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WhatsApp-Sicherheitsupdate bringt stärkere Zwei-Schritt-Verifizierung und mehrere Passkeys




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WhatsApp verstärkt den Schutz von Benutzerkonten an drei Stellen. Meta hat am 25. August angekündigt, dass aus der bisherigen sechsstelligen PIN für die Zwei-Schritt-Verifizierung ein längeres Passwort mit Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen wird. Gleichzeitig kann ein Konto künftig mehr als einen Passkey erhalten, und Android-Nutzer sollen bei Anrufen von nicht gespeicherten Nummern zusätzliche Hinweise sehen. Das WhatsApp-Sicherheitsupdate betrifft damit nicht die Verschlüsselung laufender Chats, sondern vor allem die Frage, wie ein Konto gegen Übernahmen abgesichert wird und welche Informationen vor einem möglicherweise betrügerischen Anruf sichtbar sind.

Die Neuerungen sind grundsätzlich auch für Nutzer in Deutschland relevant, denn Meta nennt in der offiziellen Ankündigung keine regionale Beschränkung. Eine konkrete WhatsApp-Version, einen verbindlichen Rollout-Zeitplan oder einen Termin, ab dem sämtliche Konten umgestellt sind, nennt das Unternehmen allerdings nicht. Wer die neuen Optionen noch nicht in den Einstellungen findet, sollte deshalb zunächst die regulären App-Updates abwarten und nicht auf inoffizielle Installationsdateien ausweichen.

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WhatsApp-Sicherheitsupdate macht aus der PIN ein Passwort

Die Zwei-Schritt-Verifizierung schützt die Registrierung eines WhatsApp-Kontos zusätzlich. Gelangt ein Angreifer beispielsweise durch Täuschung an den einmaligen Bestätigungscode, soll er das Konto nicht allein damit auf einem anderen Gerät übernehmen können. Bislang verlangte WhatsApp dafür eine selbst gewählte PIN aus sechs Ziffern. Nach der neuen Ankündigung wird daraus ein vollständiges Passwort, das länger sein und auch Buchstaben sowie Sonderzeichen enthalten kann. Damit wächst der mögliche Zeichenraum erheblich, vor allem aber müssen sich Nutzer nicht länger auf eine vergleichsweise kurze Zahlenfolge beschränken.

Stärker wird dieser Schutz nur dann, wenn das neue Passwort tatsächlich lang, einzigartig und nicht leicht zu erraten ist. Ein bereits für E-Mail, Onlineshop oder soziales Netzwerk verwendetes Kennwort wäre trotz Sonderzeichen eine schlechte Wahl, weil ein Datenleck bei einem anderen Dienst dann auch den WhatsApp-Schutz schwächen könnte. Sinnvoll ist daher ein vom Passwortmanager erzeugtes, nur für WhatsApp verwendetes Passwort. Eine konkrete Mindestlänge oder weitere Passwortregeln nennt Meta in der Ankündigung nicht; maßgeblich bleiben die Vorgaben, die WhatsApp bei der Einrichtung auf dem jeweiligen Konto anzeigt.

Mehrere Passkeys erleichtern den Wechsel zwischen Android und iPhone

Parallel erweitert WhatsApp seine Passkey-Unterstützung. Ein Passkey nutzt nach der technischen Erklärung der FIDO Alliance einen kryptografischen Schlüssel, der auf einem kontrollierten Gerät oder bei einem Passkey-Anbieter gespeichert und lokal über Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Gerätesperrcode freigegeben wird. Die Biometriedaten selbst werden dabei nicht an WhatsApp übertragen. Meta spricht von inzwischen mehr als einer Milliarde Menschen, die einen Passkey für WhatsApp eingerichtet hätten; diese Reichweitenangabe stammt vom Unternehmen und ist keine unabhängige Messung.

Neu ist, dass sich mehr als ein Passkey mit demselben WhatsApp-Konto verbinden lässt. Das ist vor allem für Menschen praktisch, die sowohl Android als auch iOS verwenden oder beim Gerätewechsel nicht von einem einzigen hinterlegten Schlüssel abhängig sein möchten. Die Einrichtung soll laut WhatsApp-Hilfebereich zur Kontosicherheit über Einstellungen, Konto und Passkeys erreichbar sein. Wer genauer verstehen möchte, warum ein Passkey technisch anders arbeitet als ein Passwort, findet die Grundlagen in der gadgetChecks-Einordnung zu Passkeys statt Passwörtern.

Mehrere Passkeys sind allerdings kein Freibrief, jeden erreichbaren Schlüssel dauerhaft am Konto zu lassen. Ein zweiter Schlüssel sollte nur auf einem eigenen, geschützten Gerät eingerichtet werden. Wird ein Smartphone verkauft, verloren oder ausgemustert, gehört auch die Liste der hinterlegten Passkeys in die Sicherheitskontrolle. Die neue Funktion bezieht sich auf die erneute Anmeldung am WhatsApp-Konto; sie ist nicht mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Nachrichten oder dem Schutz eines Chat-Backups gleichzusetzen.

Android zeigt mehr Kontext bei unbekannten Anrufern

Die dritte Änderung setzt nicht bei der Anmeldung, sondern vor der Annahme eines Anrufs an. Auf Android soll WhatsApp bei einer Nummer, die nicht in den Kontakten gespeichert ist, künftig unter anderem anzeigen, ob sie aus einem anderen Land stammt und ob gemeinsame Gruppen bestehen. Das kann helfen, einen unerwarteten Anruf kurz einzuordnen, bevor eine spontane Reaktion die Oberhand gewinnt.

Eine Betrugserkennung ist diese Anzeige jedoch nicht. Eine ausländische Nummer kann zu einem legitimen Kontakt gehören, während eine inländische Nummer keineswegs automatisch vertrauenswürdig ist. Auch eine gemeinsame Gruppe beweist nur eine Verbindung innerhalb von WhatsApp und keine persönliche Bekanntschaft. Die Hinweise schaffen damit Kontext, ersetzen aber weder Vorsicht noch Blockier- und Meldefunktionen. Für iOS kündigt Meta diese konkrete Anruferanzeige bislang nicht an.

Was WhatsApp-Nutzer jetzt prüfen sollten

Sofortiger Handlungsdruck besteht nicht, solange die neuen Menüpunkte noch nicht auf dem eigenen Gerät erscheinen. Wichtig bleibt, WhatsApp über den offiziellen App-Store aktuell zu halten und unter Einstellungen sowie Konto zu kontrollieren, welche Sicherheitsoptionen bereits verfügbar sind. Sobald WhatsApp die bisherige PIN in ein Passwort überführen lässt, sollte dafür kein bekanntes Alltagskennwort recycelt werden. Wer Android und iPhone parallel nutzt, kann einen zweiten Passkey ergänzen, sollte aber nachvollziehen können, welches eigene Gerät jeden Schlüssel verwaltet.

Das Update schließt keine einzelne bekannt gewordene Sicherheitslücke und Meta berichtet in diesem Zusammenhang auch nicht von einer aktiven Angriffswelle. Es verbessert vielmehr mehrere Stellen, an denen Konten durch erratbare PINs, den Verlust eines einzigen Zugangsschlüssels oder überstürzte Reaktionen auf unbekannte Anrufe unnötig angreifbar werden können. Entscheidend ist nun, wie verständlich WhatsApp die Umstellung erklärt, wie zuverlässig sich hinterlegte Passkeys verwalten lassen und wann alle drei Änderungen tatsächlich auf den verschiedenen Plattformen ankommen.

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