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Microsoft bestätigt Windows-Druckfehler nach August-Update
Microsoft führt den Windows-Druckfehler nach August-Update inzwischen als bekanntes Problem: Nach der Installation der kumulativen .NET-Framework-Aktualisierungen vom 11. August 2026 können bestimmte Windows-Programme beim Drucken oder beim Erzeugen von PDF- und XPS-Dateien mit einer Fehlermeldung abbrechen. Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens Anwendungen, die auf der Windows Presentation Foundation, kurz WPF, beruhen und Dokumente mit bestimmten Schriftarten verarbeiten; Calibri nennt Microsoft ausdrücklich als Beispiel. Der Fehler wird weiter untersucht, eine dauerhafte Korrektur oder einen Veröffentlichungstermin dafür hat Microsoft bislang nicht genannt.
Wen der Windows-Druckfehler nach August-Update betrifft
Die Einschränkung auf WPF ist entscheidend, denn es handelt sich nicht um einen allgemeinen Ausfall des Windows-Drucksystems und auch nicht um die Aussage, dass jeder PDF-Export auf einem aktualisierten PC scheitert. WPF ist ein Microsoft-Framework für klassische Windows-Desktopprogramme und wird unter anderem in spezialisierten Geschäfts-, Verwaltungs- und Branchenanwendungen eingesetzt. Ein betroffenes Programm kann auf dem Bildschirm weiterhin unauffällig funktionieren und erst dann mit einer System.IO.FileFormatException abbrechen, wenn es ein Dokument drucken oder für PDF beziehungsweise XPS aufbereiten soll.
Microsoft dokumentiert den Fehler unter anderem auf den aktualisierten Supportseiten zu KB5120710 für Windows 11 24H2 und KB5120701 für Windows 10. Eine Auswertung von BleepingComputer nennt darüber hinaus aktuelle Windows-11- und Windows-10-Versionen sowie Windows Server 2012 bis Windows Server 2025 als betroffene Plattformen. Für private Nutzer bedeutet diese breite Versionsspanne trotzdem nicht, dass ihr Rechner zwangsläufig betroffen ist: Entscheidend bleibt, ob das konkret verwendete Programm den problematischen WPF-Ausgabeweg und eine auslösende Schrift nutzt.
Warum ausgerechnet eine Standardschrift Probleme macht
Ein am 12. August eröffnetes Fehlerprotokoll im offiziellen WPF-Projekt liefert eine nachvollziehbare technische Erklärung, die Microsoft in seinen Supportseiten bislang allerdings nicht als endgültige Ursache bestätigt hat. Beim Export muss eine Anwendung häufig nicht die vollständige Schriftdatei in ein Dokument übernehmen, sondern nur die tatsächlich verwendeten Zeichen. Nach der dort dokumentierten Reproduktion scheitert diese sogenannte Schriftunterteilung seit den August-Aktualisierungen an einer verschärften Prüfung bestimmter älterer Tabelleneinträge in mehreren Windows-Schriften.
Das erklärt auch die irreführende Fehlermeldung: Sie kann den Eindruck erwecken, eine installierte Calibri-Datei sei beschädigt, obwohl dieselbe Schrift auf dem Bildschirm korrekt dargestellt wird und vor dem Update für den Export funktioniert hat. Der Bericht führt neben Calibri auch Varianten von Cambria, Constantia und Corbel auf. Diese erweiterte Liste stammt jedoch aus der technischen Reproduktion des meldenden Entwicklers; offiziell nennt Microsoft derzeit lediglich „bestimmte Schriftarten, einschließlich Calibri“.
Microsofts Zwischenlösung hat einen Sicherheitsnachteil
Microsoft beschreibt einen vorläufigen AppContext-Schalter, den Entwickler oder Administratoren in der Konfigurationsdatei einer betroffenen Anwendung aktivieren können. Die Supportdokumentation warnt zugleich ausdrücklich, dass dieser Schalter Schutzmechanismen deaktiviert, die mit den Sicherheitsaktualisierungen vom August 2026 eingeführt wurden, und dadurch die Anfälligkeit gegenüber den dort behandelten Schwachstellen erhöhen kann. Das Unternehmen empfiehlt den Eingriff deshalb nur vorübergehend und nur dann, wenn er zur Umgehung des konkreten Problems erforderlich ist.
Für normale Nutzer ist das keine Einstellung, die vorsorglich auf jedem Windows-PC gesetzt werden sollte. Ebenso wäre es unverhältnismäßig, die gesamten August-Sicherheitsaktualisierungen ohne bestätigten Zusammenhang zu entfernen. Wer den Fehler ausschließlich in einer bestimmten Anwendung beobachtet, sollte die genaue Fehlermeldung und die installierte Windows-Version an den Softwareanbieter oder die zuständige IT weitergeben und prüfen, ob dieser bereits eine angepasste Programmversion oder einen eigenen, kontrollierten Ausgabeweg bereitstellt. Funktioniert dasselbe Dokument in einem anderen Programm, spricht das für den anwendungsspezifischen Umfang des Problems, ersetzt aber keine Korrektur der betroffenen Softwarekomponente.
gadgetChecks hatte das Windows 11 August Update bereits mit seinen Sicherheitskorrekturen und den damals noch nicht abschließend bestätigten Spieleproblemen eingeordnet. Der jetzt bestätigte Druck- und Exportfehler ist davon technisch zu trennen: Er betrifft die .NET- beziehungsweise WPF-Dokumentausgabe, besitzt einen eigenen Fehlerstatus und verlangt wegen des sicherheitsrelevanten Zwischenwegs eine besonders sorgfältige Abwägung.
Bis Microsoft eine dauerhafte Lösung veröffentlicht, bleibt die offizielle Supportseite der jeweiligen .NET-Framework-Aktualisierung der wichtigste Statuspunkt. Wer ohne Auffälligkeiten druckt und PDF-Dateien erstellt, muss derzeit nichts ändern; betroffene Unternehmen und Softwareanbieter sollten die Zwischenlösung dagegen nur gezielt einsetzen und nach einer Korrektur wieder entfernen.
Hauptquellen
- Microsoft: KB5120710 für .NET Framework unter Windows 11 24H2
- Microsoft: KB5120701 für .NET Framework unter Windows 10
- Technische Reproduktion im offiziellen WPF-Projekt
- BleepingComputer: Microsoft bestätigt Druck- und PDF-Probleme
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