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Aptamil- und Milumil-Rückruf bei Kaufland: Diese Packungen nicht mehr füttern
Der Aptamil- und Milumil-Rückruf bei Kaufland betrifft zehn Produktvarianten mit bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten. Obwohl Danone diese Chargen bereits am 5. Februar 2026 zurückgerufen hatte, gelangten nach Angaben von Kaufland vereinzelt betroffene Packungen erneut in den Verkauf. Eltern und andere Betreuungspersonen sollen die aufgelisteten Produkte nicht weiter füttern und können sie in jeder Kaufland-Filiale zurückgeben.
Wichtig ist die genaue Abgrenzung: Danone spricht nicht von einem neuen allgemeinen Rückruf für Aptamil und Milumil. Die aktuelle Korrekturmaßnahme bezieht sich auf bereits im Februar erfasste Ware, die bei Kaufland nicht vollständig aus dem Verkauf genommen worden war. Andere Sorten, Packungsgrößen und Mindesthaltbarkeitsdaten sind nicht allein wegen dieser erneuten Warnung betroffen.
Warum der Aptamil- und Milumil-Rückruf bei Kaufland wiederholt wird
Kaufland hatte den ursprünglichen Rückruf nach eigener Darstellung im Februar umgesetzt. Dennoch wurden einzelne Packungen mit bereits zurückgerufenen Mindesthaltbarkeitsdaten später in Filialen verkauft. Sämtliche betroffenen Produkte seien inzwischen aus dem Verkauf entfernt worden. Weil Kundinnen und Kunden solche Packungen in der Zwischenzeit gekauft haben könnten, veröffentlichte das Unternehmen am 9. Oktober die Produktliste erneut.
Der ursprüngliche Rückruf folgte auf eine aktualisierte Empfehlung zum Schwellenwert für Cereulid in Säuglingsnahrung. Das bakterielle Toxin war nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung über verunreinigtes Arachidonsäure-Öl in betroffene Produkte gelangt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hatte Anfang Februar eine akute Referenzdosis speziell für Säuglinge abgeleitet, weil sehr junge Kinder Stoffe anders verarbeiten als Erwachsene.
Die aktuelle Kaufland-Mitteilung bedeutet nicht, dass neu produzierte Aptamil- und Milumil-Nahrung pauschal unsicher ist. Nach Darstellung des Herstellers sind ausschließlich die bereits zuvor zurückgerufenen Produkt-MHD-Kombinationen Gegenstand der Korrekturmaßnahme. Für die Prüfung zählt deshalb nicht nur der Markenname, sondern die vollständige Kombination aus Produkt, Packungsgröße, EAN und Mindesthaltbarkeitsdatum.
Diese zehn Produkte und Mindesthaltbarkeitsdaten sind betroffen
Kaufland nennt in seiner aktuellen Rückrufmitteilung folgende Produkte. Das Mindesthaltbarkeitsdatum muss mit einem der jeweils aufgeführten Termine übereinstimmen:
- Aptamil Pronutra Pre, 800 Gramm, EAN 4056631001202: 14.10.2026, 30.10.2026, 10.11.2026, 18.11.2026 oder 04.12.2026
- Aptamil Pronutra Pre, 1.200 Gramm, EAN 4056631003701: 13.11.2026, 19.11.2026, 26.11.2026 oder 04.12.2026
- Aptamil Pronutra 1, 800 Gramm, EAN 4056631001226: 15.10.2026, 10.11.2026 oder 03.12.2026
- Aptamil Pronutra 2, 800 Gramm, EAN 4056631001240: 27.10.2026, 21.11.2026, 05.12.2026, 19.12.2026, 08.01.2027 oder 09.01.2027
- Aptamil Pronutra 2, 1.200 Gramm, EAN 4056631003725: 29.11.2026 oder 02.01.2027
- Aptamil Pronutra 3, 800 Gramm, EAN 4056631001264: 07.11.2026, 29.11.2026, 11.12.2026 oder 18.12.2026
- Aptamil Profutura Pre, 800 Gramm, EAN 4056631003435: 11.02.2027, 14.03.2027, 20.04.2027, 08.05.2027, 08.06.2027, 06.08.2027 oder 17.09.2027
- Aptamil Profutura 1, 800 Gramm, EAN 4056631003459: 03.12.2026, 08.01.2027, 12.02.2027, 18.03.2027, 21.04.2027, 08.05.2027, 08.06.2027, 08.08.2027 oder 27.09.2027
- Aptamil Profutura 2, 800 Gramm, EAN 4056631003473: 02.12.2026, 07.01.2027, 20.01.2027, 10.02.2027, 19.04.2027, 18.05.2027, 14.06.2027, 04.08.2027, 05.08.2027, 22.08.2027, 02.11.2027 oder 11.11.2027
- Milumil Pre, 1.200 Gramm, EAN 4056631003961: 15.10.2026, 20.11.2026, 03.12.2026, 24.12.2026, 15.01.2027 oder 19.02.2027
Eine ähnliche Verpackung oder derselbe Markenname reicht nicht für die Zuordnung. Weichen Sorte, Fütterungsstufe, Packungsgewicht, EAN oder Mindesthaltbarkeitsdatum ab, ist die Packung nicht Teil dieser Kaufland-Liste. Wer den Einkaufsort nicht mehr sicher weiß oder die Angaben auf der Verpackung nicht eindeutig zuordnen kann, sollte das Prüfwerkzeug von Aptamil nutzen oder den Verbraucherservice der jeweiligen Marke kontaktieren.
Was Eltern mit einer betroffenen Packung tun sollen
Eine betroffene Packung darf nicht weiter verfüttert werden. Das gilt auch dann, wenn sie bereits geöffnet wurde, das Pulver unauffällig aussieht oder das Kind bisher keine Beschwerden gezeigt hat. Geruch, Aussehen und Geschmack ermöglichen keine verlässliche Beurteilung des Cereulid-Gehalts.
Kaufland nimmt die aufgelisteten Produkte in jeder Filiale zurück. Ein Kassenbon ist nicht erforderlich, der Kaufpreis wird nach Angaben des Unternehmens vollständig erstattet. Damit ist auch keine Rückgabe in genau der Filiale nötig, in der die Packung gekauft wurde. Für Rückfragen nennt Kaufland die kostenlose Telefonnummer 0800 1528352.
Wer die Packung nicht sofort zurückbringen kann, sollte sie getrennt von weiter verwendbarer Säuglingsnahrung aufbewahren, damit sie nicht versehentlich erneut zubereitet wird. Ein deutliches Wegstellen ist sicherer als eine bloße Erinnerung, besonders wenn mehrere Personen das Kind versorgen.
Warum Abkochen das Problem nicht beseitigt
Cereulid wird von bestimmten Bakterien der Bacillus-cereus-Gruppe gebildet. Bei dem Rückruf steht nach der Einordnung des BfR nicht das Bakterium selbst im Mittelpunkt, sondern das bereits gebildete Toxin. Dieses ist hitzestabil. Das übliche Abkochen des Wassers oder eine besonders heiße Zubereitung macht eine betroffene Packung deshalb nicht wieder verwendbar.
Nach Angaben des BfR kann aufgenommenes Cereulid innerhalb von 30 Minuten bis sechs Stunden Übelkeit und Erbrechen auslösen. Kaufland und Danone nennen außerdem Durchfall als mögliches Symptom. In der Regel klingen Beschwerden laut BfR innerhalb von 24 Stunden ab; bei hohen Konzentrationen sind in seltenen Fällen jedoch schwere Vergiftungen mit Organschäden möglich. Säuglinge gelten als besonders empfindliche Bevölkerungsgruppe.
Hat ein Kind Nahrung aus einer betroffenen Packung erhalten, folgt daraus nicht automatisch, dass es erkrankt. Bei Erbrechen, Durchfall oder anderen Beschwerden sowie bei Sorge um den Gesundheitszustand empfiehlt der Hersteller, die Kinderärztin oder den Kinderarzt zu kontaktieren. Dabei sollten Produktname, Mindesthaltbarkeitsdatum, Zeitpunkt der Fütterung und Beginn möglicher Symptome genannt werden. Die Verpackung sollte bis zur Klärung aufbewahrt werden.
Kein neuer allgemeiner Rückruf für alle Verkaufsstellen
Die erneute Information von Kaufland ist enger gefasst als der ursprüngliche Rückruf im Februar. Nach der aktuellen Stellungnahme von Aptamil handelt es sich nicht um neu entdeckte Chargen. Anlass ist vielmehr, dass bereits erfasste Packungen in einzelnen Kaufland-Filialen nicht vollständig aus dem Verkauf genommen worden waren.
Danone erklärt, andere Produkte und Mindesthaltbarkeitsdaten sowie Ware anderer Handelspartner seien von dieser aktuellen Korrekturmaßnahme nicht betroffen. Für Verbraucher ist diese Formulierung vor allem dann wichtig, wenn sie von einem neuen, markenweiten Rückruf lesen: Eine pauschale Entsorgung sämtlicher Aptamil- oder Milumil-Vorräte ist nicht angezeigt.
Wer allerdings noch eine ältere Packung besitzt, deren Produkt und Mindesthaltbarkeitsdatum in der Liste stehen, sollte sich nicht allein auf eine Erinnerung an den Kaufort verlassen. Die eindeutige Prüfung über das Herstellerwerkzeug oder den Verbraucherservice schafft in diesem Fall mehr Sicherheit als eine Vermutung.
Jetzt zählt der vollständige Abgleich der Packung
Beim Aptamil- und Milumil-Rückruf bei Kaufland sind drei Schritte entscheidend: Produktdaten vollständig vergleichen, eine betroffene Packung nicht weiter füttern und sie ohne Kassenbon in einer Kaufland-Filiale zurückgeben. Die erneute Warnung betrifft keine neue Produktgruppe, macht aber deutlich, dass bereits zurückgerufene Ware vereinzelt wieder verkauft wurde.
Für Eltern bedeutet das keinen Anlass, jede Säuglingsnahrung derselben Marken auszusortieren. Entscheidend sind die zehn genannten Varianten und die dazugehörigen Mindesthaltbarkeitsdaten. Weitere Rückrufe und Verbraucherwarnungen mit konkretem Handlungsbedarf ordnet GadgetChecks fortlaufend unter Alltag Aktuell ein.
Stand der Recherche: 12. Oktober 2026, 14:32 Uhr MESZ.
Hauptquellen
- Kaufland: Erneute Rückrufinformation mit vollständiger Produkt- und MHD-Liste
- Aptamil: Aktuelle Stellungnahme und Prüfwerkzeug für betroffene Produkte
- Danone: Ursprünglicher Rückruf vom 5. Februar 2026
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Cereulid in Säuglingsnahrung
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit: Risikobewertung zu Cereulid
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