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Google Play verschärft heute die Target-API-Vorgaben für Android-Apps
Seit dem 31. August 2026 gelten strengere Target-API-Vorgaben für Android-Apps. Google Play verlangt bei neuen Smartphone-Apps und eingereichten Updates nun Android 16 beziehungsweise API-Level 36. Gleichzeitig verlieren ältere Bestands-Apps einen Teil ihrer Reichweite, wenn ihre Entwickler sie nicht an eine neuere Android-Version angepasst haben. Betroffen sind Entwickler weltweit und damit auch Apps, die in Deutschland angeboten werden.
Die Google Play Console-Hilfe unterscheidet dabei zwischen zwei Regeln. Für neue Apps und Aktualisierungen entscheidet das Target-API-Level darüber, ob Google eine Einreichung überhaupt noch annimmt. Bei bereits veröffentlichten Apps beeinflusst es dagegen, welchen neuen Nutzern die Anwendung im Play Store weiterhin angeboten wird.
Neue Apps und Updates müssen Android 16 anvisieren
Wer ab heute eine neue gewöhnliche Android-App veröffentlicht oder eine vorhandene App aktualisiert, muss mindestens API-Level 36 als Zielversion angeben. Diese technische Angabe teilt Android mit, für welche Plattformgeneration die App entwickelt und getestet wurde.
Das bedeutet nicht, dass eine solche App ausschließlich auf Geräten mit Android 16 läuft. Das älteste unterstützte Betriebssystem wird weiterhin über eine separate Mindestversion festgelegt. Eine App kann daher die aktuellen Target-API-Vorgaben für Android-Apps erfüllen und trotzdem ältere Smartphones unterstützen.
Mit dem neueren Zielwert werden jedoch Verhaltensänderungen aktiviert, die Google mit aktuellen Android-Versionen eingeführt hat. Dazu können strengere Regeln für Berechtigungen, Hintergrundprozesse, Benachrichtigungen oder den Zugriff auf Systemfunktionen gehören. Entwickler müssen deshalb mehr tun, als lediglich eine Zahl in der Projektkonfiguration auszutauschen. Google verweist in seiner technischen Migrationsanleitung ausdrücklich auf die erforderlichen Anpassungen und Funktionstests.
Ältere Apps verschwinden nicht für alle Nutzer
Für bereits veröffentlichte Smartphone-Apps gilt eine andere Schwelle. Sie müssen mindestens Android 15 beziehungsweise API-Level 35 anvisieren, damit sie neuen Nutzern auf Geräten mit einer neueren Android-Version weiterhin regulär angeboten werden.
Bleibt eine App bei Android 14 beziehungsweise API-Level 34 oder darunter, wird sie nicht automatisch vollständig aus Google Play gelöscht. Neue Nutzer können sie jedoch nur noch auf Geräten finden, deren Android-Version nicht über dem von der App anvisierten API-Level liegt. Auf einem neueren Smartphone kann stattdessen der Hinweis erscheinen, dass die Anwendung für eine ältere Android-Version entwickelt wurde und auf diesem Gerät nicht zur Installation bereitsteht.
Menschen, die eine betroffene App bereits über Google Play installiert hatten, sind laut Google nicht unmittelbar betroffen. Sie können die Anwendung weiterhin verwenden und später erneut installieren, sofern die App die jeweilige Android-Version grundsätzlich unterstützt. Die neue Regel entfernt also weder installierte Apps aus der Ferne noch beendet sie automatisch deren Funktion.
Für wenig gepflegte Nischen-Apps kann die Änderung trotzdem weitreichend sein. Eine Anwendung kann technisch noch funktionieren, aber für neue Besitzer aktueller Smartphones kaum noch auffindbar sein. Erst ein Update des Entwicklers stellt die reguläre Verfügbarkeit wieder her.
Wear OS, Android TV und Autos haben eigene Grenzwerte
Google verwendet nicht für jede Geräteklasse denselben Zielwert. Neue Apps und Updates für Wear OS sowie Android Automotive OS müssen mindestens Android 15 beziehungsweise API-Level 35 anvisieren. Für Android TV und Android XR verlangt Google mindestens Android 14 beziehungsweise API-Level 34.
Auch bei vorhandenen Apps unterscheiden sich die Sichtbarkeitsschwellen: Für Wear OS ist mindestens API-Level 34 erforderlich, für Android TV API-Level 33, für Android Automotive OS API-Level 32 und für Android XR API-Level 34. Entwickler müssen deshalb jede veröffentlichte Gerätevariante einzeln in der Play Console kontrollieren.
Aufschub ist bis zum 1. November möglich
Entwickler betroffener Bestands-Apps können eine Verlängerung bis zum 1. November 2026 beantragen. Das Formular erscheint nach Angaben von Google bei nicht regelkonformen Apps über die entsprechende Warnung beziehungsweise den Richtlinienstatus in der Play Console.
Die Verlängerung verschiebt die Einschränkung, ersetzt das notwendige Update aber nicht dauerhaft. Für neue Apps und Aktualisierungen bleibt das geforderte Target-API-Level ohnehin maßgeblich, sobald eine neue Version zur Prüfung eingereicht wird.
Für Nutzer besteht zunächst kein akuter Handlungsbedarf. Wenn eine ältere App auf einem neuen Smartphone plötzlich nicht mehr im Play Store erscheint, muss das jedoch nicht an einem Gerätefehler oder einer regionalen Sperre liegen. Möglich ist auch, dass der Entwickler die Anwendung noch nicht an die aktuellen Google-Play-Vorgaben angepasst hat.
Hauptquellen
- Google Play Console-Hilfe: Anforderungen an das Target-API-Level
- Android Developers: Target-API-Anforderungen und Migration
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