GC SERIE
APPLE
DAILY

Apples Rekordquartal und der Druck teurer Speicherchips vor Weihnachten




Redaktion









News




9 Min. Lesezeit

Transparenzhinweis: Affiliate-Links enthalten – Details am Artikelende.

Apples Rekordquartal endete am 26. September, gut eine Woche nach dem Verkaufsstart des iPhone 18 Pro und fast einen Monat bevor das iPhone Duo in den Handel kam. In einem Septemberquartal hat Apple mit dem iPhone noch nie so viel umgesetzt. Insgesamt erzielte der Konzern laut seiner ersten Quartalsbilanz unter CEO John Ternus 114,5 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Für das Weihnachtsgeschäft rechnet Apple mit einem weiteren Umsatzrekord und zugleich mit einer niedrigeren Bruttomarge. Speicherchips werden im Einkauf teurer, und bei Mac und iPad könnten fehlende Komponenten das Angebot begrenzen. Beim iPhone Duo meldet Apple bereits einen Lieferengpass. Auf die breite Produktoffensive, die sich in den vergangenen Wochen im Apple-Daily-Archiv verfolgen ließ, folgt damit die Frage, wie viele Geräte Apple rechtzeitig in den Handel bringen kann.

Auch Apples Dienste erreichen einen neuen Höchststand. Mit Siri AI kommt dort ein Kostenfaktor hinzu, der sich anders verhält als der Preis eines Speicherchips. Ein Bauteil fließt in die Kosten des fertigen Geräts ein. Wird eine Anfrage an Siri auf einem Server verarbeitet, entsteht der Rechenaufwand erst bei der Nutzung. Beides spielt in Apples Ausblick auf das Weihnachtsquartal eine Rolle.

Apples Rekordquartal beruht vor allem auf dem iPhone-Geschäft

Apple erzielte im vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2026 rund zwölf Prozent mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg laut den veröffentlichten Finanzzahlen von 27,5 auf 30,7 Milliarden US-Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr setzte der Konzern 478,8 Milliarden US-Dollar um, rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bilanz schließt Ende September. Die im Oktober vorgestellten Geräte kommen deshalb erst im laufenden Geschäftsjahr hinzu.

Das iPhone liefert den größten Teil des Zuwachses

Mit 57,6 Milliarden US-Dollar lag der iPhone-Umsatz rund 17 Prozent über dem Vorjahreswert. Auf das Smartphone entfielen damit gut die Hälfte des Konzernumsatzes und rund 71 Prozent des Umsatzplus im Quartal. In der von Apple als Greater China ausgewiesenen Region stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 17,5 Milliarden US-Dollar. Ternus führte das vor allem auf iPhone und Mac zurück. Wie viele zusätzliche Smartphones Apple dort verkauft hat, lässt sich aus der regionalen Umsatzangabe allein nicht ableiten.

Beim Mac stieg der Umsatz um rund 24 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar. Finanzchef Kevan Parekh hob das MacBook Neo und das MacBook Pro als Wachstumstreiber hervor. Beim iPad ging der Umsatz dagegen um rund zehn Prozent auf 6,2 Milliarden US-Dollar zurück. Apple nennt dafür die begrenzte Verfügbarkeit und den Vergleich mit dem Vorjahresquartal, in dem das iPad mit A16 auf den Markt kam.

Die gemeinsame Sparte für Wearables, Home und Zubehör lag mit 8,3 Milliarden US-Dollar rund acht Prozent unter dem Vorjahreswert. Damals hatten die Apple Watch SE 3 und die AirPods Pro 3 ihren Verkaufsstart. Die jüngsten Produkte für das Zuhause, darunter der HomePod mini 2, fallen ins folgende Quartal. Wie weit die Verkaufstermine auseinanderliegen, zeigt die Einordnung zu Apples Produktoffensive im Herbst.

Beim iPhone Duo beginnt der Verkauf erst nach dem Quartalsende

Apple brachte iPhone 18 Pro und Pro Max am 18. September in den Handel. Beide Modelle flossen noch in die Bilanz ein. Beim iPhone Duo öffnete Apple die Vorbestellungen am 16. Oktober, der Verkauf begann am 23. Oktober. Der Septemberrekord gibt damit einen Maßstab für das iPhone-Geschäft vor dem Duo-Start. Welchen Anteil die neuen Pro-Modelle, ältere iPhones und höhere Verkaufspreise jeweils am Wachstum hatten, lässt die zusammengefasste Umsatzangabe offen.

In der Quartalskonferenz bestätigte Betriebschef Sabih Khan, dass Apple die Nachfrage nach dem Duo derzeit nicht vollständig bedienen kann. Er ließ offen, wann sich Angebot und Nachfrage ausgleichen. Schon die ersten Lieferprobleme beim iPhone Duo zeigten, wie schnell der verfügbare Bestand aufgebraucht war. Für den Umsatz im Weihnachtsquartal zählt, wie schnell Apple weitere Geräte ausliefern kann.

Im Gespräch mit Reuters sagte Ternus zudem, ein sehr kleiner Teil der Geräte sei wegen Displayproblemen zurückgegeben worden. Apple ersetze die betroffenen Geräte. Für eine belastbare Einschätzung zur Haltbarkeit des Innendisplays wären eine bezifferte Rückgabequote und ein längerer Beobachtungszeitraum nötig. Ternus nannte im Interview keine genaue Quote.

Bei Mac und iPad verlagert sich der Engpass auf den Speicher

Im September fehlte Apple nach Angaben von Khan vor allem Kapazität in den modernen Fertigungsverfahren für seine Systemchips. Ein solcher Chip bündelt unter anderem Prozessor, Grafik und weitere Recheneinheiten. Sein Entwurf ist auf einen bestimmten Fertigungsprozess zugeschnitten. Wird es auf den vorgesehenen Produktionslinien eng, lässt sich derselbe Chip kaum kurzfristig auf einem anderen Verfahren herstellen. Laut Khan entspannt sich diese Lage, seit Apple mehr Produkte auf die jüngste Zwei-Nanometer-Fertigung umstellt.

Für das Dezemberquartal sieht Khan vor allem beim Speicher ein Problem für Mac und iPad. Die Nachfrage nach beiden Produktgruppen sei höher als erwartet. Apple muss genügend passende Speicherchips beschaffen, um die geplanten Geräte ausliefern zu können, und zugleich höhere Einkaufspreise verkraften. Teurere Chips belasten die Marge auch bei Geräten, die pünktlich im Handel stehen. Fehlen die passenden Bauteile, sinkt zunächst die Zahl der Geräte, die Apple ausliefern kann.

Ältere Bestände federn den Preisanstieg zeitweise ab

Ternus zufolge setzte Apple im September noch Speicher aus früheren, günstigeren Einkäufen ein. Niedrigere Kosten für einige andere Bauteile dämpften den Anstieg ebenfalls. Für Weihnachten rechnet Apple weiter mit einem Vorteil aus den vorhandenen Beständen. Je mehr davon verbraucht ist, desto stärker schlagen die Preise neuer Lieferungen auf die Kosten der verkauften Geräte durch. Bereits in der Juni-Bilanz ging Apple von höheren Speicherkosten aus. Ternus erwartet nun steigende Einkaufspreise auch über das Dezemberquartal hinaus.

Parallel hat Apple seine Einkaufsverpflichtungen für die Fertigung laut Ternus gegenüber dem Juniquartal um 33 Milliarden US-Dollar erhöht. Im Quartalsbericht für Ende Juni standen dafür noch 57 Milliarden US-Dollar. Diese Verpflichtungen umfassen die Beschaffung für die Fertigung insgesamt. Wie viel davon auf Speicher entfällt und wann die entsprechenden Teile eintreffen, hat Apple in der Konferenz offengelassen.

Der Konzern hatte Ende Juni bei einer Reihe von Macs und iPads und im September bei iPhones die Preise geändert. Laut Apple federn diese Schritte einen Teil des Kostendrucks ab. Für weitere Preisanpassungen nannte die Konzernführung weder Modelle noch Termine. Auch bei den Lieferengpässen blieb der Ausblick auf der Ebene der Produktgruppen. Wer etwa beim MacBook Pro mit M6 eine bestimmte Menge Arbeitsspeicher braucht, muss daher auf die Lieferbarkeit genau dieser Ausführung schauen. Prozessor und Grafik teilen sich dort den gemeinsamen Arbeitsspeicher, dessen Kapazität sich nach dem Kauf nicht erweitern lässt.

Im Weihnachtsgeschäft erwartet Apple mehr Umsatz bei geringerer Marge

In der Quartalskonferenz vom 2. November stellte Parekh für das Dezemberquartal sieben bis zehn Prozent mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum in Aussicht. Ausgehend von den 143,8 Milliarden US-Dollar des vorigen Weihnachtsquartalsentspräche das rund 154 bis 158 Milliarden US-Dollar und damit einem neuen Quartalsrekord. Die erwarteten Lieferengpässe sind laut Parekh in der Prognose bereits berücksichtigt. Apple setzt für den Ausblick voraus, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage nicht verschlechtert und die geltenden Zollbedingungen bestehen bleiben.

Die Zollerstattungen erklären einen Teil des Rückgangs

Die Bruttomarge zeigt, welcher Anteil des Umsatzes nach Abzug der direkten Kosten für Produkte und Dienste übrig bleibt. Ausgaben für Forschung und Entwicklung gehen erst bei späteren Gewinnkennzahlen in die Rechnung ein. Für das Septemberquartal weist Apple 47,9 Prozent Bruttomarge aus. Rund ein Prozentpunkt davon geht auf Zollerstattungen zurück. Für das Weihnachtsquartal erwartet der Konzern 45 bis 46 Prozent. Selbst nach Abzug des Zollvorteils von der Septemberzahl liegt die Mitte der neuen Spanne noch rund 1,4 Prozentpunkte niedriger.

Parekh führt den größten Teil dieses bereinigten Rückgangs auf höhere Speicherkosten zurück. Hinzu kommen Kosten für den Ausbau von Siri AI. Apple kann im Weihnachtsgeschäft also einen größeren Betrag umsetzen und trotzdem von jedem Dollar Umsatz nach den direkten Kosten einen kleineren Anteil behalten. Wie hoch der Bruttogewinn in Dollar ausfällt, hängt davon ab, wo der Umsatz und die Marge innerhalb ihrer jeweiligen Prognosespanne landen.

Siri AI bringt laufende Rechenkosten ins Dienstegeschäft

Mit 31,6 Milliarden US-Dollar erreichte das Dienstegeschäft einen neuen Höchststand. Dazu trugen laut Apple unter anderem Video, Cloud-Dienste, Zahlungsdienste und Werbung bei. Die Bruttomarge der Sparte lag bei rund 76 Prozent, die der Produkte bei rund 37 Prozent. Das sind Durchschnittswerte für zwei sehr unterschiedliche Geschäftsbereiche. Wie rentabel ein einzelner Dienst wie Siri AI künftig sein könnte, lässt sich daraus noch kaum ablesen. Für das Dezemberquartal rechnet Parekh bei den Diensten mit acht bis neun Prozent Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr. Er verweist auf Gegenwind bei Lizenzerlösen und durch Wechselkurse.

Beim neuen Siri kann ein Teil der Anfragen auf dem Gerät verarbeitet werden. Für Aufgaben, die ein größeres Modell benötigen, nutzt Apple unter anderem Private Cloud Compute, seine Infrastruktur für KI-Anfragen in der Cloud. Parekh zufolge lässt sich bislang schwer abschätzen, welcher Anteil der Anfragen künftig auf Servern landet. Die Kosten dieser Verarbeitung verbucht Apple bei den Diensten. Außerdem will der Konzern ab dem Dezemberquartal einen Teil des Gerätepreises über die Nutzungsdauer verteilt als Diensteumsatz erfassen, um die mitgelieferte Siri-Funktion abzubilden. Die Zuordnung betrifft den bereits gezahlten Gerätepreis. Einnahmen aus zusätzlich verkaufter KI-Nutzung kämen gesondert hinzu.

Mehr Cloud-Nutzung soll künftig Geld kosten

Apple nennt in seinen Angaben zu Siri AI bereits tägliche Nutzungslimits für bestimmte Funktionen, die auf Servermodellen laufen. Dazu zählen der Assistent und Funktionen zur intelligenten Fotobearbeitung. Wie viele Anfragen im Rahmen eines Limits möglich sind, kann laut Apple von der Funktion und der Komplexität der Aufgabe abhängen. Ternus bekräftigte in der Konferenz, dass Nutzer künftig zusätzlichen Zugang kaufen können sollen. Was dieser kostet und wie Apple ihn in die iCloud+-Tarife einordnet, bleibt offen.

Bei iCloud-Speicher lässt sich vor dem Buchen vergleichen, wie viel Platz ein Tarif bietet. Bei den angekündigten KI-Kontingenten kommt es darauf an, wie Apple den Verbrauch erklärt und wie verlässlich Nutzer einschätzen können, wann sie an eine Grenze stoßen. Für Nutzer in Deutschland kommt die regionale Freigabe hinzu. Siri AI steht in der EU derzeit auf iPhone, iPad und Apple Watch nicht zur Verfügung. Einen Termin für diese Geräte hat Apple mit dem kostenpflichtigen Zusatzangebot nicht genannt.

Apple Daily fasst zusammen

Apples Weihnachtsausblick hängt davon ab, wie schnell der Konzern die Nachfrage in ausgelieferte Geräte umsetzen kann. Beim Duo geht es um den Produktionsanlauf einer neuen Bauform. Bei Mac und iPad betrifft der erwartete Engpass einen Bestandteil vieler Konfigurationen. Für Käufer wird der Unterschied am konkreten Liefertermin sichtbar. Für Apple zählt zusätzlich, zu welchen Kosten sich die bestellten Geräte herstellen lassen, wenn günstig eingekaufte Bestände nach und nach aufgebraucht sind.

Bei Siri verschiebt sich ein Teil der Kosten in die Zeit nach dem Gerätekauf. Je häufiger Anfragen auf Servern landen, desto wichtiger werden die laufenden Rechenkosten. Wie Apple die Grenzen zwischen enthaltener und zusätzlich bezahlter Nutzung zieht, wird mitbestimmen, welchen Wert Siri für Kunden und für das Dienstegeschäft hat. Die aktuellen Technik-News von GadgetChecks verfolgen, wie sich die Verfügbarkeit der Geräte und Funktionen entwickelt.

Stand der Recherche am 3. November 2026. Das berichtete Geschäftsquartal endete am 26. September 2026. Die Spannen für das Dezemberquartal stammen aus Apples Ausblick vom 2. November.

Hauptquellen

Transparenzhinweis. Die Angaben zu Lieferengpässen und KI-Nutzungslimits stammen von Apple. GadgetChecks hat weder die Verfügbarkeit einzelner Konfigurationen noch die Limits im eigenen Gebrauch überprüft. Eine genaue Rückgabequote für Displayprobleme beim iPhone Duo und eine getrennte Aufschlüsselung der erwarteten Mehrkosten für Speicher und Siri AI liegen nicht vor.

Aktuelle Angebote

Technik-Deals im Überblick

Ausgewählte Angebote und zeitlich begrenzte Preisaktionen rund um Technik und Gadgets.

Angebote ansehen
SECHS BEREICHE. EINE REDAKTION.

Entdecke mehr bei gadgetChecks