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Bahnstreik in den Niederlanden am 9. September: Diese Verbindungen aus Deutschland sind betroffen
Der Bahnstreik in den Niederlanden legt am Mittwoch, 9. September 2026, nahezu den gesamten niederländischen Zugverkehr still. Betroffen sind nicht nur Verbindungen innerhalb des Landes, sondern auch ICE- und Nightjet-Züge aus Deutschland sowie mehrere Regionalbahnen, die normalerweise die Grenze nach Venlo, Arnhem, Hengelo oder Enschede überqueren. Durchgehende Bahnreisen in die Niederlande sind deshalb vielerorts nicht möglich.
Die Niederländischen Eisenbahnen kündigen für den gesamten Mittwoch den Ausfall der nationalen und internationalen Züge an. Dazu gehören ICE, Nightjet, Eurostar, EuroCity und EuroCity Direct. Eine eng begrenzte Ausnahme bildet der Airportsprinter zwischen Amsterdam Centraal, Schiphol und Hoofddorp. Er hilft Reisenden aus Deutschland jedoch nicht über die Grenze.
Bahnstreik in den Niederlanden trifft ICE und Nightjet
Im Fernverkehr betrifft der Streik insbesondere die ICE-Verbindungen zwischen Amsterdam und Frankfurt beziehungsweise Berlin. Auch Nightjet-Verbindungen sowie weitere internationale Züge können den niederländischen Streckenabschnitt nicht befahren. Einzelne Züge können auf dem deutschen Teil ihrer Strecke verkehren, eine durchgehende Fahrt bis zum niederländischen Ziel ist daraus aber nicht abzuleiten.
Reisende sollten sich deshalb nicht allein an der planmäßigen Abfahrtszeit auf ihrer Fahrkarte orientieren. Maßgeblich ist der aktuelle Laufweg in der Reiseauskunft des gebuchten Unternehmens. Das gilt ebenso für Fahrten, die nur einen Umstieg in den Niederlanden vorsehen: Da dort auch Busse, Straßenbahnen und andere Nahverkehrsmittel vom Streik betroffen sind, kann eine auf dem Papier mögliche Weiterfahrt praktisch scheitern.
Die niederländische Bahn rechnet damit, den regulären Fahrplan am Donnerstag, 10. September, wieder aufzunehmen. Kurzfristige Änderungen am Betriebsbeginn und volle erste Züge nach dem Streik bleiben dennoch möglich.
Diese Regionalverbindungen enden vor der Grenze
In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind mehrere grenzüberschreitende Regionalverbindungen betroffen. Mobilität NRW nennt für den Zeitraum von Mittwoch, 2 Uhr, bis Donnerstag, 2 Uhr, folgende Änderungen:
- Die Linie RE 13 aus Richtung Mönchengladbach endet in Kaldenkirchen. Zwischen Kaldenkirchen und Venlo ist ein Ersatzverkehr vorgesehen.
- Die Linie RE 18 fällt auf ihrem gesamten Laufweg aus.
- Die Linie RE 19 aus Richtung Düsseldorf endet in Emmerich. Zwischen Emmerich und Arnhem Centraal sollen Ersatzbusse fahren.
- Die Linie RB 61 aus Richtung Osnabrück endet in Bad Bentheim. Für den Abschnitt nach Hengelo ist ein Ersatzverkehr angekündigt.
- Die Linien RB 51 und RB 64 aus Richtung Coesfeld beziehungsweise Münster enden in Gronau. Zwischen Gronau und Enschede sind Ersatzbusse vorgesehen.
Ein Ersatzbus bildet den Takt und die Kapazität eines Zuges nicht automatisch vollständig ab. Besonders mit Fahrrad, Kinderwagen, größerem Gepäck oder bei eingeschränkter Mobilität sollte deshalb vor der Fahrt geprüft werden, ob eine Beförderung möglich ist. Auch Anschlüsse hinter der Grenze müssen separat kontrolliert werden.
Wer aus dem Ruhrgebiet anreist, muss zusätzlich die derzeitigen Bauarbeiten zwischen Duisburg und Essen berücksichtigen. Die parallel laufende Bahnsperrung im Ruhrgebiet kann bereits vor dem grenzüberschreitenden Abschnitt zu weiteren Ausfällen oder längeren Fahrzeiten führen.
Was für gebuchte Fahrkarten gilt
Für Fahrkarten der Deutschen Bahn, die vor dem 3. September für einen vom Streik betroffenen Zug gekauft wurden, wurde nach Angaben der Bahn eine Sonderregelung eingerichtet. Wie die Tagesschau berichtet, können diese Fahrkarten kostenlos storniert oder flexibel zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.
Diese Sonderkulanz sollte nicht mit den allgemeinen Fahrgastrechten verwechselt werden. Ob eine Fahrkarte direkt in der App storniert werden kann, wie lange sie flexibel nutzbar bleibt und ob eine Sitzplatzreservierung gesondert erstattet werden muss, hängt von der konkreten Buchung ab. Bei internationalen Fahrkarten bearbeitet nach den Hinweisen der Deutschen Bahn grundsätzlich das Unternehmen den Verspätungsfall, das die Fahrkarte ausgegeben hat.
Führt ein Zugausfall voraussichtlich zu einer Ankunftsverspätung von mehr als 60 Minuten, sehen die europäischen Fahrgastrechte grundsätzlich die Wahl zwischen einer Fahrpreiserstattung, einer frühestmöglichen Weiterbeförderung oder einer Weiterreise zu einem späteren Zeitpunkt vor. Eine Erstattung soll innerhalb von 30 Tagen erfolgen.
Wer trotz der Störung weiterreist und mindestens 60 Minuten verspätet ankommt, kann zusätzlich einen Anspruch auf eine anteilige Entschädigung haben. Ab 60 Minuten sind grundsätzlich 25 Prozent, ab 120 Minuten 50 Prozent des maßgeblichen Fahrpreises vorgesehen. Kein solcher Anspruch besteht unter anderem, wenn die Fahrkarte erst in Kenntnis des Ausfalls gekauft oder der Fahrpreis bereits vollständig erstattet wurde.
Wird innerhalb von 100 Minuten nach der planmäßigen Abfahrt keine Möglichkeit zur Weiterbeförderung angeboten, dürfen Reisende unter bestimmten Voraussetzungen selbst eine notwendige und angemessene Alternative mit Bahn, Reisebus oder öffentlichem Linienbus organisieren. Belege und Bildschirmaufnahmen der ausgefallenen Verbindung sollten aufbewahrt werden. Die Regel ist keine pauschale Zusage für beliebige Taxi-, Mietwagen- oder Hotelkosten.
Was Reisende jetzt tun sollten
Vor der Abfahrt sollte die komplette Verbindung in der Reiseauskunft des jeweiligen Anbieters neu geprüft werden, einschließlich aller Zu- und Abbringerzüge. Wer bereits eine Stornierungs- oder Umbuchungsmöglichkeit angezeigt bekommt, sollte die Bestätigung speichern. Bei einer internationalen Reise mit mehreren getrennt gekauften Fahrkarten können für die einzelnen Abschnitte unterschiedliche Bedingungen gelten.
Eine Fahrt bis zum deutschen Grenzbahnhof ist nur sinnvoll, wenn die anschließende Ersatzbeförderung bestätigt ist. Der Airportsprinter bei Amsterdam stellt keine grenzüberschreitende Alternative dar. Für Reisen am Donnerstag empfiehlt sich ebenfalls eine erneute Kontrolle kurz vor der Abfahrt, auch wenn die niederländische Bahn dann wieder mit dem regulären Verkehr rechnet.
Weitere aktuelle Änderungen bei Tickets, Verbraucherrechten und Reisen ordnet GadgetChecks fortlaufend unter Alltag Aktuell ein.
Stand der Recherche: 9. September 2026, 11:50 Uhr MESZ.
Hauptquellen
- Niederländische Eisenbahnen: Landesweiter Nahverkehrsstreik am 9. September
- Mobilität NRW: Auswirkungen auf grenzüberschreitende Regionalzüge
- Deutsche Bahn: Fragen und Antworten zu den Fahrgastrechten
- Europäische Union: Rechte von Bahnreisenden
- Tagesschau: Auswirkungen des Streiks auf Deutschland
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