SPIEGEL
Sonos Beam Ultra: Großer Atmos-Klang mit einer klaren Anschlussgrenze
Die Sonos Beam Ultra soll echten Dolby-Atmos-Klang liefern, ohne ein großes Wohnzimmer zu dominieren oder mehrere Lautsprecher vorauszusetzen. Die ausführlichen Tests von TechRadar, What Hi-Fi?, SoundGuys, Tom’s Guideund Expert Reviews kommen dabei zu einem ungewöhnlich einheitlichen Kernergebnis: Für ihre kompakte Bauform erzeugt die Soundbar einen erstaunlich breiten, kraftvollen und räumlichen Klang. Ganz ohne Kompromisse gelingt das allerdings nicht.
Sonos führt die Beam Ultra in Deutschland für 699 Euro. Die Soundbar ist rund 75 Zentimeter breit und arbeitet mit neun Verstärkern, fünf Hochtönern sowie vier Tieftönern. Zwei der Treiber strahlen nach oben ab. Daraus entsteht laut Hersteller eine 7.1.2-Konfiguration für Dolby Atmos. WLAN 6, Bluetooth 5.3, AirPlay 2, HDMI eARC, Trueplay und eine vierstufige Sprachverbesserung gehören ebenfalls zur Ausstattung.
Die Höhenkanäle machen den entscheidenden Unterschied
Der größte technische Fortschritt gegenüber der Beam der zweiten Generation besteht in den beiden nach oben abstrahlenden Treibern. Das ältere Modell erzeugt seine Höheninformationen hauptsächlich durch digitale Klangverarbeitung. Die Beam Ultra kann Schall dagegen tatsächlich in Richtung Zimmerdecke lenken und über Reflexionen zum Hörplatz führen.
Im Test von TechRadar ließen sich Bewegungen nicht nur horizontal, sondern auch schräg nach oben verfolgen. Bei Actionszenen reichte der wahrgenommene Klang deutlich über das Gehäuse hinaus. Selbst ohne zusätzliche Surround-Lautsprecher entstand nach Einschätzung der Redaktion ein breites und für eine kompakte Soundbar ungewöhnlich räumliches Klangfeld.
What Hi-Fi? beschreibt ähnlich präzise Höheneffekte. In Filmszenen konnten Geräusche fast über dem Hörplatz sowie deutlich oberhalb des Fernsehbildes verortet werden. Gleichzeitig blieb das Klangbild geschlossen: Effekte wirkten nicht wie isolierte akustische Einzelereignisse, sondern blieben mit Stimmen und Filmmusik verbunden.
Eine wichtige Grenze zeigt der Test von SoundGuys. Dort war die zusätzliche Höhe klar wahrnehmbar, erzeugte aber nicht die vollständige Illusion echter Deckenlautsprecher. Auch Schallereignisse hinter dem Sitzplatz wurden erst mit zwei zusätzlichen Surround-Lautsprechern überzeugend abgebildet. Die Beam Ultra vergrößert den Klangraum einer einzelnen Soundbar erheblich, ersetzt aber kein vollständiges Mehrkanalsystem.
Kräftiger Bass funktioniert auch ohne Subwoofer
Mehrere Tests heben die Tieftonwiedergabe hervor. TechRadar beschreibt den Bass als tief, kontrolliert und reaktionsschnell. Selbst bei hoher Lautstärke traten dort weder auffällige Schärfe noch starke Kompression auf. Auch SoundGuys stellte im Einzelbetrieb genügend Bass für Filme fest. In einer Wohnung entstand nicht der Eindruck, dass zwingend ein zusätzlicher Subwoofer benötigt wird.
Ganz grenzenlos reicht das Tieftonfundament dennoch nicht. What Hi-Fi? bewertet den Bass als kraftvoll, präzise und rhythmisch, weist aber darauf hin, dass andere Systeme in dieser Klasse noch tiefer hinabreichen können. Das ist kein Widerspruch: Für normale Wohnräume liefert die Beam Ultra ein beachtliches Fundament. In einem großen Heimkino oder bei besonders ausgeprägtem Tiefbass bleibt ein separater Subwoofer im Vorteil.
Sonos erlaubt den späteren Ausbau mit kompatiblen Subwoofern und zwei rückwärtigen Lautsprechern. SoundGuys würde in einem kleineren Raum zunächst Surround-Lautsprecher ergänzen, weil diese den räumlichen Eindruck stärker verändern als zusätzlicher Bass. Ob diese Reihenfolge sinnvoll ist, hängt von Raumgröße, Nachbarschaft und bevorzugten Inhalten ab.
Dialoge bleiben verständlich, aber nicht immer besonders direkt
Die Dialogverständlichkeit gehört zu den am häufigsten bestätigten Stärken. Bei TechRadar blieben Stimmen auch zwischen lauten Effekten klar und detailliert. Die mittlere Stufe der Sprachverbesserung lieferte dort die ausgewogenste Kombination aus besserer Verständlichkeit und natürlichem Klang.
Expert Reviews prüfte die vierstufige Sprachverbesserung mit besonders schwer verständlichen Fernsehdialogen. Selbst auf der höchsten Stufe wurden Stimmen deutlicher, ohne dass der übrige Frequenzbereich übermäßig scharf oder unnatürlich wirkte. Tom’s Guide kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass gesprochene Inhalte sauber in der Mitte verankert bleiben und sich gut von Musik und Effekten absetzen.
What Hi-Fi? nennt dennoch eine kleine Einschränkung: Die Beam Ultra projiziert manche Stimmen weniger offensiv in Richtung Hörplatz als einige Konkurrenten. Sogar die ältere Beam kann in diesem einzelnen Punkt etwas unmittelbarer wirken. Das widerspricht der guten Verständlichkeit nicht. Stimmen bleiben sauber und differenziert, können aber räumlich etwas zurückhaltender erscheinen.
Trueplay ist jetzt auch mit Android nutzbar
Für die Ersteinrichtung wird die Sonos-App auf einem kompatiblen Mobilgerät benötigt. Die offizielle Einrichtungsanleitung führt durch die Verbindung mit dem Fernseher, dem WLAN und vorhandenen Sonos-Komponenten. Das mitgelieferte HDMI-Kabel wird mit dem ARC- oder eARC-Anschluss des Fernsehers verbunden. Anschließend übernimmt normalerweise dessen Fernbedienung die Lautstärkesteuerung.
In den Tests verlief dieser Vorgang überwiegend problemlos. SoundGuys konnte die Soundbar ohne Verbindungsprobleme einrichten und Trueplay beim ersten Versuch abschließen. Tom’s Guide benötigte für die schnelle Raumeinmessung mit den integrierten Mikrofonen ungefähr eine halbe Minute.
Sonos unterscheidet allerdings zwischen zwei Trueplay-Verfahren. Das schnelle Tuning funktioniert unter iOS und Android, während die aufwendigere Messung mit einem im Raum bewegten Mobilgerät weiterhin iOS vorbehalten bleibt. Android-Nutzer erhalten damit erstmals eine unkomplizierte automatische Anpassung, aber nicht den vollständigen Funktionsumfang.
Die App-Abhängigkeit bleibt ein Teil des Sonos-Konzepts. Tom’s Guide erinnert in seinem Test an die erheblichen Probleme nach dem App-Umbau von 2024, bewertet Sonos 27 jedoch als deutliche Verbesserung bei Navigation und Gerätesteuerung. Die aktuellen Tests berichten nicht von grundlegenden Einrichtungsproblemen. Wer eine vollständig appfreie Soundbar sucht, wird mit der Beam Ultra trotzdem nicht glücklich.
Bei Musik hängt das Urteil stark vom Format ab
Wie gut die Beam Ultra für Musik geeignet ist, bewerten die Redaktionen unterschiedlich. What Hi-Fi? lobt eine offene, zusammenhängende und detaillierte Wiedergabe mit kontrolliertem Bass. Auch TechRadar hörte sowohl bei Dolby-Atmos-Mischungen als auch bei Stereoaufnahmen ein breites und ausgewogenes Klangbild.
Expert Reviews unterscheidet stärker zwischen den Formaten. Räumlich gemischte Musik profitierte dort erheblich von der zusätzlichen Breite und Höhe. Klassische Stereoaufnahmen konnten dagegen etwas komprimierter und härter klingen. Tom’s Guide stellte bei gewöhnlicher Stereomusik ebenfalls keinen ähnlich großen Fortschritt gegenüber der Beam der zweiten Generation fest und bevorzugt für anspruchsvolles Musikhören ein getrenntes Stereopaar.
Die Abweichung lässt sich vor allem durch unterschiedliche Inhalte und Erwartungen erklären. Als vielseitige Fernsehlösung mit gelegentlicher Musikwiedergabe überzeugt die Beam Ultra. Wer Instrumente möglichst präzise zwischen zwei getrennten Lautsprechern orten möchte, erhält mit einer klassischen Stereoanlage weiterhin die bessere räumliche Basis.
Ein einzelner HDMI-Anschluss bleibt der größte Kompromiss
Die Beam Ultra besitzt nur einen HDMI-eARC-Anschluss und keinen zusätzlichen HDMI-Eingang. Spielkonsole, Streamingbox und Blu-ray-Player müssen deshalb direkt mit dem Fernseher verbunden werden. Sowohl TechRadar als auch Tom’s Guide sehen darin die wichtigste Anschlussgrenze. Bei Fernsehern mit wenigen freien HDMI-Buchsen kann sie im Alltag schnell relevant werden.
Über USB-C lassen sich mit separat erhältlichen Adaptern ein analoges Audiogerät oder ein Ethernet-Kabel anschließen. Ein optischer Adapter ist ebenfalls nicht im Lieferumfang enthalten. SoundGuys weist darauf hin, dass ältere Fernseher mit rein optischem Ausgang deshalb zusätzliche Hardware benötigen und nicht alle Dolby-Atmos-Formate weitergeben können.
Unterstützt werden unter anderem Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, Mehrkanal-PCM, Dolby Atmos und DTS Digital Surround. DTS:X gehört dagegen nicht zum Formatangebot. Für Streamingdienste ist das häufig unproblematisch. Wer eine größere Sammlung von Filmen mit DTS:X-Ton besitzt, sollte diese Einschränkung vor dem Kauf berücksichtigen.
Der offizielle Preis verlangt eine klare Priorität
Sonos nennt für die Beam Ultra in Deutschland 699 Euro. Zum Lieferumfang gehören die Soundbar, ein Stromkabel und ein HDMI-Kabel. Angeboten werden zwei Gehäusevarianten. Der offizielle Verkaufsstart erfolgte am 29. September 2026. Die aktuelle Herstellerseite enthält allerdings weiterhin einen älteren Hinweis zur Vorbestellung beziehungsweise Wiederverfügbarkeit, weshalb der konkrete Lagerstatus vor einer Bestellung kontrolliert werden sollte.
Innerhalb der Sonos-Familie liegt die Beam Ultra zwischen der Beam der zweiten Generation und der größeren Arc Ultra. Das ältere Modell bleibt interessant, wenn kompakte Abmessungen wichtiger sind als echte Höhenkanäle. Die Arc Ultra spielt laut What Hi-Fi? noch souveräner und eignet sich besser für große Räume. Expert Reviews hält den Abstand zu größeren Soundbars angesichts des Preises für problematisch, während TechRadar und What Hi-Fi? die Verbindung aus kompakter Bauform und echter Atmos-Wiedergabe als schlüssig bewerten.
Für die Entscheidung zählt daher weniger eine einzelne Testnote als der Raum. In einem normalen Wohnzimmer oder Schlafzimmer nutzt die Beam Ultra ihre kompakte Bauform sinnvoll aus. In einem großen, offenen Raum kann eine breitere Soundbar mit höherer akustischer Autorität die bessere Wahl sein.
Auch bei der Planung eines neuen Fernsehers lohnt es sich, den Ton nicht erst nach der Bildauflösung zu berücksichtigen. Der GadgetChecks-Beitrag „Warum 8K beim Fernsehkauf kaum eine Rolle spielen sollte“ erklärt, weshalb eine bessere Audiolösung das Heimkino oft deutlicher verändert als zusätzliche Bildpunkte.
Das Gesamtbild
Die fünf ausgewerteten Tests zeichnen ein deutlich positives Gesamtbild. Die wichtigste Stärke der Sonos Beam Ultra ist ihre Verbindung aus kompakter Bauform, überzeugender Dolby-Atmos-Höhe, kräftigem Bass und verständlichen Dialogen. Besonders in kleinen bis mittelgroßen Räumen liefert sie als einzelne Soundbar bereits ein vollständiges und ungewöhnlich räumliches Fernseherlebnis.
Die größte Einschränkung ist nicht der Klang, sondern die Anschlussausstattung. Ein einzelner HDMI-eARC-Port ohne Durchschleifmöglichkeit verlangt einen ausreichend ausgestatteten Fernseher. DTS:X fehlt, Adapter kosten zusätzlich und die Einrichtung bleibt an die Sonos-App gebunden.
Geeignet erscheint die Beam Ultra vor allem für Wohnungen, Schlaf- und mittelgroße Wohnzimmer, in denen eine große Soundbar oder ein dauerhaft aufgebautes Mehrkanalsystem nicht infrage kommt. Besitzer kompatibler Sonos-Lautsprecher erhalten zusätzlich einen flexiblen Ausbauweg. Für sehr große Räume, umfangreiche DTS:X-Sammlungen, viele direkt anzuschließende HDMI-Geräte oder vorrangig anspruchsvolles Stereohören gibt es passendere Lösungen.
Ausgewertete Tests und Hauptquellen
Stand der Recherche: 3. November 2026, Europa/Berlin. Preise, Softwarefunktionen und regionale Verfügbarkeit können sich ändern.
- TechRadar – Sonos Beam Ultra Review
- What Hi-Fi? – Sonos Beam Ultra Review
- SoundGuys – Sonos Beam Ultra Review
- Tom’s Guide – Sonos Beam Ultra Review
- Expert Reviews – Sonos Beam Ultra Review
- Sonos Deutschland – Produktseite der Beam Ultra
- Sonos Support – Einrichtung der Beam Ultra
- Sonos Support – Trueplay unter iOS und Android
- Sonos Newsroom – Vorstellung und Verkaufsstart
Transparenzhinweis: gadgetChecks hat dieses Produkt nicht selbst getestet. Der Beitrag wurde aus den verlinkten unabhängigen Produkttests und offiziellen Produktinformationen recherchiert und erstellt.
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