Steam Frame für 1.049 Euro: Valve lost die Kaufreihenfolge aus
Der Steam Frame für 1.049 Euro ist in der Europäischen Union gestartet, lässt sich derzeit aber nicht einfach in den Warenkorb legen. Valve nimmt zunächst Registrierungen für ein Losverfahren an, das die Reihenfolge der Kaufberechtigten bestimmt. Zur Auswahl stehen das Modell mit 256 GB Speicher für 1.049 Euro und die 1-TB-Ausführung für 1.279 Euro; die Controller gehören jeweils zum Paket.
Technisch verbindet das Headset zwei Betriebsarten. Es kann VR- und herkömmliche PC-Spiele drahtlos von einem Gaming-PC übertragen oder ausgewählte Titel eigenständig unter SteamOS ausführen. Damit ist Steam Frame weder nur ein Bildschirm für den PC noch uneingeschränkt ein tragbarer Gaming-PC fürs Gesicht. Welche Leistung und Kompatibilität verfügbar sind, hängt davon ab, ob ein Spiel gestreamt oder direkt auf dem Headset berechnet wird.
Steam Frame für 1.049 Euro ist noch kein Direktkauf
Die offizielle Startankündigung von Valve nennt für die EU Preise von 1.049 und 1.279 Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Interessierte können sich bis zum 17. September um 10 Uhr pazifischer Zeit registrieren, also bis 19 Uhr deutscher Sommerzeit. Danach lost Valve einmalig die Reihenfolge aus. Noch am 17. September soll per E-Mail mitgeteilt werden, wer einen reservierten Platz erhält und wer zunächst auf der Warteliste landet.
Die ersten Kaufaufforderungen will Valve ab dem 18. September versenden, sobald Geräte zum Versand bereitstehen. Erst diese Nachricht eröffnet die Möglichkeit, das gewählte Modell tatsächlich zu bestellen. Eine Registrierung ist daher weder ein abgeschlossener Kauf noch eine Lieferzusage für einen bestimmten Tag. Wer auf der Warteliste landet, kann später nachrücken; einen festen Zeitplan dafür nennt das Unternehmen nicht.
Drahtloses PC-Streaming bleibt der Schwerpunkt
Valve beschreibt den Steam Frame auf der offiziellen Produktseite ausdrücklich als „Streaming-first“-Headset. Beim PC-Betrieb berechnet der eigene Rechner das Spiel und überträgt Bild und Ton drahtlos an die Brille. Ein mitgelieferter Funkadapter nutzt dafür ein eigenes 6-GHz-Signal. Das ist kein Cloud-Gaming: Der Gaming-PC muss eingeschaltet sein, das Spiel lokal ausführen und genügend Leistung für die gewünschte Darstellung besitzen.
Der Streaming-Modus ist nicht auf klassische VR-Spiele beschränkt. Herkömmliche Steam-Titel lassen sich auf einer virtuellen Leinwand anzeigen. Für VR stehen zwei LCD-Anzeigen mit jeweils 2.160 × 2.160 Bildpunkten, Pancake-Linsen und Bildraten bis 144 Hertz bereit. Valve nennt ein horizontales Sichtfeld von bis zu 110 Grad. Augen-Tracking ermöglicht eine gezielte Bildberechnung beziehungsweise Übertragung für den gerade betrachteten Bereich, während integrierte Kameras das Headset und die beiden Controller erfassen. Externe Basisstationen sind deshalb nicht erforderlich.
Standalone-Spiele laufen auf einem Snapdragon-Chip
Ohne PC arbeitet Steam Frame mit einem Snapdragon 8 Gen 3, 16 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und einer für Arm-Prozessoren angepassten Fassung von SteamOS. Der interne Speicher umfasst je nach Modell 256 GB oder 1 TB und lässt sich per microSD-Karte erweitern. Valve spricht zum Start von mehr als 100 Spielen mit der Kennzeichnung „Steam Frame Standalone Verified“. Diese Auswahl ist jedoch kleiner als die gesamte Steam-Bibliothek, die über einen PC gestreamt werden kann.
Der Unterschied ist praktisch wichtig. Ein x86-PC-Spiel wird auf dem Arm-Chip nicht automatisch mit derselben Leistung oder überhaupt lokal ausgeführt. Für den Standalone-Betrieb sind die Freigabe und die jeweilige Anpassung entscheidend. Im Streaming-Modus verlagert sich die Rechenarbeit dagegen auf den PC; dafür hängen Bildqualität und Reaktionszeit stärker vom Rechner und der Funkumgebung ab.
Netzteil kostet extra, Half-Life: Alyx ist enthalten
Zum Lieferumfang gehören das Headset, zwei Controller und der Funkadapter, nicht aber ein Netzteil. Valve bietet ein 45-Watt-Netzteil für 39 Euro separat an. Ebenfalls zusätzlich erhältlich sind ein Ergonomie-Paket für 69 Euro und ein Ersatzpaket für Gesichtspolster und Lichtblende für 59 Euro. Eine Kopie von Half-Life: Alyx ist dagegen enthalten und kann pro Gerät einmal eingelöst werden; wer das Spiel bereits besitzt, erhält keine zweite Lizenz.
Die Akkulaufzeit bleibt eine der wichtigsten praktischen Grenzen. Im Test von ComputerBase hielt Steam Frame je nach Nutzung ungefähr eine bis zwei Stunden durch. Der PC-Gamer-Test bestätigt den Schwerpunkt auf kabellosem PC-VR, weist aber ebenfalls auf längere Ladepausen und den hohen Einstiegspreis hin. Das sind unabhängige Testergebnisse und keine von GadgetChecks selbst erhobenen Messwerte.
Für Interessierte in Deutschland ist damit vor allem der Ablauf klar: Bis zum 17. September um 19 Uhr ist zunächst nur die Registrierung möglich. Erst die anschließende Auslosung entscheidet über die Reihenfolge, in der Valve Kaufangebote verschickt. Vor einer Entscheidung sollten außerdem die Standalone-Freigaben der gewünschten Spiele, die Leistung des eigenen PCs und das zusätzlich benötigte Netzteil berücksichtigt werden.
Stand der Recherche: 16. September 2026, 13:50 Uhr MESZ.
Hauptquellen
- Valve: Steam Frame ist gestartet – Preise, EU-Vertrieb und Losverfahren
- Valve: Offizielle Produktseite des Steam Frame
- ComputerBase: Steam Frame im unabhängigen Test
- PC Gamer: Steam Frame im unabhängigen Test
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag beruht auf öffentlich zugänglichen Angaben von Valve sowie unabhängigen Hardwaretests. GadgetChecks hat Steam Frame nicht selbst getestet und keine eigenen Messungen zu Bildqualität, Funkverbindung, Leistung oder Akkulaufzeit vorgenommen.
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