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WhatsApp-Gastanrufe öffnen Videoanrufe – Firefox und Proton stärken Kontrolle




Redaktion









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7 Min. Lesezeit

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WhatsApp-Gastanrufe öffnen verschlüsselte Sprach- und Videoanrufe für Menschen ohne eigenes WhatsApp-Konto. Eingeladene öffnen den Anruflink im Browser ihres Computers, geben einen Namen ein und warten, bis der Gastgeber sie zulässt. Damit rückt WhatsApp näher an klassische Konferenzdienste heran, ohne seine Anrufe einfach für jeden zugänglich zu machen.

Auch an anderer Stelle geht es in dieser Woche um Kontrolle: Firefox 158 bringt neue Browserfunktionen, die wichtigste KI-Neuerung bleibt in Deutschland allerdings gesperrt. Proton Pass warnt lokal vor kompromittierten Passwörtern, Google Meet bereitet seine Verschlüsselung auf künftige Quantencomputer vor und Proton Meet schützt Warteraum sowie Besprechungschat mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Berichtszeitraum: 10. bis 16. Oktober 2026 · Redaktionsschluss: 16. Oktober 2026, Europa/Berlin

WhatsApp-Gastanrufe funktionieren ohne Konto, aber nicht ohne Gastgeber

Einen WhatsApp-Anruf konnten bislang nur Menschen nutzen, die den Messenger selbst eingerichtet hatten. Die neuen WhatsApp-Gastanrufe lösen genau diese Bindung: Ein Gastgeber mit WhatsApp-Konto erstellt im Bereich „Anrufe“ einen Link und verschickt ihn an die gewünschten Teilnehmer. Eingeladene ohne Konto öffnen den Link im Browser ihres Computers, tragen einen Namen ein und können nach Freigabe an Einzel- oder Gruppenanrufen mit bis zu 32 Personen teilnehmen. Eine App-Installation oder Registrierung verlangt Meta von diesen Gästen nicht.

Der Zugang ist bewusst enger gefasst als bei einem frei betretbaren Konferenzraum. Jeder Gast landet zunächst in einem Warteraum und muss vom Gastgeber zugelassen werden. Gäste sehen die Telefonnummern anderer Teilnehmer nicht, dürfen niemanden selbst zum Gespräch hinzufügen und können keine Nachrichten senden. Der Gastgeber kann sie außerdem wieder entfernen. Bildschirmfreigabe, Reaktionen und das virtuelle Handheben stehen den zugelassenen Gästen dagegen zur Verfügung.

Meta bezeichnet auch diese Anrufe als Ende-zu-Ende-verschlüsselt und nennt keine zeitliche Begrenzung. Das ist für Lerngruppen, Beratungsgespräche oder kleine Arbeitstreffen praktisch, weil externe Teilnehmer nicht erst einen weiteren Messenger einrichten müssen. Gleichzeitig bleibt der Einladungslink ein Zugangsschlüssel: Er sollte nur über einen passenden Kanal verschickt und nicht öffentlich geteilt werden. Der Warteraum reduziert das Risiko unerwünschter Teilnehmer, ersetzt aber nicht die Kontrolle des angezeigten Namens und der tatsächlich erwarteten Person.

Für Kontoinhaber ändert die Gastfunktion nichts an den üblichen Schutzmaßnahmen. Ein aktuelles WhatsApp-Sicherheitsupdate stärkt Anmeldung und Wiederherstellung, während der neue Warteraum den Zugang zu einem einzelnen Anruf kontrolliert. Beide Ebenen erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten nicht miteinander verwechselt werden.

Eine ausdrückliche Länderliste veröffentlicht Meta nicht. Die Ankündigung beschreibt die Gastanrufe als jetzt verfügbar, nennt aber weder eine besondere Deutschlandfreigabe noch einen gestaffelten Rollout. Deshalb kann die Funktion bei einzelnen deutschen Konten oder App-Versionen noch fehlen. Für später im Jahr sind außerdem Erweiterungen für Google Kalender und Outlook angekündigt, mit denen sich WhatsApp-Anruflinks direkt in Termine einfügen lassen sollen. Diese Kalenderanbindung ist noch keine allgemein verfügbare Funktion.

Hauptquelle: Meta über Gastanrufe in WhatsApp

Firefox 158 verbessert PDFs – die intelligente Formularhilfe bleibt regional begrenzt

Firefox 158 steht seit dem 13. Oktober im stabilen Veröffentlichungskanal bereit. Die sichtbarste Neuerung betrifft Mozillas „Smart Window“: Beim Anklicken eines Formularfelds kann das intelligente Browserfenster Angaben aus passenden geöffneten Tabs und bereits gespeicherten Autofill-Daten vorschlagen. Die Funktion wird schrittweise freigeschaltet und setzt das Smart Window voraus, dessen Beta nach Mozillas aktuellen Angaben nur in den USA, Kanada und Frankreich angeboten wird. Für deutsche Nutzer ist diese Formularhilfe damit noch nicht regulär verfügbar.

Unabhängig davon bringt das Update mehrere breiter nutzbare Änderungen. Beim Speichern einer Webseite als PDF erzeugt Firefox zugänglichere Dokumente; unter Linux und macOS gilt das auch für den Druckdialog. Mozilla nennt zudem Korrekturen für fehlende mathematische Zeichen. Mit JPEG XL unterstützt der Browser ein weiteres Bildformat, die Startseite kann mehrere eigene Hintergrundbilder verwalten und das Scrollen soll vor allem auf hochauflösenden oder vergrößerten Seiten präziser wirken.

Die Versionsnummer allein sagt deshalb wenig über den tatsächlichen Funktionsumfang auf einem deutschen Rechner aus. Die klassischen Browserverbesserungen gehören zum stabilen Update, während die KI-gestützte Formularhilfe an einen regional begrenzten Betatest gebunden bleibt.

Hauptquelle: Mozilla: Versionshinweise zu Firefox 158

Weitere Quelle: Mozilla zur regionalen Verfügbarkeit des Smart Window

Proton Pass erkennt kompromittierte Passwörter auf dem eigenen Gerät

Proton Pass ergänzt seine Prüfungen auf schwache und mehrfach verwendete Kennwörter um Warnungen vor Passwörtern, die in bekannten Datenlecks aufgetaucht sind. Dafür wird nach Angaben des Anbieters nicht das eigentliche Kennwort an Proton übertragen. Die App erzeugt lokal einen Fingerabdruck und gleicht ihn mit Fingerabdrücken aus veröffentlichten Leak-Datensätzen ab. Bei einem Treffer sollte das betroffene Passwort direkt beim jeweiligen Dienst geändert und nicht lediglich im Passwortmanager umbenannt werden.

Neu ist außerdem ein genauerer URL-Abgleich für das automatische Ausfüllen. Nutzer können festlegen, ob ein Eintrag auf einer Hauptdomain, auf bestimmten Unterdomains, nur bei einem exakten Hostnamen oder gar nicht bei einer festgelegten Adresse eingesetzt werden darf. Das ist besonders bei ähnlichen Anmeldeseiten hilfreich, verlangt aber sorgfältige Regeln: Eine zu großzügige Freigabe kann Zugangsdaten an der falschen Stelle anbieten, eine zu enge Regel verhindert das gewünschte Ausfüllen.

Ordner und Unterordner sollen große Tresore übersichtlicher machen. Eigene Ordner lassen sich allerdings nur in kostenpflichtigen Privat- und Geschäftstarifen anlegen; kostenlose Konten können Ordner verwenden, wenn ihnen ein entsprechend organisierter Tresor geteilt wurde. Alle Neuerungen werden seit dem 15. Oktober schrittweise über mehrere Tage verteilt.

Hauptquelle: Proton über Ordner, URL-Abgleich und Passwortwarnungen

Google Meet schützt heutige Gespräche vor einer möglichen späteren Entschlüsselung

Google Meet führt Post-Quanten-Kryptografie für reguläre Besprechungen ein. Gemeint sind Verschlüsselungsverfahren, die auch Angriffen künftiger leistungsfähiger Quantencomputer standhalten sollen. Ein solcher praktisch relevanter Quantencomputer existiert derzeit nicht. Der Schutz richtet sich daher vor allem gegen das Szenario „jetzt sammeln, später entschlüsseln“: Verschlüsselte Daten könnten heute gespeichert und in einigen Jahren mit neuer Technik erneut angegriffen werden.

Der Rollout begann am 12. Oktober für Besprechungen im Web auf Laptops sowie für Konferenzraum-Hardware und kann bis zu 15 Tage dauern. Mobile Geräte sollen später folgen; einen Termin nennt Google dafür nicht. Die Änderung gilt für Workspace-Konten, Workspace Individual und persönliche Google-Konten. Nutzer und Administratoren müssen nichts einschalten.

Wichtig ist die Abgrenzung: Post-Quanten-Kryptografie macht aus einem gewöhnlichen Meet-Anruf nicht automatisch eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Sitzung. Google hatte quantensichere Verfahren zuvor bereits bei gesondert clientseitig verschlüsselten Besprechungen eingesetzt und erweitert den zusätzlichen Schutz nun auf alle Meet-Anrufe. Für Teilnehmer bleibt die Umstellung unsichtbar.

Hauptquelle: Google Workspace: Post-Quanten-Kryptografie in Google Meet

Proton Meet verschlüsselt Chatstruktur und Namen im Warteraum

Proton Meet führt zwei Funktionen ein, die bei etablierten Konferenzdiensten selbstverständlich wirken, hier aber konsequent in das Verschlüsselungsmodell einbezogen werden. Im neuen Warteraum bleiben alle Teilnehmer außer dem Gastgeber außerhalb der eigentlichen, mit Messaging Layer Security abgesicherten Gesprächsgruppe. Selbst die Namen der wartenden Personen werden laut Proton erst auf dem Gerät des Gastgebers entschlüsselt. Warteräume stehen allerdings nur in kostenpflichtigen Meet- und Workspace-Tarifen zur Verfügung.

Chat-Threads können dagegen auch kostenlose Konten verwenden. Antworten lassen sich einer bestimmten Nachricht zuordnen, ohne dass Proton auf dem Server erkennen soll, welche Nachricht zu welchem Gesprächsfaden gehört. Nachrichten, Reaktionen und die Struktur der Threads sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt; der Chat wird nicht als serverseitiger Verlauf aufbewahrt und verschwindet nach dem Anruf. Authentifizierte Sitzungsdaten sollen zudem helfen, die Identität des Absenders zu bestätigen.

Beide Neuerungen sind bereits verfügbar. Wer ein Protokoll benötigt, muss wichtige Informationen deshalb während der Besprechung separat und unter Beachtung der Zustimmung aller Beteiligten sichern; der verschwindende Chat ist bewusst nicht als dauerhafte Dokumentation gedacht.

Hauptquelle: Proton über Warteräume und Chat-Threads in Proton Meet

Wochenfazit: Offenere Zugänge brauchen sichtbarere Grenzen

WhatsApp senkt mit Gastanrufen die Zugangshürde, ohne den Gastgeber aus der Verantwortung zu entlassen. Firefox versucht Formulare mit vorhandenem Browserkontext zu erleichtern, hält diese KI-Hilfe aber noch aus Deutschland heraus. Proton Pass, Google Meet und Proton Meet verlagern wichtige Schutzmechanismen dagegen in Ebenen, die Nutzer kaum oder gar nicht sehen: lokale Passwortprüfungen, quantenresistente Kryptografie und verschlüsselte Warteräume.

Gemeinsam ist den Änderungen, dass Komfort nicht mehr nur über einen zusätzlichen Schalter entsteht. Entscheidend sind Regeln im Hintergrund: Wer darf teilnehmen, wo werden Zugangsdaten eingesetzt, welche Region erhält eine Funktion und welche Informationen kann selbst der Anbieter nicht lesen? Auch Metas neue Möglichkeit, Facebook-Empfehlungen mit eigenen Worten zu steuern, folgt diesem Trend zu mehr direkter Kontrolle, wird wegen ihrer größeren Tragweite jedoch in einer eigenen Einordnung behandelt.

Weitere wöchentliche Änderungen bei Apps und Onlinediensten sammelt der App Kompass.

Stand der Recherche: 16. Oktober 2026. Verfügbarkeit, Tarife, Rollouts und regionale Einschränkungen wurden bis zum Redaktionsschluss berücksichtigt.

Hauptquellen

Transparenzhinweis: GadgetChecks hat die beschriebenen Funktionen nicht selbst praktisch getestet. Funktionsumfang, Verschlüsselung, Tarifgrenzen und Verfügbarkeit wurden anhand der offiziellen Angaben der Anbieter geprüft.

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