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Straffe Frisuren – wenn Zopf und Dutt an den Haaren ziehen




Redaktion









Haare & Kopfhaut




4 Min. Lesezeit

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Der Pferdeschwanz hält beim Sport die Haare aus dem Gesicht, ein Dutt sitzt im Arbeitsalltag zuverlässig. Straffe Frisuren sind praktisch, können aber über längere Zeit Zug auf dieselben Haarpartien ausüben. Wenn es am Ansatz zieht oder die Kopfhaut schmerzt, lohnt es sich, die Spannung zu lösen und die Bindetechnik zu verändern.

Wiederholter Zug kann einen eigenen Typ von Haarausfall verursachen: die Traktionsalopezie. Dabei werden die Haarfollikel belastet, also die Strukturen in der Haut, aus denen Haare wachsen. Entscheidend ist, wie stark und wie regelmäßig die Haare beansprucht werden. Die British Association of Dermatologists, kurz BAD, beschreibt den Zusammenhang auch für straffe Pferdeschwänze, Dutts und Haarverlängerungen.

Wie straffe Frisuren den Haaransatz belasten

Wo die Haare ausdünnen können, hängt davon ab, welche Stellen unter Zug stehen. Häufig betroffen sind der vordere Haaransatz und die Schläfen. Je nach Frisur können auch andere Bereiche belastet werden. Das dermatologische Fachportal DermNet erläutert diese unterschiedlichen Muster.

Anfangs kann eine solche Veränderung ohne Vernarbung bestehen. Hält die starke Belastung lange an, können Haarfollikel jedoch dauerhaft geschädigt werden. Deshalb ist es sinnvoll, früh auf die Frisur zu achten. Eine einzelne auffällige Stelle beweist allerdings noch nicht, dass Zug die Ursache ist.

Schmerzen beim Styling ernst nehmen

Eine Frisur sollte beim Tragen nicht wehtun. Die American Academy of Dermatology, kurz AAD, nennt Schmerzen, Stechen und Krusten als Warnzeichen, bei denen die Frisur unmittelbar geändert werden sollte. Auch sichtbar hochgezogene Hautpartien sprechen für zu viel Spannung.

Beim Binden hilft ein bewusster Moment: Fühlt sich der Ansatz entspannt an, oder zieht es bereits an Stirn und Schläfen? Falls die Frisur schmerzt, sollte sie gelöst werden. Im Salon lässt sich das direkt ansprechen, bevor eine Flechtfrisur oder Haarverlängerung fertiggestellt ist.

Zopf und Dutt lockerer gestalten

Für den Alltag empfiehlt die AAD lockerere Varianten und regelmäßige Wechsel der Frisur. Praktisch kann das bedeuten, den Pferdeschwanz mit weniger Spannung zu binden und nicht jeden Tag dieselben Partien straff nach hinten zu ziehen. Auch unter einer Kopfbedeckung sollten die Haare möglichst locker liegen.

Für einen Arbeitstag mit zusammengebundenem Haar lohnt es sich, eine bequemere Variante vorher auszuprobieren. Sie muss zu den Anforderungen am Arbeitsplatz passen und die Haare zuverlässig halten. Ein anderer Sitz des Zopfs bringt wenig, wenn dabei erneut starker Zug entsteht.

Zur übrigen Routine gehören eine passende Reinigung und behutsames Entwirren. Wie sich Kopfhaut und Haarlängen dabei unterschiedlich behandeln lassen, erklärt der Ratgeber zur Haarwäsche.

Bei Braids und Extensions zählt auch das Gewicht

Flechtfrisuren können vielseitig sein und den Umgang mit stark gelocktem Haar erleichtern. Die BAD erläutert in ihren Pflegehinweisen für Afrohaar, dass korrekt ausgeführte Braids unter anderem Verknotungen verringern können. Zugleich sollten sie nicht zu eng geflochten werden.

Lange Extensions und zusätzlicher Haarschmuck können das Gewicht erhöhen, das an den eigenen Haaren zieht. Die empfindlichen Haare am äußeren Haaransatz verdienen besondere Rücksicht. Schmerz nach dem Flechten ist ein Anlass, die Ausführung zu ändern; ihn mit Schmerzmitteln auszuhalten, empfiehlt die Fachgesellschaft ausdrücklich nicht.

Eine passende Beratung berücksichtigt deshalb Haarstruktur, Länge und die gewünschte Tragedauer. Ein aufwendiges Styling sollte sich im Alltag auch angenehm tragen lassen.

Ausdünnung hat unterschiedliche Ursachen

Abgebrochene Haare, dünner werdende Stellen oder ein zurückweichender Haaransatz sollten dermatologisch beurteilt werden. Juckreiz, Rötungen oder kleine entzündliche Veränderungen können zusätzlich auftreten. DermNet beschreibt diese möglichen Begleitzeichen, die allein keine sichere Diagnose erlauben.

Haarausfall kann außerdem andere Gründe haben. Dazu zählen etwa erblich bedingte Veränderungen bei Frauen und Männern, bestimmte Erkrankungen oder verstärktes Ausfallen nach körperlichen Belastungen. Die AAD gibt einen Überblick über unterschiedliche Ursachen. Eine neue kahle Stelle lässt sich deshalb nicht zuverlässig durch den Blick auf die zuletzt getragene Frisur erklären.

Für den Termin sind konkrete Angaben hilfreich: Welche Frisuren werden regelmäßig getragen, seit wann fällt die Veränderung auf und gibt es Beschwerden? Fotos von verschiedenen Zeitpunkten können den Verlauf veranschaulichen.

Früh entlasten und Veränderungen abklären

Wird zugbedingter Haarausfall früh erkannt und die Belastung beendet, können sich die Haare erholen. Bei dauerhaft zerstörten Follikeln ist das nicht mehr möglich. Welche Situation vorliegt und ob eine Behandlung nötig ist, gehört in dermatologische Hände.

Im Alltag lässt sich vor allem die Spannung beeinflussen: bequem binden, belastende Frisuren wechseln und bei Schmerzen sofort lockern. Sichtbarer Haarausfall sollte früh abgeklärt werden. Auf ein neues Shampoo zu warten, während dieselben Haare weiter unter Zug stehen, verzögert die notwendige Veränderung.

Stand der Recherche: 21. Oktober 2026.

Hauptquellen

Transparenzhinweis: Dieser Ratgeber beruht auf veröffentlichten Informationen der genannten dermatologischen Fachorganisationen und des Fachportals DermNet. Eigene Untersuchungen oder Produkttests wurden nicht durchgeführt.

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