Apple erklärt: Was ist iCloud?
Fast jeder iPhone-Nutzer begegnet der Apple iCloud bereits in den ersten Minuten nach dem Einschalten eines neuen Geräts. Apple empfiehlt, den Dienst zu aktivieren, damit Fotos, Kontakte, Passwörter und viele weitere persönliche Daten automatisch übernommen werden können. Die meisten bestätigen diese Abfrage, ohne lange darüber nachzudenken. Erst wenn ein neues iPhone eingerichtet wird, plötzlich dieselben Bilder auf dem iPad erscheinen oder der verfügbare Speicher zur Neige geht, rückt die iCloud in den Mittelpunkt. Dann tauchen Fragen auf, die sich erstaunlich viele Nutzer stellen: Werden meine Daten jetzt ausschließlich im Internet gespeichert? Benötige ich überhaupt noch Backups? Und weshalb verlangt Apple irgendwann zusätzlichen Speicherplatz?
Diese Unsicherheiten kommen nicht von ungefähr. Der Begriff „Cloud“ klingt zunächst nach einem simplen Online-Speicher, tatsächlich steckt hinter der iCloud jedoch deutlich mehr. Apples Cloud-Dienst ist kein einzelnes Produkt, sondern ein komplexes System aus verschiedenen Diensten, das nahezu alle Geräte des Unternehmens miteinander verbindet. Viele Funktionen, die heute selbstverständlich wirken – vom nahtlosen Wechsel zwischen iPhone und Mac bis hin zur Wiederherstellung eines neuen Geräts innerhalb weniger Minuten – wären ohne die iCloud kaum denkbar.
Wer versteht, wie die iCloud im Hintergrund arbeitet, kann nicht nur Speicherplatz besser verwalten, sondern auch viele typische Missverständnisse vermeiden. Gleichzeitig wird deutlich, warum Apple den Dienst längst nicht mehr als optionales Extra betrachtet, sondern als zentrales Element seines gesamten Ökosystems. Genau darum geht es in diesem Artikel: Wir erklären, was die iCloud eigentlich ist, wie sie funktioniert, welche Daten dort gespeichert werden und weshalb sie für viele Apple-Nutzer inzwischen zum unsichtbaren Rückgrat ihres digitalen Alltags geworden ist.
Die Idee hinter Apples Cloud
Als Apple die iCloud vorstellte, verfolgte das Unternehmen ein Ziel, das heute selbstverständlich erscheint, damals jedoch einen grundlegenden Wandel bedeutete. Persönliche Daten sollten nicht länger an ein einzelnes Gerät gebunden sein. Stattdessen sollte der Nutzer im Mittelpunkt stehen – unabhängig davon, ob gerade ein iPhone, ein iPad, ein Mac oder später sogar eine Apple Watch verwendet wird.
Vor der Einführung moderner Cloud-Dienste mussten Fotos, Kontakte oder Kalender häufig noch per Kabel synchronisiert werden. Wer mehrere Geräte besaß, kannte das Problem unterschiedlicher Datenstände nur zu gut. Ein neuer Kontakt war vielleicht auf dem iPhone vorhanden, fehlte aber auf dem Mac. Dokumente lagen auf dem heimischen Computer, standen unterwegs jedoch nicht zur Verfügung. Mit der iCloud wollte Apple diese Hürden beseitigen und den Datenaustausch weitgehend automatisieren.
Genau dieser Gedanke prägt den Dienst bis heute. Die iCloud soll möglichst unauffällig arbeiten. Im Idealfall bemerkt der Nutzer gar nicht, wann Daten übertragen oder aktualisiert werden. Neue Fotos erscheinen automatisch auf allen Geräten, Notizen bleiben überall auf dem gleichen Stand und Änderungen am Kalender werden innerhalb weniger Augenblicke übernommen. Die Technik verschwindet dabei bewusst in den Hintergrund, damit sich der Nutzer auf seine Inhalte konzentrieren kann und nicht auf deren Verwaltung.
Gerade diese Unsichtbarkeit ist einer der größten Unterschiede zu klassischen Cloud-Speichern. Während viele Dienste ursprünglich entwickelt wurden, um Dateien online abzulegen und später wieder herunterzuladen, versteht Apple die iCloud als verbindende Schicht zwischen sämtlichen Geräten. Sie ist weniger ein virtueller Ordner als vielmehr die Infrastruktur, auf der zahlreiche Apple-Funktionen überhaupt erst aufbauen.
Warum iCloud weit mehr ist als ein Online-Speicher
Wer den Begriff Cloud hört, denkt häufig an Dienste, auf denen Dokumente oder Fotos gespeichert werden können. Zwar übernimmt die iCloud auch diese Aufgabe, ihre eigentliche Stärke liegt jedoch an einer anderen Stelle. Sie sorgt dafür, dass alle unterstützten Geräte jederzeit mit denselben Informationen arbeiten und Änderungen automatisch übernommen werden.
Ein einfaches Beispiel macht das deutlich. Stell dir vor, du trägst während einer Zugfahrt auf deinem iPhone einen neuen Termin in den Kalender ein. Ohne weiteres Zutun erscheint dieser kurze Zeit später auch auf deinem Mac im Büro und auf deinem iPad zu Hause. Ergänzt du am Abend noch eine Notiz oder speicherst eine Telefonnummer, stehen auch diese Informationen auf allen anderen Geräten bereit. Du musst nichts exportieren, keine Datei verschicken und keine Synchronisierung manuell starten.
Im Alltag wirkt dieser Komfort schnell selbstverständlich. Tatsächlich steckt dahinter jedoch ein permanenter Datenabgleich zwischen deinen Geräten und Apples Servern. Sobald sich Informationen ändern, werden diese verschlüsselt übertragen und anschließend mit allen verbundenen Geräten synchronisiert. Das geschieht meist innerhalb weniger Sekunden und läuft vollständig im Hintergrund ab.
Genau deshalb sprechen viele Apple-Nutzer vom besonderen Zusammenspiel des Apple-Ökosystems. Die Geräte arbeiten nicht isoliert voneinander, sondern greifen auf denselben Datenbestand zu. Dadurch entsteht der Eindruck, als würde man nicht mehrere Geräte verwenden, sondern lediglich unterschiedliche Bildschirme für dieselben persönlichen Informationen.
Synchronisierung ist nicht dasselbe wie ein Backup
Kaum ein Thema sorgt rund um die iCloud für so viele Missverständnisse wie der Unterschied zwischen Synchronisierung und Datensicherung. Beide Begriffe werden häufig gleichgesetzt, erfüllen jedoch völlig unterschiedliche Aufgaben.
Die Synchronisierung verfolgt das Ziel, auf allen Geräten denselben Datenbestand bereitzustellen. Änderst du einen Kontakt, wird diese Änderung überall übernommen. Fügst du einen Kalendereintrag hinzu, erscheint er automatisch auf allen Geräten, die mit deiner Apple-ID verbunden sind. Löschst du hingegen eine Notiz oder ein Foto, verschwindet diese Information ebenfalls überall – denn genau das ist die Aufgabe einer Synchronisierung: Alle Geräte sollen jederzeit denselben Stand besitzen.
Ein Backup funktioniert nach einem anderen Prinzip. Hier erstellt die iCloud eine Sicherheitskopie deines Geräts, damit sich dieses nach einem Defekt, Verlust oder Gerätewechsel möglichst vollständig wiederherstellen lässt. Ein Backup dient also nicht dazu, Daten zwischen Geräten aktuell zu halten, sondern dazu, einen bestimmten Zustand zu sichern.
Gerade bei Fotos führt diese Unterscheidung immer wieder zu Verwirrung. Wer die iCloud-Fotomediathek nutzt und ein Bild löscht, entfernt es bewusst aus der gemeinsamen Mediathek. Viele erwarten in diesem Moment fälschlicherweise, dass die Aufnahme auf anderen Geräten erhalten bleibt. Tatsächlich wird die Löschung synchronisiert, weil alle Geräte denselben Bestand verwenden. Wer diesen Unterschied kennt, versteht die Arbeitsweise der iCloud deutlich besser und kann bewusster entscheiden, welche Funktionen im eigenen Alltag sinnvoll sind.
Welche Daten tatsächlich in der iCloud gespeichert werden
Eine der häufigsten Fragen lautet: Welche Informationen landen eigentlich in der iCloud? Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht, denn Apple unterscheidet bewusst zwischen verschiedenen Diensten und Datentypen. Nicht jede App nutzt automatisch die Cloud, und nicht jede Information wird auf dieselbe Weise verarbeitet. Genau darin liegt einer der größten Unterschiede zu klassischen Online-Speichern.
Zu den bekanntesten Inhalten gehören Fotos, Kontakte, Kalender, Notizen, Erinnerungen, Passwörter, Nachrichten und Dateien in iCloud Drive. Hinzu kommen Geräteeinstellungen, Safari-Lesezeichen, geöffnete Tabs sowie zahlreiche App-Daten, sofern die jeweilige Anwendung iCloud unterstützt. Welche Inhalte tatsächlich synchronisiert werden, entscheidet der Nutzer selbst in den iCloud-Einstellungen. Dort lässt sich für jede App einzeln festlegen, ob sie den Cloud-Dienst verwenden darf.
Diese Flexibilität macht sich im Alltag schnell bemerkbar. Manche Anwender möchten beispielsweise ihre Kontakte und Kalender auf allen Geräten aktuell halten, Fotos aber ausschließlich lokal speichern. Andere legen großen Wert darauf, dass sämtliche Dokumente jederzeit auf Mac, iPad und iPhone verfügbar sind, verzichten dafür aber bewusst auf automatische Backups. Die iCloud ist deshalb kein starres System, sondern lässt sich an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Gleichzeitig zeigt sich hier eine weitere Besonderheit des Apple-Ökosystems. Viele Funktionen, die zunächst unabhängig wirken, greifen im Hintergrund ineinander. Wird etwa ein neues WLAN-Passwort auf dem iPhone gespeichert, kann es kurze Zeit später auch auf dem Mac genutzt werden. Dasselbe gilt für Passkeys, gespeicherte Logins oder WLAN-Zugangsdaten. Die meisten Nutzer nehmen diesen Komfort kaum bewusst wahr – bis sie einmal ohne ihn auskommen müssen.
Warum iCloud Fotos für viele Nutzer unverzichtbar geworden ist
Kaum eine Funktion prägt die iCloud so stark wie die automatische Verwaltung der Fotomediathek. Schließlich entstehen heute mit einem Smartphone weit mehr Bilder und Videos als noch vor wenigen Jahren. Hochauflösende Fotos, 4K-Aufnahmen oder Zeitlupenvideos beanspruchen schnell mehrere Gigabyte Speicherplatz und bringen selbst große iPhone-Speicher irgendwann an ihre Grenzen.
Mit aktivierter iCloud Fotos-Mediathek verfolgt Apple deshalb einen anderen Ansatz. Die Originalaufnahmen werden sicher in der Cloud gespeichert, während das iPhone – sofern gewünscht – automatisch optimierte Versionen auf dem Gerät behält. Diese benötigen deutlich weniger Speicherplatz, ohne dass der Nutzer auf seine gesamte Mediathek verzichten muss. Wird später ein Originalbild benötigt, lädt das Gerät es innerhalb weniger Sekunden nach.
Dieser Mechanismus entfaltet seine größte Stärke jedoch im Zusammenspiel mehrerer Geräte. Fotografierst du morgens während einer Wanderung mit dem iPhone eine beeindruckende Landschaft, steht das Bild wenig später bereits auf deinem Mac zur Verfügung. Dort kannst du es bearbeiten, in eine Präsentation einfügen oder mit Freunden teilen, ohne Dateien übertragen oder Speicherkarten verwenden zu müssen. Für viele Nutzer gehört dieser fließende Übergang längst zum Alltag – und genau deshalb wird oft erst beim Wechsel zu einem anderen System deutlich, wie viel Arbeit die iCloud im Hintergrund übernimmt.
Allerdings verlangt diese Bequemlichkeit auch ein gewisses Verständnis für die Arbeitsweise der Synchronisierung. Wer ein Bild aus der Fotomediathek löscht, entfernt es aus der gemeinsamen Sammlung aller Geräte. Die iCloud versteht Fotos nicht als Kopien auf verschiedenen Geräten, sondern als eine einzige, gemeinsame Bibliothek.
iCloud Drive ersetzt keinen klassischen Computer
Neben Fotos bietet Apple mit iCloud Drive einen klassischen Cloud-Speicher für Dokumente und andere Dateien an. Auf den ersten Blick erinnert dieser an bekannte Dienste wie Dropbox oder Microsoft OneDrive. Tatsächlich verfolgt Apple jedoch auch hier den Gedanken, dass Dateien möglichst nahtlos zwischen allen Geräten verfügbar sein sollen.
Dokumente, Tabellen, Präsentationen oder PDFs lassen sich einfach im iCloud Drive speichern und anschließend auf jedem angemeldeten Apple-Gerät weiterbearbeiten. Selbst über einen Webbrowser ist der Zugriff möglich, falls gerade kein eigenes Gerät zur Verfügung steht.
Interessant wird iCloud Drive vor allem dann, wenn mehrere Apple-Anwendungen zusammenspielen. Wer beispielsweise einen Entwurf in Pages auf dem Mac beginnt, kann ihn später auf dem iPad weiter bearbeiten und unterwegs auf dem iPhone noch kleinere Änderungen vornehmen. Jede Anpassung wird automatisch übernommen, ohne dass verschiedene Dateiversionen entstehen.
Trotzdem ersetzt iCloud Drive keinen vollwertigen Computer und auch kein professionelles Archivsystem. Große Datenmengen, umfangreiche Videoprojekte oder langfristige Datensicherungen gehören weiterhin auf externe Speichermedien oder spezialisierte Backup-Lösungen. Apple versteht iCloud Drive vor allem als Arbeitsbereich für Dateien, die regelmäßig genutzt werden und jederzeit verfügbar sein sollen.
Vom kostenlosen Speicher bis zu iCloud+
Jeder Apple-Account erhält kostenlos einen begrenzten iCloud-Speicher. Für viele Nutzer reicht dieser anfangs aus, spätestens mit einer wachsenden Fotosammlung oder regelmäßigen Geräte-Backups stößt er jedoch an seine Grenzen. Genau an dieser Stelle setzt iCloud+ an.
Mit einem kostenpflichtigen Speicherplan wird nicht nur zusätzlicher Platz freigeschaltet. Apple erweitert den Dienst gleichzeitig um mehrere Funktionen, die Datenschutz und Komfort miteinander verbinden. Dazu gehören unter anderem Private Relay, das Teile des Surfverhaltens schützt, „E-Mail-Adresse verbergen“, mit der sich zufällige E-Mail-Adressen für Registrierungen erstellen lassen, sowie HomeKit Secure Video, das kompatible Sicherheitskameras verschlüsselt in der iCloud speichern kann.
Apple verfolgt damit eine interessante Strategie. Der zusätzliche Speicherplatz ist zwar häufig der eigentliche Anlass für ein Upgrade, langfristig profitieren viele Nutzer jedoch von den ergänzenden Datenschutzfunktionen. Dadurch entwickelt sich iCloud+ von einem einfachen Speicher-Abo zu einem zentralen Bestandteil des Apple-Ökosystems.
Gerade Familien machen sich diesen Ansatz häufig zunutze. Ein gemeinsamer Speicherplan kann mit anderen Mitgliedern der Familienfreigabe geteilt werden, sodass nicht jeder ein eigenes Abonnement benötigt. Gleichzeitig bleiben persönliche Fotos, Dokumente und Backups weiterhin voneinander getrennt, obwohl derselbe Speicher genutzt wird.
Datenschutz als zentrales Versprechen
Sobald persönliche Daten in einer Cloud gespeichert werden, stellt sich unweigerlich die Frage nach ihrer Sicherheit. Fotos, Kontakte, Nachrichten oder Dokumente gehören zu den sensibelsten Informationen überhaupt. Apple hat deshalb von Beginn an versucht, die iCloud nicht nur als komfortablen, sondern auch als möglichst datenschutzfreundlichen Cloud-Dienst zu positionieren. Das Unternehmen betont regelmäßig, dass der Schutz der Privatsphäre zu den grundlegenden Prinzipien seiner Produkte gehört.
In der Praxis bedeutet das zunächst, dass Daten während der Übertragung und auf den Apple-Servern verschlüsselt werden. Darüber hinaus setzt Apple für zahlreiche besonders sensible Informationen auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Vereinfacht ausgedrückt besitzen dabei ausschließlich die Geräte des Nutzers die Schlüssel, um diese Daten zu entschlüsseln. Selbst Apple kann auf diese Inhalte nicht zugreifen.
Mit der Funktion Erweiterter Datenschutz für iCloud geht Apple noch einen Schritt weiter. Aktivieren Nutzer diese Option, werden deutlich mehr Datenkategorien – darunter iCloud-Backups, Fotos, Notizen und Dateien in iCloud Drive – Ende zu Ende verschlüsselt. Das erhöht den Schutz erheblich, bringt aber auch Verantwortung mit sich. Wer den Zugriff auf seinen Account verliert und keine Wiederherstellungsmethode eingerichtet hat, kann unter Umständen selbst nicht mehr auf seine verschlüsselten Daten zugreifen. Sicherheit und Eigenverantwortung gehen hier Hand in Hand.
Im Alltag bleibt dieser technische Aufwand weitgehend unsichtbar. Genau das entspricht Apples Philosophie: Der Datenschutz soll möglichst wenig zusätzliche Arbeit verursachen. Statt komplizierter Einstellungen arbeitet die iCloud im Hintergrund und schützt persönliche Informationen, ohne den Nutzer ständig mit technischen Details zu konfrontieren.
Wo die Grenzen der iCloud liegen
So komfortabel die iCloud im Alltag auch ist, sie löst nicht jedes Problem. Gerade weil viele Abläufe automatisch funktionieren, entstehen manchmal Erwartungen, die der Dienst bewusst nicht erfüllt.
Ein weitverbreiteter Irrtum betrifft die Datensicherung. Manche Nutzer gehen davon aus, dass jede Datei dauerhaft in der iCloud erhalten bleibt. Tatsächlich handelt es sich bei vielen Diensten um eine Synchronisierung. Wird ein Dokument gelöscht oder ein Foto bewusst aus der gemeinsamen Mediathek entfernt, verschwindet es auf allen verbundenen Geräten. Die iCloud ersetzt deshalb kein langfristiges Archiv und auch keine zusätzliche Backup-Strategie für besonders wichtige Daten.
Ein weiterer Punkt betrifft den verfügbaren Speicherplatz. Hochauflösende Fotos, Videos und regelmäßige Geräte-Backups können den kostenlosen Speicher schnell füllen. Das liegt weniger an der iCloud selbst als an den stetig wachsenden Datenmengen moderner Smartphones. Wer viele Jahre fotografiert oder Videos in hoher Auflösung aufnimmt, wird früher oder später über einen größeren Speicherplan nachdenken müssen.
Auch die Internetverbindung spielt eine Rolle. Zwar arbeiten viele Apple-Apps offline weiter, dennoch entfaltet die iCloud ihre größte Stärke erst dann, wenn Geräte regelmäßig online sind. Neue Fotos, Dokumente oder Änderungen werden erst synchronisiert, sobald wieder eine Verbindung besteht. Das ist im Alltag selten ein Problem, erklärt aber, weshalb Inhalte manchmal nicht sofort auf allen Geräten erscheinen.
Die häufigsten Missverständnisse rund um die iCloud
Kaum ein Apple-Dienst ist von so vielen Halbwahrheiten begleitet wie die iCloud. Viele davon entstehen, weil verschiedene Funktionen unter einem gemeinsamen Namen zusammengefasst werden.
Ein typisches Beispiel ist die Annahme, dass sämtliche Daten ausschließlich in der Cloud gespeichert werden. Tatsächlich verbleiben die meisten Inhalte weiterhin auf dem jeweiligen Gerät. Die iCloud ergänzt diese lokale Speicherung, indem sie Daten synchronisiert oder zusätzliche Sicherheitskopien erstellt. Das iPhone funktioniert also auch ohne permanente Internetverbindung ganz normal weiter.
Ebenso häufig hört man die Aussage, iCloud sei lediglich zusätzlicher Speicherplatz. Tatsächlich bildet der Speicher nur einen kleinen Teil des gesamten Dienstes. Ohne die Synchronisierung von Kontakten, Kalendern, Passwörtern, Nachrichten oder App-Daten würde sich das Apple-Ökosystem völlig anders anfühlen. Viele Komfortfunktionen, die heute selbstverständlich wirken, basieren unmittelbar auf der iCloud.
Auch die Vorstellung, ein Mac oder iPhone benötige keine weiteren Backups mehr, weil alles in der iCloud liegt, hält sich hartnäckig. Gerade bei wichtigen Dokumenten oder beruflichen Daten empfiehlt es sich weiterhin, zusätzliche Sicherungen – etwa auf einer externen Festplatte – anzulegen. Die iCloud erhöht die Datensicherheit erheblich, ersetzt aber nicht jede Form der klassischen Datensicherung.
Für wen lohnt sich die iCloud besonders?
Die kurze Antwort lautet: für nahezu jeden Apple-Nutzer. Schon die kostenlose Version bietet genügend Funktionen, um Kontakte, Kalender oder Passwörter zuverlässig zwischen mehreren Geräten aktuell zu halten. Wer ausschließlich ein einzelnes iPhone nutzt und nur wenige Fotos speichert, kommt damit häufig problemlos aus.
Je stärker das Apple-Ökosystem wächst, desto größer wird allerdings auch der Nutzen der iCloud. Wer zusätzlich einen Mac, ein iPad oder eine Apple Watch besitzt, erlebt den eigentlichen Mehrwert erst im Zusammenspiel der Geräte. Informationen stehen überall bereit, Dokumente wechseln unbemerkt zwischen den Geräten und ein neues iPhone lässt sich innerhalb kurzer Zeit nahezu vollständig wiederherstellen.
Für Familien bietet die gemeinsame Speicherfreigabe einen weiteren Vorteil. Mehrere Personen können denselben Speicherplan nutzen, ohne ihre persönlichen Inhalte miteinander zu vermischen. Jeder behält seine eigene Fotomediathek, seine Dokumente und seine Backups, profitiert aber von einem gemeinsamen Speicherpool.
Fazit
Die iCloud ist längst mehr als ein Ort, an dem Fotos oder Dokumente abgelegt werden. Sie bildet das technische Fundament, auf dem viele der Funktionen aufbauen, die das Apple-Ökosystem so nahtlos wirken lassen. Synchronisierung, Datensicherung, Gerätewechsel und die Zusammenarbeit zwischen iPhone, iPad, Mac und Apple Watch greifen ineinander und sorgen dafür, dass Technik im Idealfall in den Hintergrund rückt.
Gerade deshalb wird die Bedeutung der iCloud oft unterschätzt. Solange alles funktioniert, fällt sie kaum auf. Erst wenn sie deaktiviert wird oder ein neues Gerät eingerichtet werden soll, zeigt sich, wie viele Aufgaben der Dienst täglich übernimmt. Wer versteht, wie Synchronisierung, Backups und Cloud-Speicher zusammenspielen, nutzt die Möglichkeiten der iCloud bewusster und kann typische Fehler vermeiden. Genau darin liegt ihre größte Stärke: Sie soll den Alltag vereinfachen, ohne ständig Aufmerksamkeit einzufordern.
FAQ
Ist iCloud kostenlos?
Ja. Jeder Apple-Account erhält kostenlosen iCloud-Speicher sowie Zugriff auf die wichtigsten Synchronisierungsfunktionen. Wer mehr Speicher oder zusätzliche Funktionen benötigt, kann auf iCloud+ wechseln.
Benötige ich iCloud, um ein iPhone zu nutzen?
Nein. Ein iPhone funktioniert auch ohne iCloud. Viele Komfortfunktionen wie automatische Backups, Fotosynchronisierung oder die nahtlose Zusammenarbeit mehrerer Apple-Geräte stehen dann allerdings nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung.
Werden meine Fotos nur noch in der iCloud gespeichert?
Nein. Standardmäßig verbleiben Fotos auch auf dem Gerät. Aktivierst du die Speicheroptimierung, hält das iPhone kleinere Versionen lokal vor und lädt die Originale bei Bedarf automatisch aus der iCloud.
Ist iCloud sicher?
Apple schützt Daten durch Verschlüsselung und bietet mit dem Erweiterten Datenschutz für iCloud für viele Datenarten zusätzlich eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an. Dadurch können selbst Apple-Mitarbeiter diese Inhalte nicht lesen.
Kann ich iCloud auch mit einem Windows-PC nutzen?
Ja. Apple stellt iCloud auch für Windows zur Verfügung. Außerdem lassen sich viele Inhalte über einen Webbrowser unter iCloud.com aufrufen.
Was passiert, wenn mein iCloud-Speicher voll ist?
Neue Backups oder Fotos können dann unter Umständen nicht mehr synchronisiert werden. In diesem Fall lassen sich nicht benötigte Daten löschen oder ein größerer iCloud+-Speicherplan auswählen.
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Bild-Quellen: OpenAi
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