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Motion Assist für Android, neue Galaxy-Betas und Motorolas Wear-OS-Uhr




Redaktion









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9 Min. Lesezeit

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Eine Nachricht während der Autofahrt lesen, ohne dass der Magen sofort protestiert: Motion Assist soll Android-Nutzern genau dabei helfen. Google kündigt außerdem eine Merkhilfe für verlegte Gegenstände und neue Kameraunterstützung für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen an. Samsung erweitert unterdessen seine Galaxy-Beta, während Motorola mit einem neuen Smartphone und einer Wear-OS-Uhr zur IFA kommt.

Berichtszeitraum: 29. August bis 4. September 2026
Redaktionsschluss: 4. September 2026, 13:10 Uhr MESZ (Europa/Berlin)

Wer auf dem Beifahrersitz nur kurz eine Adresse nachsehen möchte, kennt vielleicht diesen unangenehmen Moment: Das Auto bewegt sich, auf dem Display bleibt alles ruhig, und schon wird das Lesen anstrengend. Mehr Rechenleistung oder ein schärferer Bildschirm ändern daran wenig. Interessanter ist eine Funktion, die das Telefon besser an die Situation anpasst. Genau dort setzt Google mit einer der greifbarsten Android-Neuerungen dieser Woche an.

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Nachricht der Woche: Motion Assist macht Fahrzeugbewegungen auf dem Display sichtbar

Google hat Motion Assist am 1. September als Teil seines neuen Android-Funktionspakets vorgestellt. Die Funktion legt bewegliche Punkte an die Bildschirmränder, während der eigentliche Inhalt weiter sichtbar bleibt. Die Bewegungssensoren des Smartphones erfassen dabei, wie das Fahrzeug beschleunigt, bremst oder abbiegt, und passen die Darstellung entsprechend an. Nach Googles Erklärung sollen die zusätzlichen visuellen Hinweise den Widerspruch zwischen dem ruhenden Bildschirminhalt und der vom Körper wahrgenommenen Bewegung verringern.

Der Ansatz ist für Situationen gedacht, in denen Fahrgäste unterwegs auf das Telefon schauen. Er verändert weder den aufgerufenen Artikel noch die Nachrichten-App, sondern ergänzt die Ansicht um Bewegungssignale. Ob sich damit tatsächlich angenehmer lesen lässt, kann allerdings von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass die Funktion nicht allen hilft und bei einem kleinen Teil der Nutzer Beschwerden sogar verstärken kann. Bei Unwohlsein soll sie deshalb ausgeschaltet werden. Für Personen, die selbst ein Fahrzeug führen, ist sie nicht vorgesehen.

Vorausgesetzt werden Android 17 oder neuer und aktuelle Google Play-Dienste. Google nennt eine weltweite Verfügbarkeit ohne Sprachbeschränkung; Deutschland ist damit grundsätzlich eingeschlossen. Das bedeutet aber keinen gleichzeitigen Start auf sämtlichen geeigneten Telefonen. Die Freischaltung erfolgt schrittweise, und ein vorhandenes Android-17-Update allein garantiert noch keinen sichtbaren Schalter.

Am einfachsten lässt sich in den Einstellungen nach „Motion Assist“ suchen. Die Funktion kann automatisch starten, wenn das Smartphone eine Fahrt erkennt, oder über eine Kachel in den Schnelleinstellungen eingeschaltet werden. Gerade diese manuelle Möglichkeit ist sinnvoll, weil die automatische Erkennung laut Google nicht jede Fahrt zuverlässig erfasst. Auch Form und Sichtbarkeit der Punkte lassen sich anpassen.

Für den Alltag ist das eine angenehm konkrete Verbesserung: Es geht um eine kurze Nachricht, eine Wegbeschreibung oder eine Buchseite auf einem bereits vorhandenen Gerät. Ob Motion Assist dabei hilft, lässt sich erst nach der Freischaltung und im persönlichen Gebrauch beurteilen. Die anpassbare Darstellung und der schnelle Ausschalter sind deshalb wichtiger als ein pauschales Versprechen, dass Lesen im Auto künftig problemlos funktioniert.

Hauptquelle: Google-Hilfe: Funktionsweise und Einrichtung von Motion Assist
Weitere Quelle: Google: September-Neuerungen mit Voraussetzungen und Nutzungshinweisen

Find Hub soll sich merken, wo Reisepass und Ersatzschlüssel liegen

Manche Dinge verschwinden nicht unterwegs, sondern werden zu Hause besonders sorgfältig weggelegt. Für solche Fälle erweitert Google Find Hub um gespeicherte Ablageorte. Nutzer sollen Gemini mitteilen können, wo sie einen Gegenstand verstaut haben; die Information landet anschließend in einem eigenen Bereich von Find Hub. Bei Bedarf lässt sich später nachfragen oder der gespeicherte Eintrag aufrufen. Ein Foto kann die Beschreibung ergänzen.

Entscheidend ist, was diese Funktion tatsächlich weiß. Sie speichert den mitgeteilten Ablageort, verfolgt den Gegenstand aber nicht. Wer einen Ersatzschlüssel später aus der Schublade in eine Tasche steckt, ohne den Eintrag zu ändern, bekommt weiterhin die alte Information. Es handelt sich also um ein nachträglich abrufbares Gedächtnisprotokoll, nicht um eine neue Form der Funkortung.

Damit beantwortet die Erweiterung eine andere Frage als der bereits vorgestellte Google Pixel Tag: Ein Tracker hilft beim Suchen eines ausgerüsteten Gegenstands, während der neue Find-Hub-Bereich eine bewusst hinterlegte Information wiederfindet. Der Nutzen hängt entsprechend davon ab, ob man das Weglegen überhaupt festhält.

Google kündigt die Funktion für Android 16 und neuer an. Erforderlich sind die Anmeldung bei Find Hub und für die Sprachverbindung zusätzlich bei Gemini. Deutschland gehört zu den unterstützten Gemini-Märkten, Deutsch zu den verfügbaren Sprachen. Einen festen Termin, an dem die neue Merkliste bei allen deutschen Nutzern erscheint, nennt Google jedoch nicht; die Ankündigung spricht weiterhin von einer bevorstehenden Einführung.

Hauptquelle: Google: Neue Android-Funktionen im September
Weitere Quellen: Android: Voraussetzungen und Grenzen der Ablage-Erinnerungen, Google-Hilfe: Länder und Sprachen von Gemini

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Guided Vision hilft beim Ausrichten der Kamera

Eine Kamera kann Text erfassen, den man selbst nur schwer erkennt. Schwieriger wird es, wenn zunächst unklar ist, ob das Etikett, die Speisekarte oder der gesuchte Gegenstand überhaupt vollständig im Bild liegt. An dieser Stelle soll Guided Vision in Gemini Live helfen. Die ebenfalls am 1. September angekündigte Funktion beschreibt das Kamerabild und gibt gesprochene Hinweise, wenn das Smartphone anders ausgerichtet werden muss.

Google hat die Funktion nach eigenen Angaben gemeinsam mit blinden und sehbehinderten Menschen entwickelt. Als Einsatzbeispiele nennt das Unternehmen schwer lesbare Verpackungsaufschriften, Speisekarten bei wenig Licht und Gegenstände im Haushalt. Die Unterstützung soll sich über die Kurzbefehle für Bedienungshilfen, das TalkBack-Menü oder die Gemini-Einstellungen aufrufen lassen. Der interessante Fortschritt steckt damit auch im Zugang: Eine hilfreiche Bildbeschreibung nützt wenig, wenn schon das Einrahmen des Motivs zum Hindernis wird.

Die Grenze zieht Google deutlich. Guided Vision kann Fehler machen und ist weder zur Navigation noch zur Erkennung von Hindernissen vorgesehen. Aus einer Beschreibung eines Gegenstands darf deshalb keine Zusicherung werden, dass ein Weg frei oder eine Situation sicher ist.

Angekündigt ist die Funktion für kompatible Smartphones ab Android 9 in unterstützten Gemini-Ländern. Sie muss eingerichtet werden und ist laut Funktionshinweis für Personen ab 18 Jahren vorgesehen. Deutschland und Deutsch sind grundsätzlich abgedeckt, ein abgeschlossener Rollout für sämtliche deutschen Konten ist aber nicht bestätigt. Auch hier lautet der offizielle Status noch „demnächst“.

Hauptquelle: Google: Guided Vision in Gemini Live
Weitere Quelle: Android: Nutzungsvoraussetzungen und Grenzen von Guided Vision

Samsung öffnet die One-UI-9-Beta für weitere Galaxy-Modelle

Für Besitzer eines Galaxy S25 oder eines faltbaren Galaxy der siebten Generation wird Samsungs nächstes Systemupdate konkreter. Am 1. September hat der Hersteller angekündigt, das One-UI-9-Betaprogramm im Laufe des Monats auf weitere Geräte auszuweiten. Genannt werden Galaxy S25, S25+, S25 Ultra und S25 FE sowie Galaxy Z Fold7 und Z Flip7.

Das ist ein neuer Stand gegenüber der bisherigen Beschränkung auf die Galaxy-S26-Serie. Die Ankündigung bestätigt nun konkrete zusätzliche Modelle. Sie enthält allerdings weder einen gemeinsamen Freischalttag für alle Geräte noch einen Termin für deren fertiges Update.

Für Deutschland bleibt außerdem eine regionale Lücke. Samsung nennt in seiner Mitteilung unter anderem Indien, Südkorea, Großbritannien und die USA. Deutschland wird für diese Erweiterung nicht ausdrücklich bestätigt. Dass deutsche S26-Nutzer bereits am bisherigen Betaprogramm teilnehmen konnten, lässt sich nicht automatisch auf die neu genannten Geräte übertragen. Maßgeblich ist, ob Samsung Members die Teilnahme für das jeweilige Modell und den jeweiligen Markt tatsächlich anbietet.

Die erweiterte Geräteliste ist somit ein Fortschritt für die Updateplanung, aber noch keine Aufforderung, auf dem eigenen Telefon nach einer fertigen Version zu suchen. Wer auf ein zuverlässig funktionierendes Hauptgerät angewiesen ist, sollte den Unterschied zwischen einem freiwilligen Betatest und der regulären Verteilung weiter im Blick behalten.

Hauptquelle: Samsung: Ausweitung der One-UI-9-Beta auf weitere Galaxy-Geräte

Motorola Edge 70 Plus: 200 Megapixel, aber im Alltag meist 12,5

Motorola hat zur IFA das Edge 70 Plus vorgestellt und stellt vor allem die 200-Megapixel-Hauptkamera heraus. Hinter dieser Zahl steckt jedoch nicht automatisch ein entsprechend großes Foto bei jedem Auslösen. Laut Hersteller werden jeweils 16 Sensorpixel zusammengefasst, sodass eine effektive Fotoauflösung von 12,5 Megapixeln entsteht. Dazu kommt eine optische Bildstabilisierung. Die hohe Sensorauflösung beschreibt damit zunächst die technische Grundlage; wie gut Details, Bewegung und schwieriges Licht verarbeitet werden, muss sich an echten Aufnahmen zeigen.

Auch abseits der Kamera fällt das Gerät auf: Motorola kombiniert einen Akku mit 6.500 mAh mit kabelgebundenem Laden bis 45 Watt, einem 6,78-Zoll-Display mit bis zu 144 Hz und Qualcomms Snapdragon 7s Gen 3. Die beworbene Laufzeit von bis zu 61 Stunden bleibt eine Herstellerangabe und hängt unter anderem von Nutzung und Einstellungen ab. Aus der Akkukapazität allein lässt sich keine verlässliche persönliche Laufzeit ableiten.

Die Mischung setzt damit einen klaren Schwerpunkt auf Kamera, Bildschirm und Ausdauer. Eine Kaufentscheidung sollte trotzdem nicht an der größten Zahl hängen: Ein aufwendiges Kameramodul hilft wenig, wenn Bildverarbeitung oder Auslöseverhalten nicht zum eigenen Gebrauch passen. Dasselbe gilt für die Frage, wie angenehm ein an den Rändern gebogenes Display im Alltag ist.

Für Deutschland gibt es bereits eine offizielle Produktseite. Dort nennt Motorola den 23. September als Beginn des Versands für Vorbestellungen. Das ist konkreter als die globale Mitteilung, die lediglich von ausgewählten europäischen Märkten in den kommenden Wochen spricht. Als bereits ausgeliefertes deutsches Modell sollte das Edge 70 Plus zum Redaktionsschluss deshalb noch nicht eingeordnet werden.

Hauptquelle: Motorola Deutschland: Edge 70 Plus mit technischen Angaben und Versandtermin
Weitere Quelle: Motorola: Vorstellung der neuen Geräte zur IFA

Moto Watch Ultra verbindet Wear OS, LTE und Polar-Funktionen

Die zweite interessante Motorola-Neuheit betrifft das Handgelenk. Die Moto Watch Ultra verwendet Wear OS 6 und kann Anwendungen aus dem Google Play Store installieren. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von der bisherigen Moto Watch mit ihrem herstellereigenen System und fest eingebauten Apps. Auf der deutschen Produktseite stellt Motorola außerdem zwei Betriebssystem-Upgrades in Aussicht.

Hinzu kommen LTE mit eSIM-Unterstützung, Google Wallet und Dualband-GPS. Die Uhr soll dadurch auch ohne ein unmittelbar verbundenes Smartphone Anrufe und Nachrichten ermöglichen. Voraussetzung bleibt ein passendes Mobilfunkangebot: Eine eingebaute eSIM ist noch kein aktivierter Tarif, und die Unterstützung kann je nach Anbieter und Region abweichen. Eine belastbare Liste deutscher Mobilfunkpartner ergibt sich aus der Ankündigung nicht.

Für Fitness und Erholung arbeitet Motorola erneut mit Polar zusammen. Zu den angekündigten Funktionen gehören die Auswertung von Schlafphasen und nächtlicher Erholung sowie Trainings- und Aktivitätsinformationen. Das sind vom Hersteller beschriebene Auswertungen; eigene Messungen zur Genauigkeit liegen diesem Artikel nicht zugrunde. Die bereits separat eingeordnete Qira-Anbindung kommt als weiterer Zugang zu Motorolas Assistenten hinzu.

Mehr Apps und Mobilfunk bedeuten zugleich einen anderen Ladeplan: Motorola nennt bis zu zwei Tage aktive Nutzung ohne dauerhaft eingeschaltetes Display. Das bleibt ein Herstellerwert. Für Käufer ist deshalb entscheidend, ob zusätzliche Anwendungen und Erreichbarkeit die häufigeren Ladepausen rechtfertigen.

Als Einstieg nennt Motorola 429 Euro und eine Einführung in ausgewählten Märkten in den kommenden Wochen. Eine deutsche Produktseite ist vorhanden; ein konkreter deutscher Verkaufsstart und die hiesige LTE-Unterstützung bleiben zum Redaktionsschluss offen.

Hauptquelle: Motorola Deutschland: Moto Watch Ultra mit Wear OS 6 und Updatezusage
Weitere Quelle: Motorola: Ausstattung, Einführung und Preisrahmen der Moto Watch Ultra

Wochenfazit: Der Nutzen zeigt sich in den Voraussetzungen

Die überzeugendsten Ideen dieser Woche beginnen bei alltäglichen Schwierigkeiten: beim Lesen während einer Fahrt, beim Wiederfinden eines abgelegten Gegenstands oder beim Ausrichten einer Kamera. Solche Funktionen müssen keinen spektakulären Gerätewechsel auslösen, um wertvoll zu sein. Sie müssen auf dem vorhandenen Telefon ankommen, verständlich bedienbar sein und ihre Grenzen deutlich machen.

Bei neuer Hardware lohnt sich derselbe genaue Blick. Eine 200-Megapixel-Kamera beantwortet noch nicht die Frage nach guten Fotos, eine LTE-Uhr noch nicht die nach dem passenden Tarif, und eine verlängerte Betaliste noch nicht die nach dem deutschen Update-Termin. Gerade zwischen diesen Angaben liegt die Information, die aus einer interessanten Ankündigung eine brauchbare Entscheidung macht.

Wie sich Freischaltungen und Geräteunterstützung weiterentwickeln, verfolgen wir im AndroidKompass. Einzelne Starts und kurzfristige Änderungen greifen wir zusätzlich in unseren News auf.

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