Zahnpasta mit Fluorid – was 1.450 ppm auf der Tube bedeuten
Die Zahnpastatube ist fast leer. Beim Nachkauf steht auf der Rückseite einer Packung in kleiner Schrift „1.450 ppm Fluorid“. Auf der Tube daneben steht „fluoridfrei“. Was bedeutet die Zahl für die tägliche Zahnpflege?
Bei Zahnpasta mit Fluorid verrät der ppm-Wert, wie viel Fluorid in der Paste steckt. Für Erwachsene mit eigenen Zähnen sind 1.450 ppm ein Richtwert für den Alltag. Bei kleinen Kindern spielt zusätzlich eine Rolle, wie viel Paste auf die Bürste kommt und wie gut sie schon ausspucken können.
Was der ppm-Wert auf der Tube bedeutet
„ppm“ steht für „parts per million“, also Teile pro Million. Bei 1.450 ppm enthält ein Gramm Zahnpasta 1,45 Milligramm Fluorid. Das entspricht 0,145 Prozent. Wie viel Fluorid beim Putzen auf die Bürste kommt, hängt folglich auch davon ab, wie viel Paste man aus der Tube drückt.
In der Zutatenliste kann zum Beispiel „Sodium Fluoride“ stehen, also Natriumfluorid. Der Name bezeichnet die Fluoridverbindung. Die ppm-Angabe gibt die Konzentration an, berechnet als Fluor. Sind mehrere Fluoridverbindungen enthalten, zählt der Gesamtgehalt. Anhang III der EU-Kosmetikverordnung setzt für kosmetische Mundpflegeprodukte mit den dort zugelassenen Fluoridverbindungen eine Obergrenze von 0,15 Prozent, berechnet als Fluor. Das entspricht 1.500 ppm.
Wie Fluorid die Zähne vor Karies schützt
Bakterien im Zahnbelag können Zucker zu Säuren abbauen. Diese Säuren lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz. Wie die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung erklärt, fördert Fluorid, dass Mineralien aus dem Speichel wieder in die Zahnoberfläche eingelagert werden. So unterstützt es den Schutz vor Karies direkt am Zahn.
In einer Cochrane-Übersichtsarbeit von Tanya Walsh und ihrem Team trat bei Erwachsenen weniger neue Karies auf, wenn ihre Zahnpasta 1.000 oder 1.100 ppm Fluorid enthielt. Die Vergleichsgruppen verwendeten fluoridfreie Zahnpasta. Die drei eingeschlossenen Erwachsenenstudien untersuchten Konzentrationen bis 1.100 ppm. Wie groß der Unterschied zwischen 1.100 und 1.450 ppm bei Erwachsenen ist, bleibt in diesen Studien offen.
Welche Fluoridkonzentration im Alltag passt
Die deutsche S3-Leitlinie zur Kariesprävention empfiehlt ab dem Durchbruch der bleibenden Zähne eine Zahnpasta mit mindestens 1.000 ppm Fluorid. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung nennt für die tägliche Pflege ab dem sechsten Geburtstag konkret 1.450 ppm. Wer als Erwachsener eine Paste für den Alltag sucht, kann sich an dieser Zahl orientieren.
Bei jüngeren Kindern gelten eigene Empfehlungen für Konzentration und Menge. Vom zweiten bis zum sechsten Geburtstag empfiehlt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung eine erbsengroße Portion Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid. Erwachsene sollten die Paste für Kinder in diesem Alter selbst dosieren. Gerade bei Kleinkindern ist das wichtig, weil sie beim Putzen einen Teil der Paste verschlucken können.
Nach dem Putzen reicht Ausspucken
Zur täglichen Routine gehört, morgens und abends jeweils mindestens zwei Minuten zu putzen und dabei auch die Innenflächen der Zähne zu erreichen. Für die Stellen, an die die Bürste schlecht herankommt, kommen Zahnseide oder Interdentalbürsten infrage, je nachdem, wie eng die Zähne stehen.
Der britische Gesundheitsdienst NHS empfiehlt, den Überschuss nach dem Putzen auszuspucken und direkt danach auf Wasser zum Nachspülen zu verzichten. So bleibt Fluorid länger an den Zähnen. Wer zusätzlich eine fluoridhaltige Mundspülung verwendet, kann sie zu einer anderen Tageszeit einplanen, etwa nach dem Mittagessen.
Bei wiederkehrender Karies die Pflege prüfen lassen
Wer trotz regelmäßiger Pflege immer wieder Karies hat, kann in der Zahnarztpraxis besprechen, an welchen Stellen Beläge zurückbleiben und ob zusätzliche Fluoridmaßnahmen sinnvoll sind. Die S3-Leitlinie beschreibt dafür unter anderem höher konzentrierte Zahnpasta. In Deutschland ist Zahnpasta mit 5.000 ppm Fluorid verschreibungspflichtig. Sie kommt bei bestimmten Risiken infrage, etwa bei einem erhöhten Risiko für Karies an freiliegenden Zahnwurzeln.
Beim nächsten Einkauf genügt für die tägliche Zahnpflege meist ein kurzer Blick auf die Rückseite. Stehen dort 1.450 ppm Fluorid, entspricht der Gehalt dem Richtwert für Erwachsene. In einem Familienbad lohnt es sich, die Tuben für Erwachsene und kleine Kinder so abzustellen, dass beim morgendlichen Griff zur Bürste klar ist, welche Paste zu wem gehört.
Stand der Recherche – 4. November 2026.
Hauptquellen
- EU-Kosmetikverordnung – Anhang III zu Fluoridverbindungen in Mundpflegeprodukten
- Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung – Zahnschutz durch Fluoride und Empfehlungen nach Alter
- Walsh und Mitautoren – Cochrane-Übersichtsarbeit zu Fluoridkonzentrationen in Zahnpasta und Karies
- Deutsche S3-Leitlinie – Kariesprävention bei bleibenden Zähnen
- Britischer Gesundheitsdienst NHS – Zahnpflege und Ausspucken nach dem Putzen
Transparenzhinweis – Die Empfehlungen stützen sich auf zahnmedizinische Fachquellen. Eigene Produkttests und Fluoridmessungen liegen nicht vor.
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