit statistischer Sicherheit vorn, 18 Ergebnisse blieben unbestimmt und in zwei Fällen war ein Konkurrenzgerät genauer. Bei Ruhewerten erzielte etwa die Pixel Watch 4 einen geringfügig besseren Wert.

Das macht die Studie aussagekräftiger als ein bloßes Werbeversprechen, aber noch nicht unabhängig. Apple legte Versuchsaufbau und Ergebnisse selbst vor, organisierte einen Teil der Erhebung und nutzte für die Apple Watch teilweise eine interne Protokollierungs-App. Die Resultate gelten für die getesteten Geräte, Aktivitäten und Bedingungen; sie sind weder ein allgemeiner Beweis für jede Tragesituation noch ein Nachweis medizinischer Diagnosegenauigkeit. Wie zuverlässig die Ultra 4 bei unterschiedlichen Hautbedingungen, Tattoos, lockerem Sitz oder im langfristigen Alltag misst, müssen unabhängige Tests erst zeigen.

Tagesform bündelt Schlaf, Vitalzeichen und Trainingsbelastung

Der neue Tagesformwert soll aus den vielen Messungen eine verständliche Handlungshilfe machen. Die Skala reicht von 0 bis 10 und wird mit Empfehlungen wie „Erholen“, „Kräfte einteilen“, „Bereit“ oder „Leg los“ verbunden. In die Berechnung fließen die jüngste Aktivität, die Trainingsbelastung, Vitalzeichen und der Schlafindex ein. Der Wert bleibt nicht bis zum nächsten Morgen unverändert, sondern kann sich im Laufe des Tages an neue Trainings- oder Vitaldaten anpassen.

Apple möchte damit sowohl ambitionierte Sportler als auch Menschen erreichen, die ihre Belastbarkeit im Alltag einschätzen wollen. Positiv ist, dass die App die einfließenden Faktoren sichtbar machen soll. Ein einzelner Wert kann dennoch nur eine Orientierung sein. Schlafmangel, ein beginnender Infekt, psychische Belastung oder ein ungewohnt intensives Training lassen sich nicht immer eindeutig voneinander trennen. Wer sich krank fühlt oder auffällige Beschwerden bemerkt, sollte sich daher nicht von einem guten Tagesformwert beruhigen lassen.

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Bis zu 50 Stunden Laufzeit – mit unterschiedlichen Trainingsmodi

Bei normaler Nutzung nennt Apple nun bis zu 50 Stunden Batterielaufzeit. Im Stromsparmodus sollen bis zu 84 Stunden möglich sein. Für eine kurze Zwischenladung verspricht der Hersteller ebenfalls spürbare Fortschritte: 15 Minuten am Ladegerät sollen bis zu 18 weitere Stunden normaler Nutzung ermöglichen, fünf Minuten bis zu zehn Stunden Schlaferfassung. Eine Ladung auf 80 Prozent soll ungefähr 45 Minuten dauern.

Für Outdoor-Trainings gibt es drei Abstufungen. Der normale Modus erreicht laut Datenblatt bis zu 18 Stunden. Der verlängerte Trainingsmodus soll bis zu 25 Stunden mit uneingeschränkten GPS-Abfragen und Herzfrequenzmessungen schaffen. Im maximal verlängerten Modus lassen sich Laufen, Gehen oder Wandern bis zu 45 Stunden aufzeichnen, während die GPS-Position weiterhin einmal pro Sekunde abgefragt wird.

Die höchste Angabe ist jedoch nicht mit vollständiger Aufzeichnung gleichzusetzen. Im maximal verlängerten Modus wird der Stromsparmodus aktiviert; Mitteilungen und Zwischenzeiten werden abgeschaltet und bestimmte Trainingsdaten nicht erfasst. Daten zur Laufform stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Außerdem beruhen sämtliche Laufzeitwerte auf Tests mit Prototypen und festgelegten Nutzungsmustern. Mobilfunkempfang, Displaynutzung, Außentemperatur, Musikwiedergabe und Trainingsdauer können die tatsächliche Laufzeit deutlich beeinflussen.

Robustes Titangehäuse, Satellit und 5G bleiben Teil des Ultra-Konzepts

Die technischen Daten der Apple Watch Ultra 4 nennen ein Titangehäuse, ein flaches Display aus Saphirglas und die charakteristische Actiontaste. Das Gehäuse misst 49 Millimeter in der Höhe, 44 Millimeter in der Breite und 12 Millimeter in der Tiefe. Je nach Ausführung wiegt es 63,0 oder 63,1 Gramm. Das Always-on-Retina-Display erreicht nach Herstellerangaben bis zu 3.000 Nits und kann seine Bildwiederholrate auf 1 Hertz absenken.

Für Outdoor-Einsätze nennt Apple einen Wasserschutz bis 100 Meter, Staubschutz nach IP6X und Prüfungen nach Teilen des Standards MIL-STD 810H. Sporttauchen ist bis 40 Meter vorgesehen. Ein Tiefenmesser, ein Wassertemperatursensor, ein ständig aktiver Höhenmesser, ein Kompass und Dual-Frequenz-GPS gehören zur Ausstattung. Das sind konkrete Eignungsangaben, aber keine Garantie gegen jeden Schaden: Wasserschutz kann im Laufe der Zeit nachlassen, und für anspruchsvolle Tauchgänge bleiben die angegebenen Grenzen maßgeblich.

Die Mobilfunkversion unterstützt neben LTE auch 5G RedCap, eine auf vernetzte Geräte zugeschnittene 5G-Variante. Hinzu kommen Satellitenfunktionen für Notruf SOS und „Wo ist?“. Apple weist darauf hin, dass Satellitendienste nach der Aktivierung einer Ultra 3 oder neuer zunächst zwei Jahre kostenlos sind. Verfügbarkeit, Verbindung und Reaktionszeit hängen von Standort und Umgebungsbedingungen ab.

S11-Chip bringt Geräuscherkennung und neue watchOS-Funktionen

Im Inneren arbeitet der S11-Chip mit einem 64-Bit-Dual-Core-Prozessor, einer Neural Engine mit vier Kernen und 64 GB Speicher. Seine Rechenleistung nutzt Apple unter anderem für eine geplante Geräuscherkennung. Sie soll gehörlose und schwerhörige Menschen auf Sirenen, Alarme, Türklingeln oder ein weinendes Baby hinweisen können, auch wenn kein iPhone in der Nähe ist. Nach Angaben des Unternehmens werden dabei keine Audioaufnahmen angelegt oder gespeichert. Die Rohdaten sollen in einem abgeschirmten Bereich des Chips verarbeitet und anschließend gelöscht werden. Die Verfügbarkeit dieser Funktion stellt Apple für später im Jahr in Aussicht; sie gehört damit nicht automatisch zum Funktionsumfang am ersten Verkaufstag.

Auch Shazam soll Musik in der Umgebung erkennen und Titel sowie Künstler automatisch im Smart-Stapel anzeigen. watchOS 27 ergänzt ein dynamisches App-Raster, kontextabhängige Widget-Vorschläge und eine neue Tippgeste zur einhändigen Bedienung. Workout Buddy kann auf der Ultra 4 auch ohne iPhone in unmittelbarer Nähe arbeiten, setzt aber weiterhin ein gekoppeltes, Apple-Intelligence-fähiges iPhone, Bluetooth-Kopfhörer und eine Datenverbindung voraus. Zudem ist die Funktion zunächst an Englisch oder Spanisch als Geräte- und Siri-Sprache gebunden.

watchOS 27 erscheint am 14. September für die Apple Watch Series 9 oder neuer, die Apple Watch SE 3 und die Apple Watch Ultra 2 oder neuer. Die Ultra 4 selbst benötigt ein iPhone 11 oder neuer beziehungsweise ein iPhone SE ab der zweiten Generation mit iOS 27. Nicht jede angekündigte Funktion wird in allen Regionen und Sprachen gleichzeitig verfügbar sein.

Preis, Varianten und Verkaufsstart in Deutschland

Apple bietet die Apple Watch Ultra 4 in zwei Titan-Ausführungen an. Neue Versionen des Trail Loop, Alpine Loop und Ocean Armbands begleiten den Marktstart. Das Ocean Armband besteht nun aus einem halbtransparenten Silikon. Zusätzlich erscheint eine Hermès-Ausführung mit einem Grand-H-Armband aus Titan, das sich über eine integrierte Verlängerung für das Tragen über einem Neoprenanzug anpassen lässt.

Im deutschen Apple Store beginnt der Preis bei 899 Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Vorbestellungen sind seit dem 9. September möglich, im Handel soll die Uhr ab Freitag, 18. September erhältlich sein. Zum Lieferumfang gehören die Apple Watch Ultra 4, das gewählte Armband und ein magnetisches Schnellladekabel mit USB-C-Stecker; ein Netzteil führt Apple nicht auf.

Auf dem Papier setzt Apple damit an den Punkten an, die bei einer dauerhaft getragenen Sportuhr am meisten zählen: Messhäufigkeit, verständliche Einordnung der Daten und Ausdauer. Ob der Tagesformwert im Alltag wirklich belastbare Hinweise liefert, die versprochenen Laufzeiten erreichbar sind und die neue Sensorik ihren Vorsprung auch in unabhängigen Tests hält, lässt sich am Tag der Vorstellung noch nicht beurteilen. Bis zum Verkaufsstart bleibt die Ultra 4 daher ein offiziell angekündigtes Produkt mit umfangreich dokumentierten Funktionen – aber noch kein von gadgetChecks getestetes Gerät.

Stand der Recherche: 9. September 2026, 21:04 Uhr. Preis, Vorbestellung und deutscher Verkaufsstart wurden auf den offiziellen deutschen Apple-Seiten geprüft.

Hauptquellen

Transparenz: Für diesen Beitrag lag kein eigener Praxistest zugrunde. Leistungs-, Laufzeit-, Umwelt- und Datenschutzangaben stammen von Apple; die Genauigkeitsstudie wurde von Apple veröffentlicht und ist kein unabhängiger Produkttest.

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