Hitzeschutz für die Haare – was beim Föhnen und Glätten zählt
Der Pony liegt nach der Dusche noch flach, die Spitzen drehen sich nach außen. Ein paar Minuten mit dem Föhn oder ein Zug mit dem Glätteisen bringen die Haare in Form. Wer das regelmäßig macht, greift vielleicht auch zum Hitzeschutzspray. Auf manchen Flaschen steht „bis zu 230 °C“. Die Zahl fällt ins Auge, sagt aber wenig darüber aus, welche Stufe für das eigene Haar sinnvoll ist.
Föhn und Glätteisen belasten das Haar auf unterschiedliche Weise. Beim Föhnen lässt sich die Wärme über Abstand und Luftstrom verteilen. Beim Glätten liegen heiße Platten direkt an der Strähne. Ein Hitzeschutzprodukt kann helfen, Schäden durch das Styling zu verringern. Wie heiß, wie lange und wie häufig das Haar behandelt wird, bleibt trotzdem wichtig.
Was ein Hitzeschutzspray leisten kann
Im Labor hat ein Team um Y. Zhou Haarsträhnen wiederholt mit einem Glätteisen behandelt. Bei den erhitzten Strähnen brachen beim Kämmen mehr Haare. Eine Vorbehandlung mit bestimmten filmbildenden Polymeren verringerte den Haarbruch unter den untersuchten Bedingungen. Auch die Struktur der Haarproteine blieb bei ausgewählten Vorbehandlungen besser erhalten. Das Forschungsteam untersuchte unter anderem Polymere des eigenen Arbeitgebers, eines Inhaltsstoffherstellers. Laborstudie zu Hitzeschutz beim Glätten
Der Versuch zeigt, dass die Rezeptur einen Unterschied machen kann. Wie gut ein bestimmtes Spray im Bad schützt, lässt sich aus der Studie allein nicht ableiten. Auch die Angabe auf der Vorderseite der Flasche liefert dafür nur einen Anhaltspunkt. Schwarzkopf nennt etwa für das Taft Classic Hitzeschutz Spray mit 250 Millilitern einen Schutz bis 230 °C. Das ist eine Herstellerangabe für dieses Produkt. Aus ihr lässt sich weder eine empfehlenswerte Gerätestufe noch der Schutz bei täglichem Glätten ablesen. Schwarzkopf – Produktangabe und Anwendung
Beim Föhnen die Wärme verteilen
Nach dem Waschen kann ein Handtuch zunächst überschüssiges Wasser aufnehmen. Das Haar sanft ausdrücken und beim Föhnen mit einer niedrigen Wärmestufe beginnen. Mit etwas Abstand und einer bewegten Düse verteilt sich der Luftstrom, ohne dieselbe Stelle dauerhaft zu erhitzen. American Academy of Dermatology – Schonendes Trocknen und niedrige Wärmestufen
In einem Versuch von Yoonhee Lee und ihrem Team wurden Haarsträhnen 30-mal gewaschen und getrocknet. Beim Föhnen aus fünf Zentimetern Abstand und mit der höchsten gemessenen Temperatur zeigten sich stärkere Schäden an der Haaroberfläche als bei 15 Zentimetern mit geringerer Wärme. Abstand, Temperatur und Trocknungsdauer änderten sich im Versuch gleichzeitig. Die 15 Zentimeter sind deshalb ein Wert aus diesem Laboraufbau. Für den Alltag lässt sich daraus vor allem ableiten, den Föhn mit etwas Abstand und mäßiger Wärme zu führen. Laborstudie zum Trocknen von Haarsträhnen
Bei einem kurzen Herrenschnitt mit längerem Deckhaar braucht morgens oft nur der Pony etwas Form. Dafür lässt sich der Luftstrom auf die vordere Partie richten. Die kurzen Seiten können währenddessen weiter an der Luft trocknen. Welche Einstellungen dabei helfen, erklärt der Ratgeber zu Temperatur und Luftstrom beim Haartrockner.
Das Glätteisen erst am trockenen Haar ansetzen
Die American Academy of Dermatology empfiehlt für Glätteisen trockenes Haar und eine niedrige oder mittlere Einstellung. Beim Glätten zählt auch die Wiederholung. Wer morgens regelmäßig dieselbe widerspenstige Strähne bearbeitet, kann zunächst nur die Partien glätten, bei denen es für die Frisur tatsächlich etwas bringt. So kommt insgesamt weniger Haar mit den heißen Platten in Berührung. American Academy of Dermatology – Schonendes Hitzestyling
Vor dem Sprühen lohnt sich ein Blick auf die Anleitung. Sie gibt vor, ob das Spray auf feuchtes oder trockenes Haar gehört. Beim genannten Taft-Spray sieht der Hersteller vor dem Glätten das Auftragen auf trockenem Haar vor. Fühlt sich eine Strähne nach dem Sprühen wieder feucht an, sollte sie vor dem Kontakt mit den Platten vollständig trocknen. Die Anleitung des Sprays und die des Geräts gehören dabei zusammen.
Haarbruch kann auch andere Ursachen haben
Raue Spitzen oder kurze abgebrochene Haare können nach häufigem Hitzestyling auffallen. Reibung beim Trocknen, kräftiges Bürsten oder ein straff gebundener Zopf können das Haar ebenfalls belasten. Gerade wenn Haare immer an derselben Stelle brechen, lohnt sich ein Blick auf die gesamte Routine. Der Beitrag über straffe Frisuren und Zug am Haaransatz erklärt, woran sich eine solche Belastung erkennen lässt.
Brechen ungewöhnlich viele Haare ab oder wird das Haar sichtbar lichter, kann eine dermatologische Abklärung helfen, die Ursache zu finden. Am Aussehen einzelner Spitzen lässt sich das kaum zuverlässig beurteilen.
Die Wärmestufe am Ergebnis messen
Wer mit einer niedrigeren Stufe zum gewünschten Ergebnis kommt, kann dabei bleiben. Fürs Föhnen helfen etwas Abstand und ein bewegter Luftstrom. Fürs Glätten zählen vollständig trockenes Haar und möglichst wenige Durchgänge. Hitzeschutz kann diese Handgriffe ergänzen. Wer dieselben Partien bisher täglich glättet, kann außerdem ausprobieren, an welchen Tagen die Frisur mit dem Föhn allein gut sitzt.
Stand der Recherche: 3. November 2026.
Hauptquellen
- American Academy of Dermatology – Haarpflege, Wärmestufen und Hitzeschutz
- American Academy of Dermatology – Empfehlungen zu Föhn, Glätteisen und schonendem Styling
- Lee und Mitautoren – Laborstudie zu Temperatur, Abstand und Trocknungsdauer beim Föhnen
- Zhou und Mitautoren – Laborstudie zu filmbildenden Polymeren und Haarbruch beim Glätten
- Schwarzkopf – Herstellerangaben zum Taft Classic Hitzeschutz Spray, 250 ml
Transparenzhinweis: Der Ratgeber stützt sich auf dermatologische Empfehlungen, Laboruntersuchungen an Haarsträhnen und eine Herstellerangabe als Beispiel. Eigene Produkt-, Temperatur- oder Haarbruchtests wurden nicht durchgeführt.
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