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RugOne Xsnap 7 Pro bringt eine abnehmbare Actioncam ins Outdoor-Smartphone
RugOne hat das RugOne Xsnap 7 Pro am 5. September auf der IFA in Berlin offiziell vorgestellt. Das robuste Android-Smartphone nimmt eine kleine Actioncam direkt im Gehäuse auf; für eigenständige Aufnahmen lässt sich das Modul herausnehmen und an Kleidung, Helm oder Lenker befestigen. Für Europa nennt der Hersteller einen regulären Preis von 1.099,99 Euro, zunächst soll das Gerät jedoch über Kickstarter finanziert werden.
RugOne Xsnap 7 Pro: Die Kamera löst sich aus dem Gehäuse
Der ungewöhnliche Teil des Konzepts sitzt auf der Rückseite. Die 39 Gramm schwere Actioncam wird magnetisch im Smartphone gehalten und dort auch geladen. Abgenommen arbeitet sie mit einem eigenen Akku und 64 GB internem Speicher. Nach Angaben von RugOne nimmt sie Videos mit bis zu 2,7K bei 30 Bildern pro Sekunde und einem Blickwinkel von 133 Grad auf. Eine Ladung soll für bis zu 40 Minuten reichen; anschließend kann der 9.300-mAh-Akku des Telefons das Modul im Gehäuse wieder aufladen.
Das Smartphone dient zugleich als Fernbedienung und Kontrollmonitor. Über die Xsnap-Go-App sollen Nutzer das Livebild aus bis zu 50 Metern Entfernung sehen, Aufnahmen starten und Dateien drahtlos übertragen können. Diese Reichweite ist ein Laborwert des Herstellers und kann durch Wände oder Funkstörungen geringer ausfallen. RugOne nennt außerdem eine Wasserdichtigkeit der losgelösten Kamera bis fünf Meter, ohne ein zusätzliches Gehäuse zu verlangen.
Damit zielt das Gerät nicht nur auf Urlaubsaufnahmen. Denkbar sind auch Aufnahmen beim Wandern, auf dem Fahrrad oder bei Arbeiten, bei denen das Telefon sicher verstaut bleibt und nur das kleine Kameramodul außen getragen wird. Die Idee ist greifbar, die Bildqualität ist damit aber noch nicht bewiesen. 2,7K mit 30 Bildern pro Sekunde liegt unter dem, was aktuelle eigenständige Actioncams bei ihren höchsten Videomodi bieten, und unabhängige Messungen zur Stabilisierung oder Laufzeit liegen bislang nicht vor. Ein erster Messebericht von Android Central bestätigt zwar das vorgeführte modulare System, ersetzt aber keinen ausführlichen Test des Seriengeräts.
Großes Gehäuse, großer Akku und drei Kameralösungen
Unter der robusten Hülle steckt ein MediaTek Dimensity 8400 mit 12 GB Arbeitsspeicher und 512 GB UFS-4.0-Speicher. Das AMOLED-Display misst 6,67 Zoll, löst mit 1.220 × 2.712 Pixeln auf und arbeitet mit bis zu 120 Hertz. Zusätzlich zur abnehmbaren Actioncam besitzt das Smartphone eine fest eingebaute 50-Megapixel-Hauptkamera mit optischer Stabilisierung sowie eine 64-Megapixel-Infrarotkamera für Nachtaufnahmen. Damit bleibt die normale Kamera des Telefons nutzbar, wenn das separate Modul an anderer Stelle aufzeichnet.
Die Ausdauer erkauft sich das Xsnap 7 Pro mit einem ungewöhnlich massiven Gehäuse. Laut offiziellem Datenblatt ist es 19,1 Millimeter dick und wiegt 477 Gramm. Laden lässt sich der fest verbaute Akku kabelgebunden mit bis zu 45 Watt und kabellos mit bis zu 50 Watt. IP68 und IP69K sowie eine angegebene Sturzfestigkeit aus 1,5 Metern auf Beton sollen den Outdoor-Anspruch untermauern. Das sind Hersteller- und Zertifizierungsangaben; gadgetChecks hat das Gerät weder fallen gelassen noch unter Wasser geprüft.
Als Betriebssystem ist Android 16 vorgesehen. RugOne wirbt unter anderem mit eSIM, NFC, einem Fingerabdrucksensor im Display und mehreren KI-Funktionen. Ob alle genannten Funktionen zum Marktstart in Deutschland vollständig verfügbar sind, lässt sich aus der Ankündigung noch nicht ableiten. Besonders bei Gesprächszusammenfassungen hängen Nutzung und Aufzeichnung außerdem von App-Berechtigungen und den geltenden rechtlichen Vorgaben ab.
799 Euro bedeuten Crowdfunding, nicht regulären Verkauf
Die Herstellerankündigung vom 5. September nennt für die Kickstarter-Phase eine begrenzte Super-Early-Bird-Stufe von 799 Euro. Die von RugOne verlinkte Kampagnenseite war zum Recherchezeitpunkt erreichbar. Für den regulären europäischen Handel stellt RugOne ab Oktober 2026 einen Preis von 1.099,99 Euro in Aussicht. Einen konkreten deutschen Händler, ein verbindliches Lieferdatum für Deutschland oder den Umfang der hierzulande geltenden Garantie nennt die Mitteilung nicht.
Wichtig ist die Trennung zwischen Unterstützung und Einkauf: Kickstarter selbst bezeichnet eine Projektunterstützung ausdrücklich nicht als gewöhnliche Vorbestellung. Herstellung, Zeitplan und Auslieferung liegen in der Verantwortung des Anbieters; Verzögerungen oder Änderungen bleiben möglich. Der frühe Preis ist deshalb nicht mit einem sofort lieferbaren Angebot im deutschen Handel gleichzusetzen.
Auch die Update-Zusage braucht eine Klärung. Auf der Produktseite verspricht RugOne einerseits Aktualisierungen bis Android 20, nennt im technischen Abschnitt aber zugleich nur drei große Betriebssystem-Upgrades. Von Android 16 aus würden drei Versionssprünge rechnerisch lediglich bis Android 19 führen. Solange der Hersteller diesen Widerspruch nicht auflöst und keinen Zeitraum für Sicherheitsupdates nennt, sollte die langfristige Softwareversorgung als offen gelten.
Das Xsnap 7 Pro macht aus Smartphone und Actioncam ein zusammenhängendes System, statt zwei getrennte Geräte nur per App zu koppeln. Ob daraus mehr als ein interessantes Messekonzept wird, entscheidet sich jedoch erst an drei Punkten: der Qualität der 39-Gramm-Kamera, der Zuverlässigkeit des magnetischen und drahtlosen Zusammenspiels sowie der tatsächlichen Auslieferung nach der Crowdfunding-Phase. Die technischen Eckdaten sind inzwischen konkret, ein unabhängiger Test des finalen Serienmodells steht aber noch aus.
Hauptquellen
- RugOne: Offizielle Vorstellung des Xsnap 7 Pro
- RugOne: Produktseite und technische Daten
- IFA Berlin: Offizieller Programmeintrag zur Produktvorstellung
- Kickstarter: Kampagnenseite zum RugOne Xsnap 7 Pro
- Kickstarter: Pflichten von Projektanbietern und Risiken für Unterstützer
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