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Samsung zeigt Odyssey-Monitore 2027 mit bis zu 1.100 Hertz
Samsung hat auf der Gamescom in Köln seine Odyssey-Monitore 2027 offiziell vorgestellt. Die neue Generation reicht von einem 49 Zoll breiten OLED-Modell über einen vielseitigen 32-Zoll-Bildschirm bis zu einem 27-Zoll-Monitor, der im schnellsten Betriebsmodus eine Bildwiederholrate von bis zu 1.100 Hertz erreichen soll. Gerade diese Zahl benötigt allerdings Einordnung: Sie gilt nicht bei voller QHD-Auflösung, deutsche Preise und konkrete Verkaufstermine für den größten Teil der Reihe stehen ebenfalls noch aus.
Die Ankündigung von Samsung umfasst den Odyssey OLED G9, OLED G8, OLED G7 und Odyssey G6. Damit verfolgt das Unternehmen keine einheitliche Spitzenmodell-Strategie, sondern verteilt sehr unterschiedliche Konzepte auf vier Geräte: ein besonders breites Display für ein großes Sichtfeld, einen hochauflösenden Allrounder, einen ungewöhnlich großen gebogenen 16:9-Monitor und ein auf maximale Bewegungsschärfe ausgerichtetes IPS-Modell für wettbewerbsorientierte Spiele.
Odyssey OLED G9 kombiniert 49 Zoll mit 360 Hertz
Der Odyssey OLED G9 besitzt ein 49 Zoll großes QD-OLED-Panel mit 5.120 × 1.440 Pixeln. Dieses Dual-QHD-Format entspricht in der Breite zwei nebeneinanderstehenden QHD-Bildschirmen und richtet sich damit sowohl an Spieler als auch an Nutzer, die mehrere Anwendungen ohne sichtbare Trennung auf einer großen Arbeitsfläche anordnen möchten. Bei voller Auflösung nennt Samsung eine Bildwiederholrate von 360 Hertz und eine Grau-zu-Grau-Reaktionszeit von 0,03 Millisekunden.
Im Dual Mode lässt sich die Bildwiederholrate auf bis zu 720 Hertz erhöhen, dafür sinkt die Auflösung auf 2.560 × 720 Pixel. Der schnellste Modus tauscht sichtbare Bilddetails somit gegen eine kürzere Darstellungszeit ein und dürfte vor allem für sehr schnelle E-Sport-Titel interessant sein. Wer grafisch aufwendige Spiele, Videoschnitt oder umfangreiche Desktop-Anwendungen nutzt, wird eher bei der nativen Auflösung bleiben.
Samsung setzt beim G9 auf ein QD-OLED-Panel der fünften Generation mit einer fünfschichtigen Penta-Tandem-Konstruktion. Nach Angaben des Unternehmens soll diese Panelgeneration bis zu 1,3-mal effizienter arbeiten und eine bis zu doppelt so lange Lebensdauer wie die vorherige Generation erreichen. Unabhängige Messungen liegen unmittelbar nach der Vorstellung noch nicht vor, weshalb diese Werte zunächst Herstellerangaben bleiben.
Odyssey OLED G8 wechselt zwischen drei Betriebsarten
Der 32 Zoll große Odyssey OLED G8 verbindet eine UHD-Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixeln mit bis zu 360 Hertz. Sein Triple Mode erlaubt darüber hinaus QHD mit bis zu 520 Hertz und Full HD mit bis zu 680 Hertz. Anders als eine einfache Auflösungsumschaltung gibt dieses Konzept Nutzern damit drei klar getrennte Abstufungen: maximale Details, einen Mittelweg aus Auflösung und Geschwindigkeit oder die höchste Bildrate für kompetitive Spiele.
Für den Anschluss nennt Samsung DisplayPort 2.1 mit UHBR20, zwei HDMI-Buchsen und USB-C mit einer Stromversorgung von bis zu 98 Watt. Hinzu kommen ein USB-Hub und eine KVM-Funktion, über die sich mehrere angeschlossene Systeme mit denselben Eingabegeräten bedienen lassen. DisplayPort 2.1 erreicht mit UHBR20 eine Übertragungsrate von bis zu 80 Gbit/s, setzt für die volle Leistung jedoch einen passenden Grafikausgang und ein entsprechend zertifiziertes Kabel voraus.
Samsung kündigt außerdem AMD FreeSync Premium Pro und Kompatibilität mit Nvidia G-Sync an. Eine solche variable Bildwiederholrate gleicht die Darstellung des Monitors an die tatsächlich von der Grafikkarte ausgegebenen Bilder an und kann dadurch Tearing und sichtbares Ruckeln reduzieren. Die G-Sync-Compatible-Bezeichnung steht dabei für eine von Nvidia geprüfte grundlegende VRR-Funktion, nicht für ein im Monitor verbautes G-Sync-Modul. Samsung weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Zertifizierung beim neuen G8 erst bis zur Produkteinführung abgeschlossen werden soll. Dasselbe gilt für die angekündigte DisplayHDR-True-Black-600-Zertifizierung.
Der Odyssey OLED G7 schlägt eine andere Richtung ein. Sein 42 Zoll großes, mit 1000R vergleichsweise stark gebogenes 16:9-Panel bietet 4K-Auflösung, 165 Hertz und eine Reaktionszeit von 0,03 Millisekunden. Die Fläche fällt nach Samsungs Berechnung rund 72 Prozent größer als bei einem 32-Zoll-Modell aus. Damit ist der G7 weniger auf maximale Bildraten als auf ein großes, geschlossenes Sichtfeld bei Rollenspielen, Simulationen und Open-World-Titeln ausgerichtet.
Bei 1.100 Hertz sinkt die Auflösung
Die auffälligste Zahl der Odyssey-Monitore 2027 gehört zum 27 Zoll großen Odyssey G6. Samsung nennt bis zu 1.100 Hertz, verwendet dafür jedoch den Dual Mode des Fast-IPS-Panels. Bei nativer QHD-Auflösung bleibt die maximale Bildwiederholrate bei 600 Hertz; die höchste Stufe bezieht sich folglich auf den Betrieb mit reduzierter HD-Auflösung. Das Panel soll eine Reaktionszeit von einer Millisekunde erreichen.
Bemerkenswert ist der Vergleich mit der ursprünglichen G6-Ankündigung vom Dezember 2025. Damals führte Samsung dasselbe Modellkürzel G60H mit maximal 1.040 Hertz in HD und 600 Hertz in QHD auf. Die neue Meldung erhöht den Spitzenwert auf 1.100 Hertz, erklärt aber nicht, ob dafür eine veränderte Hardware, eine neue Betriebsart oder eine andere technische Abstimmung verwendet wird. Für Interessenten ist diese offene Frage wichtiger als der rechnerische Zuwachs von rund sechs Prozent.
Bei 1.100 Hertz beginnt theoretisch alle 0,91 Millisekunden ein neues Bild, bei 600 Hertz alle 1,67 Millisekunden. Die Differenz beträgt damit etwa 0,76 Millisekunden. Das ist im professionellen E-Sport messbar, entspricht aber nicht automatisch einer ebenso großen Verkürzung der gesamten Eingabeverzögerung, denn auch Grafikkarte, Spiel-Engine, Eingabegerät, Pixelreaktion und interne Signalverarbeitung gehören zur Kette. Die Grafikkarte muss zudem überhaupt genügend Bilder liefern, um den schnellen Modus auszunutzen.
Deutsche Preise und Termine bleiben offen
Der Odyssey G6 soll nach Angaben von Samsung noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 weltweit erscheinen. Für OLED G9, OLED G8 und OLED G7 variiert die Verfügbarkeit je nach Markt. Konkrete Einführungstermine für Deutschland, Preise und Energieeffizienzklassen will Samsung später mitteilen.
Damit ist die Vorstellung auf der Gamescom ein belastbarer Nachrichtenanlass, aber noch keine vollständige Kaufgrundlage. Die technischen Konzepte sind weitgehend benannt, bei Zertifizierungen, realer Panelleistung, Leistungsaufnahme, dauerhafter Helligkeit und Marktverfügbarkeit fehlen jedoch noch entscheidende Informationen. Erst Produktdatenblätter, unabhängige Messungen und die deutschen Verkaufspreise werden zeigen, welcher der neuen Odyssey-Monitore mehr als eine beeindruckende Spitzenzahl bietet.
Hauptquellen
Samsung: Odyssey-Line-up 2027 auf der Gamescom
Samsung: Frühere Vorstellung des Odyssey G6 mit 1.040 Hertz
VESA: DisplayPort 2.1 und UHBR20
Nvidia: Einordnung von G-Sync Compatible
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