KOMPAKT
Apple Kompakt: iPhone-Preiserhöhung rückt näher – Apple testet Einkaufsassistenten
Während der heutige Apple Daily ausführlich einordnet, wie Apples Hardwarepläne für 2026 zunehmend in den Apple Stores sichtbar werden, rücken daneben weitere Veränderungen rund um Preise, Beratung und Produktaktualisierungen in den Blick.
Eine mögliche iPhone-Preiserhöhung könnte geringer ausfallen als zuletzt befürchtet, während Apple seinen virtuellen Einkaufsassistenten vorbereitet. Gleichzeitig zeichnet sich beim iMac ein klassisches Update mit M6-Chip und neuen Varianten ab.
Die iPhone-Preiserhöhung könnte geringer ausfallen als befürchtet
Apple bereitet nach Informationen des Bloomberg-Journalisten Mark Gurman höhere iPhone-Preise vor. Als plausibles Szenario gilt derzeit ein Aufschlag von ungefähr 100 US-Dollar, nachdem Samsung und Google ihre aktuellen Spitzenmodelle ebenfalls in dieser Größenordnung verteuert haben. Das iPhone 17 Pro beginnt in den USA derzeit bei 1.099 Dollar vor Steuern. Ein entsprechender Schritt würde den Einstiegspreis des Nachfolgers auf 1.199 Dollar anheben – vorausgesetzt, Apple verändert weder die Basisausstattung noch die Staffelung der Modellreihe.
Verglichen mit früheren Schätzungen wäre das beinahe die zurückhaltende Variante. In einer vorherigen Analyse zu Apples Premiumstrategie ging es noch um Prognosen, nach denen die höheren Kosten für Speicher, Prozessoren und weitere Komponenten rechnerisch einen Aufschlag von 250 bis 300 Dollar erforderlich machen könnten. Dass Apple möglicherweise deutlich darunter bleibt, würde bedeuten, dass der Konzern einen Teil der Mehrkosten über seine Marge auffängt. Beschlossen oder angekündigt ist der Preis von Apple bislang allerdings nicht.
Auf deutsche Preise lässt sich die US-Prognose nicht einfach übertragen. Mehrwertsteuer, Wechselkurse und Apples regionale Preisstaffelung können dazu führen, dass der Aufschlag hierzulande anders ausfällt. Gleichzeitig besitzt Apple mit seinem bislang nur in den USA verfügbaren Leasingprogramm Apple Upgrade ein Werkzeug, das steigende Listenpreise weniger sichtbar machen kann. Monatliche Raten senken jedoch nicht automatisch die Gesamtkosten, sondern verschieben vor allem die Wahrnehmung vom Kaufpreis zur laufenden Belastung. Entscheidend bleibt deshalb nicht nur, wie viel das nächste iPhone kostet, sondern auch, welche Speicherausstattung Apple dafür anbietet.
Quellen: Bloomberg (Startseite, da Paywall) · Apple zu Apple Upgrade
Apples virtueller Einkaufsassistent kennt mehr als den Produktkatalog
In der Apple-Store-App erscheint bei ersten Nutzern eine als frühe Vorschau gekennzeichnete Chatoberfläche, über die Fragen zu Produkten, vorhandenen Bestellungen, Eintauschwerten und Bezahlmöglichkeiten gestellt werden können. Apple hat den breiten Start bislang nicht angekündigt, die Funktion in seinen Datenschutzinformationen aber bereits ausführlich dokumentiert. Dort spricht das Unternehmen ausdrücklich von einem virtuellen Einkaufsassistenten und von Regionen, in denen dieser verfügbar ist.
Der Assistent soll seine Antworten nicht ausschließlich aus allgemeinen Produktinformationen ableiten. Apple kann dafür Angaben zum Apple Account, Gerätekennungen, Informationen zum Mobilfunkanbieter, den Inhalt der Unterhaltung und bei erteilter Freigabe auch Standortdaten verarbeiten. Hinzu kommen die Geräte, Abonnements und früheren Einkäufe, die Apple bereits zur Personalisierung der Store-App verwendet. Dadurch könnte der Chat beispielsweise berücksichtigen, welches iPhone jemand besitzt oder welches Zubehör zu vorhandenen Geräten passt.
Apple erklärt außerdem, dass Chatverläufe gespeichert werden. Sie sollen nach einer Rückkehr in die App erneut verfügbar sein und für interne Geschäftsanalysen verwendet werden. Vor der Weitergabe an beteiligte Partner will Apple persönliche Kennzeichen aus den Unterhaltungen entfernen. Nutzer können separat entscheiden, ob ihre Verwendung des Assistenten dessen Verbesserung dienen darf.
Interessant ist deshalb weniger, dass nun auch Apple einen Verkaufschat anbietet. Spannender wird die Grenze zwischen nützlicher Beratung und möglichst wirkungsvoller Verkaufssteuerung. Je mehr der Assistent über vorhandene Geräte, Käufe und Zahlungswege weiß, desto passender können seine Antworten ausfallen – aber auch desto wichtiger wird erkennbar zu machen, ob eine Empfehlung dem Nutzer oder vor allem dem nächsten Verkauf dient.
Quelle: Apple zu Datenschutz in der Apple-Store-App
Der M6-iMac soll noch 2026 erscheinen
Apple soll den iMac noch vor Jahresende mit einem M6-Chip aktualisieren. Bloomberg zufolge befinden sich entsprechende Modelle inzwischen näher an der Markteinführung und sollen außerdem in neuen Farbvarianten angeboten werden. Ein umfassender Umbau wird dagegen nicht erwartet. Apple hat weder das Gerät noch einen Präsentationstermin bestätigt.
Der aktuelle iMac stammt technisch aus dem Jahr 2024 und kombiniert einen M4-Chip mit einem 24 Zoll großen 4,5K-Retina-Display. Ein Wechsel direkt zum M6 würde auf dem Datenblatt wie ein großer Sprung wirken, weil Apple den Desktop damit gegenüber dem bestehenden Modell um zwei Chipbezeichnungen weiterbewegt. Welche Leistungssteigerung daraus in der Praxis entsteht, lässt sich vor der Vorstellung jedoch nicht seriös beurteilen.
Nachdem Apples Gerätefahrplan in macOS zuletzt lediglich auf weitere iMac-Varianten hingedeutet hatte, liefert der neue Bericht einen konkreteren Chip und einen engeren Zeitraum. Wer dagegen auf einen größeren Bildschirm, ein neues Gehäuse oder ein OLED-Panel wartet, dürfte weiter Geduld benötigen. Ein OLED-iMac soll zwar entwickelt werden, nach den aktuellen Informationen aber erst in einigen Jahren erscheinen.
Für Käufer bleibt das ein vertrautes Dilemma: Der M6-iMac wirkt nah genug, um bei einem nicht dringenden Kauf abzuwarten, ist aber noch nicht offiziell genug, um einen benötigten Arbeitsplatzrechner allein wegen des Gerüchts aufzuschieben. Das erwartete Update dürfte vor allem die Lebensdauer und Leistungsreserven des All-in-one-Macs verbessern, ohne seine grundsätzlichen Stärken und Einschränkungen neu zu ordnen.
Quellen: Bloomberg (Startseite, da Paywall) · Apple zu den aktuellen iMac-Spezifikationen
Apple Kompakt
Apples nächste Verkaufsphase wird nicht allein durch neue Geräte geprägt. Steigende Bauteilkosten treffen auf eine immer stärker personalisierte Beratung, während bekannte Produktreihen in kurzen Abständen technisch aktualisiert werden. Für Nutzer wird es dadurch schwieriger, den tatsächlichen Wert eines Angebots allein am Modellnamen oder an einer monatlichen Rate zu erkennen.
Je stärker Apple Beratung, Finanzierung und vorhandene Gerätedaten miteinander verbindet, desto wichtiger werden transparente Gesamtpreise und nachvollziehbare Empfehlungen. Weitere Entwicklungen abseits der großen Tagesanalyse findest du in unserer Serie Apple Kompakt.
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