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ADAC-Test zu Notbremsassistenten: Schwächen bei reflektierender Kleidung




Redaktion









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4 Min. Lesezeit

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Ein neuer ADAC-Test zu Notbremsassistenten zeigt Schwächen bei der Erkennung reflektierender Kleidung im Dunkeln. Die Untersuchung mit sechs Fahrzeugen erschien am 27. Oktober. Bei Arbeitskleidung sowie einem Kinderdummy mit Reflektoren und Schulranzen reagierten nahezu alle Systeme unzureichend. Erwachsene mit gewöhnlicher Warnweste erkannten dagegen alle rechtzeitig.

Für den Alltag bleiben damit zwei Dinge entscheidend: Am Steuer ist die eigene Aufmerksamkeit unverzichtbar, zu Fuß bleibt gute Sichtbarkeit wichtig. Reflektierende Kleidung hilft Autofahrern, Menschen am Straßenrand früher zu erkennen. Dass eine automatische Erkennung Schwierigkeiten haben kann, ändert an diesem Nutzen nichts.

Wie der ADAC-Test zu Notbremsassistenten ablief

Untersucht wurden Mercedes CLA, Tesla Model Y, BYD Seal, Hyundai Tucson, Dacia Duster und Opel Astra. Als Referenz diente jeweils die höchste Geschwindigkeit, bei der das Auto eine Kollision mit dem Dummy ohne Warnbekleidung noch verhinderte. Die Ergebnisse sind deshalb keine unmittelbar vergleichbare Modellrangliste.

Der Befund betrifft bestimmte nächtliche Testsituationen. Er erlaubt keine pauschale Aussage über jede Begegnung mit reflektierender Kleidung. Auch ein erfolgreicher Versuch wäre umgekehrt keine Garantie für alle Straßenverhältnisse. Das konkrete Bekleidungsszenario geht laut ADAC über gesetzliche und übliche Prüfanforderungen hinaus.

Was eine automatische Notbremsung leisten soll

Ein Notbremsassistent soll eine drohende Kollision erkennen und selbstständig bremsen, wenn eine rechtzeitige Reaktion des Fahrers ausbleibt. Je nach Situation kann er einen Zusammenstoß verhindern oder dessen Folgen durch eine geringere Aufprallgeschwindigkeit abmildern. Der ADAC-Überblick zu Assistenzsystemen beschreibt diese Funktion als wichtige Unterstützung bei der Unfallvermeidung.

Eine Warnung und ein automatischer Bremseingriff sind dabei unterschiedliche Schritte. Wer eine Gefahr selbst erkennt, sollte die notwendige Reaktion nicht aufschieben, bis das Auto ebenfalls reagiert. Gerade an unübersichtlichen Stellen kommt es darauf an, eine kritische Situation möglichst früh zu vermeiden.

Für die Einordnung ist außerdem der Unterschied zwischen Unfallvermeidung und Folgenminderung wichtig: Eine automatische Bremsung kann hilfreich sein, obwohl sie den Zusammenstoß nicht mehr vollständig verhindert. Aus der bloßen Ausstattungsliste eines Autos lässt sich deshalb nicht ablesen, wie eine konkrete Begegnung ausgehen würde.

Warum Reflektoren weiterhin sinnvoll sind

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat erklärt die Wirkung reflektierender Materialien: Sie werfen einfallendes Scheinwerferlicht zur Lichtquelle zurück. Dadurch werden Menschen für Autofahrer bei Dunkelheit besser erkennbar. Reflektierende Flächen können sich beispielsweise an Armen und Beinen, Taschen, Rucksäcken, Rollatoren oder Kinderwagen befinden.

Fluoreszierende Materialien haben eine andere Aufgabe. Sie verbessern die Wahrnehmbarkeit bei Tageslicht, indem sie unsichtbare UV-Strahlung in sichtbares Licht umwandeln. Für Wege am dunklen Morgen zählt deshalb besonders, dass tatsächlich reflektierende Elemente vorhanden sind. Ein auffälliger Stoff allein erfüllt nicht dieselbe Funktion.

Es wäre daher die falsche Konsequenz, Reflektoren abzunehmen oder vorgeschriebene berufliche Warnkleidung wegzulassen. Gute Erkennbarkeit unterstützt den Menschen am Steuer. Sie bleibt ein Bestandteil der Sicherheit, auch wenn sie keine fehlerfreie Reaktion eines Fahrzeugs garantieren kann.

Was Eltern für den Schulweg beachten können

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder empfiehlt reflektierende Elemente an Kleidung, Schuhen und Schulranzen. Ergänzend kommen entsprechende Anhänger infrage. Für den Weg zu Fuß rät sie zu gut beleuchteten Stellen beim Überqueren; parkende Fahrzeuge können Sicht und Sichtbarkeit erheblich einschränken.

Für Familien lässt sich daraus eine konkrete Kontrolle vor dem nächsten dunklen Morgen ableiten: Sind die Reflektoren an Jacke und Ranzen vorhanden und sichtbar? Wo lässt sich die Straße mit freier Sicht überqueren? Die Ausstattung und der gewählte Weg gehören zusammen. Ein reflektierender Schulranzen kann eine verdeckte Querungsstelle nicht übersichtlich machen.

Wer mit dem Fahrrad fährt, braucht zusätzlich eine funktionierende Beleuchtung und die erforderlichen Reflektoren am Rad. Reflektierende Kleidung ergänzt diese Ausstattung. Sie übernimmt die Aufgabe der Fahrradbeleuchtung nicht.

Am Steuer zählen Sichtweite und Bremsbereitschaft

Die Straßenverkehrs-Ordnung verlangt eine an die Sichtverhältnisse angepasste Geschwindigkeit. Grundsätzlich muss innerhalb der übersehbaren Strecke angehalten werden können. Gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen sind insbesondere ein geringeres Tempo und Bremsbereitschaft vorgeschrieben, damit eine Gefährdung ausgeschlossen ist.

Für eine dunkle Wohnstraße heißt das: Die ausgeschilderte Höchstgeschwindigkeit ist kein Tempo, das unter allen Umständen gefahren werden kann. Schlechte Sicht, parkende Fahrzeuge und Menschen am Straßenrand gehören in die eigene Einschätzung hinein. Eine mögliche automatische Bremsung ersetzt diese Entscheidung nicht.

Dazu gehört, die Aufmerksamkeit auf der Straße zu halten. Wie häufig benötigte Funktionen in verschachtelten Menüs zusätzliche Blicke beanspruchen können, erklärt der Beitrag zur Klimaanlage im Touchscreen. Gerade bei begrenzter Sicht sollte die Bedienung im Cockpit möglichst wenig Aufmerksamkeit binden.

Für den nächsten Schulweg oder die abendliche Fahrt bleibt die praktische Konsequenz klar: Sichtbarkeit verbessern, übersichtliche Wege nutzen und das Tempo an die tatsächlich erkennbare Umgebung anpassen. Weitere Entwicklungen mit Folgen für Mobilität und Verbraucher bündelt Alltag Aktuell.

Stand der Recherche: 28. Oktober 2026.

Hauptquellen

Transparenzhinweis: Die beschriebenen Fahrversuche stammen vom ADAC. GadgetChecks hat keine eigenen Bremsversuche durchgeführt.

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