GC SERIE
FRAGEN
CHECK

WLAN-Anrufe im Flugmodus, fehlende Gigabyte und Akkus statt Batterien




Redaktion









FragenCheck




6 Min. Lesezeit

Transparenzhinweis: Affiliate-Links enthalten – Details am Artikelende.

Das Smartphone ist im Flugmodus und klingelt trotzdem, die neue Festplatte zeigt weniger Speicher als auf der Verpackung, und auf den wiederaufladbaren Akkus steht eine niedrigere Spannung als auf den bisherigen Batterien. WLAN-Anrufe im Flugmodus, vermeintlich fehlende Gigabyte und der Wechsel zu Akkus wirken zunächst widersprüchlich, lassen sich aber erklären, wenn man genauer auf Verbindung, Maßeinheit und Zelltechnik schaut. Dabei geht es um ganz praktische Entscheidungen: Wie bleibt man ohne Mobilfunkempfang erreichbar, wann ist eine kleinere Speicheranzeige normal, und welche Akkus passen tatsächlich zum Gerät? Ein vertrautes Symbol oder eine einzelne Zahl hilft dabei nur begrenzt. Entscheidend ist, welche Funktion oder technische Eigenschaft sich dahinter verbirgt.

Sind WLAN-Anrufe im Flugmodus weiterhin möglich?

Ja, wenn WLAN nach dem Einschalten des Flugmodus wieder aktiviert wird und Smartphone, Mobilfunktarif und Anbieter WLAN-Anrufe unterstützen. Der Flugmodus unterbricht die Verbindung zum Mobilfunknetz, verhindert aber nicht grundsätzlich jede andere Funkverbindung. Die Telekom beschreibt die Kombination sogar ausdrücklich als Möglichkeit, WLAN Call gezielt zu nutzen: Flugmodus einschalten, anschließend WLAN aktivieren und mit einem geeigneten Netz verbinden. Das Telefonat läuft dann über den Internetzugang des WLANs zum Mobilfunkanbieter. Die gewohnte Rufnummer bleibt dabei erhalten; eine zusätzliche Messenger-App ist für diese Funktion nicht nötig. Telekom: WLAN Call nutzen.

Allein das WLAN-Symbol auf dem Display bestätigt allerdings noch keinen funktionierenden WLAN-Anruf. Die Funktion muss für die betreffende Mobilfunkleitung eingeschaltet und beim Anbieter verfügbar sein, außerdem muss das verwendete Netzwerk die Verbindung zulassen. Apple weist beispielsweise darauf hin, dass WLAN-Anrufe nicht in jedem WLAN funktionieren. Beim iPhone lässt sich die Funktion in den Mobilfunkeinstellungen für die jeweilige Leitung aktivieren; die genaue Menüführung unterscheidet sich bei anderen Geräten. Ob der Anruf tatsächlich über WLAN geführt wird, erkennt man an der entsprechenden Anzeige des Systems beziehungsweise des Anbieters. Apple: WLAN-Anrufe tätigen.

Das erklärt auch, warum der Flugmodus kein verlässlicher Schalter für ungestörte Ruhe ist. Bleibt WLAN aktiv, können neben Internetdiensten eben auch normale Anrufe über WLAN ankommen. Wer erreichbar bleiben möchte, gewinnt damit einen Ausweg bei schlechtem Mobilfunkempfang. Wer dagegen keine Unterbrechungen wünscht, sollte zusätzlich die vorgesehenen Ruhe- oder Fokusfunktionen verwenden und deren Ausnahmen prüfen. Bricht die WLAN-Verbindung ab, steht bei weiterhin aktiviertem Flugmodus kein Mobilfunknetz als Ersatzweg für das laufende Gespräch bereit.

Besonders auf Reisen darf man den Übertragungsweg außerdem nicht mit einer Kostenlos-Garantie verwechseln. Bei der Telekom werden abgehende WLAN-Anrufe im Ausland so berechnet, als befände man sich in Deutschland; Roaming-Optionen werden dabei nicht berücksichtigt. Ein Anruf zu einer örtlichen ausländischen Nummer kann deshalb anders abgerechnet werden als ein regulärer Mobilfunkanruf innerhalb der EU. Maßgeblich sind die WLAN-Call-Bedingungen des eigenen Tarifs. Telekom: Kosten für WLAN Call.

Warum zeigt meine neue 1-TB-Festplatte nur ungefähr 931 GB an?

Hinter dieser typischen Differenz steckt zunächst eine unterschiedliche Zählweise, kein verschwundener Speicher. Bei einer Festplatte mit einem Terabyte meint der Hersteller eine Billion Byte, also 1.000.000.000.000 Byte. Für ein Gigabyte werden dabei eine Milliarde Byte angesetzt. Daneben gibt es binäre Einheiten: Ein Gibibyte, abgekürzt GiB, umfasst 1.073.741.824 Byte. Weil diese Einheit größer ist, braucht man für dieselbe Datenmenge eine kleinere Zahl. Die Einheitentabelle des US-Messinstituts NIST trennt GB und GiB ausdrücklich voneinander. NIST: Binäre Einheiten.

Teilt man die Billion Byte durch die Größe eines Gibibyte, erhält man ungefähr 931,3 GiB. Windows zeigt solche binär berechneten Kapazitäten an vielen Stellen jedoch mit der Beschriftung „GB“ an. So stehen auf der Verpackung 1 TB und im Eigenschaftenfenster ungefähr 931 GB, obwohl zunächst dieselbe Anzahl an Byte beschrieben wird. Seagate führt genau dieses Beispiel in seiner Erklärung zur Laufwerkskapazität auf. Die kleinere Zahl allein belegt deshalb weder eine defekte Festplatte noch eine unvollständige Lieferung. Seagate: Abweichende Kapazitätsanzeigen.

Von dieser Umrechnung muss man den tatsächlich nutzbaren und den noch freien Speicher unterscheiden. Das Dateisystem benötigt Platz für seine Verwaltung, auf einem Systemlaufwerk kommen unter anderem Betriebssystem und weitere Daten hinzu. Apple erläutert diese zusätzliche Belegung ausdrücklich in seiner Beschreibung der Speicherkapazität. „Kapazität“ und „frei“ sind deshalb keine austauschbaren Angaben: Ein Laufwerk kann seine erwartete Gesamtgröße besitzen und trotzdem erheblich weniger freien Platz anbieten. Wer die Werte vergleicht, sollte zunächst dieselbe Ebene und möglichst die angegebenen Byte-Zahlen betrachten. Apple: Messung der Speicherkapazität.

Ein erneutes Formatieren verwandelt die binär angezeigten 931 nicht in 1.000 derselben Einheit. Bei einem NAS können zusätzlich Speicher für Ausfallschutz, Momentaufnahmen und App-Daten eine Rolle spielen; diese anderen Ursachen erläutert der Ratgeber zu Speicher und Kapazität auf einem UGREEN NAS. Für die einzelne neue Festplatte bleibt die erste Kontrolle einfacher: Ist nur die Einheit anders, oder weicht auch die Gesamtkapazität in Byte deutlich von der erwarteten Größe ab? Erst diese Unterscheidung zeigt, ob überhaupt ein Kapazitätsproblem vorliegt.

Kann ich 1,2-Volt-Akkus statt 1,5-Volt-Batterien verwenden?

In vielen Geräten funktioniert das, sofern der Hersteller die entsprechenden Akkus zulässt. Die Aufschrift „1,2 V“ bedeutet bei einem Nickel-Metallhydrid-Akku, kurz NiMH, nicht, dass er schon teilweise leer verkauft wird. Sie bezeichnet seine Nennspannung und folgt aus der verwendeten Zellchemie. Eine gewöhnliche Alkali-Mangan-Batterie besitzt dagegen eine Nennspannung von 1,5 Volt. Energizer erklärt den Unterschied mit den jeweiligen elektrochemischen Reaktionen. Allein aus der niedrigeren Zahl lässt sich weder ein Defekt noch eine bestimmte Laufzeit ableiten; Spannung und die in Milliamperestunden angegebene Ladungsmenge beschreiben unterschiedliche Eigenschaften. Energizer: Fragen zu NiMH-Akkus.

Entscheidend ist außerdem, wie sich die Spannung während der Nutzung entwickelt. Bei einer Alkaline-Batterie sinkt sie mit zunehmender Entladung, während ein NiMH-Akku über einen großen Teil seiner Entladung eine vergleichsweise gleichmäßige Spannung hält. Panasonic erklärt damit, weshalb seine Eneloop-Akkus trotz der niedrigeren Nennspannung in vielen Geräten für gewöhnliche Batterien funktionieren. Eine auf Alkaline-Batterien abgestimmte Ladezustandsanzeige kann den Akku allerdings früher als schwach einstufen, obwohl noch Ladung vorhanden ist. Das ist eine mögliche Eigenheit der Anzeige und keine allgemeine Zusage, dass jedes Gerät mit Akkus zuverlässig arbeitet. Panasonic: Eneloop-FAQ.

Die passende Bauform ist deshalb nur die erste Voraussetzung. Ein AA-Akku passt äußerlich in viele AA-Batteriefächer, doch das Gerät muss auch für seine Spannung und Zelltechnik geeignet sein. Varta verweist etwa bei Taschenlampen ausdrücklich auf die vorgeschriebene Betriebsspannung und warnt davor, Lithium-Ionen-Akkus wegen ihrer höheren Spannung ungeprüft einzusetzen. Ein Akku ist also nicht allein deshalb austauschbar, weil er in dasselbe Fach passt. Wenn die Anleitung nur bestimmte Batterien zulässt oder NiMH ausschließt, sollte diese Vorgabe die Entscheidung bestimmen. Varta: Batterie- und Akku-FAQ.

Für den Wechsel gehören schließlich passende Zellen und ein dafür vorgesehenes Ladegerät zusammen. Batterien und Akkus sollten nicht innerhalb eines Geräts gemischt werden; ebenso wenig unterschiedlich alte oder unterschiedlich geladene Zellen. Einweg-Alkaline-Batterien gehören nicht in ein NiMH-Ladegerät. Bei zulässigem Akkubetrieb ist ein gemeinsam verwendeter, gleichartiger Satz die vernünftige Grundlage. So wird aus der Frage nach zwei Spannungsangaben eine überschaubare Prüfung von Gerätefreigabe, Zelltyp und Ladegerät, statt eines Versuchs nach dem Prinzip „passt schon“.

Fazit

Eine scheinbar eindeutige Anzeige beantwortet oft nur eine eng begrenzte Frage. Das Flugzeugsymbol sagt nicht, ob über ein wieder aktiviertes WLAN noch Anrufe möglich sind, die Speicherzahl ist ohne ihre Maßeinheit unvollständig, und die Voltangabe beschreibt noch nicht die Eignung eines Akkus für ein bestimmtes Gerät. Wer diese Unterschiede kennt, kann gezielter entscheiden und vermeidet unnötige Käufe oder Einstellungen, die am eigentlichen Problem vorbeigehen. Gerade bei vertrauten Alltagsgeräten lohnt es sich, eine auffällige Zahl zunächst zu übersetzen, bevor man daraus einen Fehler ableitet.

Häufig genügen dafür der Blick auf die aktive Verbindung, die Kapazität in Byte oder die Freigabe in der Geräteanleitung. Weitere konkrete Technikfragen und ihre praktischen Folgen bündelt der FragenCheck.

Stand der Recherche: 29. Oktober 2026.

Hauptquellen

Transparenzhinweis: Der Beitrag beruht auf den verlinkten Hersteller- und Anbieterunterlagen sowie den Einheitendefinitionen des NIST. Eigene Anrufversuche, Laufwerksprüfungen und Akku-Laufzeittests wurden für diesen Artikel nicht durchgeführt. Verfügbarkeit und Kosten von WLAN-Anrufen sowie die Eignung bestimmter Akkus hängen vom jeweiligen Tarif beziehungsweise Gerät ab.

Aktuelle Angebote

Technik-Deals im Überblick

Ausgewählte Angebote und zeitlich begrenzte Preisaktionen rund um Technik und Gadgets.

Angebote ansehen
SECHS BEREICHE. EINE REDAKTION.

Entdecke mehr bei gadgetChecks